Kapitel 6: Der Fall Adams und Evas

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 26–30


Adam und Eva waren die Ersten, die auf die Erde kamen

  • Was zeigt uns, dass Adam und Eva tapfere Geister waren?

Gott hat diese Erde als Heimat für seine Kinder geschaffen. Adam und Eva wurden ausersehen, als erste Menschen auf der Erde zu leben (siehe Mose 1:34; 4:26). Ihre Aufgabe im Plan unseres Vaters war es, die Sterblichkeit in die Welt zu bringen. Sie sollten die ersten Eltern sein (siehe LuB 107:54-56).

Für den Lehrer: Verwenden Sie die Fragen, die am Anfang eines Abschnitts stehen, um ein Gespräch in Gang zu bringen, und lassen Sie die Schüler oder Ihre Familie im Text nach weiteren Informationen suchen. Verwenden Sie die Fragen am Ende eines Abschnitts, um die Schüler oder Ihre Familie anzuregen, über die Bedeutung dessen, was sie gelesen haben, nachzudenken, es zu besprechen und in ihrem Leben anzuwenden.

Adam und Eva gehörten zu den edelsten Kindern unseres Vaters. In der Geisterwelt wurde Adam als Erzengel Michael bezeichnet (siehe LuB 27:11; Judas 1:9). Er wurde vom himmlischen Vater dazu ausersehen, die Rechtschaffenen im Kampf gegen den Satan zu führen (siehe Offenbarung 12:7-9). Adam und Eva waren vorherordiniert, unsere Stammeltern zu werden. Der Herr verhieß Adam große Segnungen: „Ich habe dich hingestellt, das Haupt zu sein; eine Menge Nationen werden aus dir kommen, und du bist ein Fürst über sie immerdar.“ (LuB 107:55.)

Eva war „die Mutter aller Lebenden“ (Mose 4:26). Gott vereinigte Adam und Eva durch die Ehe, weil es „nicht gut [war], dass der Mensch allein sei“ (Mose 3:18; siehe auch 1 Korinther 11:11). Eva teilte Adams Verantwortung und wird auch an seinen ewigen Segnungen teilhaben.

  • Was können wir von Adam und Eva lernen?

Der Garten von Eden

  • Unter welchen Bedingungen lebten Adam und Eva im Garten von Eden?

Als Adam und Eva in den Garten von Eden kamen, waren sie noch nicht sterblich. In diesem Zustand hätten sie keine Kinder gehabt (siehe 2 Nephi 2:23). Es gab keinen Tod. Sie hatten physisches Leben, da sich ihr Geist in einem physischen Körper befand, der aus dem Staub der Erde geschaffen war (siehe Mose 6:59; Abraham 5:7). Sie hatten geistiges Leben, weil sie sich in der Gegenwart Gottes befanden. Noch hatten sie keine Entscheidung zwischen Gut und Böse getroffen.

Gott gebot ihnen, Kinder zu bekommen. Er sagte: „Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet über … alles Lebendige, das sich auf der Erde regt.“ (Mose 2:28.) Gott sagte ihnen, dass sie von allen Bäumen im Garten essen dürften, außer von einem – dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Über diesen Baum sagte Gott: „An dem Tag, da du davon isst, wirst du sicherlich sterben.“ (Mose 3:17.)

Der Satan, der die Absichten Gottes nicht kannte, den Plan Gottes aber vereiteln wollte, kam im Garten von Eden zu Eva. Er verleitete sie, von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Er versicherte ihr, dass sie und Adam nicht sterben, sondern „wie Götter sein [würden], Gut und Böse erkennend“ (Mose 4:11). Eva gab der Versuchung nach und aß von der Frucht. Als Adam erfuhr, was geschehen war, entschied er sich, ebenfalls davon zu essen. Die Veränderungen, die Adam und Eva erlebten, weil sie von der Frucht gegessen hatten, bezeichnen wir als den Fall.

Die Trennung Adams und Evas von Gott

  • Welche körperlichen und geistigen Veränderungen traten bei Adam und Eva infolge ihrer Übertretung ein?

Weil Adam und Eva von der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen hatten, sandte der Herr sie aus dem Garten von Eden in die Welt hinaus. Dadurch, dass sie von der verbotenen Frucht gegessen hatten, trat in ihrem Körper eine Veränderung ein. Wie Gott es angekündigt hatte, wurden sie nun sterblich. Sie und ihre Kinder würden nun Krankheit, Schmerz und den körperlichen Tod erfahren.

Wegen ihrer Übertretung erlitten Adam und Eva auch den geistigen Tod. Das bedeutete, dass weder sie noch ihre Kinder sich weiterhin in der Gegenwart Gottes aufhalten oder von Angesicht zu Angesicht mit ihm sprechen konnten. Adam und Eva und ihre Kinder wurden sowohl körperlich als auch geistig von Gott getrennt.

Die Übertretung hatte große Segnungen zur Folge

  • Inwiefern machte der Fall es möglich, dass wir wie unser himmlischer Vater werden können?

Manche Leute meinen, Adam und Eva hätten eine schwere Sünde begangen, als sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aßen. Neuzeitliche heilige Schriften machen jedoch deutlich, dass der Fall ein notwendiger Schritt im Plan des Lebens war und uns allen große Segnungen brachte. Infolge des Falls haben wir einen physischen Körper erhalten, wir können zwischen Gut und Böse wählen und wir haben die Möglichkeit, ewiges Leben zu erlangen. Wären Adam und Eva im Garten von Eden geblieben, so wäre uns keine dieser Segnungen zuteilgeworden.

Nach dem Fall sagte Eva: „Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung und das ewige Leben, das Gott allen gibt, die gehorsam sind.“ (Mose 5:11.)

Der Prophet Lehi erläuterte:

„Und nun siehe, wenn Adam nicht übertreten hätte, dann wäre er nicht gefallen [von der Gegenwart Gottes abgeschnitten worden], sondern er wäre im Garten von Eden geblieben. Und alle Dinge, die erschaffen waren, hätten in demselben Zustand verbleiben müssen, in dem sie waren, nachdem sie erschaffen wurden …

Und sie hätten keine Kinder gehabt; darum wären sie in einem Zustand der Unschuld verblieben und hätten nicht Freude gehabt, denn sie kannten kein Elend, und hätten nicht Gutes getan, denn sie kannten keine Sünde.

Aber siehe, alles geschah gemäß der Weisheit dessen, der alles weiß.

Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können.“ (2 Nephi 2:22-25.)

  • Warum ist es wohl wichtig, vom Fall und seinen Auswirkungen auf uns zu wissen?

Zusätzliche Schriftstellen