Lektion 8: Jesus Christus erfüllte alle Gerechtigkeit

Jesus Christus und das immerwährende Evangelium – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Jesus Christus führte ein vollkommenes Leben und unterwarf sich in allem dem Willen des himmlischen Vaters. Die neuzeitlichen Propheten haben bezeugt: „Obgleich sündenfrei, ließ [Jesus Christus] sich taufen, um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen.“ („Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“, Artikel-Nr. 36299 150.) Wie der Heiland erfüllen auch wir die Gerechtigkeit, wenn wir uns den Verordnungen und Bündnissen des immerwährenden Evangeliums unterwerfen. In dieser Lektion geht es darum, wie sich der Erretter dem immerwährenden Evangelium unterwarf und wie wir seinem Beispiel nacheifern können.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Robert D. Hales, „Der Bund der Taufe: im Gottesreich und vom Gottesreich sein“, Liahona, Januar 2001, Seite 6–9

Anregungen für den Unterricht

Matthäus 3:13-17; 2 Nephi 31:4-9

Die Taufe Jesu Christi

Die Teilnehmer sollen sich in diese Situation hineinversetzen:

Sie sprechen mit einem Freund über Religion. Dabei kommt das Thema Taufe auf. Nachdem Sie erklärt haben, weshalb wir uns taufen lassen, sagt Ihr Freund: „Mir ist jetzt klar, dass wir getauft werden, um von Sünde gereinigt zu werden. Aber Jesus war vollkommen. Er war sündenfrei. Wieso wurde er dann getauft?“

Lassen Sie die Teilnehmer kurz über die Frage nachdenken, ehe sie antworten.

video iconBesprechen Sie die Frage. Bitten Sie anschließend einen Teilnehmer, Matthäus 3:13-17 vorzulesen oder zeigen Sie das Video „Die Taufe Jesu Christi“ (2:55) aus den Videos zur Bibel über das Leben Jesu Christi. (Laden Sie das Video vor dem Unterricht herunter und sehen Sie es sich an.) Wenn Sie das Video zeigen, sollen die Teilnehmer die Begebenheit in den heiligen Schriften mitverfolgen.

 
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Fragen Sie anschließend:

  • Welchen Grund nennt Jesus für seine Taufe? (Schreiben Sie gegebenenfalls diese Lehre an die Tafel: Jesus Christus ließ sich taufen, um die Gerechtigkeit zu erfüllen.)

  • Was bedeutet es Ihrer Meinung nach, „die Gerechtigkeit zu erfüllen“? (Siehe Matthäus 3:15.)

Geben Sie den Teilnehmern Zeit, in den heiligen Schriften nach einer Antwort zu suchen. Schlagen Sie ihnen gegebenenfalls vor, 2 Nephi 31:4-9 neben Matthäus 3:15 zu schreiben. Die Teilnehmer sollen 2 Nephi 31:5,6 für sich lesen und darauf achten, welche Frage Nephi stellt. Erklären Sie dann, dass Nephi die Frage in 2 Nephi 31:7-9 beantwortet. Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Verse vorzulesen. Die Klasse soll mitlesen und darauf achten, inwiefern der Erretter alle Gerechtigkeit erfüllte, indem er sich taufen ließ. Sie können ihnen vorschlagen, die entsprechenden Aussagen zu markieren. Anschließend sollen sie berichten, was sie herausgefunden haben. Schreiben Sie diese Aussagen an die Tafel:

Er demütigte sich vor dem Vater.

Er bezeugte dem Vater, dass er im Halten seiner Gebote gehorsam sein wolle.

Er zeigte den Menschenkindern das Tor, durch das sie in das celestiale Reich gelangen können.

Er gab uns ein Beispiel.

(Hinweis: Bei dieser Aufgabe können die Teilnehmer üben, wie man Listen macht, was ja eine Methode für das Schriftstudium ist. Auf diese Weise können sie ermitteln, auf welche Hauptpunkte der Verfasser der Schriftstelle hinauswollte.)

Weisen Sie die Teilnehmer erneut auf die Frage hin, die Nephi gestellt hat (siehe Vers 6). Fragen Sie anschließend:

  • Wenn man die Punkte an der Tafel im Hinterkopf behält, inwiefern ist die Taufe Jesu Christi dann ein Beispiel dafür, was es bedeutet, rechtschaffen zu sein und dadurch die Gerechtigkeit zu erfüllen?

Stellen Sie sicher, dass die Teilnehmer die nachstehenden Grundsätze erkennen und besprechen (ersetzen Sie damit gegebenenfalls die Punkte an der Tafel):

Rechtschaffen zu sein bedeutet, sich demütig dem Willen des Vaters zu unterwerfen.

