Die Gabe des Heiligen Geistes kann mir helfen

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Die Kinder sollen verstehen, daß sie nach der Taufe die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, die ihnen hilft.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt LuB 49:13,14, 130:22 und den 1. und 4. Glaubensartikel. Siehe auch Moroni 10:5, LuB 9:8,9, 85:6 und Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 21. Kapitel.

  2. 2.

    Bereiten Sie folgende „Frageblumen“ aus festem Papier vor:

    Befestigen Sie die Blumen jeweils an einem kleinen Stab (10–15 cm lang), und stellen Sie sie in eine Vase oder ein Glas.

  3. 3.

    Bereiten Sie sich vor, das Lied „Ich weiß, mein Vater lebt“ (Sing mit mir, B-39) zu singen oder den Text vorzutragen. Der Text steht hinten im Leitfaden.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      das Buch ’Lehre und Bündnisse’

    2. b)

      Bild 2-19, „Johannes der Täufer tauft Jesus Christus“(Bilder zum Evangelium 62133) 208; 5. Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Wir können die Gabe des Heiligen Geistes empfangen

Aufmerksamkeit wecken

Zeigen Sie Bild 2-19, „Johannes der Täufer tauft Jesus Christus“. Wiederholen Sie die Lektion der letzten Woche, indem sich jedes Kind eine „Frageblume“ aussuchen darf. Stellen Sie eine Frage über die Taufe Jesu, die mit dem Wort auf der Blume beginnt. Wenn das Kind, das die Blume ausgesucht hat, die Antwort nicht weiß, dürfen die anderen helfen (achten Sie darauf, daß Sie das Kind, das die Antwort nicht kennt, nicht in Verlegenheit bringen).

Mögliche Fragen:

  • Wer hat Jesus Christus getauft? (Johannes der Täufer.)

  • Wo wurde Jesus getauft? (Im Jordan.)

  • Was bedeutet Untertauchen? (Völlig vom Wasser bedeckt sein.)

  • Warum wurde Jesus getauft? (Um das Gebot des himmlischen Vaters zu befolgen und uns ein Beispiel zu geben.)

  • Wann können wir getauft werden? (Wenn wir acht Jahre alt sind.)

Lehrer(in)

Lassen Sie die Kinder sagen, wer die Leute auf Bild 2-19 sind.

• Wessen Stimme haben Jesus Christus und Johannes der Täufer gehört, nachdem Jesus getauft wurde?

Erklären Sie den Kindern, daß der himmlische Vater sah, wie Jesus getauft wurde und sich darüber freute. Sagen Sie den Kindern, daß noch eine besondere Person bei der Taufe Jesu dabei war. Diese Person hilft dem himmlischen Vater und Jesus. Sie wird der Heilige Geist genannt.

Glaubensartikel

Lassen Sie die Kinder aufstehen und gemeinsam mit Ihnen den ersten Glaubensartikel aufsagen.

Schriftstelle

Erklären Sie, daß der Heilige Geist wie der himmlische Vater und Jesus Christus ist; er liebt uns und möchte uns helfen. Der Heilige Geist hat jedoch keinen Körper aus Fleisch und Knochen wie der himmlische Vater und Jesus Christus. Lesen Sie LuB 130:22 vor (bis Person aus Geist). Erklären Sie, daß wir den Heiligen Geist nicht sehen können, daß er uns jedoch helfen kann, das zu tun, was richtig ist. Er gibt uns im Innern ein warmes, glückliches Gefühl, wenn wir das Rechte wählen.

Schriftstelle

Sagen Sie den Kindern, daß sie nach der Taufe von Männern, die das Melchisedekische Priestertum tragen, zwei großartige Segnungen erhalten. Lesen Sie LuB 49:14 vor, und sagen Sie den Kindern, daß in dieser Schriftstelle steht, was eine dieser Segnungen ist. Erklären Sie, daß mit wer das tut jeder gemeint ist, der sich taufen läßt.

