Lektion 22: Der Vater und der Sohn erschienen Joseph Smith

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

In der Erklärung „Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“ heißt es: „In der Neuzeit erschienen er und sein Vater dem jungen Joseph Smith und leiteten damit die lange verheißene ‚Fülle der Zeiten‘ ein (Epheser 1:10).“ (Artikel-Nr. 36299 150.) In dieser Lektion wird besprochen, inwiefern die erste Vision für die Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage von entscheidender Bedeutung ist und welche Rolle Jesus Christus in dieser Vision spielte. Es wird ebenfalls Nachdruck darauf gelegt, dass unser Glaube an Gottvater und an Jesus Christus gestärkt wird, wenn wir uns mit der ersten Vision befassen.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Gordon B. Hinckley, „Die wunderbare Grundlage unseres Glaubens“, Liahona, November 2002, Seite 78–81

  • Dieter F. Uchtdorf, „Die Früchte der ersten Vision“, Liahona, Mai 2005, Seite 36ff.

  • Neil L. Andersen, „Joseph Smith“, Liahona, November 2014, Seite 28–31

Anregungen für den Unterricht

Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14-17

Joseph Smith sah Gottvater und dessen Sohn Jesus Christus

Bilden Sie den Rahmen für diese Lektion, indem Sie kurz schildern, was sich in Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:5-12 zugetragen hat. Die Teilnehmer sollen die Schriftstelle auf die heutige Zeit beziehen und herausarbeiten, inwiefern Joseph Smiths Suche nach Wahrheit der Suche derjenigen ähnelt, die heutzutage nach der Wahrheit suchen. (Folgende Antworten sollen genannt werden: Zwischen den verschiedenen Kirchen herrschten große Auseinandersetzungen. Durch Logik oder Verstand allein konnte Joseph Smith nicht herausfinden, welche dieser Kirchen wahr war. Die Anführer der Religionen legten ein und dieselbe Schriftstelle ganz unterschiedlich aus.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14,15 vorzulesen. Fragen Sie dann die Klasse:

  • Warum hat der Satan wohl versucht, Joseph Smith vom Beten abzuhalten? (Folgende Antwort könnte genannt werden: Der Satan kannte Joseph Smith aus dem vorirdischen Dasein und wusste, dass Joseph dazu vorherordiniert war, bei der Wiederherstellung der Wahrheit auf der Erde mitzuwirken. Der Satan versuchte, dies zu verhindern.)

Bitten Sie die Teilnehmer, Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17 für sich zu lesen und Lehren herauszuschreiben, die man Joseph Smiths Zeugnis entnehmen kann. Geben Sie ihnen ausreichend Zeit. Bitten Sie dann ein paar Teilnehmer, zu sagen, welche Lehren sie gefunden haben.

Lesen Sie gegebenenfalls diese Aussage von Elder Christoffel Golden von den Siebzigern:

Elder Christoffel Golden

„Der Prophet schrieb: ‚Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!‘ [Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17.]

Dieses Erlebnis des Knaben Joseph, gefolgt von vielen weiteren Visionen und Offenbarungen, macht deutlich, dass Gott tatsächlich existiert. Der Vater und sein Sohn Jesus Christus sind zwei getrennte und eigenständige Wesen. Der Mensch ist als Abbild Gottes erschaffen. Unser Vater im Himmel ist buchstäblich der Vater von Jesus Christus. Gott offenbart sich den Menschen auch weiterhin, er ist uns stets nahe und an uns interessiert, und er erhört unsere Gebete.“ („Der Vater und der Sohn“, Liahona, Mai 2013, Seite 100.)

  • Wie würden Sie erklären, wie bedeutend die erste Vision von Joseph Smith in der Lehre der Kirche Jesu Christi ist? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und heben Sie diesen Grundsatz hervor: Dank Joseph Smiths Vision vom Vater und vom Sohn wurden viele wichtige Wahrheiten auf Erden wiederhergestellt.)

  • Wie würden Sie jemandem, der heutzutage nach der Wahrheit sucht, erklären, wie wichtig Joseph Smiths erste Vision ist?

