Jesus Christus: Der „Urheber und Vollender des Glaubens“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll daran erinnert werden, daß Errettung durch Glauben an Jesus Christus und Gehorsam seinen Geboten gegenüber zustande kommt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Hebräer 1–4. Paulus bezeugt, daß Jesus Christus, der einziggezeugte Sohn des himmlischen Vaters und unser Erretter ist.

    2. b)

      Hebräer 5; 6:20; 7. Paulus erklärt, daß das Melchisedekische Priestertum ein Teil der Fülle des Evangeliums ist.

    3. c)

      Hebräer 8:1–10:18. Paulus lehrt, daß das Gesetz Mose der alte Bund zwischen Gott und seinen Kindern war; das Evangelium Jesu Christi jedoch ist der neue Bund. Der alte Bund war ein Sinnbild oder Symbol für den neuen Bund, doch nur der neue Bund hat die Macht zu erretten.

    4. d)

      Hebräer 10:19–11:40. Paulus ermahnt die Heiligen, an Jesus Christus zu glauben, damit sie einen Platz im Reich Gottes ererben können.

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Hebräer 6; 12; 13.

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: Achten Sie darauf, daß Ihr Unterricht nicht einem Vortrag gleicht. Manchmal müssen Sie kurz etwas vortragen, um Wissen zu vermitteln, aber der Unterricht verliert an Wirksamkeit, wenn Sie den Unterrichtsstoff nur vortragen. Wenn Sie etwas zur Kenntnis gebracht oder einen Grundsatz erklärt haben, so müssen Sie danach Augenmerk darauf legen, daß die Teilnehmer darauf antworten und ihre Meinung äußern können. (Lehren – die größte Berufung, Seite 189,190.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Beschreiben Sie die folgenden Situationen, und bitten Sie die Teilnehmer, eine Schriftstelle zu finden, die in einer dieser Situationen verwendet werden könnte. (In Klammern finden Sie einige Vorschläge.)

  1. 1.

    Ein Kind hat gerade in der Primarvereinigung gelernt, daß Jesus Christus die Welt erschaffen hat, und es möchte von Ihnen wissen, wo das in der Schrift steht. (Hebräer 1:2; Johannes 1:1–3,10; Epheser 3:9; Mosia 3:8.)

  2. 2.

    Eine Freundin hat einige Schwierigkeiten und fragt sich, ob sich der Erretter um sie persönlich kümmert oder versteht, was sie durchmachen muß. (Hebräer 2:6–8,18; 2Nephi 1:15; Alma 7:11,12.)

  3. 3.

    Ein Freund, der kein Mitglied der Kirche ist, fragt sich, ob jemand wirklich das Priestertum tragen muß, um die Taufe und andere heilige Handlungen durchzuführen. (Hebräer 5:1,4; Exodus 28:41; Johannes 15:16.)

Bitten Sie ein oder zwei Teilnehmer, die Schriftstellen vorzulesen, die sie für jede Situation ausgesucht haben. Erklären Sie, daß der Brief des Paulus an die Hebräer Schriftstellen enthält, die man in jeder dieser drei Situationen verwenden kann. Bitten Sie die Teilnehmer, auf diese Schriftstellen zu achten, während Sie über den Hebräerbrief sprechen.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie bei den folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

Erklären Sie: Auf allen seinen Missionsreisen war Paulus bemüht, die Mitglieder der Kirche davon zu überzeugen, daß sie nicht länger nach dem Gesetz Mose leben sollten. Die jüdischen Christen waren zwar darüber belehrt worden, daß die Errettung durch den Glauben an Jesus Christus kommt, trotzdem glaubten weiterhin viele, der Gehorsam dem Gesetz Mose gegenüber wäre für ihre Errettung wesentlich. Paulus schrieb den Brief an die Hebräer, um von neuem zu betonen, daß das Gesetz Mose in Christus erfüllt sei.

1. Jesus Christus ist der einziggezeugte Sohn des himmlischen Vaters und unser Erretter.

Besprechen Sie Hebräer 1–4. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus vorzulesen.

• Was erfahren wir aus Hebräer 1 über Jesus Christus? (Schreiben Sie die Antworten an die Tafel. Die Antworten können untengenannte Punkte beinhalten.)

  1. a)

    Er hat die Welt erschaffen (Vers 2,10).

  2. b)

    Er ist das Abbild Gott Vaters (Vers 3).

  3. c)

    Er hat für unsere Sünden gesühnt (Vers 3).

  4. d)

    Er ist der erstgeborene Sohn Gott Vaters (Vers 5,6,).

  5. e)

    Seine Herrlichkeit und Macht sind ewig und unveränderlich (Vers 8,12).

