„Ich bin das Licht der Welt“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll eine stärkere Überzeugung davon erlangen, daß Jesus Christus unser Erretter ist und wir wahre Freiheit erlangen können, wenn wir ihm nachfolgen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Johannes 7. Jesus besucht das Laubhüttenfest und lehrt im Tempel. Einige glauben daran, daß er der Christus ist, andere halten ihn für einen Betrüger.

    2. b)

      Johannes 8:1–11. Eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, wird zu Jesus gebracht. Er behandelt sie mit Erbarmen.

    3. c)

      Johannes 8:12–36. Jesus erklärt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Er lehrt die gläubigen Juden, daß sie von geistiger Knechtschaft befreit würden, wenn sie ihm nachfolgten.

  2. 2.

    Anregung für den Unterricht: Lesen Sie die Lektion immer mindestens eine Woche im voraus durch. Wenn Sie die Schriftstellen frühzeitig lesen, werden Sie während der Woche Gedanken und Ideen erhalten, die Ihnen beim Unterricht helfen werden. Wenn Sie während der Woche über die Lektion nachdenken, beten Sie darum, daß der Geist Sie führen wird. Glauben Sie daran, daß der Herr Sie segnen wird. (Lehren – die größte Berufung, Seite 69–72.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Machen Sie den Raum so finster wie möglich. Schalten Sie das Licht aus, und schließen Sie die Vorhänge oder Jalousien. Bitten Sie jemand, LuB 93:1,2 vorzulesen. Nachdem der Teilnehmer die Schriftstelle vorgelesen hat (oder versucht hat, sie zu lesen), fragen Sie ihn:

• War es schwierig, die Verse vorzulesen? Was hätte es Ihnen erleichtert? (Mehr Licht.)

Machen Sie das Licht wieder an, und öffnen Sie die Vorhänge oder Jalousien. Bitten Sie die gleiche Person noch einmal, LuB 93:1,2 vorzulesen. Erklären Sie, daß das Licht in der gesamten heiligen Schrift als Symbol für Jesus Christus verwendet wird. Jesus selbst verwendete es, als er im Tempel lehrte. In dieser Lektion wird besprochen, inwiefern Jesus Christus ein Licht für uns ist.

Können Sie den Raum nicht ganz verdunkeln, so zeichnen Sie statt dessen einen Leuchtturm an die Tafel (oder zeigen Sie das Bild eines Leuchtturms). Erklären Sie, daß ein Leuchtturm die Schiffe vor Gefahr warnen und sie in den sicheren Hafen führen soll. Erklären Sie dann, daß das Licht eines der Symbole ist, das Jesus verwendete, als er über seine Mission und sein Verhältnis zu uns lehrte. In dieser Lektion wird besprochen, inwiefern Jesus ein Licht ist, das uns den Weg zu geistiger Sicherheit zeigt.

Besprechen und anwenden

Legen Sie beim Unterrichten der folgenden Begebenheiten aus der Schrift Zeugnis von Jesus Christus ab, wenn Sie es für angebracht finden. Fordern Sie auch die Teilnehmer dazu auf, Zeugnis von Jesus Christus zu geben, wenn sie sich dazu bewegt fühlen.

1. Jesus besucht das Laubhüttenfest und lehrt im Tempel.

Besprechen Sie Johannes 7. Bitten Sie die Teilnehmer, ausgewählte Verse daraus vorzulesen. Erklären Sie, daß das Laubhüttenfest ein jüdisches Fest war, daß jedes Jahr sechs Monate nach dem Paschafest stattfand. Es dauerte acht Tage lang. Dabei gedachte man der Segnungen, die der Herrn den Kindern Israel bei ihrer Reise durch die Wüste gewährt hatte. Man feierte dabei auch die Ernte des Jahres und kennzeichnete damit das Ende der Erntezeit. Die Juden betrachteten dieses Fest als das größte und freudigste von allen ihren Festen. (Siehe Leviticus 23:34–43.)

Weisen Sie darauf hin, daß Jesus von Galiläa nach Jerusalem reiste, um diesem Fest im Tempel beizuwohnen (Johannes 7:1–10).

