„Damit wir zum vollkommenen Menschen werden“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll verstehen, daß wir, um „zum vollkommenen Menschen werden“ (Epheser 4:13) zu können, größeren Glauben an Christus entwickeln, den Lehren der Apostel und Propheten folgen und uns vor der Schlechtigkeit der Welt schützen müssen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Epheser 1:9,10. Paulus lehrt, die Evangeliumszeit der Fülle bestehe darin, „in Christus alles zu vereinen.“

    2. b)

      Epheser 2:12–22; 4:1–16. Paulus lehrt, daß Christus unser Schlußstein ist. Er lehrt, daß der Herr uns Apostel und Propheten gegeben hat, damit wir vollkommen werden und „zur Einheit des Glaubens“ kommen.

    3. c)

      Epheser 5:22–29; 6:1–4. Paulus lehrt, daß es notwendig ist, daß Mann und Frau, Eltern und Kinder einig sind.

    4. d)

      Epheser 4:21–32; 6:10–18. Paulus lehrt: „Zieht den neuen Menschen an!“ „Zieht die Rüstung Gottes an.“ So können wir uns vor der Schlechtigkeit der Welt schützen.

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Johannes 17:11; Mosia 18:21,22; LuB 27:15–18; 38: 25–27.

  3. 3.

    Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchführen wollen, bringen Sie einen Zwirn (30 bis 90 cm lang) und eine etwa gleich lange Schnur mit.

  4. 4.

    Anregung für den Unterricht: Das Markieren von Schriftstellen hilft dem Lehrer und dem Teilnehmer, wichtige Wörter, Gedanken, Personen und Ereignisse hervorzuheben. Sie können die Teilnehmer dazu anregen, ihre Schriften zu markieren, indem Sie auf wichtige Grundsätze hinweisen, einen Querverweis geben oder ihnen sagen, was Sie an den Rand in Ihren Schriften geschrieben haben.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Zeigen Sie den Teilnehmern den Zwirn und die Schnur (siehe Abschnitt „Vorzubereiten“).

• Was haben Zwirn und Schnur gemeinsam? ((Beide sind aus Fasern hergestellt.) Wodurch unterscheiden sie sich? (Der Zwirn besteht aus einem einzigen Faden, während die Schnur aus vielen miteinander verbundenen Fäden besteht.) Was ist stärker?

Erklären Sie, daß wir wie der Faden schwach sind, wenn wir uns auf uns selbst verlassen. Doch wir können stärker sein, wenn wir mit anderen in Glauben und Rechtschaffenheit vereint sind. Im Brief an die Epheser betont Paulus, wie wichtig es ist, daß wir „zum vollkommenen Menschen“ gemacht werden und „zur Einheit im Glauben“ gelangen (Epheser 4:13). In dieser Lektion wird besprochen werden, wie wir uns als Familie und als Kirche zur Vollkommenheit und zur Einheit entwickeln können, indem wir auf den Erretter vertrauen, den Aposteln und Propheten folgen, starke Familien bilden und die Rüstung Gottes anlegen.

Besprechen und anwenden

Wählen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen und Fragen aus, die den Bedürfnissen der Teilnehmer am besten gerecht werden. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

1. Die Evangeliumszeit der Fülle.

Lesen und besprechen Sie Epheser 1:9,10.

• Paulus sprach im 1. Kapitel des Epheserbriefes von der „Fülle der Zeiten“ (Evangeliumszeit der Fülle; Epheser 1:10). Was ist eine Evangeliumszeit? (Eine Zeitspanne, in der der Herr zumindest einen Diener auf Erden berufen hat, der die Schlüssel des Priestertums innehat und bevollmächtigt ist, das Evangelium zu verwalten.)

• Was ist die Evangeliumszeit der Fülle? (Oder die Fülle der Zeiten, von der Paulus spricht. Diese Evangeliumszeit begann mit der Wiederherstellung des Evangeliums und der Gründung der Kirche durch Joseph Smith.) Warum spricht man bei unserer Evangeliumszeit von der Fülle der Zeiten?

Präsident Gordon B. Hinckley hat gelehrt: „Wir erleben die wunderbaren Segnungen der Evangeliumszeit in der Zeiten Fülle. Heute sind auf der Erde alle Grundsätze, Kräfte und Segnungen aller vorangegangenen Evangeliumszeiten wiederhergestellt.“ (Der Stern, Juli 1992, Seite 65.)

