Kapitel 40: Tempelarbeit und Genealogie

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 233–39


Der himmlische Vater möchte, dass seine Kinder zu ihm zurückkehren

Durch das Sühnopfer Jesu Christi wird jeder Mensch auferstehen und für immer leben. Um aber gemeinsam mit unserer Familie in der Gegenwart Gottes zu leben, müssen wir alles tun, was der Erlöser geboten hat. Dazu gehört auch, dass wir uns taufen lassen, konfirmiert werden und die heiligen Handlungen des Tempels empfangen.

Als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurden wir von jemandem, der die richtige Priestertumsvollmacht hat, getauft und konfirmiert. Wir können auch in den Tempel gehen, um die errettenden heiligen Handlungen des Priestertums zu empfangen, die dort vollzogen werden. Viele Kinder Gottes hatten jedoch nicht diese Möglichkeit. Sie lebten zu einer Zeit oder an einem Ort, wo das Evangelium nicht vorhanden war.

Der himmlische Vater möchte, dass alle seine Kinder zu ihm zurückkehren und wieder bei ihm leben. Er hat einen Weg bereitet, wie diejenigen, die ohne Taufe oder die heiligen Handlungen des Tempels gestorben sind, diese empfangen können. Er hat uns aufgefordert, für unsere Vorfahren die heiligen Handlungen im Tempel zu vollziehen.

Tempel des Herrn

  • Warum ist der Tempel für uns wichtig?

Für den Lehrer: Ein Bild kann Interesse wecken und dazu beitragen, dass der Schüler etwas besser versteht. Sie könnten Ihre Schüler oder Ihre Familie bitten, darüber nachzudenken, was sie im Hinblick auf die Tempelarbeit empfinden, wenn sie das Bild eines Tempels in diesem Kapitel betrachten.

Die Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind besondere Gebäude, die dem Herrn geweiht sind. Die würdigen Mitglieder der Kirche können dort heilige Handlungen empfangen und mit Gott Bündnisse schließen. Diese heiligen Handlungen und Bündnisse sind wie die Taufe für unsere Errettung notwendig. Sie müssen in einem Tempel des Herrn vollzogen werden.

Ein weiterer Grund, warum wir in den Tempel gehen, ist, dass wir mehr über den himmlischen Vater und seinen Sohn Jesus Christus erfahren. Wir gelangen zu einem besseren Verständnis vom Zweck des Lebens und unserem Verhältnis zum himmlischen Vater und zu Jesus Christus. Dort erfahren wir mehr über unser vorirdisches Dasein, den Zweck des irdischen Lebens und über das Leben nach dem Tod.

Durch die heiligen Handlungen des Tempels wird die Familie für immer aneinander gesiegelt

  • Was bedeutet es, sich siegeln zu lassen?

Alle heiligen Handlungen des Tempels werden mit der Vollmacht des Priestertums vollzogen. Durch diese Vollmacht werden die heiligen Handlungen, die auf Erden vollzogen werden, im Himmel gesiegelt oder gebunden. Der Erretter sagte zu Petrus: „Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein.“ (Matthäus 16:19; siehe auch LuB 132:7).

Nur im Tempel können wir als Familie für immer aneinander gesiegelt werden. Durch die Eheschließung im Tempel werden Mann und Frau für immer miteinander verbunden, sofern sie ihre Bündnisse einhalten. Die Taufe und alle anderen heiligen Handlungen bereiten uns auf dieses heilige Ereignis vor.

Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel geheiratet haben, dann sind ihre Kinder, die danach geboren werden, ebenfalls Teil ihrer ewigen Familie. Auch Eheleute, die nur standesamtlich geheiratet haben, können diese Segnungen empfangen, indem sie sich und ihre Kinder dafür bereit machen, in den Tempel zu gehen und aneinander gesiegelt zu werden. Adoptierte Kinder können an ihre Adoptiveltern gesiegelt werden.

  • Was muss ein Ehepaar tun, damit die Siegelungsvollmacht in seiner Ehe wirksam ist?

Unsere Vorfahren brauchen unsere Hilfe

  • Was müssen wir für unsere Vorfahren tun, die gestorben sind, ohne die heiligen Handlungen des Priestertums empfangen zu haben?

