Der Heilige Geist hilft mir

Primarvereinigung Leitfaden 1: Ich bin ein Kind Gottes, 1999


Zweck

Jedem Kind bewußt machen, daß der Heilige Geist uns hilft.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Johannes 14:16,17; 2 Nephi 32:5; Moroni 10:4,5 und Lehre und Bündnisse 39:23; 130:22. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 7. Kapitel.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel und das Buch Lehre und Bündnisse

    2. b)

      einen Gegenstand, den die Kinder kennen, und einen Beutel, in den Sie ihn hineinstecken können

    3. c)

      Bild 1-3, „Jesus der Messias“ (Bild 240 in Bilder zum Evangelium); Bild 1-4, „Die erste Vision“ (Bild 403 in Bilder zum Evangelium)

  3. 3.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Lernen

Aufmerksamkeit wecken

Bitten Sie ein Kind, das Anfangsgebet zu sprechen.

Lassen Sie ein Kind nach vorn kommen, und flüstern Sie ihm etwas in bezug auf den Heiligen Geist ins Ohr, beispielsweise: „Der Heilige Geist hilft dem himmlischen Vater und Jesus.“ Wiederholen Sie das mit allen Kindern. (Sie können jedem Kind dassselbe ins Ohr flüstern.) Fragen Sie die Kinder anschließend, ob sie schon wissen, worüber Sie heute sprechen werden. Erklären Sie, daß es heute um jemanden geht, der dem himmlischen Vater und Jesus hilft, nämlich um den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist hilft dem himmlischen Vater und Jesus

Zeigen Sie Bild 1-4, „Die erste Vision“. Deuten Sie auf den himmlischen Vater und Jesus, und erklären Sie, daß die beiden einen Körper haben, der genauso aussieht wie unser Körper. Sagen Sie dann, daß der Heilige Geist in vielerlei Hinsicht so ist wie der himmlische Vater und Jesus. Er hat uns lieb, und er hilft uns. Aber er hat keinen fühlbaren Körper wie der himmlische Vater und Jesus; er ist vielmehr ein Wesen aus Geist, das uns Gedanken eingeben und uns Glück und Trost schenken kann.

Der Heilige Geist tröstet und hilft uns

• Wie tröstet eure Mutter oder euer Vater euch, wenn ihr euch wehgetan habt oder traurig seid?

Zeigen Sie Bild 1-3, „Jesus der Messias“, und erklären Sie den Kindern folgendes: Jesus wußte genau, daß seine Jünger, die ihm ja bei seiner Aufgabe halfen, nach seinem Tod sehr traurig sein würden. Deshalb sagte er ihnen, daß er den himmlischen Vater bitten werde, ihnen einen Tröster zu senden, damit sie nicht mehr ganz so traurig wären. (Siehe Johannes 14:16,17.)

Erklären Sie den Kindern, daß der Heilige Geist dieser Tröster ist und daß er auch uns trösten kann. Wenn wir traurig oder durcheinander sind, hilft der himmlische Vater uns dadurch, daß er uns den Heiligen Geist sendet, damit dieser uns tröstet.

Geschichte

Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns auch warnen und anleiten kann, wenn wir Hilfe brauchen. Geben Sie dann die folgende Begebenheit mit eigenen Worten wider; hier geht es um Harold B. Lee, der später der elfte Präsident der Kirche wurde.

„Ich war ungefähr acht Jahre alt – vielleicht auch etwas jünger – als mein Vater mit mir auf eine Farm fuhr, die etwas weiter entfernt war. Während er dort arbeitete, versuchte ich mir die Zeit mit allem zu vertreiben, was einem Jungen in meinem Alter so einfiel. Es war heiß und staubig, und ich spielte so lange, bis ich keine Lust mehr hatte. Da entdeckte ich auf der anderen Seite des Zaunes einen zerfallenen Schuppen, der mich magisch anzog. Ich stellte mir vor, dieser Schuppen sei ein Schloß, das ich erkunden wollte, und so ging ich zum Zaun und begann hinüberzuklettern, um zum Schuppen zu gelangen. Da hörte ich in mir plötzlich eine Stimme, die etwas sehr Wichtiges sagte, nämlich: ‚Harold, geh da nicht hin.‘ Ich sah mich um, weil ich wissen wollte, wer da mit mir sprach. Mein Vater war aber weit entfernt auf der entgegengesetzten Seite des Feldes, und er konnte auch überhaupt nicht sehen, was ich tat. Ich konnte niemanden entdecken. Da fiel mir plötzlich ein, daß jemand, den ich nicht sehen konnte, mich davor warnte, zum Schuppen hinüberzugehen. Ich werde wohl nie erfahren, was dort geschehen wäre, aber ich habe durch dieses Erlebnis schon relativ jung gelernt, daß es Wesen gibt, die wir zwar nicht sehen, die aber trotzdem zu uns sprechen können.“ (In Conference Report, Gebietskonferenz in Mexico City, 1972, Seite 48f.)

