„Ein makelloser Dienst“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll die Eigenschaften kennen, die wir entwickeln müssen, um besser nach unserer Religion leben zu können.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Jakobus 1:1–4; 5:10,11. Jakobus lehrt, daß wir Bedrängnis geduldig ertragen sollen.

    2. b)

      Jakobus 1:5–7; 4:8. Jakobus lehrt, daß wir voll Glauben zu Gott beten sollen.

    3. c)

      Jakobus 1:19,20,26; 3:2–18. Jakobus lehrt, daß wir unsere Zunge im Zaum halten und „nicht schnell zum Zorn bereit“ sein sollen.

    4. d)

      Jakobus 1:22–25,27; 2:14–26; 4:17. Jakobus lehrt, daß wir dem Wort entsprechend handeln und unseren Glauben durch Werke zeigen sollen.

  2. 2.

    Anregung für den Unterricht: „Lehren Sie, daß es tatsächlich persönliche Kommunikation von Gott und mit ihm gibt. Helfen Sie jedem einzelnen, daß er versteht, wie man angemessen betet und Antworten von Gott bekommt und erkennt.“ (Richard G. Scott, “Four Fundamentals for Those Who Teach and Inspire Youth”, in CES Old Testament Symposium Speeches, 1987 [1987], 3.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Schreiben Sie Ein makelloser Dienst an die Tafel. Fragen Sie dann:

• Was bedeutet das Wort makellos? (Mögliche Antworten: fehlerlos, unverfälscht, vollständig, vollkommen.) Was bedeutet Dienst in religiösem Sinn? (Mögliche Antworten: dem Herrn dienen, ihn anbeten, ein Gefüge von Glaubensvorstellungen und Hand- lungsweisen und die Verpflichtung und Hingabe zu einer bestimmten Lebensart.)

• Wie würden Sie einen makellosen Dienst definieren?

Bitten Sie jemand, Jakobus 1:27 vorzulesen. Erklären Sie, daß wir in dieser Lektion besprechen werden, wie wir die Lehren des Jakobus anwenden können, damit wir einen reinen und makellosen Dienst vor Gott verrichten können.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie die Lehren aus dem Brief des Jakobus, und schreiben Sie sie unter der Überschrift Ein makelloser Dienst an die Tafel. Besprechen Sie, wie uns jeder Grundsatz, den Jakobus lehrt, dabei helfen kann, einen reinen und makellosen Dienst vor Gott zu verrichten.

Erklären Sie: Allgemein wird angenommen, daß der Schreiber des Jakobusbriefes ein Bruder von Jesus Christus war. Nach der Auferstehung Jesu diente Jakobus als Apostel und war ein bedeutender Führer der Urkirche (Apostelgeschichte 12:17; 15:13–20).

1. Wir sollen Bedrängnis geduldig ertragen.

Lesen und besprechen Sie Jakobus 1:1–4; 5:10,11.

• Was lehrt uns Jakobus darüber, wie wir Glaubensprüfungen begegnen sollen? (Siehe Jakobus 1:2,3; siehe Joseph Smith Translation von Jakobus 1:2, die zeigt, daß die Stelle mancherlei Versuchungen geändert wurde in viele Bedrängnisse.) Wie kann Bedrängnis uns helfen, Geduld zu entwickeln? Wie werden wir gesegnet, wenn wir Bedrängnisse geduldig ertragen? (Siehe Jakobus 1:4; Römer 5:3–5; Alma 36:3.)

Elder Orson F. Whitney hat geschrieben: „Kein Schmerz, den wir erleiden, keine Prüfung, der wir ausgesetzt sind, ist vergeblich. Das trägt zu unserer Erziehung, zur Entwicklung von solchen Eigenschaften wie Glaube, Seelenstärke und Demut bei. Was wir erleiden und ertragen, vor allem, wenn wir es geduldig ertragen, baut unseren Charakter auf, reinigt unser Herz, macht uns die Seele weit und macht uns liebevoll und barmherzig, macht uns würdiger, Gottes Kinder zu heißen.“ (Zitiert von Spencer W. Kimball, Faith Precedes the Miracle [1972], 98.)

• Wen erwähnt Jakobus als gutes Beispiel für Geduld in Bedrängnis? (Siehe Jakobus 5:10,11.) Haben Sie an neuzeitlichen Propheten diese Geduld beobachtet? Inwiefern hat deren Beispiel Ihnen geholfen?

