„Er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll sich bemühen, „Ohren, die hören“ zu entwickeln, damit er verstehen lernt, wie er die Gleichnisse Jesu anwenden kann (Matthäus 13:9).

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Matthäus 13:1–17. Jesus erzählt das Gleichnis vom Sämann und erklärt, warum er in Gleichnissen lehrt.

    2. b)

      Matthäus 13:18–23. Jesus erklärt das Gleichnis vom Sämann.

    3. c)

      Matthäus 13:24–53. Jesus lehrt über das Himmelreich auf Erden (die Kirche Jesu Christi). Er erzählt dabei das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen, vom Senfkorn, vom Sauerteig, vom vergrabenen Schatz, von der wertvollen Perle und dem Fischnetz, das man ins Meer warf.

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Markus 4:1–34; Lukas 8:4–18; 13:18–21; LuB 86:1–7.

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: Elder Boyd K. Packer hat gesagt: „Kein Unterrichtsmittel übertrifft die Tafel und nur wenige kommen an sie heran. … Sie können sie als visuelles Mittel einsetzen, während Sie den Hauptteil der Lektion besprechen. Sie können, während Sie sprechen, gerade so viel an der Tafel festhalten, daß die Teilnehmer aufmerksam sind und das Besprochene verstehen, aber nie so viel, daß das visuelle Unterrichtsmittel selbst sie ablenkt und interessanter wird als der Unterricht.“ (Teach Ye Diligently [1975], 224, 225; siehe auch Lehren – die größte Berufung, 231–235.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Bitten Sie die Teilnehmer, sich vorzustellen, sie säßen in einem Autobus. Auf der Fahrt schauten sie aus dem Fenster und beobachteten die Umgebung.

• Sie alle sitzen im gleichen Bus. Sehen Sie deshalb auch das gleiche wie alle anderen Mitreisenden? Warum oder warum nicht?

Weisen Sie darauf hin, daß nicht alle Menschen in der gleichen Situation dasselbe beobachten. So haben auch nicht alle, die die Gleichnisse von Jesus gehört haben, auf die gleiche Weise verstanden, wie wir sie auf uns beziehen können. In dieser Lektion werden wir besprechen, wie wir die Gleichnisse von Jesus verstehen und anwenden können.

Besprechen und anwenden

Stellen Sie sicher, daß jeder in der Klasse, während Sie die folgenden Gleichnisse bespre- chen, versteht, was die verschiedenen Personen, Gegenstände und Handlungen darstellen. Dadurch wird der einzelne in die Lage versetzt, die Gleichnisse zu verstehen und sie in seinem Leben anzuwenden.

1. Jesus erzählt das Gleichnis vom Sämann und erklärt, wie seine Gleichnisse zu verstehen sind.

Lesen und besprechen Sie Matthäus 13:1–17. • Als sich die Menschenmenge am Ufer versammelte, „sprach [er] lange zu ihnen in Form von Gleichnissen“ (Matthäus 13:3). Was ist ein Gleichnis? (Eine Geschichte, die anhand von Symbolen Wahrheiten erklärt, indem sie sie mit irdischen Dingen vergleicht.) Was sagt Jesus darüber aus, was er mit dem Lehren von Gleichnissen bezweckt? (Er wollte die Jünger seine Botschaft lehren und diese gleichzeitig vor Ungläubigen verbergen. Siehe Matthäus 13:10–13.)

Bitten Sie jemand, das Gleichnis vom Sämann laut vorzulesen (Matthäus 13:3–8). Bitten Sie die anderen mitzulesen. Erinnern Sie sie daran, daß die Gegenstände und Handlungen des Gleichnisses Evangeliumswahrheiten darstellen.

• Warum konnten die Samen, die auf den Weg fielen, nicht wachsen? (Siehe Matthäus 13:4. Schreiben Sie an die Tafel Samen auf dem Weg – von Vögeln gefressen.)

• Warum verdorrten die Samen, die auf felsigen Boden fielen? (Siehe Matthäus 13:5,6; Lukas 8:6. Schreiben Sie an die Tafel Samen auf felsigem Boden – haben keine Wurzeln.)

• Was geschieht, wenn Samen in die Dornen fallen? (Siehe Matthäus 13:7. Schreiben Sie an die Tafel Samen in die Dornen – von den Dornen überwuchert.)

• Was geschieht, wenn Samen auf guten Boden fallen? (Siehe Matthäus 13:8. Schreiben Sie an die Tafel Samen auf guten Boden – bringen Frucht hervor.)