Erklären Sie, daß der Heilige Geist manchmal laut mit Worten zu uns spricht, wie es bei Präsident Lee der Fall war, daß er uns oft aber nur ein Gefühl eingibt, das uns sagt, was wir tun sollen bzw. nicht tun sollen.

Der Heilige Geist zeigt uns, was richtig ist

Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns liebt und daß er uns hilft, das Rechte zu tun. Lassen Sie die Kinder überlegen, wie sie bisher schon das Rechte tun, indem sie beispielsweise ihren Eltern gehorchen, anderen Menschen helfen oder regelmäßig beten.

• Was für ein Gefühl habt ihr, wenn ihr das tut, was richtig ist?

• Was für ein Gefühl habt ihr, wenn ihr etwas Falsches tut?

Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns zeigt, was richtig und was falsch ist, indem er uns ein gutes, warmes Gefühl schenkt, wenn wir etwas Richtiges tun, und ein trauriges Gefühl, wenn wir etwas Falsches tun.

Lassen Sie die Kinder erzählen, wann sie schon ein solches gutes, warmes Gefühl gehabt haben, weil sie das Richtige getan oder jemandem geholfen haben. Machen Sie ihnen bewußt, daß es sich dabei um den Einfluß des Heiligen Geistes gehandelt hat.

Lied

Sagen Sie gemeinsam mit den Kindern die angegebenen Zeilen des folgenden Liedes auf: „Der Heil’ge Geist“ (Kinderstern, Mai 1991).

O mög ich immer hören, was er sagt so still, damit ich dann das Rechte tu und handle, wie Gott will.

Durch den Heiligen Geist können wir wissen, daß es den himmlischen Vater und Jesus Christus wirklich gibt

Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns die Gewißheit schenken kann, ob etwas wahr ist bzw. tatsächlich existiert. Zeigen Sie den Kindern den Beutel mit dem Gegenstand, und sagen Sie ihnen, daß sich in diesem Beutel ein Gegenstand befindet, zeigen Sie ihnen den Gegenstand aber nicht.

• Ist etwas in diesem Beutel?

Erklären Sie den Kindern, daß sie den Gegenstand im Beutel zwar nicht sehen können, daß sie aber wissen, daß es ihn gibt, weil Sie ihnen das nämlich gesagt haben. Auch wenn es nur ganz wenige Menschen gibt, die den himmlischen Vater und Jesus Christus je gesehen haben, so kann der Heilige Geist uns doch die Gewißheit schenken, daß es den himmlischen Vater und Jesus Christus wirklich gibt und daß sie uns liebhaben. Erklären Sie, daß man diese Gewißheit als „Zeugnis“ bezeichnet. Manchmal geben Menschen in den Versammlungen der Kirche Zeugnis und sagen, daß sie wissen: Jesus lebt. Der Heilige Geist hat ihnen geholfen, diese Gewißheit zu erlangen.

Wir können die Gabe des Heiligen Geistes erhalten

Erzählen Sie, wie Sie getauft und konfirmiert worden sind und was für ein Gefühl Sie hatten, als Ihnen ein Bruder, der das Priestertum trug, die Hände aufgelegt und die Gabe des Heiligen Geistes gespendet hat.

Lesen Sie Lehre und Bündnisse vor, und zwar bis „empfangen“, und erklären Sie, daß ein Kind dann getauft und konfirmiert werden kann, wenn es acht Jahre alt ist, und daß es anschließend die Gabe des Heiligen Geistes empfangen kann. Die Gabe des Heiligen Geistes hilft ihm dann, all das einzuhalten, was es bei der Taufe versprochen hat.

Zeugnis

Sagen Sie, daß Sie für den Heiligen Geist dankbar sind, und erklären Sie den Kindern, wie er Sie tröstet und Ihnen zeigt, was richtig ist.

Zur vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Aktivitäten solche aus, die Sie im Unterricht verwenden wollen.

  1. 1.

    Singen Sie mit den Kindern das Lied „Der Heil’ge Geist“ (Kinderstern, Mai 1991), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

  2. 2.