• Was sagten die Menschen beim Fest über Jesus, während sie auf seine Ankunft warteten? (Siehe Johannes 7:1–12.) Warum wunderte sich das Volk, als Jesus zu lehren begann? (Siehe Johannes 7:14,15.)

• Was sagte Jesus dem Volk im Tempel über seine Lehre? (Siehe Johannes 7:16.) Was sollten sie tun, um von seiner Lehre ein Zeugnis zu erlangen? (Siehe Johannes 7:17.) Wie können wir das in unserem Leben anwenden?

Elder John K. Carmack von den Siebzigern hat gesagt: „Jesus hat dazu gesagt: ,Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.‘ (Johannes 7:17.) Mit anderen Worten, wenn man etwas ausprobiert, erfährt man, ob es wahr ist. Das erfordert natürlich den Glauben zum Ausprobieren, aber geistige Beweise werden das Ergebnis sein. Wer das Experiment wagt, findet Überzeugung, Erkenntnis und Licht.“ (Der Stern, Januar 1989, Seite 23.)

Bitten Sie die Teilnehmer, davon zu erzählen, wie Ihre Überzeugung von einem Evangeliumsgrundsatz gewachsen ist, weil sie danach gelebt haben (vielleicht möchten Sie auch von einem eigenen Erlebnis berichten). Weisen Sie darauf hin, daß auch das Gegenteil der Verheißung von Johannes 7:17 wahr ist: Wenn wir nicht nach den Grundsätzen des Evangeliums leben, wird unser Zeugnis schwächer.

• Als Jesus lehrte, waren die Menschen auch weiterhin gespaltener Meinung über ihn. Warum glaubten einige daran, daß er der Christus war? (Siehe Johannes 7:31,37–41.) Warum glaubten einige nicht daran, daß er der Christus war? (Siehe Johannes 7:27,41,42,52.) In welcher Beziehung wußten die Leute, woher Jesus stammte? (Sie kannten seine Familie und seinen Heimatort.) In welcher Beziehung wußten die Menschen nicht, woher er stammte? (Siehe Johannes 7:28,29; 8:14,19,23–29. Sie verstanden nicht, daß der himmlische Vater ihn gesandt hatte.)

• Wie können wir unser Zeugnis von der Mission Jesu stärken?

2. Eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, wird zu Jesus gebracht.

Lesen und besprechen Sie Johannes 8:11.

• Warum brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer die Ehebrecherin zu Jesus? (Siehe Johannes 8:4–6. Sie wollten Jesus eine Falle stellen und ihn dazu bringen, die Frau entweder zum Tode zu verurteilen oder selbst dem Gesetz Mose zu widersprechen.) Was sagte Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern? (Siehe Johannes 8:7.) Warum steinigten sie die Frau nicht? (Siehe Johannes 8:9.)

• Jesus billigte zwar die Sünde der Frau nicht, doch verdammte er sie auch nicht dafür (Johannes 8:10,11). Was können wir aus dem Beispiel des Erretters darüber lernen, wie wir mit jemandem umgehen sollen, der eine schwerwiegende Sünde begangen hat?

Elder Marvin J. Ashton hat erklärt: „Die Schriftgelehrten und Pharisäer [brachten] eine Frau zum Erretter, die beim Ehebruch ertappt worden war. Es war nicht ihre Absicht, der Frau oder dem Erretter Liebe zu erweisen, sondern Jesus in Verlegenheit zu bringen und ihn hereinzulegen. … Jesus hat den Ehebruch nicht gutgeheißen. An seiner Einstellung zu sittlichem Verhalten bestehen keine Zweifel. Er hat es aber vorgezogen, mit Liebe zu lehren und den Schriftgelehrten und Pharisäern zu zeigen, daß man einem Menschen so dienen muß, wie es zu seinem Besten ist. Auch wollte er ihnen zeigen, daß es übel ist, jemand hereinzulegen und in Verlegenheit bringen zu wollen.“ (Der Stern, Oktober 1981, Seite 44.)

3. Jesus erklärt: „Ich bin das Licht der Welt.“

Lesen und besprechen Sie Johannes 8:12–36.

