Einleitung

Anleitung für Führungskräfte des Priestertums und der Hilfsorganisationen, 2001


Diese Anleitung wurde von der Kirche erstellt, damit die Führungskräfte des Priestertums und der Hilfsorganisationen die Aufgaben im Rahmen ihrer Berufung kennen lernen und wissen, wie sie vorgehen sollen. Alle Führungskräfte und Mitglieder sollen die Mission der Kirche umsetzen helfen, die darin besteht, alle Menschen einzuladen, zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden (siehe Moroni 10:32). Zu diesem Zweck unterstützen die Führungskräfte die Mitglieder in den folgenden Bereichen:

  • Jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk das Evangelium Jesu Christi verkündigen. Lassen Sie andere am Evangelium teilhaben, indem Sie, wie der Geist es Ihnen eingibt, Zeugnis geben.

  • Die Heiligen vervollkommnen. Helfen Sie den Neubekehrten, in der Kirche Fortschritt zu machen, indem Sie dafür sorgen, dass sie einen Freund und eine Aufgabe haben und durch das Wort Gottes genährt werden. Unterstützen Sie sie dabei, die Verordnungen des Evangeliums zu empfangen und die dazu gehörenden Bündnisse einzugehen; sich zu bemühen, die Gebote zu halten, wie sie es versprochen haben, und ihren Mitmenschen zu dienen, für die Armen und Bedürftigen zu sorgen und miteinander Gemeinschaft zu pflegen, um eine Gemeinschaft von Heiligen zu werden.

  • Die Toten erlösen. Im Rahmen des Möglichen die verstorbenen Vorfahren ausfindig machen und die Tempelverordnungen für sie vollziehen lassen, um die Erhöhung der Familie in die Wege zu leiten

Andere am Evangelium teilhaben lassen

Der Herr erwartet von den Mitgliedern seiner Kirche, dass sie andere am Evangelium teilhaben lassen. Die Priestertumsführer sollen dieser Aufforderung selbst Folge leisten, aber auch die Mitglieder dazu anhalten und motivieren. Nachfolgend werden einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie man andere am Evangelium teilhaben lassen kann:

  • ein gutes Vorbild sein und selbst nach den Evangeliumsgrundsätzen leben.

  • Angehörigen und Freunden vom Evangelium und von den Segnungen, die es einem schenkt, erzählen.

  • die Distrikts- oder Vollzeitmissionare unterstützen.

  • Aktivitäten und Programme planen, wie man andere mit dem Evangelium bekannt machen kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man einem Mitglied hilft, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten. Die Führungskräfte können den jungen Leuten helfen, sich auf eine Mission vorzubereiten. Sie können auch die Eltern ermuntern, ihre Kinder auf den Missions- dienst vorzubereiten, und Ehepaare im Ruhestand dazu motivieren, auf Mission zu gehen. Ferner können die Führungskräfte anregen, dass die Mitglieder für eine Mission sparen und die Missionare finanziell unterstützen.

Auf Weisung des Zweigpräsidenten koordiniert der Gemeinde-Missionsleiter (sofern es einen gibt) die Missionsarbeit im Zweig.

Die Heiligen vervollkommnen

Zur Vervollkommnung der Heiligen gehört, dass jedes Mitglied Ansporn und Hilfe erhält, Tag für Tag nach dem Evangelium zu leben und sich für die Erhö- hung bereitzumachen. Zur Vervollkommnung der Heiligen gehören zwei Komponenten – eine geistige und eine zeitliche.

Geistige Vorbereitung

woman praying

Die Führungskräfte sollen ständig um Inspiration beten, um zu wissen, wie sie den Mitgliedern helfen können, geistig stärker zu werden. Die Führungskräfte können den Mitgliedern helfen, sich geistig bereitzumachen, indem sie sie im Evangelium unterweisen und ihnen nahe legen, danach zu leben. Sie sollen die Mitglieder dazu ermutigen, sich dem Herrn durch Beten, Fasten, die Teilnahme am Abendmahl und das Studium der heiligen Schriften und der Lehren der neuzeitlichen Propheten zu nahen. Sie sollen Gelegenheiten zum Dienen schaffen, dafür sorgen, dass die Versammlungen der Kirche geistig erbauend sind, und ihre Liebe zeigen, indem sie jedem einzelnen Mitglied dienen.

Die Bemühungen, die Heiligen zu vervollkommnen, konzentrieren sich auf den Einzelnen und die Familie. Die Kirche stärkt und unterstützt die Familie und das Zuhause. Unterweisung und Führung im Evangelium finden vornehmlich in der Familie statt. Die Führungskräfte sollen die Familienmitglieder dazu anhalten, einander zu lieben und einander zu dienen, sie sollen außerdem darauf hinweisen, dass die Eltern die Pflicht haben, ihre Kinder im Evangelium zu unterweisen und regelmäßig den Familienabend zu halten.

Jedes Mitglied der Kirche soll sich für die Tempelsegnungen bereitmachen. Die diesbezüglichen Aufgaben der Mitglieder sind in der Anleitung für die Familie (31180 150) nachzulesen. Die Führungskräfte können dazu beitragen, dass Mitglieder die Segnungen des Tempels empfangen, indem sie sie über den Tempel unterrichten. Außerdem sollen sie sie dazu anhalten, würdig zu leben, damit sie einen Tempelschein erhalten können, immer einen gültigen Schein haben und nach Möglichkeit ihre Begabung und Siegelung im Tempel empfangen können. Als würdig gilt jemand, der mit dem Herrn Bündnisse wie den Taufbund geschlossen hat und der eifrig bestrebt ist, diese Bündnisse zu halten.

Physisch-zeitliche Vorbereitung

Die Führungskräfte können den Mitgliedern helfen, für ihre physischen und zeitlichen Bedürfnisse aufzukommen. Zu diesem Zweck sollen sie sie lehren, selbständig zu sein und sich für unerwartete Ereignisse zu rüsten. Sie können die Mitglieder lehren, nach dem Gesetz des Zehnten und dem Gesetz des Fastens zu leben, ihnen nahe legen, im Rahmen ihrer Mittel zu leben, und ihnen Heimlehrer und Besuchslehrerinnen zuweisen, die über sie wachen und ihnen helfen.

Die Führungskräfte machen die Armen und Bedürftigen im Zweig ausfindig, nehmen sich ihrer an und lehren die Mitglieder des Zweiges, ebenso zu handeln.

Weitere Informationen darüber, wie die Mitglieder für ihre physischen Bedürfnisse aufkommen können, stehen in der Anleitung für die Familie.

Die Tempelverordnungen und Genealogie

Die Mitglieder sollen die heiligen Hand- lungen des Tempels nicht nur für sich selbst empfangen. Sie sollen auch zur Erlösung der Verstorbenen beitragen, indem sie ihre Vorfahren ausfindig machen und die heiligen Handlungen für sie vollziehen lassen. Dazu fangen sie am besten zunächst einmal mit den ersten vier Generationen von Vorfahren an. Die Führungskräfte unterstützen sie dabei, indem sie ihnen die Lehre von der Erlösung der Toten verständlich machen und sie auffordern, Namen für die Tempelarbeit einzureichen und nach Kräften die heiligen Handlungen des Tempels für ihre Vorfahren und andere Verstorbene zu vollziehen.