„Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein“

Neues Testament: Evangeliumslehre – Leitfaden für den Lehrer, 1998


Ziel

Jeder soll hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, weil er weiß, daß die Mächte des Bösen überwunden werden und der Erretter in Herrlichkeit regieren wird.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie folgende Schriftstellen, und beten Sie darüber:

    1. a)

      Offenbarung 5:1–5; 6. Johannes sieht durch Offenbarung ein Buch mit sieben Siegeln und einige Ereignisse der ersten sechs Siegel oder Zeitspannen. Er sieht, daß der Satan zu allen Zeiten gegen die Rechtschaffenen kämpft.

    2. b)

      Offenbarung 19:1–9; 20:1–11. Johannes sieht, daß der Satan gebunden werden und Christus in Herrlichkeit im Millennium regieren wird.

    3. c)

      Offenbarung 20:12–22:21. Johannes erfährt, daß die Rechtschaffenen nach dem Gericht bei Gott wohnen werden.

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: LuB 77.

  3. 3.

    Anregung für den Unterricht: „Die wichtigste Vorbereitung, die Sie neben allem anderen treffen können, ist Ihre eigene. Bereiten Sie sich so vor, daß Sie den Einfluß des Heiligen Geistes haben können.“ (Boyd K. Packer, Teach Ye Diligently [1975], 219.) Wir alle sollen uns bemühen, so zu leben, wie der Erretter gelebt hat, und so zu lehren, wie er gelehrt hat. Denken Sie gebeterfüllt darüber nach, was Sie tun können, damit Sie mit dem Einfluß des Heiligen Geistes lehren können. (Siehe Lehren – die größte Berufung, Seite 14, 15, 21, 22.)

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

Zeigen Sie eine aktuelle Zeitung, und weisen Sie auf zwei oder drei bedrückende Artikel hin (beispielsweise ein Verbrechen oder Naturkatastrophen).

• Was empfinden Sie, wenn Sie solche Artikel lesen? (Besprechen Sie die einzelnen Vorfälle nicht im Detail.)

Bitten Sie jemand, 2 Timotheus 3:1 vorzulesen.

Weisen Sie darauf hin, daß wir in den Letzten Tagen leben, in den Zeiten, die der Apostel Paulus als „schwere Zeiten“ beschrieben hat. Erklären Sie: Eine der Herausforderungen, denen wir uns in diesen Letzten Tagen stellen müssen, ist die, daß wir lernen, Furcht und Hoffnungslosigkeit zu überwinden, damit wir auch Prüfungen und Versuchungen bestehen können. In dieser Lektion werden wir besprechen, wie wir Hoffnung und Mut finden können, indem wir die Ereignisse, die in den Letzten Tagen stattfinden werden, verstehen.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie, wie uns die folgenden Schriftstellen helfen können, hoffnungsvoll zu sein, wenn wir den Schwierigkeiten der Letzten Tage gegenüber stehen. Die Teilnehmer sollen verstehen, daß die Rechtschaffenen das Zweite Kommen nicht zu fürchten brauchen.

1. Der Satan kämpft gegen die Rechtschaffenen.

Besprechen Sie Offenbarung 5:1–5; 6. Bitten Sie jemand, ausgewählte Verse daraus laut vorzulesen. Erklären Sie: Die ersten drei Kapitel in der Offenbarung beziehen sich auf die Zeit des Johannes( siehe Lektion 45). Das übrige Buch handelt von Ereignissen, die – von Johannes betrachtet – in der Zukunft liegen, und zwar vom Abfall vom Glauben, der nach dem Tod der Apostel eintrat bis zum Zweiten Kommen Jesu Christi und dem Letzten Gericht.