• Im Tempel in Jerusalem brannten während des Laubhüttenfestes vier große Flammen auf einem riesigen Leuchter. Diese Flammen waren in der ganzen Stadt sichtbar. Warum war das ein geeigneter Hintergrund für Jesu Aussage: „Ich bin das Licht der Welt“? (Johannes 8:12.) Was bedeutet es, daß Jesus das Licht der Welt ist? (Siehe Johannes 8:12; Alma 38:9; 3 Nephi 15:9; LuB 88:6–13.)

• Wenn jemand wie Jesus sein möchte, wird er der Welt ein Licht und strahlt Licht aus (Matthäus 5:14; 3 Nephi 18:24). Wie können wir anderen dabei helfen, das Licht zu sehen, das Christus anbietet? (Siehe Matthäus 5:16; 28:18–20; Philipper 2:14,15.)

• Jesus sagte den Menschen im Tempel, er tue immer das, was seinem Vater gefällt (Johannes 8:29). Wie können wir uns mehr dazu verpflichten, das zu tun, was dem himmlischen Vater gefällt?

• Als Jesus vom Vater Zeugnis ablegte, „kamen viele zum Glauben an ihn“ (Johannes 8:30). Was versprach Jesus den Menschen, wenn sie ihm weiterhin nachfolgten? (Siehe Johannes 8:31,32.) Wovon befreit uns die Wahrheit? (Siehe Johannes 8:33,34.) Inwiefern bringt es uns in Knechtschaft, wenn wir sündigen? (Siehe Alma 12:11; 34:35.) Wie hat Sie die Kenntnis der Wahrheit frei gemacht?

• Jesus bezeichnete sich später als „die Wahrheit“ (Johannes 14:6). Inwiefern verstehen Sie dadurch die Verheißung in Johannes 8:32 besser? Auf welche Weise befreit es uns, wenn wir den Erretter kennen? Wie können wir ihn kennenlernen?

Zum Abschluß

Bezeugen Sie, daß Jesus Christus unser Erretter ist und nur er uns von den Banden der Sünde befreien kann. Fordern Sie die Teilnehmer dazu auf, Christus, dem „Licht der Welt“, nachzufolgen, damit er sie in die geistige Sicherheit führen kann.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Lebendiges Wasser

Während einer der Zeremonien beim Laubhüttenfest gießt ein Priester Wasser aus dem Teich Schiloach auf den Altar. Dieses Opfer erbittet Regen und eine reichliche Ernte im nächsten Jahr. Als Jesus am letzten Tag des Festes im Tempel lehrte, forderte er die Menschen auf, vom lebendigen Wasser zu genießen (Johannes 7:37,38).

• Bei welcher anderen Gelegenheit erwähnte Jesus noch das lebendige Wasser? (Siehe Johannes 4:5–15.) Was ist „lebendiges Wasser“? Wie können wir davon trinken?

2. Jesus ist Jahwe

Lesen und besprechen Sie Johannes 8:37–59.

• Warum sagte Jesus den ungläubigen Juden, sie wären nicht die Kinder Abrahams? (Siehe Johannes 8:39,40. Sie waren zwar buchstäbliche Nachkommen Abrahams, aber brachten nicht so wie dieser rechtschaffene Werke hervor.) Warum sagte Jesus ihnen, sie wären nicht Kinder Gottes? (Siehe Johannes 8:41–44.) Wie können wir durch unsere Taten zeigen, daß wir Kinder des himmlischen Vaters sind?

• Warum waren die Juden über die Aussagen des Herrn über Abraham entsetzt? (Siehe Johannes 8:51–53,56,57. Sie erkannten nicht, daß sich Jesus auf seine Fähigkeit, den geistigen Tod zu überwinden [Vers 51] und auf sein vorirdisches Dasein bezog [Vers 56,57].) Inwiefern verstehen wir den Herrn besser, wenn wir seine Aus- sage „ehe Abraham wurde, bin ich“ (Johannes 8:58) überdenken? (Siehe Exodus 3:13,14. Jesus ist Jahwe, der Große „Ich bin“, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.) Warum ist es wichtig zu wissen, daß Jesus vor seinem irdischen Leben Jahwe war?