„Dein Glaube hat dir geholfen“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll größeren Glauben an den himmlischen Vater und Jesus Christus entwickeln.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Lukas 18:1–8. Jesus lehrt uns durch das Gleichnis vom gottlosen Richter und der Witwe, wie wichtig es ist, im Beten nicht nachzulassen.

    2. b)

      Lukas 18:35–43. Ein blinder Mann zeigt seinen Glauben und wird von Jesus geheilt.

    3. c)

      Lukas 19:1–10. Jesus wird im Hause des Zachäus aufgenommen.

    4. d)

      Johannes 11:1–54. Jesus legt von seiner Göttlichkeit Zeugnis ab, indem er Lazarus von den Toten auferweckt.

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Markus 10:46–52; Lukas 11:5–13.

  3. 3.

    Verwenden Sie folgende Bilder (falls verfügbar) im Unterricht: „Jesus heilt einen Blinden“ (62145; Bilder zum Evangelium, Nr. 213) und „Jesus weckt Lazarus von den Toten auf“ (62148; Bilder zum Evangelium, Nr. 222).

  4. 4.

    Anregung für den Unterricht: Präsident David O. McKay hat gesagt: „Sie können nur das wirkungsvoll weitergeben, was Sie selbst empfinden.“ (Lehren – die größte Berufung, Seite19.) Bemühen Sie sich, Ihr Zeugnis von den gelehrten Grundsätzen durch Studium, Gebet und Gehorsam zu stärken. (Siehe Lehren – die größte Berufung, Seite 18–20.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Bevor Elder Hugh B. Brown auf Mission ging, sagte seine Mutter zu ihm:

„Hugh, erinnerst du dich, als du als kleiner Junge einmal schlecht geträumt hattest oder in der Nacht aufgewacht bist und Angst hattest? Dann hast du aus deinem Zimmer gerufen: ,Mama, bist du da?‘ Ich habe dann geantwortet und versucht, dich zu trösten und dir die Angst zu nehmen. Jetzt gehst du auf Mission und in die Welt hinaus. Auch da wirst du Zeiten erleben, in denen du dich fürchten und dich schwach, unfähig und allein fühlen und Schwierigkeiten haben wirst. Du sollst wissen, daß du dann deinen himmlischen Vater rufen kannst, so wie du früher nach mir gerufen hast. Dann kannst du sagen: ,Vater, bist du da? Ich brauche deine Hilfe.‘ Mach dies mit dem Wissen, daß er da ist und dir helfen wird, wenn du deinen Teil tust und so lebst, daß du der Segnungen würdig bist. Ich versichere dir noch einmal: Er ist da, und auf die beste Art beantwortet er deine Gebete und gibt dir, was gut für dich ist.“ (Erzählt von Marvin J. Ashton, Ensign, Februar 1994, 50.)

Erklären Sie, daß wir in dieser Lektion Begebenheiten aus der Schrift besprechen werden, die uns helfen, größeren Glauben daran zu entwickeln, daß der himmlische Vater und Jesus Christus jeden von uns kennen und lieben.

Besprechen und anwenden

Wählen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen, Fragen und anderes Unterrichtsmaterial aus, die den Bedürfnissen der Teilnehmer am besten gerecht werden. Besprechen Sie, wie wir die einzelnen Schriftstellen im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse dazu an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

1. Jesus erzählt das Gleichnis vom gottlosen Richter und der Witwe.

Lesen und besprechen Sie Lukas 18:1–18. Bemerken Sie, daß Jesus dieses Gleichnis einigen Pharisäern erzählt hat.

• Warum hat Jesus laut Lukas 18:1 das Gleichnis vom gottlosen Richter und der Witwe erzählt? Inwiefern lehrt dieses Gleichnis, daß wir „allzeit beten“ müssen? (Siehe Lukas 18:1–8.)

Elder James E. Talmage hat gelehrt: „Jesus deutete nicht an, daß Gott schließlich der Bitte nachgeben würde, wie dieser gottlose Richter es tat. Er zeigte vielmehr folgendes auf: Wenn schon solch ein Wesen wie dieser Richter, der ,sich vor Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute‘, schließlich das Gesuch der Witwe anhörte und gewährte, so sollte niemand daran zweifeln, daß Gott, der Gerechte und Barmherzige, auch erhört und beantwortet.“ (Jesus der Christus, Seite 358.)