Lassen Sie das, was Sie geschrieben haben, an der Tafel stehen, und sagen Sie, daß Sie die Wahrheiten, die sie darstellen, etwas später besprechen werden.

• Wie könnte jemand, der dieses Gleichnis ohne Erläuterung hört, darauf reagieren? (Manch einer könnte frustriert werden, weil er es nicht versteht. Andere könnten es vielleicht verstehen, aber denken, es beziehe sich nicht auf sie. Wieder andere denken vielleicht darüber nach und stellen Fragen, bis sie es verstehen und erkennen, wie sie es in ihrem Leben anwenden können.)

• Wozu forderte Jesus die Menschen auf, nachdem er das Gleichnis vom Sämann erzählt hatte? (Siehe Matthäus 13:9.) Was bedeutet wohl das Wort hören in dieser Aufforde- rung? Was bedeutet es, zu sehen und doch nicht zu sehen und zu hören und doch nicht zu hören? (Siehe Matthäus 13:13–15.)

Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: „[Die] Menschenmenge …, die seine Rede nicht annahm, … [war] nicht willens …, mit ihren Augen zu sehen und mit ihren Ohren zu hören; nicht etwa, weil sie das nicht konnten und nicht das Recht gehabt hätten, zu sehen und zu hören, sondern weil ihr Herz von Übeltun und Greuel erfüllt war. … Der wahre Grund, warum die Menge … die Deutung seiner Gleichnisse nicht zu hören bekam, war ihr Unglaube.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 98, 99.)

2. Jesus erklärt das Gleichnis vom Sämann.

Lesen Sie Matthäus 13:18–23 und erklären Sie die Gegenstände und Handlungen im Gleichnis vom Sämann.

Der Same

• Was stellt der Same im Gleichnis vom Sämann dar? (Siehe Matthäus 13:19; Lukas 8:11. Schreiben Sie an die Tafel: Same = das Wort Gottes.)

Der Weg

• Was stellt der Weg dar? (Siehe Matthäus 13:19.) Schreiben Sie an die Tafel: Weg = Menschen, die das Wort Gottes hören, es aber nicht verstehen. (Kürzen Sie, wenn Sie dies wünschen, diese Aussage ab.)

• Was könnte uns davon abhalten, das Wort Gottes zu verstehen? (Eine mögliche Antwort finden Sie in Mosia 26:1–3.) Was müssen wir tun, um das Wort Gottes verstehen zu können? (Siehe Alma 32:27.) Inwiefern macht es mangelndes Verständnis dem Satan leichter, das Wort aus unserem Herzen zu entfernen? (Siehe Matthäus 13:19.)

Felsiger Boden

• Was stellt der felsige Boden dar? (Siehe Matthäus 13:20,21.) Schreiben Sie an die Tafel: Felsiger Boden = Menschen, die das Wort Gottes hören und empfangen, aber nicht zulassen, daß es in ihnen Wurzeln schlägt. (Kürzen Sie, wenn Sie es wünschen, die Aussage ab.)

• Warum lassen manche Menschen es nicht zu, daß das Wort Gottes in ihnen Wurzeln schlägt? (Siehe Matthäus 13:21; Markus 4:5.) Was können wir tun, damit das Wort in uns tiefe Wurzeln schlägt? (Siehe Alma 32:41–43.) Inwiefern wird uns das helfen, die versengende Hitze der Widerwärtigkeit, Verfolgung und Kränkung zu ertragen?

Dornen

• Was stellen die Dornen dar? (Siehe Matthäus 13:22; Markus 4:19; Lukas 8:14.) Schreiben Sie an die Tafel: Dornen = Menschen, die das Wort Gottes hören, aber von den Sorgen der Welt abgelenkt werden. (Kürzen Sie, wenn Sie es wünschen, die Aussage ab.)

• Was bedeutet es, wenn ein Mensch keine Frucht hervorbringt? Welche „Dornen“ bringen Menschen dazu, keine Frucht hervorzubringen? (Siehe Matthäus 13:22; Markus 4:19; Lukas 8:14.) Woran erkennen wir diese Dornen in der heutigen Zeit? Was können wir tun, damit diese Dornen das Wort Gottes in uns nicht ersticken?

Guter Boden

• Was stellt der gute Boden dar? (Siehe Matthäus 13:23.) Schreiben Sie an die Tafel: Guter Boden = Menschen, die das Wort Gottes hören, es verstehen und Werke der Rechtschaffenheit hervorbringen. (Kürzen Sie, wenn Sie es wünschen, die Aussage ab.)

