„Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll angeregt werden, dem Beispiel Jesu zu folgen und einander zu lieben und zu dienen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Lukas 22:7–30. Jesus versammelt sich mit seinen Zwölf Aposteln, um das Paschafest zu feiern. Er führt das Abendmahl ein und lehrt die Apostel, einander zu dienen.

    2. b)

      Johannes 13. Jesus wäscht den Aposteln die Füße und gebietet ihnen, einander zu lieben.

    3. c)

      Johannes14:1–15;15. Jesus lehrt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Er vergleicht sich selbst mit einem Weinstock, seine Jünger mit den Weinreben. (Hinweis: Die Verse in Kapitel 14 und 15, die sich mit dem Tröster beschäftigen, werden in Lektion 24 behandelt.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Matthäus 26:1–5,14–35; Markus 14:1,2,10–31.

  3. 3.

    Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchführen wollen, bitten Sie einen Solisten, eine Gesangsgruppe Erwachsener oder Kinder, zu Beginn der Klasse das Lied „Liebet einander“ (Gesangbuch, Nr. 200) vorzusingen. Vielleicht können Sie, falls dies nicht möglich ist, eine Tonbandaufnahme vorspielen oder das Lied gemeinsam mit der Klasse singen.

  4. 4.

    Verwenden Sie folgendes Material (falls verfügbar) im Unterricht:

    1. a)

      Die Bilder „Das Abendmahl“ (62174; Bilder zum Evangelium, Nr. 225) und „Jesus wäscht den Aposteln die Füße“ (62550; Bilder zum Evangelium, Nr. 226).

    2. b)

      Eine kleine Pflanze, um Johannes 15:1–8 zu veranschaulichen.

  5. 5.

    Anregung für den Unterricht: Es ist eine gute Möglichkeit, den Geist einzuladen, wenn Sie ein Kirchenlied oder PV-Lied singen, das zur Lektion paßt. Der Herr hat gesagt: „Meine Seele erfreut sich am Lied des Herzens; ja, das Lied der Rechtschaffenen ist ein Gebet zu mir, und es wird ihnen mit einer Segnung auf ihr Haupt beantwortet werden.“ (LuB 25:12; siehe auch Kolosser 3:16.) Kirchen- und PV-Lieder können dazu beitragen, daß die Teilnehmer die Lehren des Evangeliums lernen. (Siehe Lehren – die größte Berufung, Seite 208–211.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Der Solist oder die Gesangsgruppe soll das Lied „Liebet einander“ vorsingen. Sie können auch eine Tonbandaufnahme vorspielen oder das Lied gemeinsam mit der Klasse singen (siehe Abschnitt „Vorzubereiten“).

Erklären Sie, daß sich der Text des Liedes auf Johannes 13:34,35 bezieht. Alle sollen die Schriftstelle aufschlagen; bitten sie dann jemand, die Verse laut vorzulesen. Weisen Sie darauf hin, daß Jesus diese Worte beim letzten Abendmahl gesprochen hat. In dieser Lektion wird dieses Gebot und anderes besprochen, was Jesus bei diesem Zusammensein mit seinen Aposteln gesagt und getan hat.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie bei den folgenden Schriftstellen, inwiefern die Worte und Taten des Erretters beim letzten Abendmahl zeigen, daß er seine Apostel und uns liebt. Helfen Sie den Teilnehmern zu verstehen, daß Jesus möchte, daß wir seinem Beispiel folgen und andere lieben und ihnen dienen.

1. Jesus führt das Abendmahl ein.

Besprechen Sie Lukas 22:7–30. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus laut vorzulesen. Weisen Sie darauf hin, daß dieses Paschamahl, das Jesus mit seinen Aposteln am Tag vor seiner Kreuzigung zu sich nahm, oft als das letzte Abendmahl bezeichnet wird. Zeigen Sie das Bild „Das Abendmahl“.

• Als Jesus mit seinen Aposteln zusammenkam, um das Paschamahl einzunehmen, führte er die heilige Handlung des Abendmahls ein. Was sagte er seinen Aposteln über den Zweck des Abendmahls? (Siehe Lukas 22:19,20. Es sollte sie an ihn und das Sühnopfer erinnern.) Inwiefern hilft Ihnen die Teilnahme am Abendmahl, an den Erretter zu denken?

Elder Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Seit dieser Begebenheit in einem Obergeschoß, unmittelbar vor Getsemani und Golgota, haben die Kinder der Verheißung immer in dem Bund gestanden, des Sühnopfers Christi auf diese neue, höhere, heiligere und persönliche Weise zu gedenken. … Wenn es für uns so wichtig ist, an ihn zu denken, was kommt uns dann in den Sinn, wenn uns diese schlichten und kostbaren Symbole dargereicht werden?“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 61,62.)