Erklären Sie, daß im 5. und 6. Kapitel der Offenbarung das Symbol der Buchrolle verwendet wird, die „mit sieben Siegeln versiegelt“ ist (Offenbarung 5:1). Jedes Siegel stellt eine Zeitspanne von tausend Jahren der zeitlichen Existenz der Erde dar (LuB 77:6,7); wir leben in der Zeitspanne, die durch das sechste Siegel dargestellt wird. (Siehe Punkt 3 unter „Zur Vertiefung“, wenn Sie sich näher mit den sieben Siegeln beschäftigen möchten.) Im 6. Kapitel öffnet das Lamm (Jesus Christus) die ersten sechs Siegel und zeigt einige Ereignisse, die mit jeder Zeitspanne verknüpft sind.

• Wir erfahren aus dem 6. Kapitel, daß der Satan zu allen Zeiten der Erdgeschichte gegen die Rechtschaffenen gekämpft hat. Wie hat er dies laut Offenbarung 6:4–11 getan? (Mögliche Antworten sind untenstehend aufgeführt.)

  1. a)

    Gewalt und Krieg (Offenbarung 6:4,8)

  2. b)

    Hunger und Hungersnot (Offenbarung 6:5,6,8. Erklären Sie, daß ein römischer Denar ein Taglohn war, ein Maß Weizen den Wert der Nahrung für eine Person pro Tag darstellte; Vers 6 macht deutlich, daß ein Taglohn so viel betrug wie ein Mensch an einem Tag Nahrung braucht.)

  3. c)

    Verfolgung (Offenbarung 6:9–11)

• Welche Taktiken wendet der Satan heute an, um die Rechtschaffenen zu besiegen?

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt:

„Dieser Kampf, so bitter und heftig, hat fortgedauert und nie geendet. Es ist der Kampf zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Entscheidungsfreiheit und Zwang, zwischen den Nachfolgern Christi und denen, die ihn leugnen. Seine Feinde haben in dieser Auseinandersetzung jede nur erdenkliche Strategie angewendet. Sie lügen und täuschen, bringen Geld und Reichtum ins Spiel, überlisten den Menschenver- stand, morden und zerstören und scheuen vor keiner unheiligen und unreinen Tat zurück, um das Werk Christi zunichte zu machen. …

Da sind auch die vielen in und außerhalb der Kirche, die den Glauben zerstören, die höhnen, beschimpfen, falsch aussagen und unser Volk versuchen, verlocken und zu Handlungsweisen anstiften wollen, die im Widerspruch zu den Lehren und Regeln des Werkes Gottes stehen. …

Der Kampf geht weiter. Er wird auf der ganzen Welt ausgetragen. Es geht um Entscheidungsfreiheit und Zwang. Ein Heer von Missionaren kämpft für Wahrheit und gegen Irrtum. Der Kampf findet im Leben eines jeden von uns statt, zu Hause, bei der Arbeit, in der Schule; es geht um Liebe und Achtung, um Treue, um Gehorsam und Lauterkeit, ein Kampf, der uns alle angeht.“ (Der Stern, Januar 1987, Seite 40–42.)

• Nach all diesen Bemerkungen fügt Präsident Hinckley hinzu: „Wir siegen [im Kampf gegen den Satan], und noch nie hat uns eine so großartige Zukunft gewinkt.“ (Der Stern, Januar 1987, Seite 42.) Wie können wir Hoffnung und eine positive Einstellung haben, während wir im Kampf gegen den Satan stehen? Worauf können wir zurückgreifen, um uns gegen die Macht des Satans und seiner Nachfolger zu stärken? (Mögliche Antworten: Die heiligen Schriften und die Lehren der lebenden Propheten, die Priestertumsvollmacht, der Tempel und die Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern der Kirche.)

2. Der Satan wird gebunden werden, und Christus wird in Herrlichkeit während des Millenniums regieren.

Lesen und besprechen Sie Offenbarung 19:1–9 und 20:1–11.

• Johannes nennt viele Plagen, Kriege und Strafgerichte, die vor dem Zweiten Kommen Jesu Christi stattfinden werden (Offenbarung 8–16). Dann beschreibt er in Offenbarung 19 das Kommen des Herrn; es wird durch ein Hochzeitsmahl symbolisiert (Offenbarung 19:7–9). Wen stellt die Frau des Lammes dar? (Die Kirche Jesu Christi.) Was sagt das Symbol des Hochzeitsmahls, bei dem Christus der Bräutigam und die Kirche die Braut ist, über das Verhältnis zwischen dem Herrn und seiner Kirche aus?

