Lektion 20

Der Erretter diente seinen „anderen Schafen“ geistlich

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

In der Erklärung „Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“ lesen wir, dass der Heiland „seinen anderen Schafen (siehe Johannes 10:16) im alten Amerika [diente].“ (Artikel-Nr. 36299 150; siehe auch 3 Nephi 11:1-17.) Wenn wir uns im Buch Mormon mit dem Bericht vom Wirken des Erretters befassen, erfahren wir, wie er seinen Jüngern in allen Ländern dient und jeden einzelnen von ihnen erbauen und stärken möchte.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Johannes 10:14-16; 3 Nephi 15:16-21; 3 Nephi 16:1-3

Jesus Christus belehrte die Juden über seine „anderen Schafe“

Weltkarte

Bringen Sie einen Globus oder eine Weltkarte mit und bitten Sie einen Teilnehmer, zu zeigen, wo das Wirken Jesu unter den Juden stattfand (nämlich im heutigen Israel im Nahen Osten). Die Teilnehmer sollen Johannes 10 aufschlagen und überfliegen, was Jesus über sich und seine Beziehung zu denjenigen aussagt, die ihm nachfolgen. Anschließend sollen sie berichten, was sie herausgefunden haben. (Sie sollen erkannt haben, dass Jesus der gute Hirte ist: Er kennt seine Schafe und sie kennen seine Stimme; er sammelt sie in seine Herde und so weiter.) Bitten Sie dann jemanden, Johannes 10:14-16 vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen. Fragen Sie:

  • Was sagt der Erlöser über seine „anderen Schafe“?

  • Wer sind die „anderen Schafe“, von denen Jesus spricht?

Ein paar Teilnehmer sollen abwechselnd 3 Nephi 15:16-21 vorlesen. Fragen Sie anschließend:

  • Welche wichtigen Grundsätze über seine „anderen Schafe“ lehrt Jesus die Nephiten? (Einer dieser Grundsätze lautet: Als Jesus bei den Juden von seinen „anderen Schafen“ sprach, meinte er damit die anderen Menschen, die ihm folgten, darunter die Nachkommen Lehis, die auf dem amerikanischen Kontinent lebten.)

  • Warum wussten die Juden in Jerusalem nichts von seinen „anderen Schafen“?

Zeigen Sie Amerika auf der Karte und bitten Sie die Teilnehmer dann, für sich 3 Nephi 16:1-3 und Mosia 27:30 zu lesen. Geben Sie ihnen genügend Zeit und fragen Sie dann:

  • Wo sprach der Erretter sonst noch davon, dass er sich seinem Volk zeigen würde?

  • Warum muss einem klar sein, dass der Erretter auch seine „Schafe“ in anderen Ländern besucht? (Machen Sie deutlich, dass der Herr zwar andere Völker und Nationen persönlich besucht hat; meistens macht er sich jedoch durch das Wirken des Heiligen Geistes offenbar. Betonen Sie, dass Jesus durch das Wirken bei seinen Schafen dazu beitrug, den Bund seines Vaters zu erfüllen, sie in seine Gegenwart zurückzuführen.)

Geben Sie Zeugnis, dass Jesus Christus einen jeden von uns liebt und sich allen zeigen wird, die zu seinen Schafen gezählt werden. Er möchte alle Kinder des himmlischen Vaters, wo auch immer sie sind, sammeln und in die Gegenwart des Vaters zurückzubringen.

3 Nephi 11:8-17

Jesus Christus dient jedem einzelnen seiner Nachfolger

Lesen Sie 3 Nephi 11:8-17 vor. Die Teilnehmer sollen mitlesen und sich vorstellen, sie befänden sich dort am Tempel im Land Überfluss. Fragen Sie sie dann, was sie an den Worten und Taten des Erretters in diesen Versen am meisten beeindruckt. Stellen Sie, je nach Bedarf, einige oder alle dieser Fragen:

  • Was wollte der Erlöser wohl, was die Menge am Tempel an jenem Tag über ihn lernen sollte? (Unter anderem sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Der Herr dient jedem seiner Nachfolger einzeln [3 Nephi 11:15; siehe auch 3 Nephi 17:21].)

Bedenken Sie, dass etwa 2500 Menschen dort waren (siehe 3 Nephi 17:25) und der Heiland dazu aufforderte, dass jeder Einzelne kommen und die Wunden in seiner Seite, seinen Händen und seinen Füßen fühlen sollte. Was zeigt dies darüber, wie sehr wir ihm am Herzen liegen?

  • Auf welche Weise kann man die Aufforderung Jesu Christi in 3 Nephi 11:14 auf uns in der heutigen Zeit beziehen?

  • Welchen Einfluss hätte es auf Sie, wenn Sie die Wunden des Erretters sehen und berühren könnten?

Lesen Sie die folgende Begebenheit vor, die Elder Ronald A. Rasband von der Präsidentschaft der Siebziger erzählt hat. Sie veranschaulicht, dass der Herr an jedem von uns Interesse hat.

Elder Ronald A. Rasband

„Während der letzten Monate unserer Mission … haben wir etwas erlebt, das uns wieder einmal diesen tiefgreifenden Grundsatz gelehrt hat, dass Gott einen jeden von uns kennt und liebt.