Glaubensartikel

Helfen Sie den Kindern, einen Teil des vierten Glaubensartikels auswendig zu lernen: „Wir glauben … [an] das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes.“ Sagen Sie den Kindern, daß die Gabe des Heiligen Geistes eine der großen Segnungen ist, die wir nach der Taufe erhalten können.

Lehrer(in)

Erklären Sie: Wenn wir die Gabe des Heiligen Geistes besitzen, dann hilft uns der Heilige Geist zu wissen, was richtig und wahr ist. Der Heilige Geist kann uns auch schon vor der Taufe und der Konfirmierung helfen, doch wenn wir einmal die Gabe des Heiligen Geistes empfangen haben, dann können wir den Heiligen Geist als ständigen Begleiter bei uns haben. Das bedeutet, daß sein Einfluß immer bei uns sein kann, solange wir tun, was recht ist.

Wir können als Mitglied der Kirche bestätigt werden

Lehrer(in)

Erklären Sie, daß die andere Segnung, die wir nach der Taufe erhalten, die ist, daß wir als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bestätigt werden. Das nennt man die Konfirmierung. Lassen Sie die Kinder das Wort Konfirmierung ein paarmal wiederholen.

Bildergeschichte

Erzählen Sie die Geschichte von Sabrinas Konfirmierung (siehe Ende der Lektion). Scharen Sie die Kinder um sich, damit sie die Bilder betrachten können, während Sie die Geschichte erzählen.

Besprechen

Nachdem Sie die Geschichte erzählt haben, fragen Sie folgendes:

• Was hat Sabrina erhalten? (Die Gabe des Heiligen Geistes.)

• Wer hat das Gebet gesprochen, um ihr diese Gabe zu spenden? (Ihr Vater.)

• Welche Vollmacht hat Sabrinas Vater? (Das Melchisedekische Priestertum.) • Warum hatte Sabrina wohl so ein warmes Gefühl? (Durch den Einfluß des Heiligen Geistes.)

Lassen Sie die Kinder die Geschichte nacherzählen. Bitten Sie bei jedem Bild ein anderes Kind, etwas darüber zu sagen.

Der Heilige Geist hilft uns zu wissen, was wahr ist

Lehrer(in)

Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns helfen kann zu wissen, daß die Kirche wahr ist. Manchmal sind wir so glücklich und dankbar, daß wir anderen erzählen möchten, was wir fühlen. Das geschieht oft dann, wenn wir in der Fast- und Zeugnisversamm- lung unser Zeugnis geben.

• Habt ihr schon einmal in der Fast- und Zeugnisversammlung euer Zeugnis gegeben?

Falls eines der Kinder es schon getan hat, lassen Sie es berichten, was es dabei gefühlt hat.

Erklären Sie, daß manche Menschen, wenn sie vom Heiligen Geist erfüllt sind, sogar ein bißchen weinen müssen. Das sind aber keine Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude. Sagen Sie den Kindern, daß sie manchmal vielleicht während der Zeugnisversammlung oder wenn sie beten, in der Schrift lesen oder in der Kirche zuhören ein warmes, friedliches Gefühl haben. Dieses friedliche Gefühl sind die Einflüsterungen des Heiligen Geistes, der sie wissen läßt, daß dies wahr und richtig ist.

Lied

Singen Sie mit den Kindern „Ich weiß, mein Vater lebt“, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Erklären Sie, daß der „Geist“, von dem in dem Lied die Rede ist, der Heilige Geist ist. Der Heilige Geist hilft uns zu wissen, daß der himmlische Vater wirklich lebt und uns liebt.

Der Heilige Geist kann uns führen und warnen

Geschichte

Erzählen Sie die Geschichte von Sara Jane Jenne Cannon mit Ihren eigenen Worten. Bitten Sie die Kinder, darauf zu achten, was der Heilige Geist ihr zugeflüstert hat.