• Was müssen wir tun, um zu diesem Hochzeitsmahl eingeladen zu werden?

Elder Bruce R. McConkie hat erklärt: „Die Ältesten in Israel verbreiten jetzt die Einladungen zum Hochzeitsmahl des Herrn; wer glaubt und dem Evangelium gehorcht, indem er die Einladung annimmt, wird beim Hochzeitsmahl … dabei sein.“ (Doctrinal New Testament Commentary, 3 vols. [1966–73], 3:563, 564.)

• Das Zweite Kommen Jesu Christi wird zum Millennium überleiten, wo Christus über eine Zeitspanne von tausend Jahren selbst auf der Erde regieren wird. Was geschieht mit dem Satan während des Millenniums? (Siehe Offenbarung 20:1–3.) Wie wird das Leben sein, wenn der Satan gebunden sein wird? (Siehe 1 Nephi 22:26; LuB 45:55,58.) Wie können wir die Macht des Satans in unserem jetzigen Leben begrenzen?

• Nach dem Millennium wird der Satan eine Zeitlang freigelassen werden, und es wird eine letzte große Schlacht zwischen den Streitkräften Gottes und denen des Satans stattfinden (Offenbarung 20:7,8; LuB 88:111–113.) Diese Schlacht wird manchmal die Schlacht zwischen Gog und Magog genannt. Wie wird die große Schlacht am Ende des Millenniums ausgehen? (Siehe Offenbarung 20:9–11; LuB 88:114,115.) Welche Aufgabe haben wir in bezug auf diesen Sieg, da der Ausgang der Schlacht schon bekannt ist?

Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt: „Jeden Tag gewinnen die Streitkräfte des Bösen und die Streitkräfte des Guten neue Anhänger. Jeden Tag treffen wir selbst viele Entscheidungen, die zeigen, welche Sache wir unterstützen. Wie der Kampf ausgehen wird, steht jetzt schon fest: die Streitkräfte der Rechtschaffenheit werden gewinnen. Was sich jedoch noch erweisen wird, ist dies: wo wird jeder einzelne von uns – jetzt und in der Zukunft – in diesem Kampf stehen, und wie entschlossen wird er an seinem Platz stehen? Werden wir in den Letzten Tagen treu sein und die Aufgabe erfüllen, zu der wir vorherordiniert wurden?“ (Der Stern, Februar 1989, Seite 2, 3.)

3. Nach dem Letzten Gericht werden die Rechtschaffenen bei Gott wohnen.

Lesen und besprechen Sie ausgewählte Verse aus Offenbarung 20:12–22:21.

• Das Letzte Gericht wird nach der großen Schlacht stattfinden. Was können wir aus Offenbarung 20:21 darüber lernen, wie wir gerichtet werden? Welche Segnungen werden die erlangen, die für rechtschaffen befunden werden? (Siehe Offenbarung 21:3–7. Schreiben Sie die Antworten der Teilnehmer an die Tafel. Mögliche Antworten sind unten aufgeführt.)

Die Rechtschaffenen werden:

  1. a)

    In Gottes Gegenwart wohnen (Offenbarung 21:3).

  2. b)

    Tod, Trauer, Sorgen, Weinen oder Schmerz nicht mehr erleben (Offenbarung 21:4).

  3. c)

    Alle Dinge als Söhne und Töchter Gottes ererben (Offenbarung 21:7).

• Wie kann uns das Wissen um diese großen Segnungen dabei helfen, die Schwierigkeiten der Sterblichkeit zu ertragen?