Besprechen Sie die Antworten auf die Frage von Elder Holland. Dabei können folgende Punkte zur Sprache kommen, die Elder Holland vorschlägt, um an den Erretter zu denken. (Siehe Der Stern, Januar 1996, Seite 62,63.)

  1. a)

    An seine Liebe und Macht beim großen Rat im Himmel.

  2. b)

    Daran, daß er der Schöpfer des Himmels und der Erde ist.

  3. c)

    An alles, was er im vorirdischen Dasein als Jahwe getan hat.

  4. d)

    An die schlichte Größe seiner Geburt.

  5. e)

    An seine Lehren.

  6. f)

    An seine Wunder und Heilungen.

  7. g)

    Daran, daß „alles, was gut ist, [von Christus kommt]“ (Moroni 7:24).

  8. h)

    An die schlechte Behandlung, die Ablehnung und das Unrecht, das er erduldet hat.

  9. i)

    Daß er unter alles hinabgestiegen ist, um sich über alles zu erheben.

  10. j)

    Daß er sein Opfer dargebracht und für uns alle diese Schmerzen ertragen hat.

• Warum ist es wichtig, jede Woche am Abendmahl teilzunehmen? Wie können wir uns geistig auf die Teilnahme am Abendmahl vorbereiten?

• Beim letzten Abendmahl stritten die Apostel wieder untereinander, „wer von ihnen wohl der Größte sei“ (Lukas 22:24; siehe auch Matthäus 18:1; Lukas 9:46). Inwiefern wollen auch wir manchmal als größer als andere gelten? Wie können wir solche Gefühle überwinden?

• Was lehrte uns der Herr über wahre Größe? (Siehe Lukas 22:25–27; siehe auch Matthäus 20:25–28.) Wie lebte er selbst uns dies vor? Wie können wir seinem Beispiel folgen?

2. Jesus wäscht den Aposteln die Füße und gibt ihnen das Gebot, einander zu lieben.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Johannes 13. Zeigen Sie das Bild „Jesus wäscht den Aposteln die Füße“. Erklären Sie, daß Jesus, nachdem er mit den Aposteln das letzte Abendmahl eingenommen hatte, jedem von ihnen die Füße wusch (Johannes 13:4,5). Normalerweise machte dies ein Diener, wenn ein Gast eintraf. Jesus machte das unter anderem deswegen, weil er seine Apostel über Demut und Dienen belehren wollte.

• Warum wohl wollte Simon Petrus nicht zulassen, daß Jesus ihm die Füße wusch? (Siehe Johannes 13:6,8. Er dachte, es wäre nicht richtig, daß der Herr das tat, was einem Diener zustand.) Was antwortete Jesus? (Siehe Johannes 13:8.)

• Was sagte Jesus den Aposteln, warum er ihnen die Füße wusch? (Siehe Johannes 13:12–17. Er sagte ihnen, sie sollten seinem Beispiel folgen und so wie er dienen.) Auf welche Weise hat Sie der Dienst am Nächsten glücklich gemacht?

• Was können wir aus den Worten Jesu darüber lernen, was einen guten Führer ausmacht? Wie können wir seinem Beispiel folgen, wenn wir andere führen sollen?

• Jesus sagte seinen Jüngern beim letzten Abendmahl wiederholt, daß sie einander lieben sollten (Johannes 13:34,35; 15:12,17.) Was können wir im einzelnen tun, um dem Beispiel von Jesus Christus zu folgen und so zu lieben wie er?

3. Jesus lehrt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ und „ich bin der wahre Weinstock“.

Besprechen Sie Johannes 14:1–15; 15. Bitten Sie die Teilnehmer, ausgewählte Verse laut vorzulesen.

• Warum war Thomas beunruhigt, als Jesus seinen Aposteln sagte: „Wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr“? (Siehe Johannes 14:4,5.) Was sagte Jesus zu Thomas? (Siehe Johannes 14:6.) Warum ist Jesus der einzige Weg, auf dem wir zum himmlischen Vater gelangen können?

• Jesus lehrte seine Jünger, sie sollten anderen ihre Liebe dadurch zeigen, daß sie ihnen dienten. Wodurch sollten sie ihre Liebe ihm gegenüber zeigen? (Siehe Johannes 14:15.) Wie zeigen wir durch Gehorsam unsere Liebe zum Herrn?