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008) vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Unsere Sache, die Sache der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, ruht darauf, ob diese herrliche erste Vision wirklich stattgefunden hat. … Nichts, worauf wir unsere Lehre gründen, nichts, was wir lehren, nichts, wonach wir leben, ist wichtiger als diese erste Verkündigung. Ich behaupte: Wenn Joseph Smith mit Gott dem Vater und mit seinem geliebten Sohn gesprochen hat, dann ist auch alles andere, wovon er gesprochen hat, wahr. Das ist das Scharniergelenk, an dem das Tor hängt, das zum Weg der Errettung und des ewigen Lebens führt.“ („Was fragen die Menschen in Bezug auf uns?“, Der Stern, Januar 1999, Seite 82f.)

  • Warum ruht „unsere Sache, die Sache der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage … darauf, ob [die] … erste Vision wirklich stattgefunden hat“? (Den Teilnehmern soll klar werden, dass die Wiederherstellung der Kirche, wäre Joseph Smiths Bericht unwahr, nicht stattgefunden haben könnte; wenn Joseph Smiths Bericht jedoch wahr ist, hat die Wiederherstellung tatsächlich stattgefunden, und somit ist das wiederhergestellte Evangelium wahr.

  • Wie haben Sie ein Zeugnis davon erlangt, dass die erste Vision wahr ist?

Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, wie sie erneut eine Bestätigung empfangen können, dass die erste Vision wahr ist. Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam die folgende Aussage von Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Neil L. Andersen

„Den Jugendlichen, die heute zuhören oder die diese Worte in den nächsten Tagen lesen, gebe ich einen besonderen Auftrag: Erarbeitet euch ein eigenes Zeugnis vom Propheten Joseph Smith. Lest … das Zeugnis des Propheten Joseph Smith in der Köstlichen Perle. … Es handelt sich um Joseph Smiths Zeugnis dessen, was sich tatsächlich abgespielt hat. Lest es immer wieder. Überlegt euch, ob ihr das Zeugnis Joseph Smiths nicht mit eigener Stimme aufnehmen wollt. Hört es euch regelmäßig an und spielt es Freunden vor. Euch das Zeugnis des Propheten mit eigener Stimme anzuhören erleichtert es euch, das Zeugnis zu erlangen, nach dem ihr sucht.“ („Joseph Smith“, Liahona, November 2014, Seite 30f.)

Bevor Sie mit der Lektion fortfahren, erklären Sie, dass die erste Vision nicht das einzige Ereignis war, bei dem der Erretter Joseph Smith und anderen in dieser Evangeliumszeit besuchte. So erschien Jesus Christus Joseph Smith und weiteren Führern der Kirche zu verschiedenen Gelegenheiten in der Anfangszeit der Wiederherstellung (siehe etwa LuB 76:22-24; LuB 110:1-10).

Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17-20

„Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“

Die Teilnehmer sollen Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17 überfliegen. Fragen Sie dann, was der Vater im Himmel tat, als er Joseph Smith erschien. (Er stellte seinen Sohn vor.) Sie können die Teilnehmer auch fragen, ob sie jemals darüber nachgedacht haben, warum dieser bestimmte Teil der ersten Vision wichtig ist. Lesen Sie den Teilnehmern die folgenden Aussagen von Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) vor:

Präsident Joseph Fielding Smith

„Seit dem Fall kommt jegliche Offenbarung durch Jesus Christus … Seit dem Sündenfall hat Gott der Vater niemals persönlichen Umgang mit den Menschen gehabt. Wenn er überhaupt erschienen ist, tat er es, um von seinem Sohn Zeugnis abzulegen.“ (Lehren der Erlösung, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände [1954–1956], Band I, Seite 35f.)