• Was bedeutet es, allzeit zu beten? (Siehe Lukas 18:7; Alma 34:27.) Welche Segnungen können wir erlangen, wenn wir immer beten? (Siehe Lukas 18:7,8; 2 Nephi 32:9; LuB 90:24.)

• Inwiefern ist es ein Akt des Glaubens, wenn wir im Beten nicht nachlassen? Was sollen wir tun, wenn wir unablässig gebetet und trotzdem das Gefühl haben, keine Antwort bekommen zu haben?

Elder Richard G. Scott hat gesagt:

„Es ist falsch zu denken, daß jedes Gebet sofort beantwortet wird. Einige Gebete erfordern größte Anstrengungen unsererseits. …

Wenn wir ihm ein Problem erläutern und eine Lösung vorschlagen, antwortet er manchmal mit Ja und manchmal mit Nein. Oft gibt er keine Antwort, nicht weil er kein Interesse hat, sondern, weil er uns liebt, und zwar auf vollkommene Weise. Er möchte, daß wir Wahrheiten, die er uns gegeben hat, anwenden. Um wachsen zu können, müssen wir uns selbst zutrauen, daß wir richtige Entscheidungen treffen können. Wir müssen tun, was wir als richtig empfinden. Im Laufe der Zeit wird er antworten. Er wird uns nicht im Stich lassen.“ (Der Stern, Januar 1990, Seite 28,29.)

• Was haben Sie gelernt, weil Sie beim Beten nicht nachgelassen haben?

2. Ein Blinder zeigt seinen Glauben und wird von Jesus geheilt.

Lesen und besprechen Sie Lukas 18:35–43. Zeigen Sie das Bild „Jesus heilt einen Blinden“.

• Wie zeigte der Blinde in der Nähe von Jericho, daß er an den Herrn glaubte? (Siehe Lukas 18:38–42.) Inwiefern sind Sie gesegnet worden, weil Sie an Jesus Christus glauben?

• Wie zeigte der Mann seine Dankbarkeit, als er wieder sehen konnte? (Siehe Lukas18:43; siehe auch Markus 10:52.) Wie können wir dem Herrn unsere Dankbarkeit zeigen?

3. Jesus wird im Haus des Zachäus aufgenommen.

Lesen und besprechen Sie Lukas 19:1–10.

• Wer war Zachäus? (Siehe Lukas19:2. Zöllner sind Juden, die für die römische Regierung Steuern eintreiben. Im allgemeinen mochten die Juden die Zöllner nicht, weil sie sie als Verräter und Sünder betrachteten.)

• Wie zeigte Zachäus, wie sehr er wünschte, Jesus zu sehen? (Siehe Lukas 19:3,4.) Was sagte Jesus zu ihm, nachdem er ihn im Baum entdeckt hatte? (Siehe Lukas 19:5.) Wie reagierte Zachäus auf die Worte Jesu? (Siehe Lukas 19:6.) Was können wir tun, um den Erretter bei uns zu Hause freudig aufzunehmen?

• Wie reagierten die Menschen, als Jesus mit Zachäus mitging? (Siehe Lukas 19:7.) Wodurch unterschied sich die Reaktion von Jesus von der der anderen? (Siehe Lukas 19:5.) Was können wir aus dieser Geschichte von Jesus lernen?

• Viele Leute mieden Zachäus, weil er Zöllner war (Lukas 19:2,7). Inwiefern urteilen wir manchmal ähnlich anderen gegenüber? Warum ist es wichtig, daß wir andere nicht ausschließen oder denken, wir wären besser als sie? (Siehe Alma 5:54–56; 38:13,14.) Wie können wir unfreundliche bzw. schlechte Gefühle anderen gegenüber überwinden?

Elder Joe J. Christensen hat gesagt: „Es gibt Jugendliche, die jeden Morgen aufwa- chen und große Angst davor haben, zur Schule zu gehen, oder sogar Angst haben, zu einer Veranstaltung in der Kirche zu gehen, weil sie sich davor fürchten, wie sie behandelt werden. Ihr habt die Macht, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. … Der Herr verläßt sich darauf, daß ihr sie aufbaut und aufmuntert. Denkt weniger an euch selbst und mehr daran, wie ihr anderen behilflich sein könnt, sogar in eurer Familie.“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 37,38.)

