Das Priestertum hilft mir

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, wie das Priestertum uns helfen kann.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Markus 4:35–41. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110), 13. Kapitel.

  2. 2.

    Bereiten Sie sich vor, den ersten Vers und den Refrain von „Meister, es toben die Winde“ (Gesangbuch, Nr. 115) zu singen oder den Text vorzutragen. Falls es Wörter gibt, die die Kinder nicht verstehen, dann erklären Sie sie.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      eine Taschenlampe oder kleine Lampe; falls das nicht möglich ist, benutzen Sie das Licht im Klassenzimmer

    3. c)

      Bild 2-20, „Ein Junge wird getauft“ (62018); Bild 2-27, „Der Krankensegen“ (62342); Bild 2-28, „Jesus stillt den Sturm“ (Bilder zum Evangelium 214; 62139); Bild 2-29, „Austeilen des Abendmahls“ (62021); Bild 2-30, „Ein Mädchen wird konfirmiert“ (62020); Bild 2-31, „Ein Baby wird gesegnet“; Bild 2-32, „Neuvermähltes Paar vor dem Tempel“; Bild 2-33, „Ein Vater segnet seine Tochter“

  4. 4.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Hinweis: Nehmen Sie Rücksicht auf die Gefühle von Kindern in Ihrer Klasse, die ohne ihren Vater aufwachsen oder deren Vater nicht das Priestertum trägt.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Das Priestertum ist die größte Macht

Aufmerksamkeit wecken

Holen Sie die Taschenlampe bzw. die kleine Lampe hervor, oder gehen Sie zum Lichtschalter im Klassenzimmer. Lassen Sie das Licht zunächst aus. Weisen Sie darauf hin, daß alle Teile offenbar in Ordnung sind, die Taschenlampe oder Lampe aber trotzdem kein Licht gibt.

• Was muß geschehen, damit die Lampe Licht gibt?

Lassen Sie ein Kind die Lampe anschalten. Erklären Sie, daß die Taschenlampe oder Lampe eine bestimmte Kraft braucht, nämlich elektrischen Strom, damit sie Licht gibt.

Geschichte aus der Schrift

Sagen Sie den Kindern, daß diese Lektion von einer anderen Kraft oder Macht handelt, einer Kraft, die mächtiger ist als Elektrizität. Bitten Sie die Kinder, bei der folgenden Geschichte gut zuzuhören und zu überlegen, was für eine Macht da angewandt wird. Erzählen Sie die Begebenheit aus Markus 4:35–41.

• Wie wäre euch zumute, wenn ihr bei einem heftigen Sturm in einem Boot wärt?

Erzählen Sie, daß die Jünger Jesus Christus weckten, weil sie sich vor dem Sturm fürchteten. Lesen Sie aus Markus 4:38 vor, was die Jünger zu Jesus sagten (ab Meister). Die Jünger hatten Angst, das Boot würde wegen des Sturmes sinken und sie müßten alle sterben.

Zeigen Sie Bild 2-28, „Jesus stillt den Sturm“. Lesen Sie Markus 4:39 vor, damit die Kinder erfahren, was Jesus getan hat. Lassen Sie die Kinder die Worte von Jesus wiederholen: „Schweig, sei still!“

Erklären Sie, daß die Jünger ganz erstaunt waren, daß der Sturm sich so schnell legte. Lesen Sie aus Markus 4:41 vor, was sie einander fragten: „Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar der Wind und der See gehorchen?“ Die Jünger Jesu waren überrascht, daß er die Macht hatte, dem Wind und den Wellen zu gebieten.

Lied

Singen Sie den ersten Vers und den Refrain von „Meister, es toben die Winde“, oder tragen Sie den Text vor. Sagen Sie zuvor den Kindern, daß dieses Lied von der Begebenheit handelt, die Sie eben erzählt haben. Bitten Sie die Kinder, im Refrain auf die Worte zu achten, die Jesus gesagt hat („Schweig, sei still“). (Falls jüngere Kinder manche Wörter des Liedes nicht verstehen, dann können Sie sie den Kindern erklären. Der Geist kann den Kindern helfen, die Bedeutung des Liedes zu verstehen.)