• Jesus verwendete das Symbol des Weinstocks, als er seine Apostel belehrte (Johannes 15:1–8). Wen stellt der Weinstock dar? Wer ist der Winzer? Wer sind die Reben? (Siehe Johannes 15:1,5.)

Falls Sie eine Pflanze mitgebracht haben, zeigen Sie sie jetzt.

• Was passiert mit einem Blatt oder Zweig, der von der Pflanze abgeschnitten wird? Inwiefern ist unsere Beziehung zum Erretter so wie die Beziehung eines Blattes oder Astes zum Stamm der Pflanze?

• Was machte der Winzer in der Rede des Erretters mit den Weinreben, die keine Frucht hervorbrachten? (Siehe Johannes 15:2.) Was machte er mit den Reben, die Frucht hervorbrachten? (Siehe Johannes 15:2.) Was bedeutet das für uns?

• Jesus hat gelehrt: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Johannes 15:5.) Inwiefern haben Sie festgestellt, daß das wahr ist?

• Was ist laut Johannes 15:13 der größte Liebesbeweis? Was sagt uns das über die Liebe des Erretters zu uns?

Zum Abschluß

Bezeugen Sie, daß Jesus uns liebt und möchte, daß wir einander lieben und dienen. Fordern Sie die Teilnehmer auf, während des Abendmahls jede Woche an das Sühnopfer Christi und seine Liebe für uns zu denken.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge im Unterricht verwenden. 1. Den Namen Christi auf uns nehmen

Sie können sich, wenn Sie über das Abendmahl sprechen, auch damit befassen, was es bedeutet, den Namen Christi auf uns zu nehmen. Die Beantwortung der folgenden Fragen ist einer Ansprache entnommen, die Elder Dallin H. Oaks während der General- konferenz im April 1985 gehalten hat (siehe Der Stern, Oktober 1985, Seite 74–77).

• Wann nehmen wir den Namen Christi auf uns?

  1. a)

    Wenn wir in seine Kirche getauft werden (2 Nephi 31:13; Mosia 25:23; Moroni 6:3; LuB 18:22–25; 20:37).

  2. b)

    Wenn wir das Abendmahl nehmen und dabei das Taufbündnis erneuern (Moroni 4:3; 5:2; LuB 20:77,79).

  3. c)

    Wenn wir unseren Glauben an ihn öffentlich verkünden.

  4. d)

    Wenn wir die Vollmacht auf uns nehmen, in seinem Namen zu handeln und diese Vollmacht ausüben.

  5. e)

    Wenn wir an den heiligen Handlungen des Tempels teilnehmen.

• Was versprechen wir, wenn wir den Namen Christi auf uns nehmen?

  1. a)

    Wir bekunden, daß wir willig sind, das Werk in seinem Reich zu tun und daß wir fest entschlossen sind, ihm bis ans Ende zu dienen (LuB 20:37; Moroni 6:3).

  2. b)

    Wir versprechen, daß wir fest entschlossen sind, ihm nachzufolgen, ihm zu gehorchen und von unseren Sünden umzukehren (2 Nephi 31:13; Mosia 5:8).

• Was verheißt uns Jesus, wenn wir seinen Namen auf uns nehmen? (Wir werden seine Söhne und Töchter und tragen seinen Namen. Wer am letzten Tag mit seinem Namen gerufen werden wird, wird erhöht werden; siehe Mosia 5:7–9;15:12; Alma 5:14; 3 Nephi 27:5,6; LuB 76:55,58,62).

2. Video

Abschnitt 5 von „Begriffe im Neuen Testamten“ in Das Neue Testament – Videos (56914 150) enthält einige Informationen im Zusammenhang damit, was zur Zeit des Neuen Testaments bei einem Festmahl üblich war. Der Abschnitt kann den Teilnehmern helfen, sich vorzustellen, wie es beim Abendmahl zuging, und was „an der Seite Jesu liegen“ bedeutet (siehe Johannes 13:23).

3. Darbietung von Teilnehmern

Für manche, insbesondere aber für Jugendliche sind Vergleiche, wie z. B. „Ich bin der wahre Weinstock“ schwer zu verstehen. Um die Liebe, die Jesus Christus für uns hat, noch deutlicher zu machen, können Sie ein oder zwei Teilnehmer bitten zu erzählen, wann sie die Liebe des Erretters gespürt haben. Sie sollen erzählen, wie sie dadurch gestärkt worden sind, so wie der Weinstock den Blättern und Zweigen Kraft gibt. Sprechen Sie mit den Betreffenden zumindest eine Woche im voraus, und regen Sie sie dazu an, bei der Auswahl des Beispiels und der Darbietung nach der Führung des Heiligen Geistes zu trachten.