4. Jesus weckt Lazarus von den Toten auf.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Johannes 11:1–54. Kurz nachdem Jesus zu Zachäus gekommen war, bekam er von Maria und Marta die Nachricht, daß ihr Bruder Lazarus, ein guter Freund von Jesus, krank war (Johannes 11:1–5). Nach zwei Tagen wies Jesus seine Jünger an, mit ihm nach Betanien, dem Dorf in Judäa zu gehen, in dem Maria, Marta und Lazarus wohnten (Johannes 11:6,7).

• Als Jesus in Betanien ankam, war Lazarus bereits seit vier Tagen tot (Johannes 11:17). Was machte Marta, als sie hörte, daß Jesus gekommen war? (Siehe Johannes 11:20.) Was bewegt Sie, wenn Sie an Martas Zeugnis von der göttlichen Mission des Erretters denken? (Siehe Johannes 11:21–27.)

• Was machte Jesus, als er Maria und die anderen weinen sah? (Siehe Johannes11:33–35.) Welche Gefühle haben Sie für Jesus, wenn Sie diesen Bericht lesen?

• Marta hatte zwar ein starkes Zeugnis, trotzdem schien ihr Glaube schwach zu sein, als Jesus sagte, der Stein solle vom Grab des Lazarus entfernt werden (Johannes 11:39). Wie half Jesus ihr? (Johannes 11:40.) Was können wir daraus über die Erwartungen des Herrn uns gegenüber lernen?

• Jesus betete, bevor er Lazarus von den Toten auferweckte. Was erfahren wir daraus über sein Verhältnis zum Vater? (Siehe Johannes 11:41,42.) Wie können wir dem Beispiel Jesu in unserem persönlichen Gebet und im Familiengebet folgen?

Zeigen Sie das Bild „Jesus weckt Lazarus von den Toten auf“, und bitten Sie jemanden, Johannes 11:43,44 vorzulesen.

• Jesus hatte bereits zwei Menschen von den Toten erweckt (Markus 5:22–24,35–43; Lukas 7:11–17). Wodurch unterschied sich die Auferweckung des Lazarus von den zwei vorherigen Ereignissen? (Die Tochter des Jaïrus und der Sohn der Witwe von Naïn wurden von den Toten auferweckt, kurz nachdem sich Körper und Geist getrennt hatten. Sie waren noch nicht ins Grab gelegt worden. Lazarus war aber schon seit vier Tagen tot und sein Körper war bereits in einem Grab.)

• Inwiefern war das Wunder der Auferweckung des Lazarus ein Zeugnis von der göttli- chen Mission des Erretters? Welchen Einfluß hatte dieses Wunder auf die Menschen, die dabei waren? (Siehe Johannes 11:45,46.) Inwiefern stärkt dieses Wunder Ihren Glauben an den Erretter?

Zum Abschluß

Die Grundsätze, die in den besprochenen Ereignissen gelehrt werden, können unseren Glauben an den himmlischen Vater und Jesus Christus stärken. Sprechen Sie noch einmal kurz darüber, und lesen Sie danach das folgende Zitat von Elder Thomas S. Monson:

„Die Zeit ist vergangen, aber nicht die Fähigkeit des Erretters, das Leben der Menschen zu ändern. Was er zu dem toten Lazarus gesagt hat, das sagt er auch Ihnen und mir: ,Komm heraus.‘ Komm heraus aus der Trauer der Sünde. Komm heraus aus dem Tod des Unglaubens. Komm heraus zu einer Erneuerung des Lebens. Komm heraus.“ (Der Stern, Oktober 1974, Seite 434.)

Regen Sie die Teilnehmer an, nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie ihren Glauben an den himmlischen Vater und Jesus Christus stärken können.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können diesen Vorschlag im Unterricht verwenden.

Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner

Lesen und besprechen Sie das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner (Lukas 18:9–14).

• Wie würden Sie das Gebet des Pharisäers in diesem Gleichnis beschreiben? Wie würden Sie das Gebet des Zöllners beschreiben?

• Was bedeutet die Aussage: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden“? (Siehe Lukas 18:14; Ether 12:27.)