Lektion 17: Der Erretter litt und starb auf Golgota am Kreuz

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Als sich das irdische Wirken des Erretters seinem Ende zuneigte, „wurde [er] gefangen genommen und aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt. Er wurde für schuldig befunden, um die wütende Menge zufriedenzustellen, und zum Kreuzestod auf Golgota verurteilt.“ („Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150.) Der Schwerpunkt dieser Lektion liegt darauf, dass Jesus Christus es zugelassen hat, dass er durch die Hände anderer litt und starb – sein Leben wurde ihm nicht von jemandem genommen.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Matthäus 27:26-54; Johannes 10:11-18; 19:10,11; 1 Nephi 19:9

Jesus Christus hatte die Macht, sein Leben niederzulegen

Zeigen Sie das Bild „Die Kreuzigung“ (Bildband zum Evangelium, 2009, Nr. 57; siehe auch LDS.org).

Die Kreuzigung

Lesen Sie Matthäus 27:26-54 vor. Die Teilnehmer sollen sich dabei vorstellen, sie wären einer der treuen Nachfolger Jesu, die auf diesem Bild dargestellt sind. Sie sollen auch mitlesen und darüber nachdenken, wie es wohl für denjenigen gewesen sein muss, der Kreuzigung Jesu beizuwohnen. Anschließend sollen sie schildern, welche Gedanken und Gefühle er wohl gehabt haben muss. Fragen Sie, nachdem einige Teilnehmer geantwortet haben:

  • Was denken Sie über den Heiland, nachdem Sie nun diese Begebenheit gelesen und besprochen haben?

Bitten Sie die Teilnehmer, Johannes 10:11,17,18 für sich zu lesen. Geben Sie ihnen genügend Zeit und fragen Sie dann:

  • Was erfahren wir aus diesen Versen über die Kreuzigung und den Tod Jesu Christi? (Die Teilnehmer sollen begreifen, dass Jesus Christus vom Vater die Macht bekommen hatte, sein Leben niederzulegen und wieder aufzunehmen.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage von Elder James E. Talmage vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder James E. Talmage

„Eine natürliche Auswirkung [Jesu] unsterbliche[r] Herkunft als erdgeborener Sohn eines unsterblichen Vaters war die, dass er gegen den Tod gefeit war, es sei denn, er würde sich ihm überliefern. Das Leben Jesu Christi konnte nicht genommen werden, wenn er es nicht selbst wollte und zuließ. Die Macht, sein Leben niederzulegen, wohnte in ihm ebenso wie die Macht, seinen getöteten Körper in unsterblich gemachtem Zustand wieder aufzunehmen.“ (Jesus der Christus, 1965, Seite 343.)

Ein Teilnehmer soll Matthäus 26:53,54 vorlesen, ein anderer Johannes 19:10,11. Die Klasse soll mitlesen und die beiden Schriftstellen miteinander vergleichen.

  • Welche Hilfe hätte Jesus Matthäus zufolge in Anspruch nehmen können?

  • Was lernen wir aus der Schriftstelle in Johannes? (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Niemand konnte Jesus das Leben nehmen. Er nahm den Tod bereitwillig auf sich.

  • Warum hat Jesus es wohl zugelassen, dass er gekreuzigt wurde, wo er doch Legionen von Engeln zu Hilfe hätte rufen können?

Bitten Sie einen Teilnehmer, 1 Nephi 19:9 vorzulesen. Bitten Sie die Teilnehmer, das Wort erduldet zu erklären. (Hier bedeutet erdulden so viel wie zulassen oder erlauben. Schlagen Sie vor, dass sich die Teilnehmer diese Worte neben 1 Nephi 19:9 an den Rand schreiben.)

  • Warum ließ der Erretter zu, dass man ihn kreuzigte?

