Lektion 12: Wunder auf den Straßen Palästinas

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

„[Jesus Christus] wandelte auf den Straßen Palästinas, heilte die Kranken, machte die Blinden sehend und weckte die Toten auf.“ („Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150.) Während seines geistlichen Wirkens zeigte Christus nicht nur Mitgefühl, sondern vollbrachte Wunder, die seine Macht und Vollmacht zeigten und seine Behauptung untermauerten, er sei der Messias. Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, sehen und erleben auch wir Wunder und somit die Liebe, das Mitgefühl und die Macht des Heilands.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Dallin H. Oaks, „Miracles“, Ensign, Juni 2001, Seite 6–17

  • Sydney S. Reynolds, „Ein Gott der Wundertaten“, Liahona, Juli 2001, Seite 12ff.

Anregungen für den Unterricht

Markus 1:39-42; 2:1-12; 5:1-8,19,22-43; 8:1-9; Lukas 7:11-15; 3 Nephi 17:5-9

Der Heiland vollbrachte Wunder, als er auf Erden war

Schreiben Sie diese Sätze an die Tafel: beruhigte das Wasser, weckte die Toten auf und trieb böse Geister aus. Fragen Sie, welches dieser drei Wunder wohl das größte gewesen ist, das der Erretter vollbracht hat. Lassen Sie die Teilnehmer antworten und ergänzen Sie an der Tafel dann erschuf die Erde. Fragen Sie erneut, welches das größte Wunder gewesen ist. Wiederholen Sie das Ganze und fügen Sie bekehrte Seelen und schließlich litt und starb für unsere Sünden hinzu.

Fragen Sie die Teilnehmer, wie sie das Wort Wunder definieren würden. Nachdem sie darauf geantwortet haben, soll jemand diese Definition vorlesen:

Ein Wunder ist „ein außergewöhnliches Ereignis, das durch die Macht Gottes bewirkt wird. Wunder sind ein wichtiges Element im Werk Jesu Christi. Dazu gehören Heilungen, die Wiedererweckung von Toten zum Leben und die Auferstehung. Wunder sind Teil des Evangeliums Jesu Christi. Glaube ist erforderlich, damit Wunder offenbar werden können.“ (Schriftenführer, „Wunder“; scriptures.lds.org.)

  • Welche weiteren Wunder vollbrachte Jesus während seines geistlichen Wirkens? (Schreiben Sie die Antworten an die Tafel.)

  • Weshalb sollte uns bewusst sein, wie weitreichend die Macht des Erretters ist?

Schreiben Sie die nachstehenden Schriftstellen an die Tafel. Jeder Teilnehmer soll sich eine aussuchen und sich damit befassen: Markus 1:40-42; Markus 5:1-8,19; Markus 8:1-9; Lukas 7:11-15; 3 Nephi 17:5-9. Die Teilnehmer sollen anschließend berichten, von welchem Wunder des Heilands die Rede ist und was dies über seine Macht aussagt. Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit und besprechen Sie dann diese Fragen:

  • Mit welchem Wunder haben Sie sich befasst? Was sagt dieses Wunder über die Macht des Heilands aus?

  • Inwiefern stärkt es Ihren Glauben an den Erretter, wenn Ihnen bewusst ist, dass er die Macht hat, Wunder zu vollbringen? (Weisen Sie gegebenenfalls auch darauf hin, dass bereits Jahrhunderte vor der Geburt des Erlösers Propheten vorhersahen, dass er auf Erden Wunder vollbringen würde [siehe 1 Nephi 11:31; Mosia 3:5,6]. Diese Erkenntnis stärkte den Glauben derjenigen, die vor der Geburt des Heilands lebten.)

Die Teilnehmer sollen die Schriftstelle, mit der sie sich befasst haben, erneut lesen und herausfinden, weshalb Jesus das jeweilige Wunder vollbrachte. Besprechen Sie diese Fragen:

  • Welcher Grund wird dafür genannt, weshalb der Erretter das Wunder vollbrachte? (Ein paar Teilnehmer sollen antworten. In jedem Beispiel wird darauf hingewiesen, dass der Heiland Mitgefühl hatte. Erklären Sie: Wenn man lernt, in den heiligen Schriften solche Muster zu erkennen, vertieft man sein Wissen über die heiligen Schriften.)

  • Inwiefern zeigen diese Wunder das Mitgefühl des Heilands auf?

  • Was bewirkt es, wenn einem bewusst ist, dass der Heiland manchmal Wunder vollbrachte, weil er großes Mitgefühl hatte? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und betonen Sie: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, können wir seine große Macht und sein Mitgefühl verspüren.)

