„Ein auserwähltes Geschlecht“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll angeregt werden, in Heiligkeit zu leben und sich so zu verhalten, daß er/sie zum auserwählten Geschlecht gehören kann.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      1 Petrus 1; 2:1–10. Petrus lehrt, daß wir Glauben üben und in Heiligkeit leben müssen. Er lehrt, daß die Heiligen ein auserwähltes Geschlecht und dazu berufen sind, die großen Taten des Erretters zu verkünden.

    2. b)

      1 Petrus 2:19–24; 3:13–17; 4:12–19. Petrus lehrt, daß wir dem Beispiel des Erretters beim Ertragen von Bedrängnis und Verfolgung folgen müssen.

    3. c)

      2 Petrus 1. Petrus ermahnt uns, an der göttlichen Natur Anteil zu erhalten und uns fleißig darum zu bemühen, daß unsere Berufung und Erwählung Bestand hat.

    4. d)

      2 Petrus 2; 3; Judas. Petrus und Judas warnen vor falschen Lehrern und solchen, die das Zweite Kommen leugnen. Sie ermahnen die Nachfolger Christi, glaubenstreu zu bleiben.

  2. 2.

    Zusätzliche Schriftstellen: 1 Johannes 3:2,3; 3 Nephi 12:48; LuB 122:7,8.

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: Beschäftigen Sie sich mit jeder Lektion so gut, daß Sie sie unterrichten können, ohne allzu oft in den Leitfaden schauen zu müssen. Wenn Sie die Lektion gut kennen, ermöglicht Ihnen das, beim Unterrichten mit den Teilnehmern Augenkontakt zu halten. Wenn Sie den Teilnehmern in die Augen schauen, verbessert das die Beteiligung am Unterricht sowie deren Verhalten, und es hilft Ihnen, der Klasse zu zeigen, daß Sie sie lieben und sich Gedanken über sie machen. (Siehe Lehren – die größte Berufung, Seite 158–161.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Erzählen Sie die folgende Geschichte von Bischof Vaughn J. Featherstone:

„Vor vielen Jahren hörte ich die Geschichte des Sohnes von König Ludwig XVI von Frankreich. König Ludwig war entthront und eingesperrt worden. Sein kleiner Sohn, der Prinz, wurde auch von denen, die den König entthront hatten, gefangengenommen. Da der Königssohn ja den Thron erben sollte, gedachten sie, seine Moral zu zerstören, und dann würde er nie mehr wissen, welche große Bestimmung er in seinem Leben hätte.

Sie brachten ihn daher an einen weit entfernten Ort und setzten den Jungen allem Schmutz und Schund aus, den das Leben so bieten konnte. … Sechs Monate lang wurde er dem ausgesetzt – aber der Junge gab nicht ein einziges Mal diesem Druck nach. Nachdem er so viel Versuchung ausgesetzt gewesen war, befragten sie ihn, warum er dem allen nicht nachgegeben und nicht mitgemacht hatte. All das hätte ihm großes Vergnügen bereiten und seine Lust befriedigen können. Für viele wäre dies begehrenswert gewesen. Der Junge entgegnete: ,Ich kann nicht tun, wozu ihr mich drängt, denn ich bin dazu geboren, ein König zu sein.‘“ (“The King’s Son”, New Era, Nov. 1975, Seite 35.)

Bischof Featherstone bemerkte dazu: „Unser Vater ist ein König, und wie der Königssohn in diesem Leben allem Schändlichen und Verwerflichen ausgesetzt worden war, so werden auch Sie dem Schmutz und Schlechten dieser Generation ausgesetzt. Aber … auch Sie sind geboren, ein König und eine Königin zu sein, ein Priester und eine Priesterin.“ (New Era, Nov. 1975, 35.)

• Welches Potential haben wir als Geistkinder unseres himmlischen Vaters? Inwiefern soll das Wissen um unser göttliches Potential unsere Lebensweise beeinflussen?

Betonen Sie, daß wir als Kinder unseres Vaters im Himmel wie er werden und alles ererben können, was er hat. Die Briefe von Petrus und Judas enthalten wertvolle Lehren, die uns helfen können, so zu leben, daß wir würdige Kinder Gottes sind.

Besprechen und anwenden

Wählen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen, Fragen und anderes Material aus, die am besten den Bedürfnissen der Klasse entsprechen. Besprechen Sie bei den folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

1. Als auserwähltes Geschlecht in Glauben und Heiligkeit leben.

Besprechen Sie 1 Petrus 1 und 2:1–10. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus vorzulesen.