Ein Teilnehmer soll gegebenenfalls diese Aussage von Elder Alexander B. Morrison von den Siebzigern vorlesen:

Elder Alexander B. Morrison

„Die Liebe zu allen Kindern Gottes brachte Jesus, der als Einziger frei von Sünde und vollkommen war, dazu, sich selbst als Opfer für die Sünden anderer anzubieten. … Das war also der wahre Grund dafür, dass Jesus auf die Erde kam, um für die Menschen zu leiden, zu bluten und zu sterben. Er kam …, um für unsere Sünden zu sühnen, damit er, nachdem er auf das Kreuz emporgehoben worden war, alle Menschen zu ihm zöge (siehe 3 Nephi 27:14).“ („Dazu bin ich in die Welt gekommen“, Liahona, Januar 2000, Seite 30.)

Betonen Sie, dass Jesus sich kreuzigen ließ, weil er seinen Vater und uns so sehr lieb hat. Fragen Sie anschließend:

  • Wie kann Ihnen das Wissen davon, dass der Erretter sich aufgrund seiner Liebe für seinen Vater und für uns freiwillig hat kreuzigen lassen, helfen, schwierige Zeiten durchzustehen?

Matthäus 27:46; Lukas 23:34-46; Johannes 19:26-30

Jesus Christus vollendete seine irdische Mission

Verdeutlichen Sie gegebenenfalls anhand der nachstehenden Aussage, was der Tod am Kreuz bedeutete:

„Der Tod durch Kreuzigung scheint jede schreckliche und grausame Komponente in sich zu vereinen, die Schmerz und Tod auch nur haben können: Schwindel, Krämpfe, Durst, Hunger, Schlaflosigkeit, Wundfieber, Wundstarrkrampf, öffentliche Schande, schier unendliche Qualen, entsetzliche Vorahnungen, verwesendes Fleisch an unbehandelten Wunden – all dies steigt bis zu dem Punkt an, dass man es kaum noch ertragen kann, aber übersteigt ihn doch nicht, sodass der Leidende keine Erleichterung durch Bewusstlosigkeit erfährt. Die unnatürliche Haltung machte jede Bewegung schmerzhaft; das Hämmern der aufgeschnittenen Adern und zerquetschten Sehnen brachte unaufhörliche Schmerzen; die offenen, verwundeten Stellen entzündeten sich und starben langsam ab; die Schlagadern, insbesondere im Kopf und im Bauch, schwollen an und waren vom aufgestauten Blut überstrapaziert. Und zu allen Formen des Elends, das immer und immer schlimmer wurde, kam das unerträgliche Brennen ungestillten Durstes hinzu. All diese körperlichen Folgeschäden führten zu einer solchen inneren Erregung und Angst, dass die Aussicht auf den Tod – ja, der Tod, dieser furchtbare unbekannte Feind, der gewöhnlich jeden Menschen, dem er näherrückt, vor Schreck erschaudern lässt – eine köstliche und unschätzbare Befreiung darstellte.

Dies war der Tod, zu dem Christus verurteilt wurde.“ (Frederic W. Farrar, The Life of Christ, 1964, Seite 641.)

Erklären Sie, dass Jesus Christus am Kreuz sieben Aussagen traf. Schreiben Sie die folgenden Schriftstellenangaben an die Tafel. (Schreiben Sie aber nicht den Text an, der in Klammern steht.) Die Teilnehmer sollen herausarbeiten, was Jesus dort sagt.

Lukas 23:34 („Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“)

Lukas 23:43 („Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“)

Johannes 19:26,27 („Frau, siehe, dein Sohn! … Siehe, deine Mutter!“)

Matthäus 27:46 („Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“)

Johannes 19:28 („Mich dürstet.“)

Johannes 19:30 („Es ist vollbracht!“)

Lukas 23:46 („Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“)

Fassen Sie die Antworten der Teilnehmer an der Tafel neben der dazugehörigen Schriftstelle zusammen. Fragen Sie:

  • Was erfahren wir aus diesen Aussagen über den Erretter und darüber, wie es ihm am Kreuz erging?

