„Meine Seele preist die Größe des Herrn“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll größeren Glauben an Jesus Christus entwickeln, indem er das Leben von Elisabeth, Zacharias, Johannes dem Täufer, Maria und Josef studiert.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Lukas 1:5–25,57–80. Der Engel Gabriel erscheint dem Zacharias und sagt ihm, daß seine Frau Elisabet als Antwort auf ihr Beten einen Sohn gebären wird. Dieser Sohn wird die Menschen auf den Herrn vorbereiten und soll Johannes genannt werden. Zacharias zweifelt an den Worten Gabriels und wird mit Stummheit bestraft. Elisabet empfängt in hohem Alter ein Kind, und Johannes wird geboren. Zacharias zeigt erneut seinen Glauben und prophezeit von der Mission des Johannes.

    2. b)

      Lukas 1:26–56; Matthäus 1:18–25. Der Engel Gabriel sagt Maria, sie werde die Mutter des Sohnes Gottes sein. Maria und ihre Cousine Elisabet freuen sich über die Nachricht, daß der Erretter kommen werde. Josef erfährt, daß Maria den Erretter zur Welt bringen wird.

  2. 2.

    Verwenden Sie die folgenden Bilder (falls verfügbar) im Unterricht: „Johannes predigt in der Wüste“ (62132; Bilder zum Evangelium, Nr. 207) und „Die Verkündigung – Der Engel Gabriel erscheint Maria“ (Bilder zum Evangelium, Nr. 241).

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: Wenn jemand mit der Macht des Heiligen Geistes unterrichtet, „so trägt die Macht des Heiligen Geistes es den Menschenkindern ins Herz“ (2 Nephi 33:1). Wenn die Teilnehmer den Einfluß des Geistes verspüren, so stärkt das ihr Zeugnis, ihre Liebe zum Herrn und füreinander und ihre Bereitschaft, sich zu einem rechtschaffenen Leben zu verpflichten. Denken Sie gebeterfüllt darüber nach, was Sie tun können, um den Geist jedesmal bei sich zu haben, wenn Sie unterrichten. (Siehe Seite V–VI in diesem Leitfaden und Lehren – die größte Berufung, Seite 21f., 111f.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Stellen Sie die folgenden Fragen:

• Wenn Sie die Gelegenheit hätten, jemand aus dem Neuen Testament, Jesus ausgenommen, zu treffen, wen würden Sie sich wünschen? Warum würden Sie denjenigen gerne kennenlernen?

Lassen Sie einige Teilnehmer darauf antworten. Sagen Sie dann, daß wir uns oft zu rechtschaffenen Menschen hingezogen fühlen, weil sie dem Erretter folgen und von ihm Zeugnis ablegen. Wenn wir diese Menschen besser kennenlernen, lernen wir auch Jesus Christus besser kennen. In dieser Lektion werden einige Menschen erwähnt, deren rechtschaffenes Beispiel uns helfen kann, ihm näher zu kommen.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie bei den folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten. Es wird schwierig sein, jede Frage zu stellen oder jeden Punkt zu behandeln, die in dieser Lektion vorkommen. Wählen Sie deshalb gebeterfüllt die Punkte aus, die den Bedürfnissen der Klasse am besten gerecht werden.

1. Johannes der Täufer wird als Sohn von Elisabet und Zacharias geboren.

Besprechen Sie Lukas 1:5–25,57–80. Bitten Sie einige Teilnehmer, ausgewählte Verse laut vorzulesen.

• Wie werden Elisabet und Zacharias in den Versen beschrieben? (Siehe Lukas 1:6–9.)

• Um welche Segnung hatten Zacharias und Elisabet gebetet? (Siehe Lukas 1:7,13.) Wie wurde dieses Gebet letztlich beantwortet? (Siehe Lukas1:11–13,24,25. Heben Sie hervor, daß Zacharias und Elisabeth wahrscheinlich viele Jahre lang um ein Kind gebetet hatten. Doch der himmlische Vater hatte ihnen diese Segnung nicht gewährt, bis die Zeit gekommen war, seine Absichten zu erfüllen.) Wie können wir glaubenstreu bleiben und uns nicht entmutigen lassen, wenn unsere aufrichtigen Gebete nicht unmittelbar beantwortet werden, so wie wir uns dies wünschen?

