Lektion 15

Jesus Christus führte das Abendmahl ein

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

In der Erklärung „Der lebendige Christus – Das Zeugnis der Zwölf Apostel“ heißt es: „[Jesus Christus] führte das Abendmahl ein, das an sein großes Sühnopfer erinnern soll.“ („Der lebendige Christus“, Artikel-Nr. 36299 150.) Wenn wir vom Abendmahl nehmen, denken wir daran, dass der Erretter aus jeder Pore blutete und für uns starb. Wir erneuern unsere Bündnisse mit dem Herrn.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Matthäus 26:26-28; Lukas 22:15

Jesus Christus führte einen neuen Bund ein

Das Abschiedsmahl

Zeigen Sie das nebenstehende Bild oder ein anderes Bild, auf dem das Abschiedsmahl zu sehen ist. Ein Teilnehmer soll erklären, welches Ereignis auf diesem Bild dargestellt ist.

Fragen Sie die Teilnehmer:

  • Wie würden Sie sich fühlen, wenn der Erretter das Abendmahl eigenhändig vorbereitete, segnete und an Sie austeilte?

Bitten Sie jemanden, Lukas 22:15 vorzulesen. Bitten Sie die Teilnehmer, im Laufe der Lektion darüber nachzudenken, warum der Erlöser das Paschafest wohl mit seinen Aposteln verbringen wollte.

Bitten Sie jemanden, Matthäus 26:26-28 vorzulesen. Die Klasse soll den Text mitverfolgen. Besprechen Sie diese Frage:

  • Welcher Bund wurde durch den neuen Bund ersetzt, den Jesus einführte?

Folgende Hintergrundinformation kann für das Gespräch anregend sein: Als Jahwe in alter Zeit seinen Bund mit den Kindern Israel schloss, wurden sie von Mose über das Wort Jahwes belehrt. Das Volk gelobte mit einem Bund, diesem Wort gehorsam zu sein. Daraufhin brachte Mose ein Tieropfer dar, nahm etwas Blut von dem Tier, besprengte damit das Volk und sagte: „Das ist das Blut des Bundes, den der Herr … mit euch geschlossen hat.“ (Siehe Exodus 24:3-8.) Als Jesus erklärte, dass er durch das Vergießen seines Blutes einen neuen Bund mit Gottes Kindern einführen würde, spielte er auf die Aussage des Mose an, denn das Besprengen mit Tierblut symbolisierte, dass die Kinder Israel den alten Bund mit Jahwe eingingen. Als Jesus seinen Aposteln den Weinkelch reichte, tat er damit kund, dass sich der alte Bund erfüllt hatte und nun der neue Bund in Kraft trat (siehe Hebräer 9:12-15). Das mosaische Gesetz (der alte Bund) war in vieler Hinsicht eine große Prophezeiung über den Messias. Jesus Christus war die Erfüllung dieser Prophezeiung (siehe 2 Nephi 11:4; Jakob 4:5; Alma 34:13,14) insbesondere in dem Sinne, dass er den wesentlichen Zweck dieses Gesetzes durch sein Sühnopfer erfüllte.

  • Worauf verweist das Darbringen von Blut sowohl im alten, als auch im neuen Bund? (Auf das Sühnopfer Jesu Christi und das Vergießen seines Blutes zur Vergebung unserer Sünden.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder Dallin H. Oaks

„Das Abendmahl ist die heilige Handlung, die an die Stelle des Blut- und des Brandopfers aus dem Gesetz des Mose trat und diese Verheißung des Erretters mit sich brachte: ‚Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen.‘ (3 Nephi 9:20.)“ („Die Abendmahlsversammlung und das Abendmahl“, Liahona, November 2008, Seite 19.)

  • Wie würden Sie die Grundsätze zum Abschiedsmahl, die wir bisher besprochen haben, zusammenfassen? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und betonen Sie, dass Jesus Christus den alten Bund erfüllt und durch das Abendmahl den neuen Bund eingeläutet hat.)

Lukas 22:14-20; 3 Nephi 18:7,11

Das Abendmahl hilft uns, an den Erlöser zu denken

Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen auf. Jede Zweiergruppe soll Lukas 22:19,20 und 3 Nephi 18:7,11 lesen. Sie sollen einen weiteren Grund finden (abgesehen von dem Hervorbringen des neuen Bundes), weshalb der Erretter das Abendmahl eingeführt hat. Besprechen Sie diese Fragen:

  • Welchen Grund nennt der Herr für die Einführung des Abendmahls? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz erkennen: Wir sollen beim Abendmahl an den Heiland denken.)

