Beim Beten kann ich mit dem himmlischen Vater sprechen

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Den Kindern bewußtmachen, daß sie dem himmlischen Vater näherkommen können, wenn sie andächtig beten.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Matthäus 6:9 und 3 Nephi 18:19,20. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 8. Kapitel.

  2. 2.

    Schreiben Sie Fragen wie die folgenden auf verschiedene Zettel. Es sollte für jedes Kind in Ihrer Klasse mindestens eine Frage dabei sein (falls die Klasse klein ist, möchten Sie vielleicht mindestens zwei Fragen pro Kind vorbereiten).

    1. a)

      Wenn jemand aus deiner Familie eine Zeitlang von zu Hause fortgehen muß, worum kannst du den himmlischen Vater dann im Gebet bitten?

    2. b)

      Wenn wir im Unterricht lernen, daß wir das Rechte wählen sollen, worum können wir dann den himmlischen Vater in unserem gemeinsamen Gebet in der Klasse bitten?

    3. c)

      Wenn wir im Unterricht lernen, daß wir freundlich sein sollen, worum können wir dann den himmlischen Vater in unserem gemeinsamen Gebet in der Klasse bitten?

    4. d)

      Wenn dein Freund oder deine Freundin krank ist und nicht mit dir spielen kann, worum kannst du den himmlischen Vater dann im Gebet bitten?

    5. e)

      Worum können wir in unserem Gebet am Morgen und am Abend bitten?

    6. f)

      Was können wir für die Kinder in unserer PV-Klasse erbitten, wenn wir beten?

  3. 3.

    Bereiten Sie sich vor, das „Gebetslied“ (Sing mit mir, A-11) zu singen oder den Text vorzutragen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel und das Buch Mormon

    2. b)

      Bild 2-14, „Klassengebet“ (62200); Bild 2-15, „Brigham Young“; Bild 2-16, „Heber J. Grant als Junge“

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Ehe Sie ein Kind darum bitten, das Anfangsgebet zu sprechen, zeigen Sie Bild 2-14, „Klassengebet“. Singen Sie dann andächtig das „Gebetslied“, oder tragen Sie den Text vor.

Zum Beten neigen wir den Kopf
und falten unsre Hände,
dann schließen wir die Augen fest,
bis das Gebet zu Ende.

• Wenn jemand in der Klasse betet, was sollen dann die anderen machen?

Singen Sie noch einmal das „Gebetslied“. Die Kinder sollen sich auf das Gebet vorbereiten, indem sie das tun, wozu sie in dem Lied aufgefordert werden.

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Wir bereiten uns vor, bevor wir beten

Besprechen

• Was sagt das Lied darüber aus, was wir tun müssen, um uns auf das Gebet vorzubereiten?

• Warum neigen wir den Kopf, wenn wir beten?

Machen Sie den Kindern klar, daß wir, wenn wir beim Gebet den Kopf neigen, dem himmlischen Vater zeigen, daß wir ihn lieben, ehren und achten. Der himmlische Vater ist größer und mächtiger als ein König, ein Präsident oder irgendein Mensch auf der Erde, und er hat viel für uns getan. Wir sollten zeigen, daß wir ihn lieben und ehren.

• Warum verschränken wir die Arme oder falten die Hände, wenn wir beten?

Machen Sie den Kindern klar, daß sie andere vielleicht vom Gebet ablenken, wenn sie während des Gebets die Hände bewegen.

• Warum schließen wir die Augen, wenn wir beten?

Vielleicht möchten Sie die Kinder auffordern, die Augen für einen Moment zu schließen, während sie sich die Antwort überlegen.

Machen Sie den Kindern klar, daß sie nicht so leicht abgelenkt werden, wenn sie die Augen schließen. Sie können besser an den himmlischen Vater denken und überlegen, was sie ihm sagen wollen.

Wir können uns dem himmlischen Vater nahe fühlen, wenn wir beten

Lehrer(in)

Erklären Sie: Wenn wir den Kopf neigen, die Arme verschränken und die Augen schließen, dann achten wir auf das Gebet und nicht auf unsere Umgebung. Wir können ein friedliches Gefühl bekommen und uns dem himmlischen Vater nahe fühlen. Wir sind bereit, zu ihm zu sprechen.

Geschichte

Zeigen Sie Bild 2-15, „Brigham Young“ und Bild 2-16, „Heber J. Grant als Junge“. Erzählen Sie mit Ihren eigenen Worten die folgende Geschichte von einem kleinen Jungen, der sich beim Beten dem himmlischen Vater sehr nahe fühlte:

Vor vielen Jahren war Brigham Young der Prophet und Präsident der Kirche. Ein kleiner sechsjähriger Junge namens Heber J. Grant spielte mit einem Sohn von Präsident Young. Er spielte oft im Haus von Präsident Young, wenn es Zeit war für das Familiengebet. Heber kniete sich dann mit der Familie nieder, verschränkte die Arme, neigte den Kopf, schloß die Augen und hörte zu, wie Präsident Young betete. Durch die Art und Weise, wie Präsident Young mit dem himmlischen Vater sprach, kam es Heber immer so vor, als sei der himmlische Vater bei ihnen im Zimmer. Manchmal öffnete er sogar die Augen, um zu schauen, ob der himmlische Vater da war. Natürlich sah er nur Präsident Young und seine Familie. Aber er war sich immer noch sicher, daß der himmlische Vater bei Präsident Young war, ihn hörte und ihm die Hilfe und Führung gab, um die er bat.