• Was lehrte Petrus im 1. Kapitel über die Mission von Jesus Christus? (Siehe 1 Petrus 1:3,4,18–21.) Inwiefern soll das Wissen um die Mission und das Opfer des Erretters unsere Taten tagtäglich beeinflussen? (Siehe 1 Petrus 1:8,13–16,22,23; 2:5. Sie können die Antworten der Teilnehmer an die Tafel schreiben.)

• Warum ist, wie Petrus sagt, Glaube „wertvoller … als Gold“? (Siehe 1 Petrus 1:7; Hebräer 11:6; 1 Nephi 7:12.) Was bedeutet es wohl, daß unser Glaube im Feuer geprüft wird? Was ist das höchste Ziel unseres Glaubens? (Siehe 1 Petrus 1:5,9.)

• Petrus lehrte, daß die Propheten, die von Jesus Christus Zeugnis abgelegt haben, „gesucht und geforscht“ haben (1 Petrus 1:10; siehe auch Vers 11). Wie kann es unser Zeugnis vom Erretter stärken, wenn wir fleißig beten und die Schriften studieren?

• Wer ist das auserwählte Geschlecht, von dem Petrus gesprochen hat? (Siehe 1 Petrus 2:9,10 und das untenstehende Zitat.) Welche Verantwortung tragen wir als auserwähltes Geschlecht? (Siehe 1 Petrus 2:9.) Wie können wir dem gerecht werden? (Siehe Matthäus 5:16.)

Elder Bruce R. McConkie definierte das auserwählte Geschlecht folgendermaßen: Es sind „nicht diejenigen, die in einer bestimmten Zeit oder einem bestimmten Zeitalter leben, sondern … das Haus Israel, sowohl in der Mitte der Zeiten als auch in den Letzten Tagen. … [Es sind] glaubenstreue Mitglieder der Kirche, die den Namen Christi auf sich genommen haben und in seine Familie aufgenommen worden sind.“ (Doctrinal New Testament Commentary, 3 vols. [1966–73], 3:294.)

2. Dem Beispiel des Erretters nachfolgen und Bedrängnis und Verfolgung ertragen.

Lesen und besprechen Sie 1 Petrus 2:19–24; 3:13–17; 4:12–19.

• Petrus schrieb, daß „Christus … für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben [hat]“ (1 Petrus 2:21). Was können wir tun, um dem Beispiel des Erretters zu folgen, wenn wir bedrängt oder verfolgt werden? (Siehe 1 Petrus 2:19–23.) Kennen Sie Menschen, die Ihnen ein Vorbild sind, weil sie christusähnlich Bedrängnis ertragen? Inwiefern werden wir gesegnet, wenn wir in Bedrängnis dem Beispiel des Erretters folgen?

• Wann sind Sie (oder jemand, den Sie kennen) verfolgt worden, weil Sie den Willen des Herrn getan haben? Welche Rat gibt uns Petrus für solche Situationen? (Siehe 1 Petrus 3:13–17; 4:12–19. Sie können die Antworten der Teilnehmer an die Tafel schreiben.) Inwiefern bekommen wir durch Bedrängnis die Gelegenheit, uns dem Herrn zu nähern und ihn zu verherrlichen?

3. An der göttlichen Natur Anteil erhalten und uns bemühen, daß unsere Berufung und Erwählung Bestand hat.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus 2 Petrus 1.

• Welche Eigenschaften beschrieb Petrus als Teil der göttlichen Natur? (Siehe 2 Petrus 1:4–7. Schreiben Sie die Eigenschaften an die Tafel.) Warum ist es wichtig, daß wir diese Eigenschaften entwickeln? (Siehe 2 Petrus 1:8.) Haben Sie diese Eigenschaften an anderen beobachtet?

• Paulus ermahnte die Heiligen, sich zu bemühen, daß ihre „Berufung und Erwählung Bestand hat“ (2 Petrus 1:10). Was bedeutet es, daß eine Berufung und Erwählung Bestand hat? (Vom Herrn die Gewißheit oder die Verheißung zu erhalten, im celestialen Reich erhöht zu werden. Jemand, dessen Berufung und Erwählung Bestand hat, weiß, daß er/sie für das ewige Leben versiegelt ist – durch Offenbarung und den Geist der Prophezeiung.“ [LuB 131:5.] Joseph Smith empfing diese Verheißung vom Herrn; siehe dazu LuB 132:49.)

• Was müssen wir tun, damit unsere Berufung und Erwählung Bestand hat?

