„Ich habe … den Lauf vollendet“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll angeregt werden, die wahre Lehre zu lernen und zu lehren und für andere ein Vorbild an Rechtschaffenheit zu sein.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      1 Timotheus 4; 2 Timotheus 1–4; Titus 1. Paulus beschreibt Zeichen des Abfalls. Er lehrt, daß es uns hilft, uns gegen den Abfall zu schützen, indem wir wahre Lehre lernen und lehren.

    2. b)

      1 Timotheus 4:12. Paulus lehrt, daß wir „den Gläubigen ein Vorbild“ sein sollen.

    3. c)

      1 Timotheus 6; Titus 2; 3. Paulus lehrt, wir sollen nach Gerechtigkeit streben und Gottlosigkeit vermeiden.

  2. 2.

    Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchführen wollen, bereiten Sie Wortstreifen mit den folgenden Aussagen vor (Sie können diese auch an die Tafel schreiben):

    Um meinen Lauf zu vollenden, muß ich: Die wahre Lehre lernen und lehren Den Gläubigen ein Vorbild sein Nach Gerechtigkeit streben und Gottlosigkeit vermeiden

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: Bringen Sie Abwechslung in Ihr Unterrichtsmaterial und in Ihre Lehrmethoden. Sie können beispielsweise Bilder oder audiovisuelles Material verwenden, verschiedene Diskussionsmethoden anwenden oder die Sitzordnung ändern. Abwechslung hilft den Teilnehmern, aufmerksam zu bleiben. Siehe Lehren – die größte Berufung, S. 85–87, 141, 142. Dort wird Material und Methoden vorgeschlagen, das bzw. die für Ihren Unterricht passend sein könnten.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

• Bei welchem Wettlauf haben Sie zuletzt mitgemacht, oder welchen haben Sie zuletzt miterlebt? Welcher Unterschied besteht darin, ob man einen Wettlauf gewinnt oder vollendet? Wie viele Gewinner gibt es in einem normalen Wettlauf? Was muß man tun, um zu gewinnen?

• Inwiefern gleicht unser Leben einem Wettlauf? Inwiefern nicht? (Jeder Mensch kann den „Lauf“ des Lebens gewinnen.) Was müssen wir tun, um den Lauf des Lebens erfolgreich zu vollenden?

Bitten Sie jemand, 2 Timotheus 4:7 vorzulesen. Erklären Sie, daß der Apostel Paulus so gelebt hat, daß er das gegen Ende seines Lebens behaupten konnte. In dieser Lektion werden verschiedene Lehren des Paulus besprochen, die uns helfen, wenn wir uns bemühen, den Lauf erfolgreich zu vollenden.

Zeigen Sie den Wortstreifen Um meinen Lauf zu vollenden, muß ich: Besprechen und anwenden Besprechen Sie bei den folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

Erklären Sie: Timotheus und Titus waren bewährte Begleiter des Paulus gewesen, die ihm bei der Verkündigung des Evangeliums geholfen hatten. Paulus zog nach der ersten römischen Gefangenschaft Bilanz über seine Missionsreisen. Er ließ Timotheus in Ephesus zurück, um der Kirche geistlich zu dienen, und in Kreta ließ er Titus mit einem ähnlichen Auftrag zurück. Paulus aber reiste weiter und schrieb Briefe, um diese Brüder zu stärken und ihnen Ratschläge in bezug auf ihre Aufgaben als Hirten (lateinisch: pastores) der Heiligen zu geben. Daher werden diese Briefe oft Pastoralbriefe genannt.

1. Die wahre Lehre lernen und lehren.

Besprechen Sie 1 Timotheus 4; 2 Timotheus 1–4 und Titus 1. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus laut vorzulesen.

• Welche Zeichen des Abfalls beschreibt Paulus in seinen Briefen an Timotheus und Titus? (Siehe 1 Timotheus 4:1–3; 2 Timotheus 3:1–7,13; 4:3,4; Titus 1:10,11.) Kann man diese Zeichen des Abfalls heute beobachten? (Siehe 2 Nephi 28:3–9; LuB 1:15,16.) Wie können wir uns gegen all das Böse schützen?