Elder Neal A. Maxwell kam wegen kirchlicher Belange nach New York City und uns wurde mitgeteilt, dass er es gern hätte, wenn eine Missionskonferenz stattfinden würde. Wir waren erfreut, dass wir die Gelegenheit haben würden, einen von Gottes auserwählten Dienern zu hören. Ich wurde gebeten, einen unserer Missionare auszuwählen, der das Anfangsgebet in der Versammlung sprechen sollte. Ich hätte einen beliebigen Missionaren zum Beten auswählen können, aber ich hatte das Gefühl, ich sollte durch Nachdenken und Beten denjenigen auswählen, von dem der Herr wollte, dass ich ihn bitten sollte. Als ich die Missionarsliste durchging, stach ein Name hervor. Elder Joseph Appiah aus Accra, Ghana. Er war derjenige, das fühlte ich, der nach dem Willen des Herrn in der Versammlung beten sollte.

Vor der Missionskonferenz hatte ich ein ganz normal geplantes Interview mit Elder Appiah, und ich erzählte ihm von der Eingebung, die ich vorher erhalten hatte, nämlich dass er beten sollte. Mit Erstaunen und Demut in den Augen begann er heftig zu weinen. Ich war von seiner Reaktion etwas überrascht und begann ihm zu erklären, dass es in Ordnung sei und dass er nicht beten müsse, doch da erklärte er mir, dass er gern das Gebet sprechen würde; sein Gefühlsausbruch rührte nur von der Liebe her, die er für Elder Maxwell empfand. Er erzählte mir, dass dieser Apostel für die Heiligen in Ghana und für seine Familie etwas Besonderes ist. Elder Maxwell hatte seinen Vater als Distriktspräsident in Accra berufen und seinen Vater und seine Mutter im Salt-Lake-Tempel gesiegelt.

Ich hatte nichts von dem gewusst, was ich eben gerade über diesen Missionar und seine Familie erzählt habe, aber der Herr wusste es und er hat einen Missionspräsidenten wegen eines Missionars inspiriert, um so eine Erinnerung fürs Leben und ein zeugnisstärkendes Erlebnis zu schaffen.“ („Einer nach dem anderen“, Liahona, Januar 2001, Seite 37.)

Die Teilnehmer sollen sich noch einmal kurz 3 Nephi 11:15-17 ansehen. Fragen Sie anschließend:

  • Wann haben Sie schon gespürt, dass der Vater im Himmel und Jesus Christus Sie persönlich kennen?

  • Was tat die Menschenmenge am Tempel, nachdem jeder von ihnen selbst Zeuge der Göttlichkeit des Heilands geworden war?

Fragen Sie, ob jemand Zeugnis vom Erretter geben möchte und davon, wie er seine Liebe bereits verspürt hat. Geben Sie Zeugnis, dass der Herr jedem von uns persönlich dient, auch wenn wir die Wunden in seinen Händen und seinen Füßen nicht angefasst haben. Fordern Sie die Teilnehmer auf, darüber nachzudenken, wie sie die Liebe des himmlischen Vaters und Jesu Christi schon einmal verspürt haben und wie sie ihnen dafür danken können.

3 Nephi 11–28

Der Erretter wirkte unter den Nephiten

Die Teilnehmer sollen weitere wichtige Aspekte des Dienstes herausfinden, den der Erretter bei den Nephiten verrichtete. Geben Sie ihnen dazu einige Minuten Zeit, sich mit den Überschriften der Kapitel 3 Nephi 11 bis 18 zu befassen. Sie sollen wichtige Punkte herausarbeiten, wie der Heiland den Nephiten diente, und diese aufschreiben. Gehen Sie dabei umher und beobachten Sie, wie die Teilnehmer zurechtkommen. Falls jemandem die Aufgabe schwerfällt, geben Sie ihm eine der folgenden Schriftstellen zur Hand (der Text in den Klammern ist aber nur für Sie gedacht):

Geben Sie den Teilnehmern genügend Zeit und fragen Sie sie dann, was sie beim Lesen entdeckt haben. Lassen Sie sich berichten, was sie darüber herausgefunden haben, auf welche Weise der Erretter wirkte, und stellen Sie dann diese Fragen, um das Gespräch zu vertiefen:

  • Welche Auswirkungen hatte dieser spezielle Aspekt des Wirkens des Erretters wohl auf das Volk?

  • Warum sollten wir wissen und uns damit befassen, was Jesus Christus als Führer und Lehrer bewirkt hat?

Die Teilnehmer sollen über die folgende Frage nachdenken und ihre Gedanken dazu aufschreiben:

  • Denken Sie darüber nach, womit wir uns heute befasst haben. Was erwartet der Vater im Himmel wohl von Ihnen, wie Sie dem Beispiel Jesu Christi nacheifern sollen, wenn Sie Ihren Mitmenschen dienen? (Das können Fremde, Angehörige oder Freunde sein oder auch diejenigen, für die Sie in Ihrer Berufung zuständig sind.)

Geben Sie zum Abschluss Zeugnis von den Grundsätzen, die heute besprochen wurden.

Lesestoff für die Teilnehmer