Schließen Sie diesen Teil der Lektion ab und lassen Sie jemanden Apostelgeschichte 10:38 vorlesen. Die anderen sollen mitlesen. Fragen Sie dann:

  • Was bedeutet es, dass Jesus „alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren“? (Zum einen bezieht sich das auf die Wunder, als Jesus Teufel austrieb, jedoch auch auf das größte Wunder, das er vollbrachte – dass er nämlich denjenigen, die von Sünde gebeutelt waren, die Heilung brachte. Die körperliche Heilung, die der Heiland brachte, war zwar ein wichtiger Bestandteil seines geistlichen Wirkens, jedoch von begrenzter Dauer. Die geistige Heilung hingegen war und ist immerwährend.)

Markus 2:1-12; 5:22-43

Der Glaube an Jesus Christus bewirkt, dass auch wir Wunder erleben können

Erklären Sie, dass uns zwar die Wunder bewusst sein sollten, die Jesus „auf den Straßen Palästinas“ vollbrachte (siehe „Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150), viel wichtiger ist jedoch das Bewusstsein, dass er auch heute noch Wunder vollbringt. Die Teilnehmer sollen Ether 12:12,18 für sich lesen und einen Grundsatz des Evangeliums aufschreiben, der in diesen Versen steckt. Bitten Sie ein paar von ihnen, das vorzulesen, was sie aufgeschrieben haben. (Aus den Antworten soll dieser Grundsatz hervorgehen: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, können auch wir seine Macht, Wunder zu wirken, erleben.)

Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz vertiefen. Schreiben Sie dazu diese Schriftstellen an die Tafel: Markus 2:1-12; Markus 5:22-24,35-43 und Markus 5:25-34. (Hinweis: Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass auch in diesen Schriftstellen ein Muster erkennbar ist.) Teilen Sie die Klasse in drei Gruppen ein. Jede Gruppe soll sich mit einer der Schriftstellen befassen und herausarbeiten, inwiefern dort jemand Glauben an Jesus Christus zeigte. Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit, und fragen Sie dann:

  • Inwiefern hat hier jemand Glauben an Jesus Christus gezeigt?

handout iconGeben Sie jedem Teilnehmer einen Handzettel mit der Aufschrift „Die Heilung der Kranken“.

Die Heilung der Kranken

Elder Dallin H. Oaks hat erklärt, dass Wunder nur geschehen können, wenn man Glauben ausübt:

Elder Dallin H. Oaks

„Der Glaube ist für die Heilung durch die Mächte des Himmels unerlässlich. Im Buch Mormon lesen wir sogar: ‚Wenn es unter den Menschenkindern keinen Glauben gibt, kann Gott keine Wundertaten unter ihnen wirken.‘ (Ether 12:12.) [Siehe auch 1 Nephi 7:12; LuB 35:9.] In einer denkwürdigen Ansprache über das Segnen von Kranken sagte Präsident Spencer W. Kimball: ‚Die Notwendigkeit des Glaubens wird oft unterschätzt. Oft scheinen der Kranke und die Familie sich völlig auf die Macht des Priestertums und die Gabe der Heilung zu verlassen, in der Hoffnung, dass die amtierenden Brüder diese haben, obwohl doch die größere Verantwortung bei demjenigen liegt, der den Segen empfängt. … Das wichtigste Element ist der Glaube des Kranken, sofern der Betreffende bei Bewusstsein und bei Verstand ist. Die Worte ‚Dein Glaube hat dir geholfen‘ (Matthäus 9:22) wurden vom Meister so oft wiederholt, dass sie fast zu einer Redensart wurden.‘ [„President Kimball Speaks Out on Administration to the Sick“, New Era, Oktober 1981, Seite 47.]“ („Die Heilung der Kranken“, Liahona, Mai 2010, Seite 49.)

Elder Dallin H. Oaks hat auch darauf hingewiesen, ein wichtiger Bestandteil vom Glauben sei die Bereitschaft, den Willen Gottes zu akzeptieren:

Elder Dallin H. Oaks

„Wenn wir die unbestrittene Macht des Priestertums Gottes ausüben und Gottes Verheißung zu schätzen wissen, dass er das gläubige Gebet hört und erhört, dürfen wir nicht vergessen, dass der Glaube und die heilende Macht des Priestertums nicht Ergebnisse hervorbringen können, die dem Willen dessen zuwiderlaufen, dessen Priestertum es ist. Dieser Grundsatz steht in der Offenbarung, in der die Ältesten der Kirche angewiesen werden, den Kranken die Hände aufzulegen. Der Herr verheißt: ‚Wer den Glauben an mich hat, geheilt zu werden, und nicht für den Tod bestimmt ist, wird geheilt werden.‘ (LuB 42:48; Hervorhebung hinzugefügt.) Ebenso verkündet der Herr in einer weiteren neuzeitlichen Offenbarung: Wenn jemand gemäß dem Willen Gottes bittet, ‚geschieht es so, wie er bittet‘ (LuB 46:30). [Siehe auch 1 Johannes 5:14; Helaman 10:5.]