Der Prophet Joseph Smith hat gelehrt: „Nachdem jemand Glauben an Christus hat, von seinen Sünden umkehrt und zur Vergebung seiner Sünden getauft wird und – durch Händeauflegen – den Heiligen Geist empfängt, … dann möge er sich beständig vor Gott demütigen, nach Rechtschaffenheit hungern und dürsten und nach jedem Wort Gottes leben, so wird der Herr bald zu ihm sagen: Sohn, du sollst erhöht werden. Wenn der Herr ihn dann gründlich geprüft hat und findet, daß der Mensch entschlossen ist, ihm unter allen Umständen zu dienen, dann wird der Mensch erfahren, daß seine Berufung und Erwählung Bestand hat.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 152.)

4. Falschen Lehrern und denen, die das Zweite Kommen verleugnen, widerstehen.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse in 2 Petrus 2; 3 und Judas. Erklären Sie, daß Judas ein Sohn von Josef und Maria und ein Bruder von Jesus war.

• Petrus und Judas warnten vor falschen Lehrern unter den Mitgliedern der Kirche. Welche Eigenschaften eines falschen Lehrers nannten sie? (Siehe 2 Petrus 2:1–3,10,12–19; Judas 1:4,8,10–13,16,18,19.) Woran können wir falsche Lehrer heute erkennen?

• Welchen Rat gaben uns Petrus und Judas, um falsche Lehren zu vermeiden und uns glaubenstreu auf das Zweite Kommen vorzubereiten? (Siehe 2 Petrus 3:11–14,17,18; Judas 1:3,20,21; siehe auch Moroni 7:12–17; LuB 45:57; 46:7,8.)

Zum Abschluß

Bezeugen Sie, daß das, was heute besprochen worden ist, wahr ist. Regen Sie die Klasse an, den Lehren des Petrus und Judas zu folgen und sich darum zu bemühen, in Glauben und Heiligkeit zu leben.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Weiteres zum 1. Petrusbrief

• Welche Unterscheidung traf Petrus in 1 Petrus 1 zwischen dem, was zerstörbar und vergänglich ist und dem, was unzerstörbar und immerwährend ist? (Siehe 1 Petrus 1:4,7,18,19,23–25. Schreiben Sie die Antworten der Teilnehmer unter den Überschriften zerstörbar oder vergänglich und unzerstörbar oder immerwährend an die Tafel.) Was können wir aus diesen Gegensätzen lernen?

• Petrus lehrte, daß Jesus „vor der Erschaffung der Welt … ausersehen“ war, der Erretter zu sein (1 Petrus 1:20; siehe auch Offenbarung 13:8). Warum ist diese Wahrheit wichtig? Was tragen die heilige Schriften, die in der Neuzeit offenbart wurden, zu unserem Verständnis über die Vorherordinierung des Erretters bei? (Siehe Mose 4:1–4; Abraham 3:27,28.)

• Was riet Petrus in bezug auf die Gesetze des Landes? (Siehe 1 Petrus 2:13–15.) Welchen Rat hat der Herr in den Letzten Tage in bezug auf die Gesetze des Landes offenbart? (Siehe LuB 58:21,22; 98:4–10; 134:5; 12. Glaubensartikel.)

• Was lehrte Petrus darüber, daß das Evangelium den Verstorbenen verkündet wird? (Siehe 1 Petrus 3:18–20; 4:6.) Wann ging Jesus in die Geisterwelt, um die Verkündigung des Evangeliums dort zu organisieren? (Siehe LuB 138:27.) Warum machte er dies? (Siehe LuB 138:29–37.) Was offenbart das Wirken des Erretters in der Geisterwelt über das Werk Gottes? (Mögliche Antworten: Gott ist vollkommen gerecht und barmherzig, deswegen bekommen alle Menschen, die je auf der Erde gelebt haben, die Möglichkeit, das Evangelium anzunehmen und sich seiner Segnungen zu erfreuen.)

• Welchen Rat gab Petrus den Führern der Kirche in 1 Petrus 5:1–4? Wie können Führer der Kirche für die anvertraute Herde sorgen? (Siehe 1 Petrus 5:2; siehe 2 Petrus 1:12–15; LuB 42:12–14.) Inwiefern sind Sie durch Führer der Kirche gesegnet worden, die diesen Rat befolgt haben?

2. „Keine … Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden“ (2 Petrus 1:20)

• Lesen Sie 2 Petrus 1:20,21. Was lehrte Petrus über die Quelle der heiligen Schrift? Was lehrte Petrus über die Auslegung der Schrift? Wie können wir sicher sein, daß wir die Schrift richtig auslegen? (Mögliche Antworten: Wir können uns an die inspirierte Auslegung von Führern der Kirche und an die Führung des Heiligen Geistes halten.) Inwiefern haben Ihnen die Lehren von Führern der Kirche oder die Führung des Geistes geholfen, eine bestimmte Schriftstelle zu verstehen?