Sara Jane war ein Pioniermädchen, das vor langer Zeit die weite Steppe Amerikas überquerte, um eine neue Heimat zu finden. Nachdem sie in Utah angekommen war, lebte sie mit ihrer Tante in einem Haus, das noch nicht fertiggebaut war. Als Dach war über den Mauern ein festes Tuch gespannt, das an jeder Ecke von einem großen Stein festgehalten wurde.

Einmal war Sara im Haus und nähte, als sie plötzlich eine Stimme sagen hörte: „Geh schnell zur Seite.“ Außer ihr war niemand im Haus, aber trotzdem ging Sara schnell zur anderen Seite des Zimmers. Kaum war sie zur Seite gegangen, da fiel einer der Steine, die das Tuch hielten, in das Zimmer. Wenn Sara nicht zur Seite gegangen wäre, hätte der Stein sie getroffen. (Siehe „Move Away Quickly“, in: Remarkable Stories from the Lives of Latter-day Saint Women, Hg. Leon R. Hartshorn, 2 Bände, Salt Lake City, 1973, 2:34.)

• Wer sprach zu Sara?

• Was sagte der Heilige Geist zu ihr?

• Was tat Sara?

• Was wäre geschehen, wenn Sara nicht auf die Stimme gehört hätte?

Sagen Sie den Kindern, daß der Heilige Geist nicht immer mit einer Stimme spricht, die wir hören können. Oft gibt er uns einfach das Gefühl, etwas Bestimmtes zu tun.

Zusammenfassung

Wiederholung

Lassen Sie die Kinder erzählen, was sie über den Heiligen Geist wissen. Vielleicht möchten Sie dafür noch einmal die „Frageblumen“ verwenden. Sie können ähnliche Fragen wie die folgenden stellen:

  • Was für eine kostbare Gabe könnt ihr nach der Taufe erhalten? (Die Gabe des Heiligen Geistes.)

  • Wer ist der Heilige Geist? (Ein Wesen, das Jesus und dem himmlischen Vater hilft; ein Geist; jemand, der uns trösten und uns helfen kann.)

  • Wann empfangen wir die Gabe des Heiligen Geistes? (Nach der Taufe; bei der Konfirmierung.)

  • Wo können wir die Eingebungen des Heiligen Geistes spüren? (In unserem Herzen und unserem Sinn. Antworten wie „zu Hause“, „in der Kirche“ oder „überall, wenn wir das Rechte wählen“ sind ebenfalls richtig.)

  • Warum hat der himmlische Vater uns den Heiligen Geist gesandt? (Damit er uns hilft und uns tröstet; damit er uns führt und warnt; damit er uns sagt, was wahr ist; damit er uns Liebe und Frieden spüren läßt.)

Zeugnis

Berichten Sie den Kindern, was Ihnen der Heilige Geist bedeutet und wie er Ihnen hilft und Sie führt. Vielleicht möchten Sie von einer persönlichen Erfahrung erzählen, als der Heilige Geist Ihnen Zeugnis gegeben oder Ihnen geholfen hat.

Ermutigen Sie die Kinder, das Rechte zu wählen, so daß der Heilige Geist immer bei ihnen sein kann.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Bringen Sie etwas mit, was Sie einmal als Geschenk erhalten haben, was aber inzwischen nutzlos geworden ist, weil es zerbrochen, abgetragen oder aufgebraucht ist, wie etwa ein zerbrochener Teller, ein altes Kleidungsstück oder eine leere Lebensmittelpackung.

    Zeigen Sie den Kindern das Geschenk, das keinen Nutzen mehr hat. Erzählen Sie ihnen etwas Interessantes darüber, beispielsweise wer es Ihnen geschenkt hat und wann oder warum. Machen Sie den Kindern deutlich, daß dieses Geschenk Ihnen zwar einmal sehr wichtig war, es jetzt aber nutzlos geworden ist, weil es zerbrochen, abgetragen oder aufgebraucht ist.

