Lektion 11

Jesus Christus zog umher und tat Gutes

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

In der Erklärung „Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“ lesen wir: „[Jesus] zog umher und tat Gutes“ (Apostelgeschichte 10:38) und wurde doch dafür verachtet.“ (Artikel-Nr. 36299 150.) Als Jünger Jesu Christi sollen wir seinem Beispiel nacheifern und Gutes tun, auch wenn man uns dafür möglicherweise verfolgt. In dieser Lektion besprechen die Teilnehmer, warum wir denjenigen, die uns wegen unseres Glaubens schlecht behandeln, die gleiche Liebe und den gleichen Respekt entgegenbringen sollen, die Jesus seinen Verfolgern erwiesen hat. Wenn wir dem Beispiel des Heilands nacheifern, haben wir den Mut, unseren Glauben zu leben und dafür einzustehen und wir sind imstande, anderen zu helfen, dem Herrn näherzukommen.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Matthäus 5:43-47; 9:9-13; 12:22-30; Markus 3:1-6; 11:15-19; Johannes 11:43-53

Jesus Christus wurde verfolgt, weil er Gutes tat

Fragen Sie die Teilnehmer zu Unterrichtsbeginn:

  • Wenn Sie an das beispielhafte Leben des Erretters denken, welche seiner guten Taten fällt Ihnen da besonders auf?

Lassen Sie die Teilnehmer antworten. Lesen Sie dann gemeinsam, was Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel über zwei Missionarinnen berichtet hat (oder geben Sie diese Begebenheit mit eigenen Worten wieder):

Elder Jeffrey R. Holland

„Ich bewundere alle, die in diesen Letzten Tagen standhaft bleiben müssen, und möchte sie anspornen. Daher sage ich zu jedem hier und insbesondere zu den Jugendlichen der Kirche, dass – falls noch nicht geschehen – der Tag kommen wird, da ihr aufgerufen seid, euren Glauben zu verteidigen oder vielleicht sogar einige Schikanen zu ertragen, nur weil ihr der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehört. Dann werden sowohl Mut als auch Höflichkeit gefordert sein.

Kürzlich schrieb mir beispielsweise eine Missionarin: ‚Meine Mitarbeiterin und ich sahen einen Mann, der im Stadtzentrum auf einer Bank saß und sein Mittagessen verzehrte. Als wir uns ihm näherten, schaute er auf und sah unsere Namensschilder. Mit zornerfülltem Blick sprang er auf und erhob die Hand gegen mich. Ich konnte gerade noch ausweichen. Da spuckte er sein Essen auf mich und überhäufte uns mit den schlimmsten Flüchen. Wortlos entfernten wir uns. Als ich mir gerade das Essen aus dem Gesicht wischte, traf mich ein Klumpen Kartoffelbrei am Hinterkopf. Als Missionarin hat man es nicht immer leicht. Am liebsten wäre ich zurückgegangen, hätte mir den zierlichen Mann geschnappt und ihm laut und deutlich die Meinung gesagt. Doch ich ließ es.‘“ („Der Preis – und die Segnungen – der Nachfolge Jesu“, Liahona, Mai 2014, Seite 6.)

Die Teilnehmer sollen Matthäus 5:43-47 für sich lesen und darauf achten, welchen Grundsatz Jesus in der Bergpredigt nennt, den die Missionarinnen anwandten. (Schlagen Sie den Teilnehmern gegebenenfalls vor, als Methode für das Schriftstudium ihren eigenen Namen einzusetzen, damit die Botschaft dieser Verse eine noch persönlichere Wirkung auf sie hat. Sie sollen dazu für die Wörter ihr und euch den eigenen Namen einsetzen.)

  • Welchen Grundsatz vermittelt Jesus in diesen Versen? (Die Teilnehmer drücken sich womöglich anders aus, sollen aber diesen Grundsatz erkennen: Wenn wir die Lehren Jesu Christi befolgen wollen, müssen wir lernen, unsere Feinde zu lieben und freundlich zu denjenigen zu sein, die uns verfolgen.)

  • Weshalb ist es so schwierig, diesen Grundsatz des Evangeliums anzuwenden?

Geben Sie den Teilnehmern diese Aussage:

„[Jesus] zog umher und tat Gutes (Apostelgeschichte 10:38) und wurde doch dafür verachtet.“ („Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150.)