  • Worauf bezog sich Jesus, als er ausrief: „Es ist vollbracht“? (Er hatte die unendlichen Qualen, die das Sühnopfer erforderte, ausgestanden. Merken Sie an, dass in der Joseph-Smith-Übersetzung von Matthäus 27:54 steht: „Jesus schrie noch einmal laut auf und sagte: Vater, es ist vollbracht, dein Wille ist geschehen. Dann hauchte er den Geist aus.“ [Siehe auch Fußnote a in Matthäus 27:50 der englischen Bibelausgabe der Kirche.] Jesus starb erst, als er wusste, dass er alles vollbracht hatte, was der Vater von ihm wollte.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, die folgende Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder Jeffrey R. Holland

„Als dann der letzte Pfennig gezahlt war, als Jesu Entschlossenheit, die Sache treu zu Ende zu führen, so offensichtlich wie absolut unerschütterlich war, war es glücklicherweise endlich vollbracht (siehe Johannes 19:30). Allen Widerständen zum Trotz und ohne jemanden, der ihm half oder ihn stützte, stellte Jesus von Nazaret, der lebendige Sohn des lebendigen Gottes, körperliches Leben dort wieder her, wo der Tod herrschte, und brachte freudige, geistige Erlösung von Sünde, höllischer Dunkelheit und Verzweiflung. Mit Glauben an den Gott, von dem er wusste, dass er da ist, konnte er im Triumph sagen: ‚Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.‘ (Lukas 23:46).“ („Niemand war bei ihm“, Liahona, Mai 2009, Seite 88.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, die folgende Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen.

Elder Robert D. Hales

„Jesus entschied sich dafür, diese Erde erst dann zu verlassen, nachdem er bis ans Ende ausgeharrt und den Auftrag erfüllt hatte, den für die Menschheit zu vollbringen er gesandt worden war. Am Kreuz auf Golgota gab Jesus seinen Geist mit dem schlichten Wort ‚Es ist vollbracht!‘ in die Hände seines Vaters (siehe Johannes 19:30). Er hatte bis ans Ende ausgeharrt und wurde nun aus dem Erdenleben entlassen.

Auch wir müssen bis ans Ende ausharren.“ („Der Bund der Taufe: im Gottesreich und vom Gottesreich sein“, Liahona, Januar 2001, Seite 6.)

  • Was zeigen die Aussagen der beiden Apostel auf, worauf sich Jesus bezog, als er ausrief: „Es ist vollbracht“? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und schreiben Sie dann diesen Grundsatz an die Tafel: Jesus Christus erfüllte während seines Erdenlebens getreulich alle Gebote, die der Vater im Himmel ihm aufgetragen hatte.)

  • Wie kann es uns in schweren Zeiten helfen, daran zu denken, was der Erretter durchmachen musste und wie er treu ausharrte, um seine irdische Mission zu erfüllen?

  • Wie hilft es Ihnen, den Zweck Ihrer Geburt zu erfüllen, wenn Sie an das Beispiel Jesu denken?

  • Wie können wir unsere Dankbarkeit für alles, was der Erretter für uns erlitten hat, zum Ausdruck bringen? (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Wir zeigen unsere Dankbarkeit für das Leiden des Erretters am Kreuz, indem wir seinem Beispiel nacheifern, nämlich treu bis ans Ende auszuharren.)

Fordern Sie die Teilnehmer auf, über die sozialen Netzwerke weiterzugeben, was sie für den Erretter empfinden und was sie sich vorgenommen haben, damit sie diesen Gefühlen treu bleiben.

Lesestoff für die Teilnehmer

  • Matthäus 27:26-54; Lukas 23:34‑46; Johannes 10:11-18; 19:10,11,19-37; 1 Nephi 19:9

  • Jeffrey R. Holland, „Niemand war bei ihm“, Liahona, Mai 2009, Seite 86ff.