Aus all dem erkennen wir, dass nicht einmal die Diener des Herrn, die seine göttliche Macht unter dem Umstand ausüben, dass genügend Glauben zur Heilung vorhanden ist, einen Priestertumssegen geben können, durch den jemand geheilt wird, wenn dies nicht dem Willen des Herrn entspricht.

Als Kinder Gottes, die sich seiner großen Liebe und seines allumfassenden Wissens darüber, was für unser ewiges Wohlergehen am besten ist, bewusst sind, vertrauen wir auf ihn. Der erste Grundsatz des Evangeliums ist der Glaube an den Herrn Jesus Christus, und Glaube bedeutet Zuversicht. Diese Zuversicht habe ich in einer Ansprache gespürt, die mein Cousin bei der Beisetzung eines Mädchens, das im Teenageralter an einer schweren Krankheit gestorben war, gehalten hat. Seine Worte verwunderten mich zuerst, doch dann bauten sie mich auf. Er sagte: ‚Ich weiß, dass es der Wille des Herrn war, dass sie gestorben ist. Sie war medizinisch gut versorgt. Sie hat Priestertumssegen erhalten. Ihr Name stand auf der Gebetsliste im Tempel. Hunderte Gebete wurden für ihre Genesung gesprochen. Und ich weiß, dass in dieser Familie genügend Glaube vorhanden ist, dass sie geheilt worden wäre, wenn es nicht der Wille des Herrn gewesen wäre, sie zu dieser Zeit heimzuholen.‘ Dieselbe Zuversicht spürte ich in den Worten des Vaters eines anderen lieben Mädchens, das unlängst im Teenageralter einem Krebsleiden erlag. Er sagte: ‚Der Glaube unserer Familie liegt in Jesus Christus und ist nicht auf Ergebnisse angewiesen.‘ Diese Aussagen scheinen mir richtig zu sein. Wenn uns jemand am Herzen liegt, tun wir für seine Genesung alles, was uns möglich ist, und dann vertrauen wir auf den Herrn, was den Ausgang betrifft.“ („Die Heilung der Kranken“, Liahona, Mai 2010, Seite 50.)

Den Teilnehmern soll bewusst werden, dass der Glaube notwendig ist, damit man ein Wunder erleben kann. Bitten Sie jemanden, die erste Aussage von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen, die auf dem Handzettel steht. Fragen Sie anschließend:

  • Welche wichtigen Grundsätze vermittelt Elder Oaks hier über den Glauben?

Lesen Sie gegebenenfalls auch die zweite Aussage von Elder Oaks oder fassen Sie sie zusammen, um das Thema zu vertiefen. Weisen Sie darauf hin, dass Elder Oaks hier zu den Trägern des Priestertums spricht. Besprechen Sie diese Fragen:

  • Was wird laut Elder Oaks von uns gefordert, wenn wir voller Glauben um ein Wunder beten?

  • Warum dürfen wir nicht vergessen, dass das, worum wir bitten, dem Willen des himmlischen Vaters entsprechen muss?

Geben Sie Zeugnis, dass auch heute noch Wunder geschehen. Lesen Sie den Teilnehmern dann diese Aussage von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

Elder Dallin H. Oaks

„Jeden Tag geschehen Wunder im Werk unserer Kirche und im Leben unserer Mitglieder. Viele von Ihnen haben schon Wunder erlebt, vielleicht sogar mehr, als Ihnen bewusst ist.“ („Miracles“, Ensign, Juni 2001, Seite 6.)

  • Weshalb erkennen wir wohl nicht immer gleich ein Wunder, das uns widerfährt? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und weisen Sie darauf hin, dass sich bei nur wenigen Wundern die Macht des Herrn auf spektakuläre Art und Weise zeigt. Viele Wunder sind eher kleiner Natur und geschehen im Verborgenen [siehe Sydney S. Reynolds, „Ein Gott der Wundertaten“, Liahona, Juli 2001, Seite 12f.].)

  • Was sagen diese kleinen, persönlichen Wunder darüber aus, wie sehr wir dem Vater im Himmel und Jesus Christus am Herzen liegen?

  • Welche kleinen Wunder erleben Sie im täglichen Leben? (Falls niemandem etwas einfällt, nennen Sie die Wunder, die Schwester Sydney S. Reynolds von der Präsidentschaft der Primarvereinigung in der Ansprache „Ein Gott der Wundertaten“ aufzählt [Liahona, Juli 2001, Seite 12ff.].)

Bitten Sie die Teilnehmer, die nachstehende Frage schriftlich zu beantworten.

  • Wie können Sie sowohl die kleinen als auch die großen Wunder des Herrn besser erkennen und mehr Dankbarkeit dafür entwickeln?

Die Teilnehmer sollen gebeterfüllt darüber nachdenken, wie sie das, was sie geschrieben haben, umsetzen können. Fragen Sie am Ende des Unterrichts, ob jemand vom Erlöser Zeugnis geben möchte und davon, wie er dessen Liebe spürt und erwidert.

Lesestoff für die Teilnehmer