Als Heber erwachsen geworden war, wurde er ein Apostel und später der Präsident der Kirche. (Siehe Heber J. Grant, Gospel Standards, Hg. G. Homer Durham, Salt Lake City, S. 223, 224.)

Vielleicht möchten Sie erzählen, wie Sie sich einmal beim Beten dem himmlischen Vater nahe gefühlt haben wie Heber J. Grant.

Erinnern Sie die Kinder daran, daß der himmlische Vater uns immer zuhört, wenn wir beten. Wenn wir beim Beten den Kopf neigen, die Arme verschränken und die Augen schließen, dann hilft uns das, uns dem himmlischen Vater näher zu fühlen.

Wir sprechen andächtig, wenn wir beten

Schriftstelle/Besprechen

Erklären Sie, daß wir dem himmlischen Vater auch durch die Art und Weise, wie wir im Gebet zu ihm sprechen, unsere Liebe und Achtung zeigen.

• Wenn ihr mit jemandem reden möchtet, was sagt ihr dann als erstes Wort, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen? (Den Namen.)

• Wenn ihr mit dem himmlischen Vater sprechen möchtet, was sagt ihr dann als erstes?

Erklären Sie, daß wir beim Beten zuerst den Namen des himmlischen Vaters sagen. Sagen Sie den Kindern, daß Jesus uns gelehrt hat, es so zu tun, als er auf der Erde war. Lesen Sie Matthäus 6:9 vor.

Sagen Sie den Kindern, daß Jesus uns auch gelehrt hat, wie wir das Gebet beenden sollen. Lesen Sie 3 Nephi 18:19 vor.

• Was hat Jesus darüber gesagt, wie wir das Gebet beenden sollen? (In seinem Namen. Wir beenden das Gebet mit den Worten Im Namen Jesu Christi. Amen.)

• Wenn wir in der Klasse oder in der Familie beten und derjenige, der das Gebet spricht, „Amen“ sagt, was tun dann wir?

Erklären Sie: Wenn wir gemeinsam als Gruppe beten und zum Schluß „Amen“ sagen, dann bedeutet das, daß wir mit dem, was im Gebet gesagt worden ist, einverstanden sind. Dann haben wir mit demjenigen, der das Gebet gesprochen hat, mitgebetet.

Wir beten, um dem himmlischen Vater für unsere Segnungen zu danken

Spiel

Sagen Sie den Kindern, daß es zwei sehr wichtige Gründe gibt, warum wir beten. Damit die Kinder entdecken können, welches der erste wichtige Grund für das Beten ist, teilen Sie sie in zwei Gruppen auf. Die Kinder sollen nun nacheinander etwas nennen, was der himmlische Vater für sie getan hat, und zwar immer abwechselnd ein Kind aus der einen und dann aus der anderen Gruppe. Dabei darf niemand etwas sagen, was schon genannt worden ist. Wenn eine Gruppe nicht sofort eine Antwort weiß, ist die andere Gruppe an der Reihe. Lassen Sie die Kinder ein paar Minuten lang spielen, oder beenden Sie das Spiel, wenn keiner Gruppe etwas Neues mehr einfällt.

Wenn die Kinder die folgenden möglichen Antworten nicht erwähnt haben, dann führen Sie sie jetzt noch an:

  • Der himmlische Vater hat uns unser Leben gegeben.

  • Er hat uns eine Familie gegeben.

  • Er hat uns die Erde gegeben.

  • Er hat Jesus Christus auf die Erde gesandt, um uns zu helfen.

  • Er hat verheißen, daß er unsere Gebete auf die bestmögliche Weise erhört.

Besprechen

Besprechen Sie die folgenden Fragen mit den Kindern:

• Wenn dir jemand etwas schenkt oder freundlich und liebevoll zu dir ist, was solltest du dann sagen?

• Wer hat uns mehr geschenkt als jeder andere? (Der himmlische Vater.)

• Was ist der erste Grund, warum wir beten? (Um dem himmlischen Vater für die vielen Segnungen, die er uns gegeben hat, zu danken.)

Betonen Sie, daß wir, ebenso wie wir unseren Eltern, Geschwistern oder Freunden danken für das, was sie für uns tun, auch dem himmlischen Vater danken sollen für das, was er für uns tut. Der himmlische Vater ist glücklich, wenn wir ihm danken.

