Sonntagsschule: Evangeliumslehre
„Ich schreibe es auf ihr Herz‘


Lektion 42

„Ich schreibe es auf ihr Herz“

Ziel

Jeder soll angeregt werden, sich an Gottes Werk in den Letzten Tagen zu beteiligen und sein Gesetz auf dem Herzen zu tragen.

Vorzubereiten

  1. Lesen Sie gebeterfüllt Jeremia 16; 23; 29; 31.

  2. Zusätzlicher Lesestoff: Jeremia 3–9; 13; 30; 32:37–42; 33; 35.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können mit der folgenden (oder einer eigenen) Aktivität beginnen.

• Wenn Sie bei irgendeinem Ereignis im Alten Testament zusehen oder sich beteiligen könnten, welches würden Sie aussuchen? (Sie können die Antworten an die Tafel schreiben.)

• Warum wären Sie gerade bei diesem Ereignis gern dabeigewesen?

• Was geschieht heute in der Kirche, was man mit einigen der Ereignisse vergleichen könnte, die Sie ausgesucht haben?

Erklären Sie: Obwohl Jeremia für die Menschen seiner Zeit wenig Hoffnungsvolles zu sagen hatte, sah er doch eine Zeit der Hoffnung voraus, und zwar während der Samm- lung Israels in den Letzten Tagen. Heute sprechen wir über Jeremias Prophezeiungen von der großen Sammlung in den Letzten Tagen, an der wir jetzt teilnehmen.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie beim Unterrichten der folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Klasse an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

1. Jeremia sieht die Sammlung Israels in den Letzten Tagen voraus.

Wenn der Auszug der Israeliten aus Ägypten bei der Aktivität unter „Interesse wecken“ nicht erwähnt wurde, erklären Sie jetzt, daß das eins der erstaunlichsten Ereignisse im Alten Testament war. Es wird im Buch Jeremia und in anderen Büchern des Alten Testament erwähnt, und auch im Buch Mormon.

• Für wie wichtig hielt Mose den Auszug aus Ägypten? (Siehe Deuteronomium 4:32–35.) Wie wäre es wohl gewesen, wenn sie daran teilgenommen hätten?

• Viele Generationen später hatte Jeremia Visionen von einem Ereignis der Letzten Tage, von dem der Herr sagte, es sei genauso großartig wie der Auszug aus Ägypten (Jeremia 16:14–16; 23:3–8). Welches Ereignis wird in Jeremia 16:15 und 23:3 beschrieben? (Die Sammlung Israels und das Wachstum der Kirche.) Wer sind die Hirten, von denen in Jeremia 23:4 gesprochen wird? (Priestertums- und andere Kirchenführer.) Wer ist der König in Jeremia 23:5,6? (Jesus Christus.) Warum sind diese Ereignisse wohl so großartig wie der Auszug aus Ägypten?

• Elder LeGrand Richards hat gesagt, daß die Fischer und die Jäger in Jeremia 16:16 die Missionare der Kirche sind. Was haben Fischer und Jäger mit Missionaren gemeinsam? (Siehe Matthäus 4:18,19.) Wie können wir bessere Missionare werden?

2. Gott wird seinem Volk sein Gesetz auf das Herz schreiben.

• Die Kinder Israel verließen sich auf ihrem Zug durch die Wildnis darauf, daß Mose Offenbarung für sie empfing. Welchen großen Wunsch äußert Mose in Numeri 11:29? (Er wünschte, daß das Volk das Gesetz Gottes lernte und selbst auf den Geist hörte.)

• Was lesen wir in Jeremia 31:31–34, was der Herr in den Letzten Tagen tun würde? (Siehe auch Ezechiel 11:17–20; 36:24–28; 2 Korinther 3:2,3.) Was bedeutet es, Gottes Gesetz auf dem Herzen geschrieben zu haben? Was müssen wir tun, damit wir Gottes Gesetz auf dem Herzen haben?