• Was könnte getan werden, damit der Boden, der keine Frucht hervorbringt, fruchtbar wird? (Der Weg könnte gepflügt und gedüngt, die Steine entfernt und die Dornen ausgerissen werden.) Wie kann man das auf unsere Bemühungen, empfänglicher für das Wort Gottes zu werden, übertragen?

• Warum konzentriert sich das Gleichnis vom Sämann wohl mehr auf den Boden als auf den Sämann oder die Saat?

3. Jesus benutzt Gleichnisse, um uns über das Himmelreich auf Erden zu belehren (die Kirche Jesu Christi).

Lesen Sie ausgewählte Verse aus Matthäus 13:24–53, und besprechen Sie diese. Erklären Sie, daß sich der in diesen Versen verwendete Ausdruck „Himmelreich“ auf die Kirche Jesu Christi bezieht, die das Himmelreich auf Erden ist.

• Was will uns das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen sagen? (Siehe Matthäus 13:24–30,36–43; LuB 86:1–7. Vielleicht möchten Sie auch hier eine Aufstellung an die Tafel schreiben, wie Sie es beim Gleichnis vom Sämann getan haben. Schreiben sie auf, wer oder was der Sämann, der Acker, der gute Same, das Unkraut, der Feind, die Ernte und die Arbeiter sind.)

• Warum läßt der Sämann seine Arbeiter nicht sofort das Unkraut oder den Weizen ausreißen? (Siehe Matthäus 13:27–30; siehe auch LuB 86:5–7; hier wird Matthäus 13:30 erklärt.)

• Der Prophet Joseph Smith hat gelehrt, das Gleichnis vom Senfkorn und dem Sauerteig beziehe sich auf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 100 f.). Der Erretter hat die wiederhergestellte Kirche mit einem Senfkorn verglichen. Was lernen wir daraus? (Siehe Matthäus 13:31,32.) Was lernen wir daraus, daß der Erretter sie mit Sauerteig verglichen hat? (Siehe Matthäus 13:33. Sauerteig ist ein Bestandteil von Brotteig, ähnlich wie Hefe oder Backpulver. Dadurch steigt der Teig hoch.) Inwiefern haben Sie gesehen, daß das Werk des Herrn gewachsen ist, so wie es in diesen Gleichnissen verdeutlicht worden ist?

• Was können wir aus den Gleichnissen vom Schatz und von der Perle lernen? (Siehe Matthäus 13:44–46.) Zu welchem Opfer sollen wir bereit sein, um den Schatz des Evangeliums zu erlangen? Welche Opfer haben Sie oder jemand, den Sie kennen, für das Evangelium gebracht? Was für Segnungen sind Ihnen durch diese Opfer erwachsen?

• Was stellt das Netz im Gleichnis vom Netz dar, das man ins Meer warf? (Siehe Matthäus 13:47.) Was bedeutet es, im Netz gesammelt zu werden? Was ist damit gemeint, daß die guten in Körbe gesammelt, die schlechten aber weggeworfen werden? (Siehe Matthäus 13:48–50. Sie können auch Joseph Smith – Matthäus 1:4 verwenden, um zu erklären, daß sich das „Ende der Welt“ in Vers 49 auf die Vernichtung der Schlechten bezieht.) Was können wir tun, um in der Kirche glaubenstreu zu bleiben und auch anderen dabei zu helfen?

Zum Abschluß

Weisen Sie darauf hin, daß Jesus seine Gleichnisse denen, die sie verstehen wollten, erklärt hat. Bezeugen Sie, daß wir, wenn wir die Gleichnisse Jesu mit dem aufrichtigen Wunsch nach Verständnis studieren, erkennen werden, wie wir sie heute anwenden können.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können es im Unterricht verwenden.

Anschauungsunterricht

Damit die Teilnehmer die Gleichnisse dieser Lektion verstehen und sie sich merken, zeigen Sie einige der Gegenstände, die darin beschrieben werden. Sie könnten beispielsweise zeigen, wie Hefe mit Wasser und Zucker reagiert. Sie könnten einen Laib Brot mit und einen ohne Sauerteig backen und die Teilnehmer den Unterschied sehen und kosten lassen. Sie können auch einige Senfkörner zeigen (oder schwarze Pfefferkörner, die dem schwarzen Senfkorn sehr ähnlich sind). Siehe Lehren – die größte Berufung, Seite 138 f. Dort finden Sie Anregungen für den Anschauungsunterricht.