Kapitel 4: Entscheidungsfreiheit

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 17–21


Die Entscheidungsfreiheit ist ein ewiger Grundsatz

  • Was würden Sie sagen, wenn jemand Sie fragen würde, warum Entscheidungsfreiheit so wichtig ist?

„Du magst dich selbst entscheiden, denn das ist dir gewährt.“ (Mose 3:17.)

Gott hat uns durch seine Propheten gesagt, dass wir frei zwischen Gut und Böse wählen können. Wir können Freiheit und ewiges Leben wählen, indem wir Jesus Christus nachfolgen. Wir können aber ebenso Gefangenschaft und Tod wählen, indem wir dem Satan nachfolgen (siehe 2 Nephi 2:27). Das Recht, zwischen Gut und Böse zu wählen und selbständig zu handeln, nennen wir Entscheidungsfreiheit.

Wir konnten uns bereits im vorirdischen Leben frei entscheiden. Ein Grund, warum wir auf der Erde sind, ist, dass wir zeigen sollen, wie wir uns entscheiden (siehe 2 Nephi 2:15,16). Wären wir gezwungen, das Rechte zu wählen, könnten wir nicht zeigen, wie wir uns selbst entscheiden würden. Außerdem sind wir bei dem, was wir tun, glücklicher, wenn es unsere eigene Entscheidung ist.

Die Entscheidungsfreiheit war eine der bedeutendsten Fragen, die im vorirdischen Rat im Himmel besprochen wurden. Sie war eine der Hauptgründe für die Auseinandersetzung zwischen den Nachfolgern Jesu Christi und den Anhängern des Satans. Der Satan sagte: „Siehe, hier bin ich, sende mich; ich will dein Sohn sein, und ich will die ganze Menschheit erlösen, dass auch nicht eine Seele verloren geht, und gewiss werde ich es tun; darum gib mir deine Ehre.“ (Mose 4:1.) Damit lehnte er „sich gegen [Gott auf] … und [trachtete] danach, die Selbständigkeit des Menschen zu vernichten“ (Mose 4:3). Sein Angebot wurde abgelehnt, und er wurde mit seinen Anhängern aus dem Himmel hinabgeworfen (siehe LuB 29:36,37).

Die Entscheidungsfreiheit ist ein notwendiger Bestandteil des Erlösungsplans

Durch die Entscheidungsfreiheit wird das Erdenleben zu einer Prüfungszeit. Als Gott die irdische Erschaffung seiner Kinder plante, sagte er: „Wir wollen sie hierdurch prüfen und sehen, ob sie alles tun werden, was auch immer der Herr, ihr Gott, ihnen gebietet.“ (Abraham 3:25.) Ohne die Gabe der Entscheidungsfreiheit hätten wir dem himmlischen Vater nicht zeigen können, ob wir alles tun, was er uns gebietet. Weil wir uns entscheiden können, sind wir für unser Handeln verantwortlich (siehe Helaman 14:30,31).

Wenn wir so leben, wie Gottes Plan es für uns vorsieht, wird unsere Entscheidungsfreiheit gestärkt. Wenn wir uns richtig entscheiden, vergrößert sich unsere Fähigkeit, weitere richtige Entscheidungen zu treffen.

Wenn wir alle Gebote unseres Vaters befolgen, nehmen wir an Weisheit und Charakterstärke zu. Unser Glaube wächst und es fällt uns leichter, uns richtig zu entscheiden.

Unsere ersten Entscheidungen haben wir als Geistkinder in der Gegenwart des himmlischen Vaters getroffen. Die Entscheidungen, die wir dort getroffen haben, haben uns würdig gemacht, auf die Erde zu kommen. Der himmlische Vater möchte, dass wir an Glauben, Macht, Erkenntnis, Weisheit und allen anderen guten Eigenschaften zunehmen. Wenn wir seine Gebote halten und richtige Entscheidungen treffen, lernen und begreifen wir. Wir werden wie er (siehe LuB 93:28).

  • Wieso fällt es uns immer leichter, uns richtig zu entscheiden, je mehr richtige Entscheidungen wir treffen?

