Lektion 18

Der Erretter wirkte in der Geisterwelt

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

Neuzeitliche Apostel haben über den Erretter bezeugt: „Er war die große Gabe, die stellvertretend für alle Menschen dargebracht wurde, die je auf der Erde leben sollten.“ (Der lebendige Christus – Das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150.) Dank des Sühnopfers Jesu Christi und dessen geistlichen Wirkens in der Geisterwelt hat jedes einzelne von Gottes Kindern, das je auf der Erde gelebt hat, die Möglichkeit, das Evangelium anzunehmen oder abzulehnen. In dieser Lektion wird besprochen, was der Erlöser in der Geisterwelt tat und welche Rolle wir bei der Erlösung der Toten spielen.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Lukas 23:39-43; Lehre und Bündnisse 138:11-24

Jesus Christus besuchte die Geisterwelt

Zeigen Sie die Bilder „Die Grablegung Jesu“ (Bildband zum Evangelium, Nr. 58; siehe auch LDS.org) und „Maria und der auferstandene Erretter“ (Bildband zum Evangelium, Nr. 59).

Bitten Sie einen Teilnehmer, die folgende Aussage von Elder Spencer J. Condie von den Siebzigern vorzulesen:

Elder Spencer J. Condie

„Der Tod und die Auferstehung Jesu werden von allen christlichen Glaubensgemeinschaften als Grundlage ihrer Lehre anerkannt. Dennoch weiß außer den Heiligen der Letzten Tage niemand, was Jesu unsterblicher Geist zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung tat. Und die Bedeutung dessen, was er während dieser Stunden tat, bildet die doktrinäre Grundlage dafür, dass überall auf der Erde Tempel gebaut werden. Darüber hinaus kann das Zeugnis von dem, was er tat, allen großen Trost spenden, die den Tod eines lieben Menschen betrauern.“ („Der Erretter besucht die Geisterwelt“, Liahona, Juli 2003, Seite 26.)

The Burial of Christ

Die Grablegung Jesu, Gemälde von Carl Heinrich Bloch. Mit freundlicher Genehmigung des Nationalmuseums für Geschichte von Frederiksborg in Hillerød, Dänemark. Vervielfältigung untersagt.

Maria und der auferstandene Erretter

Warum weinst du? © 2015 Simon Dewey. Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Altus Fine Art, www.altusfineart.com.

Verweisen Sie auf die Bilder und fragen Sie:

  • Was tat Jesus in der Zeit zwischen der Grablegung und der Auferstehung?

Die Teilnehmer sollen aus Lukas 23:39-43 ein wenig Hintergrundinformation herausarbeiten.

  • Was sagte der Heiland zu dem Verbrecher am Kreuz? (Weisen Sie darauf hin, dass Joseph Smith als genauere Wiedergabe der Worte des Erretters nannte: „Heute noch wirst du mit mir in der Geisterwelt sein.“ [History of the Church, 5:424f.] Viele Christen verstehen die Worte des Erretters an den Verbrecher so, dass man am Ende seines Lebens noch von seinen schwerwiegenden Sünden umkehren kann. Aus den heiligen Schriften erfahren wir jedoch, dass wir die Umkehr nicht aufschieben dürfen.)

  • Welchen Hinweis geben diese Worte darauf, was der Erretter tun würde, während sein Körper im Grab lag (siehe auch 1 Petrus 4:6)?

Erklären Sie, dass Präsident Joseph F. Smith in einer Offenbarung den Besuch Jesu in der Geisterwelt sah. Fassen Sie die Einleitung und die ersten zehn Verse von Lehre und Bündnisse 138 zusammen, damit die Teilnehmer den Kontext dieser Offenbarung kennen. Lassen Sie ein paar Teilnehmer reihum Lehre und Bündnisse 138:11,12,15,16,18,19,23,24 vorlesen. Besprechen Sie diese Fragen:

  • Was tat Jesus dieser Vision zufolge in der Zeit zwischen der Grablegung und der Auferstehung? (Die Teilnehmer sollen verstanden haben, dass Jesus, während sein Körper im Grab lag, die rechtschaffenen Geister in der Geisterwelt besuchte.)

  • Weshalb freuten sich diese rechtschaffenen Geister so sehr? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und legen Sie besonderen Nachdruck auf diesen Grundsatz: Gemäß Gottes Plan konnten die Toten, die in ihrem irdischen Leben treu waren, nach der Auferstehung Jesu Christi vom Tod erlöst werden. Weisen Sie darauf hin, dass erst nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi Missionare in die Geisterwelt geschickt wurden, um dort zu predigen [siehe Lukas 16:19-31; Mose 7:36-39].)