2. Wir sollen glaubensvoll zu Gott beten.

Lesen und besprechen Sie Jakobus 1:5–7 und 4:8.

• Welchen Rat gibt Jakobus demjenigen, dem es an Weisheit fehlt? (Siehe Jakobus 1:5,6.) Was wird der himmlische Vater tun, wenn wir voll Glauben bitten? Welche Erfahrungen haben Sie mit der Beantwortung von Gebeten gemacht?

• Wie wurde der Prophet Joseph Smith durch den Rat in Jakobus 1:5 beeinflußt? (Siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte1:11–13.) Was können wir aus diesem Erlebnis lernen? Welche Auswirkung hat Joseph Smiths Entscheidung, den Rat in Jakobus 1:5 zu befolgen, auf uns? (Siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14–20.)

Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt: „Weil der 14jährige Junge in den Wald ging um zu beten, wie er es in der Schrift gelesen hatte, … weil er die Offenbarungen aus der Höhe gelebt hatte, haben wir die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Wir haben alle Segnungen, die uns zum glücklichsten Volk der ganzen Welt machen können, weil ein14jähriger Junge in den Wald ging, um zu beten.“ (Conference Report, Melbourne Australia Area Conference 1976, 23.)

Wenn Sie Jugendliche unterrichten, bezeugen Sie, daß es nicht an ein bestimmtes Alter oder an andere Umstände gebunden ist, ob wir Gott voll Glauben fragen und Weisheit empfangen können. Joseph Smith war 14 Jahre alt, als er die Worte des Jakobus ausprobierte und die erste Vision empfing. Er war 17 Jahre alt, als der Engel Moroni ihn besuchte und ihm offenbarte, wo die goldenen Platten aufbewahrt waren.

• Wie beschrieb Jakobus diejenigen, die ohne Glauben beten? (Siehe Jakobus 1:6,7.) Was können wir tun, um unseren Glauben zu stärken?

• Jakobus lehrte: „Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern.“ (Jakobus 4:8.) Inwiefern bringt uns aufrichtiges Beten Gott näher?

3. Wir sollen unsere Zunge im Zaum halten und „nicht schnell zum Zorn bereit“ sein.

Besprechen Sie Jakobus 1:19,20,26; 3:2–18. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus laut vorzulesen.

• Jakobus lehrte, wir sollen „schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden“ (Jakobus 1:19). Welche Erlebnisse haben Ihnen bestätigt, daß dieser Rat weise ist? Wie können wir bessere Zuhörer werden und beim Reden wohlüberlegter?

• Jakobus lehrte auch, wir sollen „nicht schnell zum Zorn bereit“ sein (Jakobus 1:19). Welche Folgen hat es, wenn wir im Zorn reden oder handeln? Welche Erlebnisse haben Ihnen bestätigt, daß der Rat des Jakobus weise ist? Wie können wir Gefühle des Zorns überwinden oder im Zaum halten?

• Jakobus lehrte, wir sollen unsere Zunge im Zaum halten (Jakobus 1:26). Welchen Zweck hat das Zaumzeug eines Pferdes? (Das Pferd wird damit geführt und gelenkt.) Wie können wir den Rat des Jakobus anwenden und unsere Zunge im Zaum halten? (Siehe Jakobus 4:11. Mögliche Antworten: Vermeiden von Tratsch, Lügen, Streit, Schwören und zornigem Reden. Anstatt dessen sollen wir unsere Zunge dazu verwenden, freundlich zu sprechen, die Wahrheit zu sagen, zu beten und Frieden zu stiften.)

• Lesen Sie Jakobus 3:3–5. Womit vergleicht Jakobus die Zunge in diesen Versen? (Mit dem Zaum eines Pferdes und dem Steuer eines Schiffes.) Was können wir aus diesen Vergleichen lernen? Wie kann es uns in anderen Bereichen des Lebens helfen, wenn wir lernen, auf unsere Worte zu achten?