Entscheidungsfreiheit setzt voraus, dass wir eine Wahl haben

  • Wozu sind Gegensätze nötig?

Wir können uns nur dann für Rechtschaffenheit entscheiden, wenn wir den Gegensatz von Gut und Böse vor Augen haben. Lehi, ein großer Prophet im Buch Mormon, erklärte seinem Sohn Jakob, dass Gottes ewige Absichten nur verwirklicht werden können, wenn „es in allen Dingen einen Gegensatz gibt. Wenn nicht, … könnte Rechtschaffenheit nicht zustande gebracht werden, auch nicht Schlechtigkeit, weder Heiligkeit noch Elend, weder Gutes noch Böses.“ (2 Nephi 2:11.)

Gott lässt zu, dass der Satan gegen das Gute kämpft. Er sagt über ihn:

„Ich [ließ] ihn … hinabwerfen;

und er wurde der Satan, ja, nämlich der Teufel, der Vater aller Lügen, die Menschen zu täuschen und zu verblenden und sie nach seinem Willen gefangen zu führen, ja, alle, die nicht auf meine Stimme hören wollen.“ (Mose 4:3,4.)

Der Satan tut alles, um Gottes Werk zu vernichten. Er trachtet danach, „die ganze Menschheit ebenfalls ins Elend zu bringen. … Er trachtet danach, dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.“ (2 Nephi 2:18,27.) Der Satan liebt uns nicht und wünscht uns nichts Gutes (siehe Moroni 7:17). Er möchte nicht, dass wir glücklich sind. Er möchte uns zu seinen Sklaven machen und wendet viel Täuschung an, um dies zu erreichen.

Wenn wir den Versuchungen des Satans nachgeben, schränken wir unsere Wahlmöglichkeiten ein. Ein Beispiel soll dies veranschaulichen. Stellen Sie sich vor, Sie sehen am Strand ein Schild mit der Aufschrift: „Achtung Strudel – Lebensgefahr! Schwimmen verboten.“ Vielleicht denken wir, dies sei eine Einschränkung. Stimmt das aber? Wir haben immer noch mehrere Möglichkeiten. Wir können anderswo schwimmen oder am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln. Wir können den Sonnenuntergang betrachten oder nach Hause gehen. Es steht uns aber auch frei, das Schild nicht zu beachten und an der gefährlichen Stelle ins Wasser zu gehen. Sind wir aber erst einmal in den Sog des Strudels geraten, haben wir keine große Wahl mehr. Wir können uns zu retten versuchen oder wir können um Hilfe rufen, aber möglicherweise werden wir ertrinken.

Für den Lehrer: Mit einem einfachen Bild können Sie die Aufmerksamkeit der Schüler gewinnen. Wenn Sie über den Vergleich mit dem Warnschild sprechen, können Sie das Schild an die Tafel oder auf ein großes Blatt Papier zeichnen.

Wir können zwar frei entscheiden, was wir tun, aber die Folgen unseres Handelns können wir uns nicht aussuchen. Die Folgen, ob gut oder schlimm, sind das natürliche Resultat jeder Entscheidung (siehe Galater 6:7; Offenbarung 22:12).

Der himmlische Vater hat uns gesagt, wie wir der Gefangenschaft des Satans entrinnen können. Wir müssen immer wachsam sein und beten und Gott bitten, dass er uns hilft, den Versuchungen des Satans zu widerstehen (siehe 3 Nephi 18:15). Der himmlische Vater lässt es nicht zu, dass wir über unsere Kraft hinaus versucht werden (siehe 1 Korinther 10:13; Alma 13:28).

Gottes Gebote weisen uns den Weg – fort von der Gefahr und hin zum ewigen Leben. Durch kluge Entscheidungen erlangen wir Erhöhung, werden ewig Fortschritt machen und vollkommene Freude genießen (siehe 2 Nephi 2:27,28).

  • Welches Verhalten kann unsere Wahlmöglichkeiten einschränken? Überlegen Sie Beispiele. Durch welches Verhalten erlangen wir mehr Freiheit?

Zusätzliche Schriftstellen