• Offenbarung 21:10–22:5 beschreibt die celestiale Herrlichkeit der Erde und der Stadt, in der diejenigen wohnen werden, die die celestiale Herrlichkeit erlangt haben. Warum wird in der celestialen Stadt kein Tempel stehen? (Siehe Offenbarung 21:22. Der Tempel soll uns näher zu Gott bringen und uns seinen Plan lehren. Wenn wir wieder bei ihm wohnen werden, ist das nicht mehr notwendig.) Was steht in Offenbarung 22:14 darüber, was wir tun müssen, um durch die Tore in die ewige Stadt eintreten zu können?

Präsident David O. McKay erzählte, daß er in einer Vision eine herrliche Stadt, viele weißgekleidete Menschen und den Erretter gesehen hatte:

„Wie ich es verstand, war das [die] Stadt [des Erretters]. Es war die ewige Stadt; und die Menschen, die ihm folgten, sollten dort in Frieden und ewiger Freude leben.

Aber wer waren sie?

Als hätte der Erretter meine Gedanken gelesen, gab er die Antwort, indem er auf einen Halbkreis wies, der über ihnen erschien, und auf dem in Gold geschrieben stand: Es sind diejenigen, die die Welt überwunden haben – die tatsächlich von neuem geboren wurden.“ (Cherished Experiences from the Writings of President David O. McKay, comp. Clare Middlemiss [1976], 60.)

Zum Abschluß

Weisen Sie darauf hin, daß das Neue Testament mit einer hoffnungsvollen Botschaft schließt. Propheten wie Johannes der Offenbarer haben gesehen, was noch kommen wird; sie haben uns von den Segnungen erzählt, die wir erlangen werden, wenn wir rechtschaffen bleiben und bis ans Ende ausharren. Bezeugen Sie, daß die Rechtschaffenen am Ende der Welt triumphieren werden. Regen Sie die Teilnehmer an, aus dieser Erkenntnis Mut und Hoffnung zu schöpfen, wenn sie gegen Schlechtigkeit ankämpfen und die Hindernisse dieses Lebens zu überwinden suchen.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Es ist gefährlich, unser Herz auf irdischen Besitz zu setzen

• Offenbarung 18:11–18 lehrt uns, daß die Schlechten trauern werden, wenn sie ihren irdischen Besitz verlieren werden. Sie werden erstaunt sein, daß ein großes irdisches Reich in so kurzer Zeit zerstört werden kann. Bei welcher Gelegenheit haben Sie beobachtet, daß irdischer Besitz in kurzer Zeit zerstört wurde oder verlorenging?

• Welche Gefahr birgt es in sich, wenn wir unser Herz auf Weltliches setzen? Inwiefern entfernen uns irdische Dinge von Geistigem?

2. Die erste Auferstehung

Bitten Sie jemand, Offenbarung 20:4–6 vorzulesen. Geben Sie folgende Information an die Teilnehmer weiter, damit sie diese Verse besser verstehen können:

Die erste Auferstehung, oder die Auferstehung der Gerechten, wird mit dem Zweiten Kommen des Erretters beginnen. Wer celestialen oder terrestrialen Lohn empfangen wird, wird in dieser Auferstehung hervorkommen (LuB 88:98,99). Die zweite Auferstehung, oder die Auferstehung der Ungerechten, wird erst am Ende des Millennium stattfinden. Wer einen telestialen Lohn empfängt oder zu den Söhnen des Verderbens zählt, wird in dieser Auferstehung hervorkommen (LuB 88:100–102).

3. Die sieben Siegel im Buch der Offenbarung

Die folgende Übersicht gibt Ihnen weitere Information über die sieben Siegel; sie kann auch dazu beitragen, daß das Buch der Offenbarung besser verstanden wird.

• Weisen Sie darauf hin, daß die ersten fünf Siegel in 11 Versen behandelt werden, das sechste Siegel in 14 Versen und das siebente Siegel in 226 Versen. Was lehrt uns dieser Schwerpunkt?

Johannes richtete seine größte Aufmerksamkeit auf die Ereignisse in unserer Zeit und in der künftigen. Das Buch der Offenbarung wurde für uns heute geschrieben, und wir werden gesegnet werden, wenn wir uns mit dem Zweiten Kommen des Erretters beschäftigen und uns darauf vorbereiten.