  • Warum ist es wichtig, dass wir uns bemühen, beim Abendmahl an den Heiland zu denken?

  • Welche Bedeutung hat das Abendmahl, wenn wir dabei nicht an den Erretter denken und das, was er für uns getan hat?

Handzettel, Ansprache von Elder Holland

handout iconVerteilen Sie gegebenenfalls den beigefügten Handzettel mit Auszügen einer Ansprache von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel. Die Teilnehmer sollen den Handzettel für sich lesen. Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit und besprechen Sie dann diese Fragen:

  • Welchen Rat würden Sie jemandem geben, dem es schwerfällt, beim Abendmahl an den Erretter und sein Opfer zu denken? (Besprechen Sie die Frage und betonen Sie: Wenn wir schon unter der Woche nach Möglichkeiten suchen, über das Leben und Wirken des Heilands nachzudenken, fällt es uns leichter, sonntags beim Abendmahl daran zu denken.)

  • Welche Segnungen verspüren Sie, wenn Sie sich bemühen, beim Abendmahl an den Erretter und sein Opfer zu denken?

1 Korinther 11:27-30; 3 Nephi 18:28,29; 20:8,9

Wenn wir würdig vom Abendmahl nehmen, erneuern wir unsere Bündnisse

Bitten Sie die Teilnehmer, 1 Korinther 11:27-30 und 3 Nephi 18:28,29, 20:8,9 für sich zu lesen und zu vergleichen. Sie sollen herausfinden, welche Warnung bezüglich des Abendmahls in diesen Versen ausgesprochen wird. Fragen Sie anschließend:

  • Warum ist es unklug, unwürdig vom Abendmahl zu nehmen?

Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam diese Aussage von Elder John H. Groberg von den Siebzigern, der erklärt hat, was es bedeutet, würdig vom Abendmahl zu nehmen:

Elder John H. Groberg

„Meiner Meinung nach sind wir würdig, wenn wir den Wunsch haben, uns zu bessern (was umkehren bedeutet), und keinerlei Einschränkungen vonseiten des Priestertums unterliegen. Wenn wir jedoch nicht den Wunsch haben, besser zu werden, wenn wir nicht der Führung des Geistes folgen wollen, müssen wir uns fragen: Sind wir würdig, das Abendmahl zu nehmen, oder verspotten wir den Sinn des Abendmahls, das uns doch zu Umkehr und Besserung bewegen soll?“ („Die Schönheit des Abendmahls“, Der Stern, Juli 1989, Seite 36.)

  • Welche Segnungen empfangen diejenigen, die würdig vom Abendmahl nehmen? (Siehe 3 Nephi 20:8,9.) (Den Teilnehmern soll klar werden, dass wir, wenn wir gebeterfüllt und umkehrwillig vom Abendmahl nehmen, Vergebung für unsere Sünden erlangen können, so wie damals bei unserer Taufe.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder Dallin H. Oaks

„Wenn es keine Möglichkeit gibt, nach der Taufe wieder rein zu werden, ist jeder von uns für alles Geistige verloren. Wir können dann nicht den Heiligen Geist mit uns haben, und beim Jüngsten Gericht wäre es unser Los, ‚für immer verstoßen‘ zu werden (siehe 1 Nephi 10:21). Wir sind in der Tat sehr dankbar, dass der Herr eine Möglichkeit vorgesehen hat, wie jedes getaufte Mitglied seiner Kirche immer wieder vom Schmierfett der Sünde gereinigt werden kann. Und dabei spielt das Abendmahl eine wesentliche Rolle.“ („Das Aaronische Priestertum und das Abendmahl“, Der Stern, Januar 1999, Seite 44.)

  • Warum ist das Abendmahl Elder Oaks zufolge eine grundlegende Handlung im Evangelium?

Lesen Sie diese weitere Aussage von Elder Oaks vor:

Elder Dallin H. Oaks

„Uns ist geboten worden, von unseren Sünden umzukehren und mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zum Herrn zu kommen und, in Übereinstimmung mit den dazugehörigen Bündnissen, das Abendmahl zu nehmen. Wenn wir auf diese Weise unseren Taufbund erneuern, erneuert der Herr die reinigende Wirkung der Taufe. Auf diese Weise werden wir rein gemacht und können seinen Geist immer mit uns haben. Wie wichtig das ist, geht daraus hervor, dass der Herr uns geboten hat, jede Woche das Abendmahl zu nehmen (siehe LuB 59:8,9).“ („Das Aaronische Priestertum und das Abendmahl“, Der Stern, Januar 1999, Seite 44.)