    Erklären Sie, daß Sie, als Sie getauft und konfirmiert wurden, ein anderes Geschenk erhalten haben. Es ist ein sehr wertvolles Geschenk, ein Geschenk, das nicht abgetragen oder aufgebraucht werden kann. Dieses kostbare Geschenk wird immer wertvoller, je öfter man es gebraucht.

    • Was ist das für ein Geschenk?

    Wenn die Kinder erraten haben (oder Sie es ihnen gesagt haben), daß dieses Geschenk die Gabe des Heiligen Geistes ist, dann sagen Sie ihnen, daß sie in ihrem Leben viele Geschenke erhalten werden, daß aber die Gabe des Heiligen Geistes das wertvollste Geschenk ist, das sie erhalten können, solange sie hier auf der Erde leben.

  2. 2.

    Singen Sie „Die leise Stimme“ (Sing mit mir, B-92), oder tragen Sie den Text vor.

    Mit ganz leiser Stimme, so spricht der Geist zu mir,
    er führt mich, bewahrt mich vor allem Übel hier.
    Wenn ich stets das Rechte tue, führt er mich auch durch die Nacht,
    er führt mich, beschützt mich und gibt gut auf mich acht.

    Machen Sie beim letzten Teil des Liedes die angegebenen Bewegungen:

    Horche, horche (Hand ans Ohr),
    der Heil’ge Geist will sprechen (den Zeigefinger an die Lippen legen).
    Horche, horche (Hand ans Ohr)
    auf den Heil’gen Geist (Hand aufs Herz).
  3. 3.

    Spielen Sie mit den Kindern das folgende ruhige Spiel, das ihnen zeigt, daß sie von einer leisen, sanften Stimme geführt werden können:

    Zeigen Sie den Kindern einen kleinen Gegenstand, den Sie für dieses Spiel verstecken wollen. Ein Kind soll sich kurz von der Gruppe entfernen, während Sie den Gegenstand verstecken. Wenn das Kind zurückkehrt, erklären Sie ihm, daß es ganz sorgfältig zuhören muß, wenn es den Gegenstand finden will. Zeigen Sie dem Kind mit ganz leisen Geräuschen (ganz sachte mit dem Bleistift an den Tisch klopfen, leise in die Hände klatschen oder leise summen), in welcher Richtung es den Gegenstand suchen muß. Klopfen Sie ganz sachte, wenn das Kind in die richtige Richtung schaut. Klopfen Sie schneller (oder summen Sie lauter), wenn das Kind sich dem Versteck nähert, bis es den Gegenstand findet. Wiederholen Sie das Spiel mit einem anderen Kind.

    Erklären Sie den Kindern, daß sie in ihrem Leben geführt werden können, wenn sie auf die leise, sanfte Stimme des Heiligen Geistes hören. Sagen Sie ihnen, daß der Heilige Geist nicht immer hörbar zu uns spricht. Manchmal gibt er uns Gedanken oder Gefühle, beispielsweise ein warmes Gefühl, wenn wir etwas Richtiges tun oder ein schlechtes Gefühl, wenn wir etwas Falsches tun (oder tun wollen). Wir müssen sehr aufmerksam sein, um zu wissen, was der Heilige Geist uns sagen will.

  4. 4.

    Helfen Sie den Kindern, den Umriß ihrer Hand mehrmals mit verschiedenen Buntstiften auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Dabei sollen die einzelnen Umrisse sich überschneiden, um so das Handauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes darzustellen. Schreiben Sie unter jedes Bild den Namen des Kindes.

  5. 5.

    Singen Sie „Der Heilige Geist“ (Kinderstern, Mai 1991) oder den dritten Vers von „Der Tauftag“ (Mehr Lieder für Kinder, S. 10), oder tragen Sie den Text vor.

    Die Texte stehen hinten im Leitfaden.