Vielleicht möchten Sie die Kinder anleiten, während des Liedes verschiedene Handlungen pantomimisch darzustellen. Sie können beispielsweise vor- und zurückschaukeln, als säßen sie in einem schwankenden Boot, sie können mit den Händen die Wellenbewegungen andeuten oder wie die Jünger ein ängstliches Gesicht machen und so weiter.

Meister, es toben die Winde,
die Wellen bedroh’n uns sehr;
der Himmel umwölkt sich gar schaurig,
wo nehmen wir Rettung her?
Fragst du nicht, ob wir verderben,
merkst nicht, wie wir bedrängt?
Jeden Augenblick kann es geschehen,
so sind wir im Tod versenkt!
Refrain:
Der Wind und das Meer folgen, wie er will,
schweig, sei still! Ob es auch wüte das stürmsche Meer,
obs Menschen, obs Geister sind oder was mehr –
das Schifflein bleibt sicher, wo Jesus Christ,
der Herr aller Herren, der Meister ist.
Es muß alles gehen, wie er es will,
er es will, er es will,
es muß alles gehen, wie er es will –
Herz, schweig, sei still.

• Welche große Macht besaß Jesus Christus, die es ihm ermöglichte, den Sturm zu besänftigen? (Die Macht des Priestertums, nämlich die Macht, im Namen des himmlischen Vaters zu handeln.)

Lassen Sie die Kinder das Wort Priestertum sagen.

Wir können vom Priestertum gesegnet werden

Lehrer(in)

Erklären Sie, daß viele Männer in der Kirche diese Macht haben. Der himmlische Vater und Jesus Christus geben den würdigen Männern in der Kirche das Priestertum. Wenn sich diese Männer vom himmlischen Vater führen lassen, können sie das Priestertum zu unserem Segen und Nutzen anwenden.

• Wen kennt ihr, der das Priestertum trägt?

Bild/Besprechen

Zeigen Sie die Bilder von den heiligen Handlungen des Priestertums, eines nach dem anderen. Lassen Sie die Kinder die Bilder halten oder darauf zeigen und mit Ihrer Hilfe sagen, was auf jedem Bild geschieht. Betonen Sie, daß all diese Handlungen von Männern ausgeführt werden, die das Priestertum tragen. Lassen Sie die Kinder von ihren eigenen Erfahrungen mit solchen heiligen Handlungen erzählen.

Zeigen Sie Bild 2-27, „Der Krankensegen“. Erinnern Sie die Kinder an das, was sie in Lektion 16 über den Krankensegen gelernt haben. Rufen Sie den Kindern ins Gedächtnis, daß Männer, die das Priestertum tragen, einem Kranken einen Segen geben können, damit er wieder gesund werden kann.

• Habt ihr schon einmal einen Krankensegen erhalten, als ihr krank wart?

Zeigen Sie Bild 2-29, „Austeilen des Abendmahls“. Erklären Sie, daß Priester im Aaronischen Priestertum oder Männer, die das Melchisedekische Priestertum tragen, das Abendmahl segnen und Diakone im Aaronischen Priestertum das Abendmahl austeilen. Lassen Sie die Kinder von ihren älteren Brüdern, ihrem Vater oder von Freunden erzählen, die beim Abendmahl mithelfen.

Zeigen Sie Bild 2-20, „Ein Junge wird getauft“. Erinnern Sie die Kinder daran, daß wir von einem Mann getauft werden, der das Priestertum trägt, so wie es auch bei Jesus Christus war. Johannes der Täufer trug das Priestertum und deshalb konnte er Jesus taufen.

• War jemand von euch schon einmal bei einer Taufe dabei? (Wenn Kinder aus der Klasse schon getauft worden sind, können Sie diese Kinder von ihrer Taufe erzählen lassen.)