Mario Cannamela und Maria Vitta heirateten im Jahre 1882. Sie wohnten in Tripani in Italien, wo sie ihre Kinder großzogen und viele schöne Jahre miteinander verbrachten. Mario und Maria hörten zu ihren Lebzeiten jedoch nicht die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi. Sie wurden nicht getauft. Sie konnten nicht in den Tempel gehen und als ewige Familie aneinander gesiegelt werden. Mit dem Tod endete auch ihre Ehe.

Mehr als ein Jahrhundert danach fand ein großes Treffen statt. Nachkommen von Mario und Maria gingen in den Tempel in Los Angeles. Dort knieten ein Urenkel und seine Frau an einem Altar und wirkten als Stellvertreter bei der Siegelung von Mario und Maria. Mit Tränen in den Augen hatten sie Anteil an Marios und Marias Freude.

Viele unserer Vorfahren sind gestorben, ohne während ihres Erdenlebens vom Evangelium gehört zu haben. Jetzt leben sie in der Geisterwelt (siehe Kapitel 41). Dort hören sie vom Evangelium Jesu Christi. Wer dort das Evangelium angenommen hat, wartet darauf, dass die heiligen Handlungen im Tempel für ihn vollzogen werden. Wenn wir diese heiligen Handlungen für unsere Vorfahren im Tempel vollziehen, können wir an ihrer Freude teilhaben.

  • Wie zeigt sich in der Lehre von der Erlösung der Verstorbenen Gottes Gerechtigkeit, Mitgefühl und Barmherzigkeit?

  • Welche Erfahrungen haben Sie schon bei der Tempelarbeit für Ihre Vorfahren gemacht?

Genealogie – wie man mit der Arbeit für die Vorfahren beginnt

  • Was sind die grundlegenden Schritte der genealogischen Arbeit?

Die Heiligen der Letzten Tage sollen genealogische Forschung betreiben. Dadurch erfahren wir mehr über unsere Vorfahren, sodass wir die heiligen Handlungen für sie vollziehen können. Die genealogische Arbeit umfasst drei grundlegende Schritte:

  1. 1.

    Wir machen unsere Vorfahren ausfindig.

  2. 2.

    Wir finden heraus, wer von ihnen noch heilige Handlungen des Tempels benötigt.

  3. 3.

    Wir sorgen dafür, dass die heiligen Handlungen für sie vollzogen werden.

In den meisten Gemeinden und Zweigen gibt es Genealogie-Fachberater, die Fragen beantworten und uns die nötigen Hilfsmittel zeigen können. Gibt es in einer Gemeinde oder einem Zweig keinen Genealogie-Fachberater, kann der Bischof oder Zweigpräsident Anleitung geben.

Wir machen unsere Vorfahren ausfindig

Damit wir für unsere Vorfahren die heiligen Handlungen des Tempels vollziehen können, müssen wir ihre Namen kennen. Heutzutage stehen uns viele wertvolle Hilfsmittel für die Ahnenforschung zur Verfügung.

Zunächst können wir zu Hause nachsehen, welche Informationen wir über unsere Vorfahren besitzen. Vielleicht besitzen wir Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden. Oder wir finden eine Familienbibel, Todesanzeigen, Familienchroniken oder Tagebücher. Darüber hinaus kann man Verwandte nach weiteren Angaben befragen. Wenn wir die Informationen zusammengetragen haben, die wir zu Hause haben oder von Verwandten erfahren haben, können wir andere Quellen durchsuchen, etwa FamilySearch.org. Wir können auch in die nächste Genealogie-Forschungsstelle der Kirche gehen.

Wie viel wir herausfinden, hängt von den Informationen ab, die uns zur Verfügung stehen. Vielleicht besitzen wir nur wenige Angaben über unsere Familie und können nur unsere Eltern und Großeltern benennen. Haben wir aber bereits viele Unterlagen über unsere Familie, dann können wir unter Umständen auch über weiter zurückliegende Generationen etwas erfahren.

Wir können die Angaben, die wir gesammelt haben, in Familiengruppenbogen und Ahnentafeln übertragen.