Erklären Sie, dass wir „alle Bündnisse [erneuern], die wir mit dem Herrn eingegangen sind“, wenn wir würdig vom Abendmahl nehmen“ (siehe Delbert L. Stapley, Herbst-Generalkonferenz 1965, Seite 14; Hervorhebungen hinzugefügt; siehe auch L. Tom Perry, „Nun, da wir vom Abendmahl nehmen“, Liahona, Mai 2006, Seite 41).

Die Teilnehmer sollen Lukas 22:15 lesen. Fragen Sie anschließend:

  • Was würden Sie antworten, wenn Sie jemand fragt, weshalb es Jesus so wichtig war, das Paschafest mit seinen Aposteln zu feiern? Wovon würden Sie Zeugnis ablegen?

Geben Sie Zeugnis, dass wir unsere Bündnisse mit Gott erneuern, wenn wir würdig vom Abendmahl nehmen und an Jesus Christus und sein Sühnopfer denken. Fordern Sie die Teilnehmer auf, darüber nachzudenken, wie sie ganz persönlich mit „reuigem Herzen und zerknirschtem Geist“ vom Abendmahl nehmen können. Legen Sie ihnen ans Herz, das Abendmahl zu einer regelmäßigen geistigen Erfahrung zu machen.

Lesestoff für die Teilnehmer

Tut dies zu meinem GedächtnisAuszug aus der Ansprache „“ von Jeffrey R. Holland

Elder Jeffrey R. Holland

„Wenn es für uns so wichtig ist, an ihn zu denken, was kommt uns dann in den Sinn, wenn uns diese schlichten und kostbaren Symbole dargereicht werden?

Wir können an all das denken, was der Herr im vorirdischen Dasein getan hat und zwar als der große Jahwe, der Schöpfer des Himmels und der Erde und all dessen, was darinnen ist. Wir können daran denken, dass er uns schon beim großen Rat im Himmel geliebt hat, dass er wunderbar stark war und dass wir durch die Macht Christi und unseren Glauben an das Blut des Lammes den Sieg davongetragen haben (siehe Offenbarung 12:10,11).

Wir können an die schlichte Größe seiner Geburt denken. …

Wir können an die Wunder und die Lehren Christi denken, an seine Heilungen und seine Hilfe. Wir können daran denken, dass er die Blinden sehend und die Tauben hörend machte, und dass er den Lahmen, den Verletzten und den Verkrüppelten ihre Bewegungsfähigkeit zurückgab. Wenn dann die Tage kommen, wo wir meinen, dass unser Fortschritt zum Stillstand gekommen ist oder unsere Freude und die Aussichten trüb geworden sind, dann können wir doch immer noch mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben. …

Wir können daran denken, dass der Herr trotz seiner feierlichen Aufgabe Freude am Leben hatte, dass er gern Menschen um sich hatte und dass er seinen Jüngern sagte, sie sollten guten Mutes sein. Er hat gesagt, wir sollten uns über das Evangelium so freuen, als hätten wir gleich auf unserer Türschwelle einen großen Schatz gefunden, eine wertvolle, köstliche Perle. …

Wir können daran denken, dass Christus seine Jünger Freunde nannte. …

Wir können – und sollen – an das denken, was uns im Leben an Gutem widerfahren ist, und daran, dass alles, was gut ist, von Christus kommt (siehe Moroni 7:24). …

Manchmal haben wir Anlass, uns der unfreundlichen Behandlung zu erinnern, die er erlitten hat, die Ablehnung, die er erfuhr, und das Unrecht – o ja, das Unrecht –, das er erduldete. Wenn uns so etwas begegnet, können wir daran denken, dass Christus von allen Seiten in die Enge getrieben wurde, aber doch Raum fand; auch er stand unter Druck und verzweifelte doch nicht, wurde gehetzt und war doch nicht verlassen, wurde niedergeworfen, aber doch nicht vernichtet (siehe 2 Korinther 4:8,9).

Wenn wir in so schwierige Umstände kommen, dann können wir daran denken, dass Jesus unter alles niederfahren musste, ehe er sich über alles erheben konnte; dass er Schmerzen, Bedrängnisse und Versuchungen jeder Art erleiden musste, damit er von Barmherzigkeit erfüllt würde und wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß dessen Schwächen (siehe LuB 88:6; Alma 7:11,12).

Falls jemand stolpert und strauchelt, so ist er da, um uns aufzurichten und zu stärken. Am Ende ist er da, um uns zu erretten, und für all dies gab er sein Leben hin. …

An all das können wir denken, wenn ein junger Priester uns auf Knien auffordert, immer an Christus zu denken.“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 62f.)