Zeigen Sie Bild 2-30, „Ein Mädchen wird konfirmiert“. Erinnern Sie die Kinder daran, daß sie nach der Taufe von Männern, die das Melchisedekische Priestertum tragen, konfirmiert und als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bestätigt werden. Dabei empfangen sie durch die Macht des Priestertums auch die Gabe des Heiligen Geistes.

Zeigen Sie Bild 2-31, „Ein Baby wird gesegnet“. Sagen Sie den Kindern, daß die Babys in der Kirche einen Priestertumssegen bekommen können, wenn sie ihren Namen erhalten. Lassen Sie die Kinder von einem Baby erzählen, das kürzlich einen solchen Segen erhalten hat. (Wenn manche Kinder sich Gedanken machen, weil sie als Baby keinen solchen Segen erhalten haben, dann versichern Sie ihnen, daß sie noch viele andere Möglichkeiten haben werden, einen Priestertumssegen zu empfangen.)

Zeigen Sie Bild 2-32, „Neuvermähltes Paar vor dem Tempel“. Erklären Sie den Kindern, daß sie, wenn sie älter sind, einmal im Tempel heiraten können. Ein Mann, der die Siegelungsgewalt des Priestertums innehat, kann ein rechtschaffenes Paar im Tempel trauen. Die Tempelehe ermöglicht es einer Familie, für immer zusammenzubleiben.

Geschichte

Sagen Sie den Kindern, daß sie einen Priestertumssegen bekommen können, wenn sie ein Problem haben. Zeigen Sie Bild 2-33, „Ein Vater segnet seine Tochter“. Erzählen Sie eine Geschichte von einem Mädchen, das durch das Priestertum gesegnet wurde, als es ein Problem hatte. Sie können auch die folgende Geschichte erzählen:

Sabine machte sich für den ersten Schultag bereit. Eigentlich hatte sie sich sehr auf die Schule gefreut, aber nun, da der erste Schultag endlich gekommen war, hatte sie Angst.

Sabine war den ganzen Morgen still. Ihre Mutter hatte ihr Lieblingsfrühstück zubereitet, aber Sabine lächelte nicht einmal, als sie es sah. Obwohl sie es versuchte, konnte sie nichts essen.

Sabine sagte ihrer Mutter, daß sie sich krank fühlte. Ihre Mutter legte die Hand auf Sabines Stirn, um zu fühlen, ob sie Fieber hatte. Sie schaute ihr in den Hals, aber er war nicht rot. Sabines Mutter fragte, wo es ihr wehtat. Sabine sagte, daß sie sich einfach komisch fühlte.

Sabines Vater sagte, daß sie sich sicher deshalb komisch fühlte, weil es der erste Schultag war. Sie war ängstlich, weil sie nicht wußte, was sie erwartete. Sabines Vater erklärte, daß es ihm genauso gegangen war, als er bei seiner neuen Arbeitsstelle angefangen hatte.

Sabines Vater bot an, Sabine einen Segen zu geben, bevor sie zur Schule ging.

Der Segen sollte ihr die Angst und das komische Gefühl nehmen. Sabines Vater legte Sabine die Hände auf und gab ihr einen besonderen Segen.

Als Sabine von der Schule nach Hause kam, war sie sehr glücklich. Sie sagte ihrer Mutter, daß es ihr gut gefiel und sie eine nette Lehrerin hatte. Sabine war froh, daß ihr Vater ihr einen besonderen Segen gegeben hatte, damit sie sich besser fühlte.

Erklären Sie, daß ein solcher Segen als „Väterlicher Segen“ bezeichnet wird. Wenn unser Vater uns keinen solchen Segen geben kann, dann können wir andere Männer, die das Melchisedekische Priestertum tragen, wie etwa unsere Heimlehrer, andere Familienmitglieder oder den Bischof oder Zweigpräsidenten, darum bitten, uns einen Segen zu geben, wenn wir ihn brauchen.

Zusammenfassung

Bilder/Wiederholung

• Wann brauchen oder möchten wir einen Priestertumssegen?