• Was wird der Vater im Himmel in dieser Evangeliumszeit laut Paulus tun? (Siehe Epheser 1:9–10.) Was bedeutet es wohl, „in Christus alles zu vereinen“? Was ist in der heutigen Zeit vereint worden? (Mögliche Antworten: die heiligen Schriften, die Mitglieder, die Aufzeichnungen über Verstorbene und die Familien werden im Tempel aneinander gesiegelt.) Wie können wir dabei mithelfen?

2. Jesus Christus ist unser Schlußstein.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse in Epheser 2:12–22 und 4:1–16.

• Vergleichen Sie Epheser 2:12 mit 2:19. Wie beschrieb Paulus die Veränderung, die bei denen stattfand, die den Erretter angenommen haben und ihm gefolgt sind? Haben Sie diese Veränderung bei Ihnen selbst oder bei anderen beobachtet? Inwiefern sind Sie in Ihrem Leben gesegnet worden, weil Sie mit anderen Mitgliedern der Kirche als „Mitbürger“ zusammen sind?

• Was meinte Paulus, als er lehrte, Jesus sei der „Schlußstein“ der Kirche? (Epheser 2:20.) (Erklären Sie, wenn nötig, daß ein Schlußstein ein Stein des Fundament ist, der dort eingesetzt wird, wo zwei Wände zusammenstoßen. Der Schlußstein ist wesentlich für die Stärke und Einheit eines Gebäudes.) Inwiefern ist Jesus der Schlußstein Ihres Glaubens?

• Was lehrte Paulus in Epheser 2:20 und 4:11–14 darüber, wie wichtig Apostel und Propheten sind? Warum sind lebende Apostel und Propheten unentbehrlich für die wahre Kirche? Welche Lehren von neuzeitlichen Aposteln und Propheten helfen uns, uns zu vervollkommnen und einiger zu werden? (Sie können die Antworten der Teilnehmer an die Tafel schreiben.)

Präsident Boyd K. Packer hat gelehrt: „Das geistliche Wirken der Apostel und Propheten bezieht sich immer und überall auf die Familie. … Der schließliche Zweck all dessen, was wir lehren, besteht darin, Eltern und Kinder im Glauben an den Herrn Jesus Christus zu vereinen, damit sie als Familie glücklich sind, im ewigen Ehebund aneinander gesiegelt, verbunden mit den vorangegangenen Generationen, und damit ihnen die Erhöhung in der Gegenwart des himmlischen Vaters gewiß ist.“

(Der Stern, Juli 1995, Seite 8.) • Was meinte Paulus, als er lehrte: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“? (Epheser 4:5.) Warum ist es wichtig, über die grundlegenden Lehren der Kirche geeint zu sein, wenn wir sie verstehen und lehren wollen?

3. Einigkeit zwischen Mann und Frau und zwischen Eltern und Kindern.

Lesen und besprechen Sie Epheser 5:22–29; 6:1–4.

• Welchen Vergleich verwendete Paulus, als er das Verhältnis zwischen Mann und Frau beschrieb? (Siehe Epheser 5:22–29.) Was können Mann und Frau aus diesem Vergleich lernen, wodurch sie größere Liebe und Einigkeit in der Ehe entwickeln können? (Besprechen Sie, wie Jesus seine Liebe für die Kirche gezeigt hat und wie man dies in der Ehe anwenden kann. Sie können die Antworten der Teilnehmer an die Tafel schreiben.)

Präsident Spencer W. Kimball hat gelehrt: „Finden Sie in den heiligen Schriften irgend etwas, wo der Herr Jesus Christus jemals seine Kirche vernachlässigt hat? … War er glaubenstreu? War er wahrhaftig? Gab es irgend etwas Gutes und Wertvolles, das er nicht gegeben hat? Dann fordern wir das auch – was er von einem Ehemann gefordert hat. …

… Können Sie sich vorstellen, wie sehr er die Kirche geliebt hat? Jeder Hauch von ihr war ihm wichtig. Jedes Wachstum, jeder einzelne war ihm wertvoll. Er gab diesen Menschen seine ganze Energie, seine ganze Kraft und sein ganzes Interesse. Er gab sein Leben – was hätte er denn mehr tun können?“ (Men of Example [Ansprache an Religionserzieher, 12. September 1975], 4,5.)