• Was prophezeite Gabriel in bezug auf die Mission des Johannes? (Siehe Lukas 1:14–17. Zeigen Sie das Bild „Johannes predigt in der Wüste“. Fassen Sie die Prophezeiungen von Gabriel an der Tafel zusammen. Besprechen Sie, was die Prophezeiungen bedeuten, wie Johannes sie erfüllt hat und wie wir dem Beispiel des Johannes folgen können.)

  1. a)

    Johannes wird „viele [Menschen] … zum Herrn, ihrem Gott, bekehren“ (Lukas 1:16).

  2. b)

    Er wird „das Herz der Väter wieder den Kindern [zuwenden]“ (Lukas 1:17).

  3. c)

    Er wird „die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit führen“ (Lukas 1:17).

  4. d)

    Er wird „das Volk für den Herrn bereit … machen“ (Lukas 1:17).

Hinweis: Johannes der Täufer war „der herausragende Träger des Aaronischen Priestertums in der gesamten Geschichte“ (Bible Dictionary, “John the Baptist”, 714). Vielleicht möchten Sie besprechen, wie die oben angeführten Punkte über die Mission des Johannes sich auch auf jeden in der Klasse beziehen, der das Aaronische Priestertum trägt.

• Was geschah mit Zacharias, als er die Worte des Engels anzweifelte? (Siehe Lukas 1:18–20.) Wie zeigten die Handlungen des Zacharias nach der Geburt von Johannes, daß er wieder Glauben hatte? (Siehe Lukas 1:59–63. Er und Elisabet nannten ihren Sohn Johannes und gehorchten damit dem Gebot Gottes; sie hielten sich damit nicht an die damalige Tradition.)

• Als Zacharias von der Mission seines Sohnes prophezeite, sprach er auch von Erlö- sung, Errettung, Sündenvergebung, Barmherzigkeit und Licht (Lukas 1:68–79). Auf wen bezog er sich, als er von all dem sprach? (Jesus Christus.) Bitten Sie jemanden, Johannes 1:6–9 vorzulesen. Bezeugen Sie, daß wir unser Wirken auch wie Johannes der Täufer darauf ausrichten sollen, anderen zu helfen, zu Christus zu kommen.

• Nach der Geburt wuchs Johannes heran und „sein Geist wurde stark“ (Lukas 1:80). Warum mußte der Geist von Johannes wohl stark werden, damit er seine Mission erfüllen konnte? Was können wir tun, damit unser Geist stark wird?

2. Maria und Josef erfahren, daß Maria die Mutter des Sohnes Gottes sein wird.

Lesen und besprechen Sie einige Verse aus Lukas 1:26–56 und Matthäus 1:18–25. Zeigen Sie das Bild von der Verkündigung.

• Was erfuhr Maria vom Engel Gabriel? (Siehe Lukas 1:26–33.) Warum mußte der Erretter Sohn einer sterblichen Mutter und eines unsterblichen Vaters sein?

Elder Bruce R. McConkie hat folgendes über Jesus Christus gesagt: „Gott war sein Vater, von dessen unsterblicher Persönlichkeit erbte er die Macht der Unsterblichkeit. Das ist die Macht, für immer zu leben; oder, hat man sich entschlossen zu sterben, ist es die Macht, in Unsterblichkeit wieder aufzuerstehen, um später für immer zu leben und nie mehr Verweslichkeit zu erfahren …

… Maria war seine Mutter, von dieser sterblichen Frau erbte er die Macht der Sterblichkeit. Das ist die Macht zu sterben …

Diese … Mischung von Göttlichem und Sterblichem in einer Person befähigte unseren Herrn, das unbegrenzte und ewige Sühnopfer zu vollbringen. Weil Gott sein Vater war und Maria seine Mutter, hatte er die Macht, zu leben oder zu sterben, so wie er sich entschied. Und als er sein Leben niedergelegt hatte, hatte er die Macht, es wieder zu nehmen, und dann, auf für uns unbegreifliche Weise, die Folgen dieser Auferstehung an alle Menschen weiterzugeben, damit alle sich aus dem Grabe erheben könnten.“ (The Promised Messiah [1978], 470, 471.)