    Zeigen Sie Bilder von Menschen, die etwas Richtiges tun, indem sie zum Beispiel jemandem helfen. Fragen Sie die Kinder, was für ein Gefühl sie haben, wenn sie das tun, was richtig ist. Schildern Sie den Kindern ein paar Situationen, in denen jemand etwas Richtiges bzw. etwas Falsches tut, beispielsweise seiner Mutter hilft, sich mit seinen Brüdern streitet, andere Kinder mit seinen Spielsachen spielen läßt oder seinen Eltern nicht gehorsam ist. Die Kinder sollen lächeln, wenn sich das Kind richtig verhält, und die Stirn runzeln, wenn es sich falsch verhält.

  3. 3.

    Sagen Sie mit leiser Stimme: „Jeder, der meine Stimme hören kann, soll den Finger an die Nase legen. Jeder, der meine Stimme hören kann, soll sich die Hand auf den Kopf legen.“ Nennen Sie noch weitere Körperteile, bis Sie sicher sind, daß alle Kinder auf Ihre leise Stimme hören. Erklären Sie, daß Sie zwar leise gesprochen haben, daß die Kinder Sie aber trotzdem verstehen und Ihre Anweisungen befolgen konnten, wenn sie Ihnen zugehört haben. Erklären Sie, daß der Heilige Geist mit leiser Stimme zu uns spricht, und wenn wir aufmerksam zuhören, kann er uns etwas Wichtiges sagen.

  4. 4.

    Geben Sie mit eigenen Worten die folgende Begebenheit wieder, die von Präsident Wilford Woodruff, dem vierten Präsidenten der Kirche, handelt:

    Als Präsident Woodruff mit seiner Frau und seinen vier Kindern auf Reisen war, übernachteten sie eines Abends bei Freunden. Drei der Kinder schliefen im Haus, während Präsident Woodruff, seine Frau und das vierte Kind draußen in der Kutsche schliefen. Präsident Woodruff erzählt: „Ich hatte mich gerade erst niedergelegt, als ich plötzlich eine Stimme sagen hörte: ‚Steh auf und schieb die Kutsche ein Stück weg.‘ Draußen blitzte und donnerte es nicht, und es gab auch kein Erdbeben – ich hörte nichts weiter als die leise, sanfte Stimme des Geistes Gottes, nämlich des Heiligen Geistes. … Ich stand auf und schob die Kutsche dicht an die Hausseite. Als ich mich wieder niederlegen wollte, sprach derselbe Geist zu mir: ‚Steh auf und führe deine Maul- tiere von der Eiche fort.‘ … Ich führte die Maultiere in ein Feld mit frisch gepflanzten Hickory- bäumen und band sie dort fest. Dann legte ich mich schlafen. Etwa eine halbe Stunde später erfaßte ein Wirbelwind die Eiche, an der meine Maultiere festgebunden gewesen waren, riß sie aus, schleuderte sie durch die Luft und riß zwei Zäune nieder. Etwa 100 Meter weiter fiel der Baum wieder zu Boden, … und zwar genau dort, wo vorher meine Kutsche gestanden hatte. … Indem ich die Offenbarung befolgte, die der Geist des Herrn mir eingegeben hatte, war es mir möglich, mein Leben und das Leben meiner Frau und meines Kindes sowie meiner Maultiere zu retten.“ („Leaves from My Journal“, Millennial Star, 12. Dezember 1881, Seite 790f.)

Zusätzliche aktivitäten für kleinere kinder

  1. 1.

    Bitten Sie die Eltern eine Woche vor dem Unterricht, ihrem Kind einen „Tröster“ in die Klasse mitzugeben, beispielsweise eine Schmusedecke, einen Teddy oder ein Spielzeug. Bringen Sie auch einige „Tröster“ mit für den Fall, daß eins oder mehrere Kinder ihre „Tröster“ vergessen haben.

    Sprechen Sie im Unterricht darüber, inwiefern sich die Kinder sicher und geliebt fühlen, wenn sie ihre „Tröster“ bei sich haben, und erklären Sie, daß es jemanden gibt, der dem himmlischen Vater und Jesus hilft und uns das Gefühl geben kann, daß wir in Sicherheit sind und geliebt werden. Dieses Wesen wird manchmal auch als Tröster bezeichnet, weil der himmlische Vater es nämlich dann zu uns sendet, wenn wir traurig sind oder Angst haben. Es handelt sich um den Heiligen Geist, der ein sehr guter Freund ist.

  2. 2.

    Sagen Sie die letzten Zeilen des Liedes „Die leise Stimme“ (Sing mit mir, B–92) auf, und machen Sie mit den Kindern die entsprechenden Bewegungen:

    Horche, horche (legen Sie die Hände an die Ohren),
    der Heil’ge Geist will sprechen (legen Sie den Zeigefinger auf die Lippen).
    Horche, horche (legen Sie die Hände an die Ohren),
    auf den Heil’gen Geist (legen Sie eine Hand aufs Herz).