• Was rät Paulus in Epheser 6:1–3 den Kindern? Warum ist dieser Rat heute wichtig? Inwiefern sind Sie gesegnet worden, weil Sie Ihre Eltern geehrt haben?

• Was meinte Paulus, als er den Eltern den Rat gab: „Erzieht [die Kinder] in der Zucht und Weisung des Herrn!“ (Epheser 6:4.) Was können Eltern tun, um den Geist ihrer Kinder zu nähren? Wie können Eltern dem Beispiel des Herrn folgen, wenn sie ihre Kinder ermahnen?

• Wie kann der Rat des Paulus Eltern und Kindern helfen, die Beziehung in der Familie zu stärken und die Einigkeit in der Familie zu erhalten? Was raten uns neuzeitliche Apostel und Propheten in bezug auf die Familie? Besprechen Sie mit den Teilnehmern, was darüber auf den letzten Generalkonferenzen, in anderen Versammlungen oder Firesides oder in der Zeitschrift Der Stern geäußert wurde.

In „Die Familie: Eine Proklamation an die Welt“, lehrte die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel, daß „ein glückliches Familienleben … am ehesten erreicht werden [kann], wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind. Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung.“ (Der Stern, Juni 1996, Seite 10, 11.)

4. „Den neuen Menschen“ und „die Rüstung Gottes“ anziehen.

Lesen und besprechen Sie Epheser 4:21–32 und 6:10–18.

• Was meinte Paulus damit, als er die Epheser aufforderte, den „neuen Menschen“ anzuziehen? (Epheser 4:24.) Welche Eigenschaften hat jemand, der durch das Sühnopfer Jesu Christi „neu“ geworden ist? (Siehe Epheser 4:21–32.)

• Paulus ermahnte die Heiligen, die Rüstung Gottes anzuziehen, gleichzeitig warnte er sie vor den vielfältigen schlechten Einflüssen (Epheser 6:10–12). Welchen schlechten Einflüssen sind wir in diesem Leben ausgesetzt?

• Aus welchen Teilen besteht die Rüstung Gottes, von der Paulus spricht? Was stellt jedes Teil dar? (Siehe Epheser 6:13–18; LuB 27:15–18. Sie können die Antworten unter den Überschriften Rüstung und Begriff an die Tafel schreiben.) Wie kann uns jedes Teil der Rüstung Gottes gegen den Einfluß des Satans schützen? Was können wir tun, um diese Rüstung jeden Tag anzuziehen?

Zum Abschluß

Bezeugen Sie, daß der Herr seine Kirche mit Aposteln und Propheten errichtet hat, damit wir wie er werden und zu ihm zurückkehren können. Regen Sie die Klasse an, gemeinsam danach zu streben, „zum vollkommenen Menschen“ zu werden, indem sie die Lehren des Paulus im Brief an die Epheser befolgen.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. „Zieht die Rüstung Gottes an“ (Epheser 6:11)

Zeigen Sie das Video „Die Rüstung Gottes“ aus Das Neue Testament – Videos (56914 150). Der Film dauert etwa 13 Minuten. Stellen Sie dann die folgenden Fragen:

• Welchen Gefahren sahen sich die Soldaten im Film gegenüber? Welchen Gefahren sahen sich die jungen Leute gegenüber? Wie wurden in beiden Gruppen Menschen gesegnet, weil sie ihre Rüstung trugen?

2. Für die Führer der Kirche beten

• Lesen Sie Epheser 6:18–20. Warum hat Paulus wohl die Epheser gebeten, für ihn zu beten? Wann sind Sie dadurch gestärkt worden, daß andere für Sie gebetet haben? Warum ist es wichtig, daß wir füreinander und für die Führer der Kirche beten?

3. „Aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet“ (Epheser 2:8)

• Was lehrte Paulus in Epheser 2:8,9 darüber, wie jemand Errettung erlangen kann? Warum ist es unmöglich, uns selbst durch unsere Werke zu erretten? (Siehe Römer 3:23; Mosia 3:17; Alma 22:14. Sie können darauf hinweisen, daß Paulus die jüdischen Heiligen oft daran erinnern mußte, daß die Werke des Gesetzes Mose sie nicht erretten konnten. Eine ausführlichere Besprechung von Gnade und Werken finden Sie in Lektion 36.)