Erklären Sie: Viele Menschen in Galiläa und Judäa nahmen den Heiland zwar an und empfanden seine guten Werke als Zeugnis für seine Göttlichkeit, andere jedoch verachteten und verfolgten ihn für seine guten Werke.

Schreiben Sie den Satz „Jesus zog umher und tat Gutes“ an die Tafel und die nachstehenden Schriftstellen darunter:

Matthäus 9:9-13

Matthäus 12:22-30

Markus 3:1-6

Markus 11:15-19

Johannes 11:43-53

Teilen Sie die Klasse in Gruppen. Jede Gruppe soll eine der Schriftstellen an der Tafel durchlesen und herausarbeiten, welche guten Werke Jesus vollbrachte und wie die Menschen darauf reagierten. Geben Sie den Teilnehmern ausreichend Zeit und lassen Sie sie anschließend berichten, was sie herausgefunden haben. Erklären Sie, dass diese Schriftstellen ein Muster im Leben des Herrn aufzeigen, nach dem wir uns ausrichten können. Fragen Sie:

  • Wie reagierte der Heiland auf die Verfolgung, die ihm widerfuhr?

Bitten Sie die Teilnehmer, sich die Begebenheiten, die sie eben gelesen haben, bildhaft vorzustellen. Fragen Sie anschließend:

  • Wie wäre es Ihnen wohl ergangen, wenn Sie selbst erlebt hätten, was Jesus dort tat?

  • Was möchte Jesus Ihnen durch seine Worte und Taten zu jener Zeit wohl vermitteln? (Die Teilnehmer könnten beispielsweise diesen Grundsatz nennen: Wenn wir uns bemühen, dem Beispiel des Heilands nachzueifern und Gutes tun, müssen wir mitunter Verfolgung erdulden.)

Matthäus 5:9-12,21-24,38-41; 6:14,15; 7:1-5,12

Wie man mit Verfolgung umgehen kann

Erklären Sie, dass Jesus Christus in der Bergpredigt seinen Jüngern erklärte, wie man sich verhalten soll, wenn man verfolgt wird. Schreiben Sie den nachstehenden Satz mit den dazugehörigen Schriftstellen an die Tafel. Jeder Teilnehmer soll mindestens eine Schriftstelle lesen. Die Teilnehmer sollen herausarbeiten, welchen Grundsatz Jesus lehrte, wie sie mit anderen umgehen sollen.

Wie man mit Verfolgung umgehen kann

Matthäus 5:9-12

Matthäus 5:21-24 (siehe auch 3 Nephi 12:22)

Matthäus 5:38-41; 7:12

Matthäus 6:14,15 (siehe auch LuB 64:9,10)

Matthäus 7:1-5

Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit. Fordern Sie sie dann auf, die Grundsätze zu erläutern, die sie herausgearbeitet haben, und wie man sie im Umgang mit seinen Mitmenschen anwenden sollte. (Betonen Sie diesen Grundsatz: Der Vater im Himmel erwartet von uns, dass wir dem Beispiel Jesu Christi nacheifern, wenn wir wegen unseres Glaubens verfolgt werden.)

Lesen Sie gemeinsam die nachstehenden Aussagen von Elder Jeffrey R. Holland und Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Jeffrey R. Holland

„Verteidigt eure Überzeugung höflich und einfühlsam, aber verteidigt sie.“ (Jeffrey R. Holland, „Der Preis – und die Segnungen – der Nachfolge Jesu“, Liahona, Mai 2014, Seite 9.)

Elder Dallin H. Oaks

„Ein Nachfolger Christi soll vorbildlich höflich sein. Wir sollen alle Menschen lieben, gute Zuhörer sein und Interesse an der aufrichtigen Überzeugung anderer zeigen. Auch wenn wir anderer Meinung sind, dürfen wir nicht unfreundlich werden. Unsere Meinung zu kontroversen Themen dürfen wir nicht im Geist des Streits äußern, sondern wir müssen wohlüberlegt vorgehen, wenn wir unseren Standpunkt darlegen und vertreten und unseren Einfluss geltend machen. …

Wenn sich unser Standpunkt nicht durchsetzt, sollen wir unerwünschte Ergebnisse freundlich hinnehmen und mit unseren Gegnern höflich umgehen.“ (Dallin H. Oaks, „Liebe zeigen und mit Unterschieden leben“, Liahona, November 2014, Seite 27.)