• Paulus hat gesagt, der Sohn Gottes sei „um so viel erhabener geworden als die Engel“ (Hebräer 1:4), und er sei „nur für kurze Zeit unter die Engel erniedrigt“ (Hebräer 2:9). Inwiefern wurde Jesus „für kurze Zeit unter die Engel erniedrigt“? (Siehe Mosia 13:34,35. Er kam als sterbliches Wesen auf die Welt und war dem Schmerz und Tod unterworfen.) Warum war das notwendig? (Siehe Hebräer 2:9,10,16–18; 4:15,16; siehe auch Matthäus 23:10,11.)

• Paulus ermutigte die Heiligen, rechtschaffen zu leben, damit sie in die Ruhe des Herrn eingehen könnten (Hebräer 3:7–19; 4:1–11). Was bedeutet es, in die Ruhe des Herrn einzugehen? (Siehe LuB 84:23,24; 3 Nephi 27:19.) Was sagte Paulus darüber, warum manche Kinder Israel zur Zeit des Mose nicht in die Ruhe des Herrn eingehen konnten? (Siehe Hebräer 3:7–11,16–19; 4:1,2.) Wie können wir einander helfen, würdig zu werden, um in die Ruhe des Herrn einzugehen? (Siehe Hebräer 3:13,14; 4:11; Alma 13:12,13,16.)

2. Das Melchisedekische Priestertum ist ein Teil der Fülle des Evangeliums.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Hebräer 5; 6:20; 7.

• Was lehrte Paulus darüber, wie ein Mann die Priestertumsvollmacht empfangen und verwenden muß? (Siehe Hebräer 5:1–4.) Warum muß ein Priestertumsträger „von Gott berufen“ werden und warum darf er sich nicht „eigenmächtig diese Würde [nehmen]“?

• Welche Priestertumsvollmacht war mit dem Gesetz Mose verbunden? (Das Aaronische Priestertum; es wird auch das Levitische, das Geringere oder vorbereitende Priestertum genannt. Siehe LuB 84:25–27.) Welche Priestertumsvollmacht trägt Jesus Christus? (Siehe Hebräer 5:5,6; 6:20.) Erklären Sie, daß Jesus auch das Melchisedekische Priestertum wiederherstellte, als er gekommen ist und das Gesetz Mose erfüllt hat. Warum war das notwendig? (Siehe Hebräer 7:11. Das Aaronische Priestertum hat nicht die Vollmacht, alle heiligen Handlungen zu vollziehen, die für die Errettung notwendig sind.)

„Weder das Gesetz des Mose noch das Priestertum Aarons, das darin amtierte, waren dazu imstande, Gottes Kinder zur Vollkommenheit zu führen. Das Aaronische Priestertum ist die geringere Vollmacht und amtiert nur im vorbereitenden Evangelium. Das Melchisedekische Priestertum hingegen ist das höhere Priestertum und hat den Auftrag, die Evangeliumsverordnungen in ihrer ganzen Fülle zu vollziehen. Daher vermag es unser Leben rein zu machen, so daß wir in die Gegenwart des Herrn zurückkehren können.“ (Das Leben und die Lehren Jesu Christi und seiner Apostel, Seite 395,396.)

• Warum heißt das größere Priestertum das Melchisedekische Priestertum? (Siehe LuB 107:2–4.) Inwiefern sind die Mitglieder der Kirche heute dadurch gesegnet, daß sie das Melchisedekische und das Aaronische Priestertum besitzen? Wie hat das Priestertum Sie in Ihrem Leben gesegnet?

3. Das Evangelium Jesu Christi ist der neue Bund zwischen Gott und seinen Kindern.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Hebräer 8:1–10:18. Erklären Sie, daß Paulus die Mitglieder der Kirche daran erinnert hat, daß sie der Dienst im Gesetz Mose auf den Herrn Jesus Christus hingewiesen hat.

• Mose errichtete das Offenbarungszelt, damit die Israeliten dort dem Herrn dienen konnten. Welche Anweisung erhielt Mose laut Hebräer 8:5 dabei vom Herrn? (Erklären Sie, daß die Zeremonien im Offenbarungszelt die „himmlischen Dinge“ wie unten angegeben symbolisieren.)

Heilige Handlungen, die im Offenbarungszelt durchgeführt wurden:

Was symbolisiert das:

a) Die Priester brachten Gott Tiere als Opfer dar (Hebräer 10:1–4,11).

Jesus brachte sich selbst als Opfer für unsere Sünden dar (Hebräer 9:26–28; 10:4–12).

b) Die Priester besprengten den Altar mit dem Blut der geopferten Tiere. Dies symbolisiert die Säuberung und Reinigung des Volkes (Hebräer 9:6,7,19–23).