„Im Garten von Eden befand sich Adam in der Gegenwart Gottes, des ewigen Vaters. Nach seinem Fall wurde er aus der Gegenwart des Vaters vertrieben. … In den heiligen Schriften steht, dass Jesus Christus daraufhin der Fürsprecher für Adam und dessen Kinder wurde (siehe 1 Johannes 2:1; LuB 29:5; LuB 110:4) sowie ihr Mittler (1 Timotheus 2:5; Hebräer 9:15), der zwischen der Menschheit und dem ewigen Vater steht und sich für uns einsetzt. Von dieser Zeit an war es Jesus Christus, der seine Knechte auf Erden lenkte und den Propheten Offenbarungen und Unterweisungen gab. Wäre Joseph Smith ein Betrüger gewesen, … hätte er niemals behauptet, dass es der Vater war, der seinen Sohn vorgestellt hatte; dass er ihn aufgefordert hatte, seine Frage an den Sohn zu richten und dass es der Sohn war, der ihm antwortete.“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände [1957–1966], Band III, Seite 58.)

  • Von welcher Person erhielt Joseph Smith bei der ersten Vision auf seine Frage, welche Glaubensgemeinschaft die richtige sei, die Antwort?

  • Warum war es Präsident Joseph Fielding Smith zufolge wichtig, dass Joseph Smith aufschrieb, dass der Vater im Himmel Jesus Christus vorstellte und dass es Jesus Christus war, der Josephs Fragen beantwortete? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz verstehen: Seit dem Fall Adams und Evas ist jegliche Offenbarung durch Jesus Christus gegeben worden.)

  • Wie wirkt sich die Kenntnis von diesem Offenbarungsmuster auf Ihren Glauben aus, dass Joseph Smiths Bericht über seine Vision der Wahrheit entspricht?

Die erste Vision hilft uns, Glauben an Jesus Christus zu entwickeln

Bitten Sie jemanden, diese Aussage von Präsident Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft vorzulesen.

Präsident Dieter F. Uchtdorf

„Auf diese Weise bringt die erste Vision uns selbst, den Familien und schließlich der gesamten Menschheit unendlichen Segen: Wir gelangen durch die Worte des Propheten Joseph Smith zum Glauben an Jesus Christus. Den Propheten und Aposteln hat sich Gott im Laufe der Geschichte immer wieder ganz ähnlich kundgetan wie Joseph Smith gegenüber. …

All diese Kundgebungen, ob vor alters oder in neuerer Zeit, führen den, der glaubt, zur Quelle aller Rechtschaffenheit – zu Gott, unserem Vater im Himmel, und seinem Sohn Jesus Christus. …

Durch Vertrauen auf das persönliche Zeugnis des Propheten Joseph Smith und darauf, dass die erste Vision wirklich stattgefunden hat, sowie durch tiefes und aufrichtiges Lernen und Beten werden wir mit einem sicheren Glauben an den Erretter der Welt belohnt, der ‚an einem strahlend schönen Morgen in den ersten Frühlingstagen achtzehnhundertundzwanzig“ zu Joseph Smith sprach‘ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14).“ („Die Früchte der ersten Vision“, Liahona, Mai 2005, Seite 38.)

  • Wie werden wir Präsident Uchtdorf zufolge dafür gesegnet, wenn wir uns mit der ersten Vision befassen? (Unabhängig von der Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz erkannt haben: Wenn wir uns mit der ersten Vision befassen, entwickeln wir größeren Glauben an Gottvater und seinen Sohn Jesus Christus.)

  • Wie wird unser Glaube an Gott und Jesus Christus gestärkt, wenn wir uns damit befassen, dass sie Joseph Smith erschienen sind? (Mögliche Antworten: Die erste Vision ist ein weiterer Zeuge dafür, dass sie leben. Sie bekräftigt, dass wir Menschen dem Vater und dem Sohn am Herzen liegen. Sie beweist, dass sie unsere Gebete hören und erhören.)

  • Welche Rolle spielt die erste Vision in Ihrem Zeugnis von der Wiederherstellung?

  • Wie können Sie in der kommenden Woche Ihr Zeugnis von der ersten Vision stärken oder bekräftigen?

Fordern Sie die Teilnehmer auf, in den kommenden Tagen über die erste Vision nachzudenken und darüber zu beten. Fordern Sie sie auf, die Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, die ihnen hinsichtlich dieser heiligen Erfahrung von Joseph Smith kommen.

Lesestoff für die Teilnehmer