Besprechen Sie, welche Herausforderungen und Segnungen es mit sich bringt, wenn man den Rat von Elder Holland und Elder Oaks befolgt. Anschließend soll ein Teilnehmer Matthäus 5:9-12 vorlesen.

  • Was verheißt Jesus gemäß diesen Versen, was es leichter macht, so zu reagieren wie er, wenn wir unseres Glaubens wegen verfolgt werden?

Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, wie sie eine oder mehrere Lehren des Heilands aus der Bergpredigt im Umgang mit einem Mitmenschen anwenden können oder wie sie dies früher einmal hätten anwenden können. Fragen Sie, ob jemand seine Gedanken dazu mitteilen möchte.

Geben Sie jedem Teilnehmer eine Kopie dieser Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Robert D. Hales

„Manch einer denkt fälschlicherweise, dass Reaktionen wie Schweigen, Sanftmut, Vergebungsbereitschaft oder demütig Zeugnis geben passiv oder schwach sind. Aber um unsere Feinde zu lieben, die zu segnen, die uns fluchen, denen wohl zu tun, die uns hassen, und für die zu bitten, die uns beleidigen und verfolgen (siehe Matthäus 5:44, Luther-Übersetzung), braucht man Glauben, Stärke und vor allem christlichen Mut. …

Wenn wir nicht vergelten – wenn wir die andere Wange hinhalten und uns nicht zum Zorn hinreißen lassen –, handeln auch wir wie der Erretter. Dann zeigen wir seine Liebe – die einzige Macht, die den Widersacher überwinden kann und mit der wir unseren Anklägern antworten können, ohne sie unsererseits anzuklagen. Das ist keine Schwäche. Das ist christlicher Mut. …

Die Situation, in der wir anderen antworten müssen, ist immer anders. Zum Glück kennt der Herr das Herz unserer Ankläger und weiß, wie wir ihnen am besten antworten können. Wenn glaubenstreue Jünger nach Führung durch den Geist trachten, erhalten sie Inspiration, die auf jede Begegnung zugeschnitten ist. Und bei jeder Begegnung reagieren glaubenstreue Jünger so, dass der Geist des Herrn zugegen sein kann. …

Als wahre Jünger muss es uns zuerst um das Wohlergehen des anderen gehen und nicht darum, uns selbst zu verteidigen. Fragen und Kritik geben uns Gelegenheit, auf andere zuzugehen und ihnen zu zeigen, dass sie dem Vater im Himmel und uns am Herzen liegen. Unser Ziel muss es sein, ihnen die Wahrheit verständlich zu machen, und nicht, unser Ego zu verteidigen oder in einer theologischen Debatte Punkte zu sammeln. Die beste Antwort, die wir unseren Anklägern geben können, ist unser Zeugnis, das von Herzen kommt.“ („Christlicher Mut – der Preis der Nachfolge“, Liahona, November 2008, Seite 72ff.)

Geben Sie den Teilnehmern Zeit, die Grundsätze, die Elder Hales hier nennt, durchzuarbeiten und zu markieren. Anschließend sollen sie berichten, was sie herausgefunden haben. Besprechen Sie gegebenenfalls diese Fragen:

  • Wie beeinflusst die Art und Weise, wie wir andere behandeln, deren Beziehung zu Gott? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz erkennen: Wenn wir dem Beispiel Christi nacheifern und denjenigen, die sich uns entgegenstellen, Liebe und Güte erweisen, können wir ihre Beziehung stärken und auch unsere eigene.)

  • Inwiefern gehört dieses Verhalten gegenüber anderen auch zum Taufbund, den wir mit dem Vater im Himmel geschlossen haben? (Es ist eine gute Möglichkeit, allzeit und in allem und überall als Zeuge Gottes aufzutreten [siehe Mosia 18:9].)

Fragen Sie die Teilnehmer, ob sie schon einmal erlebt haben, dass sich jemand dem Herrn genaht hat, weil sie dem Beispiel des Heilands nachgeeifert und seine Lehren befolgt haben? Bitten Sie ein paar Teilnehmer, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Legen Sie den Teilnehmern ans Herz, die Beziehung zu ihren Mitmenschen eingehend zu prüfen und zu überlegen, ob sie eine Beziehung verbessern könnten. Sie sollen aufschreiben, wie sie die Grundsätze, die heute besprochen wurden, diesbezüglich anwenden können.

Lesestoff für die Teilnehmer