• Wie wird unser Verhalten beeinflußt, wenn Gottes Gesetz auf unserem Herzen steht? Sie können besprechen, wie das bei bestimmten Geboten hilft wie:

  1. Unseren Nächsten lieben.

  2. Unsere Eltern ehren.

  3. Moralisch rein sein.

  4. Den Sonntag heiligen.

  5. Geeignete Filme, Fernsehprogramme, Bücher und Zeitschriften aussuchen.

  6. Schickliche Kleidung tragen.

  7. Geeignete Musik aussuchen.

• Joseph Smith wurde einmal gefragt, wie er so viele Leute erfolgreich regieren könne. Er antwortete: „Ich lehre sie richtige Grundsätze, und sie regieren sich selbst.“ Wie paßt dieser Ausspruch dazu, daß man Gottes Gesetz auf sein Herz geschrieben hat?

• Jeremia prophezeite, daß das Volk Juda 70 Jahre, nachdem es in Gefangenschaft geführt worden war, wieder in seine Heimat zurückkehren und wieder in Harmonie mit Gott leben werde (Jeremia 29:10–14; die Erfüllung dieser Prophezeiung wird in der 47. Lektion besprochen.) Was können wir gemäß Jeremia 29:12–14 tun, um Gott näher zu kommen? Was sagen die Wörter rufen, beten, suchen und nach mir fragen über die Einstellung, die wir haben müssen, wenn wir uns bemühen, Gott näher zu kommen? Bitten Sie die Mitglieder, von Erlebnissen zu erzählen, die sie hatten, als sie sich bemühten, Gott näher zu kommen.

Zum Abschluß

Geben Sie Zeugnis, daß wir in einer Zeit leben, auf die Jeremia und viele andere Propheten sich gefreut haben. Regen Sie die Mitglieder an, sich an der Sammlung Israels zu beteiligen und das Gesetz Gottes auf ihrem Herzen zu tragen.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge in der Lektion verwenden.

1. Jetzt ist die Zeit zur Umkehr

Der Herr ist immer barmherzig zu denen, die umkehren. Den Menschen, die die Umkehr aufschieben, wird es aber immer schwerer fallen, damit zu beginnen.

Präsident Joseph F. Smith hat gelehrt: „Der Mensch, der unvergebenes und angehäuftes Unrecht auf sich geladen hat, mag finden, daß ihm jeglicher Rückzug abgeschnitten und sein Zustand in der Welt hoffnungslos ist. Der ist der Unglücklichste, der sich jede Gelegenheit zum Rückzug durch achtlos begangene Übel der Vergangenheit abschneidet. Daher gibt uns die Gewohnheit, täglich um die göttliche Gnade und Vergebung zu bitten, Macht, dem Bösen zu entgehen.“ (Evangeliumslehre, 1947, Seite 530.)

• Was sagen uns die folgenden Passagen darüber, wie wichtig es ist, das Wort des Herrn zu hören und sofort umzukehren?

2. Auf das Wort der Propheten hören

• Jeremia berichtet häufig, daß das Volk nicht auf seine Worte hörte (Jeremia 7:13; 25:3,4; 26:2–5; 32:33). Welche Worte der Propheten der Letzten Tage müssen wir vielleicht eifriger befolgen?

3. Die Sünden früherer Generationen wiederholen

• Jeremia warnte die Juden seiner Zeit, daß sie dieselben Sünden begingen, für die vergangene Generationen streng bestraft worden waren (Jeremia 11:1–12). Warum lernte Jeremias Generation wohl nicht aus den Sünden ihrer Vorfahren, besonders, wenn die Strafe so deutlich dokumentiert war? Wie können wir mehr Nutzen aus dem ziehen, was frühere Generationen des Bundesvolkes Gottes gelernt haben?

4. Es ist wichtig, auf Gott zu vertrauen

• Welche Vergleiche werden in Jeremia 17:5–8 zwischen Leuten, die auf Menschen vertrauen, und Leuten, die auf Gott vertrauen, gezogen? Haben sie schon erlebt, daß diese Vergleiche stimmen? Wie können wir unser Gottvertrauen beweisen?

5. Falsche Propheten

• Zidkija war ein König, dem die Propheten das sagen sollten, was er hören wollte. Deswegen versprachen viele falsche Propheten, daß Jerusalem nicht fallen würde (Jeremia 28:1–4; 37:19). Heute kommen viele falsche Propheten „wie harmlose Schafe“ (Matthäus 7:15). Welche Beweise haben wir dafür, daß es heute falsche Propheten unter uns gibt? Wie lauten ihre Botschaften? Wie können wir es vermeiden, von falschen Propheten in die Irre geführt zu werden?