Das Blut Jesu, das beim Sühnopfer vergossen wurde, säubert und reinigt uns von Sünde (Hebräer 9:11–15).

c) Der Hohepriester ging hinter den Vorhang ins Allerheiligste (Hebräer 9:1–7).

Jesus, der große Hohe Priester, ging selbst durch den Vorhang in den Himmel (Hebräer 9:24).

• Paulus erklärte, daß das Gesetz Mose der alte Bund zwischen Gott und seinem Volk war (Hebräer 8:9; siehe auch Galater 3:24,25). Was ist der neue Bund, den Jesus Christus gebracht hat? (Siehe Hebräer 8:6–8,10–13. Die Fülle des Evangeliums.) Weisen Sie darauf hin, daß der alte Bund im Alten Testament der Bibel beschrieben wird, während der neue Bund im Neuen Testament festgehalten ist.

• Warum war es den Beteiligten nicht möglich, durch den alten Bund vollkommen zu werden? (Siehe Hebräer 10:1–4.) Warum erlangen wir durch den neuen Bund eine größere Hoffnung auf Vervollkommnung? (Siehe Hebräer 10:9–18.)

4. Wer an Jesus Christus glaubt, ererbt einen Platz im Reich Gottes.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse in Hebräer 10:19–11:40. Paulus erklärte, warum die Fülle des Evangeliums ein höheres, vollkommeneres Gesetz ist, das das Gesetz Mose ersetzt. Er ermahnte die Heiligen, diesem „neuen und lebendigen Weg“ zu folgen, indem sie ihren Glauben an Jesus Christus ausübten (Hebräer 10:19–22).

• Was ist das erste bzw. grundlegende Prinzip des Evangeliums? (Siehe 4. Glaubensartikel.) Was ist Glaube? (Siehe Hebräer 11:1; Alma 32:21; Ether 12:6.) Warum ist der Glaube an Jesus Christus für unsere Errettung wesentlich?

• Paulus zählte viele Beispiele auf, wie Menschen Großes durch ihren Glauben an Jesus Christus vollbracht haben. Wen erwähnte er? (Siehe Hebräer 11:4–12,17–34.) Schreiben Sie die Namen derjenigen, die aufgezählt werden, an die Tafel, und besprechen Sie, wie deren Handlungen Glauben erforderten.

Sie können die Klasse in kleine Gesprächsrunden teilen. Jede Gruppe soll über einige Personen sprechen, die in Hebräer 11 erwähnt werden. Lassen Sie ihnen einige Minuten Zeit, um zu besprechen, inwiefern deren Handlungen Glauben erfordert hat. Danach soll jede Gruppe kurz der übrigen Klasse berichten, zu welchem Schluß sie gekommen ist.

• Paulus lehrte auch, daß der Glaube uns in Not und Schwierigkeiten helfen kann (Hebräer 11:32–38). Wie hat der Glaube Ihnen geholfen, mit Schwierigkeiten umzugehen? Wie sind Sie (oder jemand anders) sonst noch gesegnet worden, weil Sie Ihren Glauben an Jesus Christus ausgeübt haben?

Zum Abschluß

Heben Sie hervor, daß wir gesegnet sind, weil wir in einer Zeit leben, in der die Fülle des Evangeliums vorhanden ist. Bezeugen Sie, daß die Errettung durch den Glauben an Jesus Christus und durch Gehorsam zu seinen Geboten kommt. Regen Sie die Klasse an, die Bündnisse und Gebote des wiederhergestellten Evangeliums zu halten.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Gott hält seine Verheißungen

• Was lehrt uns Hebräer 6:10–19 über Gottes Verheißungen für seine Kinder? Was lehrt Vers 15 darüber, daß wir die Verheißungen des Herrn empfangen, wenn wir in Prüfungen standhaft sind? (Siehe auch LuB 82:10.) Wie haben Sie erlebt, daß Gott seine Verheißungen an Sie wahr gemacht hat?

2. „Wen der Herr liebt, den züchtigt er“ (Hebräer 12:6)

Bitten Sie jemand, Hebräer 12:5–11 vorzulesen.

• Wie züchtigt uns der Herr? Inwiefern ist es „zu unserem Besten“, wenn der Herr uns züchtigt? (Siehe Hebräer 12:10; LuB 61:8; 95:1; 101:5.) Inwiefern können wir aus Züchtigung lernen und dadurch wachsen? Bitten Sie die Teilnehmer, von Erlebnissen zu erzählen, wo sie etwas gelernt haben, weil sie vom Herrn gezüchtigt worden sind.