Wenn ich das Rechte wähle, fühle ich mich glücklich

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, daß es uns glücklich macht, wenn wir das Rechte tun, und daß es unglücklich macht, wenn wir das Falsche tun.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Lukas 15:11–24.

  2. 2.

    Bereiten Sie sich vor, die Lieder „Lächeln“ (Sing mit mir, D-5) und „Wähl das Rechte“ (Kinderstern, Juni 1995) zu singen oder den Text vorzutragen. Die Texte stehen hinten im Leitfaden.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      für jedes Kind einen kleinen Stein oder eine Bohne

    3. c)

      das Papiergesicht aus Lektion 22, das lächeln oder mißmutig dreinschauen kann

    4. d)

      für jedes Kind einen Blei- oder Buntstift

    5. e)

      für jedes Kind einen großen Kreis aus Papier

    6. f)

      Bild 2-46, „Der verlorene Sohn“ (Bilder zum Evangelium 220; 62155)

  4. 4.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Hinweis: Denken Sie daran, daß Kinder unter acht Jahren noch nicht das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben und nicht von ihren Sünden umkehren brauchen. Ermutigen Sie die Kinder, das Rechte zu tun, wecken Sie in ihnen jedoch keine Schuldgefühle für etwas, was sie getan haben.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Wenn wir etwas Falsches tun, fühlen wir uns unwohl

Aufmerksamkeit

Ein Kind soll sich einen Schuh ausziehen und einen kleinen Stein oder eine Bohne hineinlegen. Dann soll es den Schuh wieder anziehen und ein paar Schritte durchs Zimmer machen. Bitten Sie das Kind, den anderen zu erzählen, wie sein Fuß sich anfühlt.

Weisen Sie darauf hin, daß wir uns unbehaglich und unglücklich fühlen, wenn etwas nicht stimmt. Dann machen wir uns Gedanken, was denn nicht richtig ist.

Bitten Sie das Kind, den Stein oder die Bohne wieder zu entfernen und noch einmal durchs Zimmer zu gehen. Es soll den anderen Kindern sagen, wieviel besser es seinem Fuß jetzt geht.

Geben Sie jedem Kind einen Stein oder eine Bohne, und lassen Sie alle, die mitma- chen wollen, den Stein oder die Bohne in ihren Schuh legen. Dann dürfen sie aufstehen und ein paar Schritte gehen, um zu spüren, wie unbequem es ist. Sammeln Sie die Steine oder Bohnen wieder ein, und lassen Sie die Kinder noch einmal aufstehen und spüren, wie gut es ihrem Fuß geht, wenn der Stein oder die Bohne nicht mehr im Schuh ist.

Vergleichen Sie den Stein oder die Bohne mit falschem Verhalten. Wenn wir etwas falsch gemacht haben, fühlen wir uns unwohl und unglücklich. Wenn es uns aber leid tut, daß wir etwas falsch gemacht haben und versuchen, es wieder gutzumachen, dann ist es so, als würden wir den Stein oder die Bohne aus dem Schuh herausnehmen: das ungute Gefühl verläßt uns und wir sind wieder glücklich.

Erklären Sie, daß es in der Lektion heute darum geht, ungute Gefühle durch glückliche Gefühle zu ersetzen.

Wir können ungute Gefühle durch glückliche Gefühle ersetzen

• Wie fühlt ihr euch, wenn ihr etwas Falsches macht?

Geschichte/Besprechen

Erzählen Sie mit Ihren eigenen Worten die folgende Geschichte über ein Mädchen, das etwas falsch gemacht hat und dann unglücklich war. Bitten Sie die Kinder, gut zuzuhören, damit sie erkennen, was das Mädchen getan hat, um ihr ungutes Gefühl durch ein glückliches Gefühl zu ersetzen.

Angelas Freundin Karolin besaß einen hübschen kleinen Obststand aus Holz mit winzigem Spielzeugobst und -gemüse. Angela spielte sehr gern damit und wünschte, es würde ihr gehören. Als Karolin einmal nicht hinsah, steckte Angela eine Handvoll Obst und Gemüse in die Tasche. Angela nahm das Spielzeug mit nach Hause, ohne jemand etwas zu sagen.