• Was können wir von Maria aus dem Gespräch, das sie mit dem Engel und mit Elisabet geführt hat, erfahren? (Siehe Lukas 1:26–38,45–49; siehe auch Alma 7:10. Fassen Sie die Antworten der Teilnehmer an der Tafel zusammen. Falls Sie Jugendliche unterrichten, könnten Sie vorschlagen, Maria als ein Vorbild einer rechtschaffenen Jungen Dame zu betrachten.)

  1. a)

    Maria hatte bei Gott Gnade gefunden (siehe Lukas 1:28,30). Was bedeutet es, Gnade bei Gott zu finden? Wo suchen sonst Menschen Gnade oder Gunst? Warum kann es schwierig sein, vor Gott Gnade oder Gunst zu finden, wenn man sie auch woanders sucht?

  2. b)

    Maria war so würdig, daß der Herr mit ihr sein konnte (Lukas 1:28). Was können wir tun, um dieser Segnung würdig zu sein?

  3. c)

    Maria war demütig und unterwarf sich dem Willen des Herrn (Lukas 1:38,48). Warum ist es für uns wichtig, uns dem Willen des Herrn zu unterwerfen? Wie können wir demütiger und gehorsamer werden?

  4. d)

    Maria jubelte über Gott (Lukas 1:47). Wie können wir über den Erretter „jubeln“?

• Warum freuten sich Elisabet und ihr ungeborener Sohn, als Maria zu Besuch kam? (Siehe Lukas 1:39–44; siehe auch Lukas 1:15. Weisen Sie darauf hin, daß es eine der wichtigsten Aufgaben des Heiligen Geistes ist, von Jesus Christus Zeugnis abzulegen.) Wenn es angebracht erscheint, erzählen Sie, wie der Heilige Geist Ihnen geholfen hat, ein Zeugnis von Jesus Christus zu bekommen; bitten Sie andere, dies ebenfalls zu tun.

• Wie wurde Josefs Liebe zu Maria auf die Probe gestellt? (Siehe Matthäus 1:18.) Wie reagierte Josef, als er erfuhr, daß Maria schwanger war? (Siehe Matthäus 1:19. Weisen Sie darauf hin, daß Josef Maria dem Gesetz entsprechend der Verletzung des Ehebündnisses hätte anklagen können. Er hätte sie vor ein öffentliches Gericht bringen können. Ein solches Gericht konnte die Todesstrafe aussprechen. Dies wollte Josef nicht. So beschloß er, Maria heimlich aus dem Ehevertrag zu entlassen.)

• Wie half der himmlische Vater dem Josef dabei, Marias Zustand zu akzeptieren und sich auf seine Aufgaben vorzubereiten? (Siehe Matthäus 1:20–23.) Was unternahm Josef als Reaktion auf seinen Traum? (Siehe Matthäus 1:24,25.) Was erfahren wir dabei über seinen Charakter?

Zum Abschluß

Bitten Sie jemanden, Lukas 1:46 vorzulesen. Sagen Sie, daß Maria den Herrn pries und auch anderen half, seine Größe zu erkennen.

• Wie können wir durch Elisabet, Zacharias, Johannes den Täufer, Maria und Josef die Größe des Erretters erkennen und mehr Glauben an ihn entwickeln? Wie können wir anderen helfen, mehr Glauben an Jesus Christus zu haben?

Drücken Sie Ihre Dankbarkeit dafür aus, daß uns Elisabet, Zacharias, Johannes der Täufer, Maria und Josef ein Beispiel für Rechtschaffenheit gegeben haben. Bezeugen Sie, daß das Besprochene wahr ist.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können den Vorschlag im Unterricht verwenden.

„So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen“ (Lukas 1:4)

• Lukas richtete sein Zeugnis an Theophilus (Lukas 1:3). Zu welchem Zweck schrieb Lukas sein Zeugnis nieder? (Siehe Lukas 1:3,4. Um Theophilus dabei zu helfen, Gewißheit von Lehren zu erlangen, in denen er bereits unterrichtet worden war.) Inwiefern stärkt es Ihr Zeugnis, wenn andere über vertraute Lehren und gut bekannte Begebenheiten aus der Schrift Zeugnis ablegen?