• Warum ist es bei einigen Menschen so, daß sie zwar „immer lernen und … doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“? (Siehe 2 Timotheus 3:7.) Wie können wir sichergehen, daß unser Lernen uns zur Wahrheit führen wird?

• Was lehrte Paulus den Timotheus über die Aufgabe derer, die das Evangelium verkünden? (Siehe 1 Timotheus 4:6,7,13–16; 2 Timotheus 2:16,23–25; 3:14–17; 4:2,5. Sie können diese Aufgaben an die Tafel schreiben.) Welche Gelegenheiten haben wir, das Evangelium zu verkünden? (Mögliche Antworten: Familienmitglieder belehren, Berufungen in der Kirche erfüllen und mit Freunden und Mitmenschen über das Evangelium sprechen. Heben Sie hervor, daß jeder in gewisser Weise ein Evangeliumslehrer ist.) Wie können wir das Evangelium wirksamer lehren?

• Paulus betonte, wie wichtig es ist, die wahre Lehre zu lehren und zu lernen (1 Timotheus 1:3; 4:6,13; Titus 2:1). Inwiefern hilft es uns, sich gegen den Abfall zu schützen, wenn wir die wahre Lehre lernen? Was ist an falschen Lehren so gefährlich? Inwie- fern sind Sie gesegnet worden, weil Sie die wahren Lehren des Evangeliums gelernt haben?

Elder Boyd K. Packer hat über die Macht der wahren Lehre gesagt: „Wenn wahre Lehre verstanden wird, ändert sich die Einstellung und das Verhalten. Wenn man sich mit den Lehren des Evangeliums auseinandersetzt, ändert sich das Verhalten schneller, als wenn man sich mit dem Verhalten auseinandersetzt. … Darum legen wir soviel Wert auf das Studium der Lehren des Evangeliums.“ (Der Stern, Januar 1987, Seite 15.)

• Wie können wir sicher sein, daß das, was wir lehren, wahre Lehre ist? (Siehe Mosia 18:19,20; LuB 52:9.)

Elder Joseph B. Wirthlin hat den Rat gegeben: „Gott hat alles offenbart, was für unsere Errettung nötig ist. Wir müssen das lehren und auf das eingehen, was offenbart ist, und sollten uns nicht in die sogenannten Geheimnisse vertiefen. Mein Rat an die Lehrer in der Kirche, ob sie nun in der Gemeinde oder im Pfahl, in den höheren Bildungseinrichtungen der Kirche, in den Religionsinstituten, im Seminar oder sogar als Eltern zu Hause unterrichten, lautet: Gründen Sie Ihre Unterweisung auf die Schrift und auf die Worte der Propheten der Letzten Tage.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 70.)

• Was sollen wir laut Paulus tun, wenn wir die gesunde Lehre empfangen haben? (Siehe 2 Timotheus 1:13; Titus 1:19.) Was bedeutet es wohl, daran festzuhalten? (Siehe 1 Nephi 15: 23,24.)

Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchgeführt haben, zeigen Sie jetzt den Wortstreifen Die wahre Lehre lernen und lehren.

2. „Sei den Gläubigen ein Vorbild“.

Lesen und besprechen Sie 1 Timotheus 4:12.

• Was bedeutet es wohl, „den Gläubigen ein Vorbild“ zu sein? (1 Timotheus 4:12.) Wie sind Sie von jemand beeinflußt worden, der „den Gläubigen ein Vorbild“ war?

Listen Sie alle Möglichkeiten auf, die Paulus aufzählt, wie Timotheus ein Vorbild sein konnte. Bitten Sie die Teilnehmer zu beschreiben, wie wir in jeder genannten Hinsicht ein Vorbild sein können.

  • In Worten

  • Im Lebenswandel

  • In der Nächstenliebe

  • Im Glauben

  • In der Lauterkeit

Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchgeführt haben, zeigen Sie jetzt den Wortstreifen Den Gläubigen ein Vorbild sein.

3. Nach Gerechtigkeit streben und sich von Gottlosigkeit lossagen.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse in 1 Timotheus 6 und Titus 2; 3.