• Meint ihr, daß es Angela Spaß gemacht hat, mit dem Obst und Gemüse zu spielen?

Angela konnte nur heimlich damit spielen, damit ihre Mutter nicht herausfand, daß sie es genommen hatte. Sie versteckte das Obst und Gemüse unter dem Bett und mußte unter das Bett kriechen, um damit zu spielen. Angela fühlte sich gar nicht glücklich, obwohl sie jetzt das Spielzeug hatte, das sie sich gewünscht hatte.

• Was kann Angela tun, damit sie nicht mehr unglücklich ist?

Loben Sie die Kinder für ihre guten Vorschläge. Erzählen Sie dann, was Angela getan hat:

Angelas Mutter bemerkte, daß Angela unter dem Bett spielte und fragte, was sie da tat. Angela zeigte ihrer Mutter das Spielzeug und sagte, sie fühle sich gar nicht glücklich. Angelas Mutter half ihr zu verstehen, was sie tun mußte, um wieder glücklich zu sein. Angela brachte das Spielzeug ihrer Freundin Karolin zurück und entschuldigte sich dafür, daß sie es genommen hatte. Nachdem Angela das Spielzeug zurückgebracht hatte, war sie glücklich und erleichtert. Sie war froh, daß sie ihre falsche Entscheidung wiedergutmachen konnte.

• Was hat Angela Falsches getan?

Besprechen

Holen Sie das lächelnde/mißmutige Papiergesicht hervor. Zeigen Sie das unglückliche Gesicht und dann das glückliche Gesicht.

• Welches Gesicht zeigt, wie Angela zumute war, nachdem sie das Spielzeug genommen hatte? (Bitten Sie ein Kind, das Papiergesicht so zu drehen, daß das unglückliche Gesicht zu sehen ist.)

• Was hat Angela getan, um ihre falsche Entscheidung wiedergutzumachen?

• Welches Gesicht zeigt, wie Angela zumute war, nachdem sie das Spielzeug zurückgegeben hat? (Bitten Sie ein Kind, das Papiergesicht so zu drehen, daß das glückliche Gesicht zu sehen ist.)

Sagen Sie den Kindern, daß wir alle manchmal etwas Falsches tun. Wenn wir etwas Falsches tun, macht uns das unglücklich. Wenn wir aber sagen, daß es uns leid tut, und versuchen, unsere falsche Entscheidung wiedergutzumachen, dann sind wir wieder glücklich.

Jesus Christus möchte, daß wir glücklich sind

Lehrer(in)

Erklären Sie: Zu sagen, daß es uns leid tut, und zu versuchen, eine falsche Entschei- dung wiedergutzumachen, sind zwei Schritte der Umkehr.

Lassen Sie die Kinder das Wort Umkehr ein paarmal wiederholen.

Erklären Sie, daß Jesus Christus möchte, daß wir das Rechte wählen. Er weiß aber, daß wir manchmal auch etwas Falsches tun. Er hat es uns ermöglicht, daß wir umkehren, wenn wir etwas Falsches getan haben. Er hat verheißen, daß uns unsere Fehler vergeben werden, wenn wir umkehren, und wir wieder glücklich sein können. Die Umkehr ist für jemand, der zur Kirche Jesu Christi gehört, etwas sehr Wichtiges.

Erinnern Sie die Kinder: Etwas Falsches zu tun ist wie einen Stein im Schuh zu haben. Wir fühlen uns nicht wohl. Die Umkehr ist wie den Stein aus dem Schuh herauszunehmen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn das Problem entfernt worden ist.

Geschichte aus der Schrift

Zeigen Sie die Bibel. Erklären Sie, daß der Erretter uns in diesem Buch die Geschichte von einem Sohn erzählt, der sich für etwas Falsches entschieden hat und dann umgekehrt ist und das getan hat, was richtig ist. Bitten Sie die Kinder, darauf zu achten, was der Sohn getan hat und wie sein Vater ihm geholfen hat.