• Lesen Sie Jakobus 3:9–13. Was lehrte Jakobus in diesen Versen darüber, daß wir auf unsere Sprache achten sollen? (Besprechen Sie mit der Klasse, wie wir diesen Rat anwenden können. Wenn es beispielsweise in Ihrer Klasse Priester gibt, so können Sie darüber sprechen, wie wichtig es ist, während der Woche eine reine Sprache zu verwenden, damit sie am Sonntag das Abendmahl würdig segnen können. Ähnlich läßt sich dies auch auf jene übertragen, die das Evangelium lehren.)

• Wie können wir Frieden stiften, wenn wir unsere Zunge im Zaum halten? (Siehe Jakobus 3:16–18.) Warum ist es ein wichtiger Teil eines makellosen Dienstes, daß wir unsere Zunge im Zaum halten?

4. Wir sollen den Worten entsprechend handeln und unseren Glauben durch unsere Werke zeigen.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Jakobus 1:22–25,27; 2:14–26; 4:17.

• Was bedeutet es, das Wort nur anzuhören? (Jakobus 1:22.) Inwiefern betrügt sich jemand, der das Wort nur anhört? (Siehe Jakobus 1:22–25; 4:17.) Wie wird man gesegnet, wenn man auch danach handelt?

• Was lehrte Jakobus über das Verhältnis zwischen Glaube und Werken? (Siehe Jakobus 2:14–26.) Warum ist Glaube ohne Werke tot? Inwiefern stärken gute Werke unseren Glauben an Jesus Christus?

• Was sollen wir gemäß Jakobus tun, um rein und makellos vor Gott zu dienen? (Siehe Jakobus 1:27, oder erinnern Sie die Teilnehmer an die Aktivität unter „Interesse wecken“.) Warum meinen Sie, daß es Teil eines makellosen Dienstes ist, wenn man Menschen in Not besucht und ihnen hilft?

• Was können wir tun, um uns „vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren“? (Jakobus 1:27; siehe LuB 59:9.) Inwiefern hilft es uns, uns vor der Befleckung durch die Welt zu bewahren, wenn wir jede Woche zur Kirche gehen und das Abendmahl nehmen?

Zum Abschluß

Legen Sie von der Wahrheit der Lehren des Jakobus Zeugnis ab. Heben Sie hervor, daß wir einen makelloseren Dienst verrichten, wenn wir in Bedrängnis geduldig sind, glaubensvoll zu Gott beten, uns beherrschen und gute Werke hervorbringen.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden. 1. Darbietung von Mitgliedern

Bitten Sie eine Woche bevor Sie diese Lektion unterrichten fünf Teilnehmer, jeder ein Kapitel in Jakobus zu studieren. Sie sollen zu Beginn des Unterrichts (gleich nach der Aktivität „Interesse wecken“, wenn Sie diese durchführen) erzählen, was sie aus diesen Kapiteln gelernt haben.

2. Video

Lesen Sie Jakobus 1:27, und zeigen Sie dann den sechsminütigen Film „Der Körper ist ein Tempel“ aus Das Neue Testament – Videos (56914 150). Besprechen Sie, was der Film darüber aussagt, daß wir uns von der Welt unbefleckt halten sollen.

3. Weiteres zum Buch Jakobus

• Was bedeutet es, der Versuchung standzuhalten? (Jakobus 1:12.) Welche Verheißungen erhalten diejenigen, die der Versuchung standhalten? (Siehe Jakobus 1:12; 4:7.)

• Was lehrte Jakobus über das Urteilen über andere? (Siehe Jakobus 2:1–9.) Warum beurteilen viele Menschen ihre Mitmenschen aufgrund ihrer weltlichen Position oder ihres Besitzes? Wie können wir lernen, hinter die äußere Erscheinung in das Herz der Menschen zu blicken, so wie Gott es tut? (Siehe 1 Samuel 16:7; LuB 38:24–27.)

• Was lehrt Jakobus über die Folgen von Neid und Leidenschaft? (Siehe Jakobus 3:16; 4:1–6.) Wie können wir Neid oder Leidenschaft überwinden? (Siehe Jakobus 4:7–10.)

• Was lehrte Jakobus darüber, wie wir für die Kranken sorgen sollen? (Siehe Jakobus 5:14,15.) Wie sind Sie oder andere durch die heilende Kraft des Priestertums gesegnet worden?

• Jakobus betont, wie wichtig es ist, denen zu helfen, die von der Wahrheit abirren (Jakobus 5:19,20). Wie können wir das schaffen?