• Was lehrte Paulus über die Liebe zum Geld? (Siehe 1 Timotheus 6:7–10.) Inwiefern ist die Liebe zum Geld „die Wurzel aller Übel“? Wie können wir sichergehen, daß wir uns nicht zu sehr auf Geld oder andere irdische Güter konzentrieren? (Siehe 1 Timotheus 6:17–19; Jakob 2:18,19.)

Elder Dallin H. Oaks hat gelehrt: „Dem Geld an sich haftet nichts Böses an. Der barmherzige Samariter benutzte das gleiche Geld, um seinem Nächsten zu dienen, das Judas nahm, um seinen Herrn zu verraten. Es ist die Habsucht, die die Wurzel aller Übel ist. (Siehe 1 Timotheus 6:10.) Der entscheidende Unterschied ist das Maß der Geistigkeit, das wir gebrauchen, um die Dinge dieser Welt und unsere Erfahrungen damit zu betrachten, zu bewerten und damit fertig zu werden.“ (Der Stern, 1986, Nr. 2, Seite 53.)

• Paulus gab in seinen Briefen an Timotheus und Titus viele Anweisungen, wie man rechtschaffen leben kann. Welchen Rat gibt Paulus in den folgenden Versen: 1 Timotheus 6:11,12; 2 Timotheus 2:22; Titus 2:1–8,12; 3:1,2,8? (Fassen Sie die Antworten der Teilnehmer an der Tafel zusammen. Besprechen Sie, was diese Anweisungen bedeuten und wie wir sie im täglichen Leben anwenden können.)

Wenn Sie die Aktivität unter „Interesse wecken“ durchgeführt haben, zeigen Sie jetzt den Wortstreifen Nach Gerechtigkeit streben und Gottlosigkeit vermeiden.

Zum Abschluß

Erklären Sie: Paulus wußte, daß er bald für sein Zeugnis von Jesus Christus den Märtyrertod erleiden werde. Er wußte aber auch, daß für ihn „der Kranz der Gerechtigkeit bereit[liegt]“ (2 Timotheus 4:8), weil er nach dem Evangelium gelebt hatte. Legen Sie davon Zeugnis ab, daß es wichtig ist, täglich das Richtige zu tun und unseren „Lauf“ zu erfüllen, damit wir wie Paulus sagen können: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.“ (2 Timotheus 4:7.)

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Weiteres zu 1 Timotheus

• Welchen Rat gibt Paulus in 1 Timotheus 2:1–3 bezüglich des Betens? Warum sollen wir für alle Menschen beten? Wie können wir dies aufrichtig tun? Warum sollen wir im besonderen für die Herrscher der Nationen beten?

• InTimotheus 3:1–7 nennt Paulus die Eigenschaften, die ein Bischof haben soll. Warum sind diese Eigenschaften für einen Bischof wichtig?

• Was lehrte Paulus in1 Timotheus 5:8 darüber, wie wir uns um unsere Familie kümmern sollen? Warum hat Paulus wohl so ernste Worte für diejenigen gefunden, die diese Aufgaben nicht erfüllen?

2. „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben“ (2 Timotheus 1:7)

Bitten Sie jemand, 2 Timotheus 1:7 vorzulesen.

• Wovor haben die Menschen heutzutage Angst? Welche Zusicherung gab Paulus dem Timotheus in bezug auf den „Geist der Verzagtheit“? Inwiefern hat sich diese Zusiche- rung in Ihrem Leben bewahrheitet?

3. Gute Arbeitnehmer sein

Lesen und besprechen Sie Titus 2:9,10.

• Wie kann man den Rat des Paulus bezüglich Sklaven auf Arbeitnehmer übertragen? (Weisen Sie darauf hin, daß das Wort veruntreuen stehlen oder unterschlagen bedeutet.) Inwiefern stehlen Arbeitnehmer manchmal etwas von ihren Arbeitgebern? (Mögliche Antworten: Unterschlagung, Material für den eigenen Gebrauch mitnehmen oder nicht den vollen Einsatz bringen.)

• Paulus sagt, wir sollen nichts veruntreuen. Was sollen wir anstatt dessen tun? („Zuverlässig und treu“ sein.) Inwiefern haben Sie am Arbeitsplatz erlebt, daß es sich lohnt, zuverlässig zu sein?