Erzählen Sie die Geschichte vom verlorenen Sohn aus Lukas 15:11–24 mit Ihren eigenen Worten. Zeigen Sie an einer passenden Stelle Bild 2-46, „Der verlorene Sohn“.

Erklären Sie, daß die Geschichte auch „Der verlorene Sohn“ genannt wird. Der jüngere Sohn wollte sein Geld haben, weil er keine Lust mehr hatte, viel zu arbeiten. Er wollte einfach tun, wozu er Lust hatte. Als er das Geld erhielt, verschwendete er es. Er gab es für Dinge aus, die nicht gut waren.

Erklären Sie, daß der Sohn, als er kein Geld mehr hatte, erkannte, wie töricht er gewesen war und daß er falsch gehandelt hatte. Er beschloß, zu seinem Vater zurückzukehren und ihm zu sagen, daß es ihm leid tat. Er fühlte sich nicht gut genug, um weiterhin der Sohn seines Vaters genannt zu werden, doch er wollte dennoch nach Hause zurückkehren und darum bitten, daß er als Knecht für seinen Vater arbeiten durfte.

• Wie hat sich der Sohn wohl gefühlt, als er erkannt hat, daß er falsch gehandelt hat?

Lesen Sie Lukas 15:20–24 vor.

• Was hat der Vater getan, als der Sohn zurückgekommen ist?

• Wie hat sich der Sohn wohl gefühlt, als sein Vater ihn begrüßt hat?

Erklären Sie: So wie sich der Vater des jungen Mannes darüber gefreut hat, daß sein Sohn sich nun nicht mehr falsch, sondern richtig verhielt, ebenso freuen sich unsere Eltern und unser himmlischer Vater, wenn wir uns bemühen, eine falsche Entscheidung wiedergutzumachen. Und auch wir sind glücklich, wenn wir uns für das Rich- tige entscheiden.

Wir fühlen uns glücklich, wenn wir falsche Entscheidungen wiedergutmachen

Fragespiel

Geben Sie jedem Kind einen Kreis aus Papier und einen Blei- oder Buntstift. Die Kinder sollen selbst ein lächelndes/mißmutiges Gesicht malen. Zeigen Sie ihnen das fertige Gesicht, damit sie es abmalen können. Helfen Sie ihnen, wenn nötig.

Beschreiben Sie verschiedene Situationen, in denen jemand eine falsche Entschei- dung getroffen hat. Die Kinder sollen das Papiergesicht hochhalten, um zu zeigen, wie sich die Person fühlt, nachdem sie die falsche Entscheidung getroffen hat. Fragen Sie dann, wie die Person die falsche Entscheidung wiedergutmachen kann, und lassen Sie die Kinder das Papiergesicht hochhalten, um zu zeigen, wie sich die Person dann fühlen würde. Verwenden Sie die folgenden Beispiele, oder denken Sie sich selbst Beispiele aus:

  1. 1.

    Thomas ist auf dem Heimweg von der Schule über einen Zaun geklettert und hat seine beste Hose zerrissen. Er weiß, daß seine Mutter ärgerlich sein wird, weil sie ihm oft gesagt hat, er soll in seinen Schulkleidern nicht über einen Zaun klettern.

    • Was soll Thomas tun?

  2. 2.

    Karins Mutter hat Karin zwei Bonbons gegeben, eines für Karin und eines für ihre Schwester. Während Karins Schwester noch fort ist, ißt Karin beide Bonbons auf.

    • Was soll Karin tun?

  3. 3.

    Sascha geht zu seinem Freund hinüber, um mit ihm zu spielen. Sein Freund ist aber nicht zu Hause. Als Sascha wieder gehen will, entdeckt er ein Spielzeug im Garten, das seinem Freund gehört. Er nimmt das Spielzeug mit nach Hause und spielt damit.

    • Was soll Sascha tun?

  4. 4.

    Clarissa hat auf dem Schulweg einen Geldbeutel gefunden. Als sie später von einem Mädchen gefragt wird, ob sie einen Geldbeutel gesehen hat, sagt Clarissa „Nein“.

    • Was soll Clarissa tun?

  5. 5.