Zeigen Sie die entsprechenden Bilder, wenn die Kinder die verschiedenen heiligen Handlungen nennen. Lassen Sie dabei die Kinder immer die Bezeichnung der heiligen Handlung oder des Segens gemeinsam aufsagen. Weisen Sie darauf hin, daß dies nur ein kleiner Teil dessen ist, was die Macht des Priestertums für uns tun kann.

Zeugnis

Bezeugen Sie, wie dankbar Sie sind, daß das Priestertum – dieselbe Macht, die Jesus auch hatte – gegeben wurde, um uns zu helfen.

Ermutigen Sie die Kinder, ihren Vater (oder einen anderen Träger des Melchisedekischen Priestertums) um einen Priestertumssegen zu bitten, wenn sie einen Segen brauchen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Schlagen Sie vor, daß das Kind seine Dankbarkeit für die Segnungen des Priestertums zum Ausdruck bringt.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Laden Sie, nachdem Sie die Genehmigung der PV-Leiterin eingeholt haben, den Vater oder die Mutter eines Kindes aus Ihrer Klasse ein, um davon zu erzählen, wie das Kind seinen Namen und einen Segen erhalten hat. Der oder die Betreffende soll vor allem auch berichten, wie die Eltern sich gefühlt haben, wie sie das Baby hübsch angezogen haben und was für ein besonderes Erlebnis es war, daß die Heimlehrer oder die Familie oder gute Freunde dabeigewesen waren. Außerdem soll erwähnt werden, was für ein Gefühl es für den Vater war, daß er die Macht des Priestertums anwenden konnte, um seinem Baby einen Namen zu geben und es zu segnen.

  2. 2.

    Lassen Sie die Kinder die Begebenheit aus Markus 4:35–41 im Rollenspiel darstellen.

  3. 3.

    Geben Sie den Kindern Papier und Bunt- oder Wachsstifte. Lassen Sie die Kinder ein Bild von einer heiligen Handlung des Priestertums zeichnen, beispielsweise vom Abendmahl. Schreiben sie unter jedes Bild die Bezeichnung der dargestellten heiligen Handlung.

  4. 4.

    Singen Sie eines oder mehrere der folgenden Lieder über heilige Handlungen, oder tragen Sie den Text vor: „Das Priestertum des Herrn“ (Sing mit mir, B-58), „Beim Abendmahl“ (Sing mit mir, C-2), „Ich freu’ mich auf den Tempel“ (Kinder- stern, Juni 1992), „Taufe“ (Sing mit mir, B-4), „Der Heilige Geist“ (Kinderstern, Mai 1991). Die Texte von „Taufe“ und „Der Heilige Geist“ stehen hinten im Leitfaden.

    Das Priestertum des Herrn

    Das Priestertum des Herrn
    ist wiederhergestellt. Gott hat aufs neue offenbart
    sich hier auf dieser Welt.

    Beim Abendmahl

    Beim Abendmahl will schweigen stets und ruhig sitzen ich.
    Der liebe Heiland kam zur Erd’ und starb für mich.
    An jene Kinder denke ich, die Jesus einst gekannt,
    als er gelebt vor langer Zeit im Heil’gen Land.
    Von ganzer Kraft bemüh’ ich mich,
    damit ich werde heut
    ein Kind, wie er es einst geliebt vor langer Zeit.

    Ich freu’ mich auf den Tempel

    Ich freu’ mich auf den Tempel!
    Einmal werd ich hingehn,
    den Heil’gen Geist verspüren
    und andachtsvoll dort stehn.
    Denn der Tempel ist das Haus des Herrn,
    wo ich so gerne sein mag.
    Jetzt schon will ich vorbereitet sein,
    das ist mein heil’ger Auftrag.
    Ich freu’ mich auf den Tempel!
    Einmal werd ich dort sein,
    um zu dem Herrn zu beten
    und mich ihm ganz zu weihn.
    Denn der Tempel ist ein Heiligtum,
    wo wir gesiegelt werden,
    und dann können wir vereinigt sein
    nicht nur für hier auf Erden.
    (© 1980 by Janice Kapp Perry. Used by permission.)