Wir beten, um den himmlischen Vater um Hilfe zu bitten

Geschichte

Erzählen Sie die folgende Geschichte über Stefan mit Ihren eigenen Worten, damit die Kinder den zweiten Grund, warum wir beten, entdecken können:

Stefan war gerade mit seinen Eltern in eine fremde Stadt gezogen. Am ersten Schultag kannte er niemanden in seiner Klasse. Stefan fühlte sich schrecklich. Er wollte nach Hause gehen. Er neigte den Kopf, damit niemand sehen konnte, daß er weinte.

Bald bemerkte die Lehrerin, daß Stefan mit den Gedanken nicht dabei war und starr nach unten blickte. Sie dachte, er sei vielleicht krank und ging deshalb zu ihm hin. Stefan war verlegen, weil er in der Schule weinte, und er versuchte aufzuhören. Aber ihm war so schlimm zumute, daß er es nicht schaffte.

Ganz leise, so daß niemand sonst es hören konnte, betete er: „Bitte, himmlischer Vater, hilf mir, daß ich aufhören kann zu weinen.“

Bald hörte Stefan auf zu weinen. Er sagte seiner Lehrerin, daß es ihm besser ging, und er verbrachte einen fröhlichen Tag.

Besprechen

• Was hat Stefan geholfen, sich besser zu fühlen?

• Wie hat euch das Beten schon einmal geholfen?

Fragespiel

Erklären Sie: Der zweite Grund, warum wir beten, ist, daß wir den himmlischen Vater um Hilfe bitten. Damit die Kinder besser verstehen, wie sie ganz konkret um Hilfe bitten können, verteilen Sie die Zettel mit den Fragen auf dem Tisch oder dem Boden. Jedes Kind darf sich einen Zettel aussuchen. Lesen Sie jede Frage vor, und lassen Sie das Kind, das den Zettel ausgesucht hat, antworten.

Machen Sie den Kindern klar, daß wir, wenn wir vom himmlischen Vater Hilfe erhalten wollen, uns sehr anstrengen müssen, das Rechte zu wählen. Wenn wir dann um Hilfe beten und den himmlischen Vater um das bitten, was für uns am besten ist, dann gibt er uns auch, worum wir gebetet haben (siehe 3 Nephi 18:20).

Zusammenfassung

Besprechen

• Wofür können wir dem himmlischen Vater heute beim Schlußgebet danken? (Mögliche Antworten: daß wir zur PV kommen und mehr über das Gebet lernen konnten.)

• Worum können wir den himmlischen Vater im Gebet bitten?

Zeugnis

Bezeugen Sie, wie wichtig es ist, daß wir jeden Tag mit dem himmlischen Vater sprechen. Erinnern Sie die Kinder daran, daß wir am Morgen, am Abend und immer dann, wenn wir besondere Hilfe brauchen oder dem himmlischen Vater wirklich dankbar sind, beten sollen.

Ermutigen Sie die Kinder, in der kommenden Woche jeden Tag daran zu denken, daß sie am Morgen und am Abend beten.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Bereiten Sie die Kinder auf das Gebet vor, indem Sie zunächst leise das „Gebetslied“ singen und das tun, was in dem Lied ausgesagt wird. Erinnern Sie die Kinder daran, daß der himmlische Vater zuhört und daß jeder im Raum betet, auch wenn nur einer die Worte sagt. Erinnern Sie sie auch, am Ende des Gebets „Amen“ zu sagen.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Geben Sie jedem Kind eine Kopie des Handzettels „Ich will andächtig beten“, der am Ende der Lektion zu finden ist. Geben Sie den Kindern Buntstifte, damit sie das Bild anmalen können. Fordern Sie die Kinder auf, das Bild ihrer Familie zu zeigen und ihrer Familie zu berichten, was sie heute über das Beten gelernt haben.

  2. 2.

    Singen Sie mit den Kindern den ersten Vers von „Den Kopf geneigt“ (Sing mit mir, A-2), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Machen Sie dabei folgende Bewegungen:

    Den Kopf geneigt (den Kopf neigen),
    die Augen zu (die Augen schließen),
    so beten, Vater, wir (die Arme verschränken),
    und danken für den Segen reich (Arme ausbreiten)
    und deine Gnade dir.
  3. 3.

    Singen Sie mit den Kindern den zweiten Vers von „Ich bete voll Glauben“ (Kinderstern, März 1994), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf, um die Kinder daran zu erinnern, was sie beim Beten sagen sollen.

    Ich sag’ als erstes: „Mein himmlischer Vater“,
    dann dank’ ich für Segnungen ihm.
    Ich bitte in Demut um das, was ich brauch’
    im Namen Jesu Christi. Amen.
    (© 1987 by Janice Kapp Perry. Used by permission.)
  4. 4.

    Geben Sie den Kindern Papier und Wachs- oder Buntstifte. Lassen Sie sie ein Bild von sich selbst zeichnen, wie sie gerade beten. Sie können ein Bild vom Familiengebet malen, von ihrem eigenen Morgen- oder Abendgebet, vom Gebet vor dem Essen oder irgendeine andere Situation, wo sie gerade beten.