Lehre und Bündnisse 138:20-37

Jedes Kind Gottes bekommt die Gelegenheit, das Evangelium zu hören

Die Teilnehmer sollen Lehre und Bündnisse 138:20,21,25-28 für sich lesen und herausfinden, welche Frage Präsident Smith beschäftigte. (Hinweis: Die Teilnehmer sollen erkennen, wie wichtig es ist, gute Fragen zu stellen und in den heiligen Schriften nach Antworten zu suchen. Erklären Sie daher, dass viele Offenbarungen, die in den Schriften aufgezeichnet sind, die Antwort auf eine aufrichtige Frage bilden. Nachdem die Teilnehmer geantwortet haben, sollen sie Lehre und Bündnisse 138:29,30 lesen und herausfinden, wie die Geister im Gefängnis vom Evangelium erfuhren. Fragen Sie:

  • Was tat der Erlöser, als er bei den Rechtschaffenen in der Geisterwelt war? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz erkennen: Bei seinem Besuch in der Geisterwelt leitete Jesus das Erlösungswerk für die Toten ein.)

Bilden Sie Zweiergruppen. Jede Gruppe soll Lehre und Bündnisse 138:30-37 lesen und besprechen, inwiefern die Begriffe allen/all jenen in Vers 30, 31 und 37 wichtig sind. Geben Sie ihnen genügend Zeit und fragen Sie dann:

  • Was war der Zweck des Dienstes, den der Heiland in der Geisterwelt verrichtete? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz erkannt haben: Der Herr bereitete einen Weg, sodass alle Kinder Gottes das Evangelium hören und eine Fülle der Freude empfangen können.)

  • Warum muss das Evangelium allen Kindern Gottes gepredigt werden? (Siehe LuB 138:33,34; 1 Petrus 3:18-20.)

  • Was sagt das darüber aus, auf welche Weise sich das Sühnopfer Jesu Christi auswirkt? (Das Sühnopfer wirkt sich sogar bis in die Geisterwelt aus.)

Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam die folgende Aussage von Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972):

Präsident Joseph Fielding Smith

„Was ist aber … mit den unzähligen Menschen, die gestorben sind und nie etwas über Christus gehört haben? Sie hatten doch nie die Möglichkeit, umzukehren und Vergebung ihrer Sünden zu finden, denn sie sind nie einem Ältesten der Kirche begegnet, der diese Vollmacht hatte. Einige Christen werden sagen, dass diese Menschen für immer verloren seien. …

Wäre das fair? Wäre das gerecht? O nein! Der Herr wird jedem Menschen die Möglichkeit bieten, vom Evangelium zu hören und ewiges Leben oder einen Platz in seinem Reich zu erlangen.“ (Lehren der Erlösung, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 2:131.)

  • Weshalb sind diese Grundsätze hinsichtlich der Geisterwelt relevant? Wieso kommt es darauf an, ob jemand diese Grundsätze hinsichtlich der Geisterwelt kennt?

  • Wie kann das Wissen in Bezug darauf, was der Heiland in der Geisterwelt getan hat, tröstlich sein?

Wir können dabei helfen, die Toten zu erlösen

handout iconGeben Sie jedem Teilnehmer eine Kopie des beigefügten Handzettels „Die Arbeit für die Verstorbenen in den Letzten Tagen“. Teilen Sie die Teilnehmer in kleine Gruppen oder Paare auf. Jede Gruppe soll die Aussagen auf dem Handzettel durchlesen. Sie soll die Segnungen heraussuchen, die denjenigen verheißen werden, die am Erlösungswerk für die Toten teilhaben, und besprechen.

Handzettel, Die Arbeit für die Verstorbenen in den Letzten Tagen

Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit und fragen Sie dann:

  • Wie kann es Verstorbenen helfen, die Segnungen zu erlangen, die mit dem Sühnopfer Jesu Christi einhergehen, wenn Sie die Arbeit im Tempel verrichten und Familienforschung betreiben?

  • Wie hilft es uns, mehr wie der Heiland zu werden, wenn wir die heiligen Handlungen stellvertretend für Verstorbene vollziehen? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und betonen Sie diesen Grundsatz: Wenn wir im Tempel die heiligen Handlungen für unsere verstorbenen Angehörigen erledigen, tragen wir dazu bei, dass sie errettet werden, und wir werden gegen den Widersacher gestärkt.)

Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008), der erklärt hat, wie die stellvertretende Arbeit für die Verstorbenen dem Erlösungswerk des Erretters entspricht:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Das, was im Haus des Herrn vor sich geht […], kommt dem Geist des Opfers des Herrn näher als irgendein anderes Tun, von dem ich weiß. Warum? Weil diejenigen, die diese Arbeit tun, bereitwillig ihre Zeit und ihre Mittel geben, ohne dafür einen Dank oder Lohn zu erwarten, nur um für andere etwas zu tun, was sie nicht selbst tun können.“ („Der Geist des Elija“, Der Stern, November 1996, Seite 21; siehe auch Obadja 1:21.)