Rechtschaffen zu sein bedeutet, mit dem Vater im Himmel einen Bund einzugehen, seine Gebote zu halten.

Rechtschaffen zu sein bedeutet, die errettenden heiligen Handlungen zu empfangen.

Rechtschaffen zu sein bedeutet, dem Beispiel Jesu Christi nachzueifern.

Fragen Sie:

  • Wie können wir dem Beispiel Jesu, rechtschaffen und auch gerecht zu sein, nacheifern?

Geben Sie Zeugnis, dass sich Jesus allen Bedingungen im Plan des himmlischen Vaters unterworfen hat. Sein vollkommenes Leben bildet ein Muster, dem wir nacheifern sollen.

2 Nephi 31:10-21

Dem Beispiel des Erretters nacheifern

Bitten Sie einen Teilnehmer, 2 Nephi 31:10-12 vorzulesen. Fragen Sie:

  • Wozu fordert der Heiland uns alle in Vers 10 auf?

  • Was müssen wir laut Christus tun, um ihm nachzufolgen?

Bitten Sie die Teilnehmer, 2 Nephi 31:16,17 für sich zu lesen. Fragen Sie anschließend:

  • Was müssen wir noch tun, um dem Beispiel des Erretters nachzueifern?

  • Was bedeutet es, bis ans Ende auszuharren und „dem Beispiel des Sohnes des lebendigen Gottes“ nachzueifern (siehe Vers 16)? (Heben Sie gegebenenfalls die Wörter tut/tun in Vers 17 hervor. Betonen Sie diesen Grundsatz: Wenn wir dem Beispiel Jesu Christi nacheifern, können wir rechtschaffen werden wie er.)

Erklären Sie den Teilnehmern, dass die Schriftstellen aus 2 Nephi 31, die sie eben gelesen haben, den Wesenskern des immerwährenden Evangeliums enthalten, das der Vater im Himmel vor der Erschaffung der Welt aufgestellt hat.

Die Teilnehmer sollen Römer 6:3-6 analysieren und wichtige Begriffe und Formulierungen herausarbeiten, die bestätigen, dass mehr als die Taufe notwendig ist, um dem Beispiel Jesu Christi nachzueifern. Schlagen Sie den Teilnehmern vor, diese Stellen gegebenenfalls zu markieren.

Geben Sie jedem Teilnehmer eine Kopie der nachstehenden Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel. Bitten Sie die Teilnehmer, die Aussage für sich zu lesen. Sie sollen darüber nachdenken, wie sich ihre Taufe auf ihr Leben ausgewirkt hat.

Elder Robert D. Hales

„Wenn wir den Taufbund und die Gabe des Heiligen Geistes verstehen, ändert sich unser Leben und etablieren wir uns in völliger Treue gegenüber dem Reich Gottes. Wenn wir dann vor Versuchungen stehen, erinnert uns der Heilige Geist, wenn wir zuhören, daran, dass wir versprochen haben, an unseren Erretter zu denken und die Gebote Gottes zu befolgen. …

Wenn wir dem Beispiel Jesu nachfolgen, zeigen auch wir, dass wir umkehren und im Halten der Gebote des himmlischen Vaters gehorsam sein wollen. Wir demütigen uns reuigen Herzens und zerknirschten Geistes und erkennen unsere Sünden und bitten um Vergebung für unsere Übertretungen (siehe 3 Nephi 9:20). Wir geloben, dass wir willens sind, den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen und immer an ihn zu denken. …

Ich bete darum, dass jeder von uns, der dem Gottesreich angehört, dies begreift: Unsere Taufe und Konfirmierung sind das Tor ins Gottesreich hinein. Wenn wir dort eintreten, geloben wir, vom Gottesreich zu sein – und zwar für immer!“ („Der Bund der Taufe: im Gottesreich und vom Gottesreich sein“, Liahona, Januar 2001, Seite 7ff.)

Stellen Sie den Teilnehmern diese Fragen:

  • Wie hat Ihre Taufe Ihnen dabei geholfen, dem Beispiel Jesu Christi, der in allem rechtschaffen war, nachzueifern?

Die Teilnehmer sollen einen Augenblick darüber nachdenken, inwieweit sie den Maßstab an Rechtschaffenheit erfüllen, den der Erretter bei seiner Taufe gelegt hat. Sie sollen außerdem überlegen, was sie noch tun können, um dem Vater im Himmel gehorsam zu sein.

Lesestoff für die Teilnehmer

  • Matthäus 3:13-17; 2 Nephi 31:4-21

  • Robert D. Hales, „Der Bund der Taufe: im Gottesreich und vom Gottesreich sein“, Liahona, Januar 2001, Seite 6–9