Wir finden heraus, wer von unseren Vorfahren noch heilige Handlungen des Tempels benötigt

Die heiligen Handlungen des Tempels werden seit den Anfangstagen der Kirche vollzogen. Folglich kann es sein, dass manche heilige Handlungen bereits für unsere Vorfahren vollzogen worden sind. Um herauszufinden, welche Vorfahren heilige Handlungen des Tempels benötigen, kann man an zwei Stellen nachsehen. Unsere eigenen genealogischen Unterlagen können Angaben darüber enthalten, was bereits erledigt worden ist. Ist dies nicht der Fall, so besitzt die Kirche einen Bericht über alle heiligen Handlungen, die im Tempel vollzogen wurden. Der Genealogie-Fachberater in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Zweig kann Ihnen weiterhelfen.

Wir sorgen dafür, dass die heiligen Handlungen vollzogen werden

Viele unserer Vorfahren in der Geisterwelt warten möglicherweise ungeduldig darauf, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen. Sobald wir diese Vorfahren ausfindig gemacht haben, müssen wir in die Wege leiten, dass diese Arbeit für sie getan wird.

Ein Segen der genealogischen Arbeit ist, dass wir in den Tempel gehen und die heiligen Handlungen für unsere Vorfahren vollziehen können. Wir selbst müssen uns darauf vorbereiten, einen Tempelschein zu bekommen, damit wir, wann immer möglich, diese Arbeit selbst tun können. Wenn unsere Kinder zwölf Jahre alt oder älter sind, können sie ebenfalls an diesen Segnungen teilhaben, indem sie sich für ihre Vorfahren taufen und konfirmieren lassen.

Wenn wir nicht selbst in den Tempel gehen und die heiligen Handlungen vollziehen können, kümmert man sich im Tempel darum, dass die heiligen Handlungen von anderen Mitgliedern vollzogen werden.

  • Wie hat der Herr Ihnen oder Ihren Angehörigen geholfen, Angaben zu Ihren Vorfahren zu finden?

Weitere Möglichkeiten, die genealogische Arbeit zu unterstützen

  • Wie kann jemand, der viele andere Pflichten hat, sich auf ganz einfache Weise an der genealogischen Arbeit beteiligen?

Wir können nicht nur dafür sorgen, dass die Vorfahren, die wir ausfindig gemacht haben, die heiligen Handlungen des Tempels empfangen, sondern den Menschen in der Geisterwelt auf vielerlei andere Weise helfen. Wir müssen nach der Führung des Geistes trachten, wenn wir gebeterfüllt darüber nachdenken, was wir tun können. Je nachdem, was unsere Lebensumstände erlauben, können wir Folgendes tun:

  1. 1.

    Wir können so oft wie möglich in den Tempel gehen. Nachdem wir für uns selbst in den Tempel gegangen sind, können wir die errettenden heiligen Handlungen für andere vollziehen, die in der Geisterwelt darauf warten.

  2. 2.

    Wir können nach Vorfahren forschen, die schwerer zu finden sind. Der Genealogie-Fachberater kann uns auf Hilfsmittel hinweisen.

  3. 3.

    Wir können beim Indexierungsprogramm der Kirche mitarbeiten. In diesem Programm bereiten Mitglieder genealogische Angaben für die Verarbeitung durch die Genealogieprogramme der Kirche auf. Diese Programme erleichtern es uns, unsere Vorfahren zu finden.

  4. 4.

    Wir können genealogische Angaben für die aktuellen Genealogieprogramme der Kirche einreichen. Diese Programme enthalten die Ergebnisse genealogischer Forschung, die Menschen aus aller Welt eingereicht haben. Dadurch werden diese Angaben auch anderen zur Verfügung gestellt. Die Genealogie-Fachberater können weitere Auskunft über die Computerprogramme der Kirche geben.

  5. 5.

    Wir können uns mit anderen aus der Familie zusammentun. Man kann viel mehr für seine Vorfahren bewirken, wenn man mit seinen Angehörigen zusammenarbeitet.

  • Denken Sie darüber nach, wie Sie sich noch mehr an der Tempelarbeit und Genealogie beteiligen können.

Zusätzliche Schriftstellen

  • 1 Petrus 4:6 (den Toten wurde das Evangelium verkündet)

  • Maleachi 3:23,24; LuB 2:2; 3 Nephi 25:5,6 (die Mission des Elija)

  • 1 Korinther 15:29; LuB 128:15-18 (Arbeit für die Toten)

  • LuB 138 (Erlösung der Toten)