Verweisen Sie erneut auf die Aussagen auf dem Handzettel und fragen Sie:

  • Wann haben Sie schon die Segnungen empfangen, die denjenigen verheißen werden, die am Erlösungswerk für die Toten teilhaben, oder dies bei jemand anderem gesehen?

Fordern Sie die Teilnehmer auf, für sich über die folgende Frage nachzudenken:

  • Welche dieser Segnungen wünschen Sie sich bereits jetzt schon? Was sind Sie bereit zu tun, um sie zu erlangen?

Fordern Sie die Teilnehmer auf, sich von dem Berater für Familiengeschichte ihrer Gemeinde erklären zu lassen, welche Arbeit sie für ihre verstorbenen Vorfahren tun können. Lesen Sie Lehre und Bündnisse 128:22 vor und geben Sie Zeugnis vom ewigen Wirken Jesu Christi und der heiligen Arbeit für die Verstorbenen, die schon vor Grundlegung der Welt vorbestimmt war.

Lesestoff für die Teilnehmer

Die Arbeit in der Kirche Jesu Christi für die Verstorbenen

Elder John A. Widtsoe (1872–1952) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat hinsichtlich unserer vorbestimmten Mission, bei der Erlösung der Söhne und Töchter Gottes mitzuwirken, gesagt:

Elder John A. Widtsoe

„In unserem vorirdischen Zustand, am Tag der großen Ratsversammlung, trafen wir eine Vereinbarung mit dem Allmächtigen. Der Herr legte einen Plan vor, [den er aufgestellt hatte]. Wir nahmen ihn an. Da der Plan für alle Menschen gültig ist, erklärten wir uns bereit, zur Errettung aller, die diesem Plan unterstehen, beizutragen. Wir erklärten uns damals bereit, nicht nur uns selbst, sondern die ganze Menschheit zu erretten. Wir sind Partner des Herrn geworden. Die Durchführung des Plans ist nicht allein das Werk des Vaters und des Erretters, sondern auch unser Werk. Der Geringste unter uns, der einfachste Mensch, ist Partner des Allmächtigen, um die Absichten des ewigen Errettungsplans zustande zu bringen.“ („The Worth of Souls, Utah Genealogical and Historical Magazine, Oktober 1934, Seite 189; siehe auch Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 1999, Seite 173.)

Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel hat der Jugend der Kirche ans Herz gelegt, für ihre Vorfahren die Tempelarbeit zu verrichten:

Elder Richard G. Scott

„Immer wenn Sie im Tempel arbeiten, nutzen Sie Ihre Zeit gut. Wenn Sie jedoch stellvertretend für einen Ihrer Vorfahren heilige Handlungen empfangen, wird die Zeit im Tempel besonders heilig, und Sie empfangen noch größere Segnungen. …

Wollt ihr jungen Leute eine unfehlbare Methode wissen, wie ihr den Einfluss des Widersachers in eurem Leben unterbinden könnt? Vertieft euch in die Suche nach euren Vorfahren, bereitet ihre Namen für die stellvertretend vollzogenen heiligen Handlungen des Tempels vor. Geht dann als Stellvertreter in den Tempel, um für sie die heiligen Handlungen Taufe und Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen. … Ich kann mir für euch keinen besseren Schutz vor dem Einfluss des Widersachers vorstellen.“ („Freude an der Erlösung der Toten“, Liahona, November 2012, Seite 94.)

Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat diese Aufforderung und Verheißung ausgesprochen:

Elder David A. Bednar

„Ich fordere die jungen Leute der Kirche auf, mehr über den Geist des Elija zu erfahren und ihn selbst zu erleben. Ich empfehle euch, zu studieren, eure Vorfahren zu ermitteln und euch darauf vorzubereiten, euch im Haus des Herrn stellvertretend für eure verstorbenen Angehörigen taufen zu lassen (siehe LuB 124:28-36). Ich bitte euch inständig, auch anderen bei ihrer Genealogie zu helfen.

Wenn ihr voller Glauben dieser Einladung folgt, wird sich euer Herz den Vätern zuwenden. Die Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob werden euch ins Herz gepflanzt werden. Euer Patriarchalischer Segen, worin euch erklärt wird, von wem ihr abstammt, wird euch mit diesen Vätern vereinen und für euch an Bedeutung gewinnen. Die Liebe und die Dankbarkeit, die ihr für eure Vorfahren empfindet, werden zunehmen. Euer Zeugnis vom Erlöser und eure Bekehrung zu ihm wird an Tiefe gewinnen und von Dauer sein. Ich verheiße euch, ihr werdet vor dem immer stärker werdenden Einfluss des Widersachers behütet sein. Wenn ihr euch an diesem heiligen Werk mit Begeisterung beteiligt, werdet ihr in eurer Jugend und euer ganzes Leben lang geschützt sein.“ („Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Liahona, November 2011, Seite 26.)