    Philipp hat mit seinem Bruder im Hof gespielt. Sein Bruder hat etwas getan, was Philipp nicht leiden kann, da hat Philipp ihn geschlagen, so daß er weinen mußte.

    • Was soll Philipp jetzt tun?

Lied

Lassen Sie die Kinder das lächelnde/mißmutige Papiergesicht hochhalten und das Lied „Lächeln“ singen oder den Text aufsagen, wobei sie das Gesicht entsprechend umdrehen.

Zusammenfassung

Zeugnis

Bezeugen Sie den Kindern, daß wir uns glücklich fühlen, wenn wir das Rechte wählen. Wir können uns auch glücklich fühlen, wenn wir eine falsche Entscheidung wiedergutmachen. Erklären Sie: Je besser wir lernen, uns an die Lehren Jesu Christi zu halten, desto weniger falsche Entscheidungen treffen wir.

Schlagen Sie vor, daß die Kinder das Papiergesicht mit nach Hause nehmen und ihrer Familie erzählen, was sie über glückliche und unglückliche Gefühle gelernt haben.

Lied

Singen Sie mit den Kindern „Wähl das Rechte“, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Erinnern Sie das Kind daran, daß es den himmlischen Vater auch darum bittet, daß er den Kindern hilft, ihre falschen Entscheidungen zu erkennen und wiedergutzumachen.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Lassen Sie die Kinder anhand der Situationen, die Sie im Abschnitt „Wir fühlen uns glücklich, wenn wir falsche Entscheidungen wiedergutmachen“ beschrieben haben, überlegen, wie man die falsche Entscheidung hätte vermeiden können. Lassen Sie die Kinder ihre Lösungen im Rollenspiel darstellen.

  2. 2.

    Singen Sie das Lied „Wenn du fröhlich bist, dann klatsch mal in die Hand“ („If you’re happy and you know it, clap your hands“) mit den Kindern, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Helfen Sie den Kindern, neue Verse zu dichten, die etwas mit richtigen Entscheidungen zu tun haben, und die entsprechenden Bewegungen dazu zu machen.

    Beispielsweise:

    Wenn du fröhlich bist, dann hilf mal deinem Freund (in die Hände klatschen)!
    Wenn du fröhlich bist, dann hilf mal deinem Freund (in die Hände klatschen)!
    Wenn du fröhlich bist, dann zeige, daß du nur das Rechte wählst, wenn du fröhlich bist, dann hilf mal deinem Freund (in die Hände klatschen)!

    Weitere Möglichkeiten:

    dann sprich die Wahrheit nur (zweimal den Mund berühren)
    dann teil’ dein Spielzeug gern (eine Hand nach vorn strecken, dann die andere)
    dann denke ans Gebet (Arme verschränken und den Kopf neigen)

    Vielleicht möchten Sie zum Abschluß einen Vers singen, in dem Sie alle Ideen unterbringen:

    Wenn du fröhlich bist, dann hilf mal deinem Freund (in die Hände klatschen),
    spricht die Wahrheit nur (zweimal den Mund berühren),
    teil’ dein Spielzeug gern (eine Hand nach vorn strecken, dann die andere)
    und denke ans Gebet (Arme verschränken und den Kopf neigen)!
  3. 3.

    Lassen Sie die Kinder im Kreis sitzen. Stellen Sie eine Wiederholungsfrage, und werfen Sie dem Kind, das antworten soll, ein Bohnensäckchen oder einen anderen weichen Gegenstand zu. Wenn das Kind geantwortet hat, soll es das Bohnensäckchen zu Ihnen zurückwerfen. Fahren Sie fort, bis jedes Kind zumindest eine Frage beantwortet hat.

    Mögliche Fragen:

    • Wie hat es sich angefühlt, als ihr den Stein (oder die Bohne) im Schuh hattet?

    • Wie fühlt ihr euch, wenn etwas nicht stimmt?

    • Warum hat es Angela keinen Spaß gemacht, mit dem gestohlenen Spielzeug zu spielen?

    • Was hat Angela getan, damit sie nicht mehr unglücklich war?

    • Wie fühlen wir uns, wenn wir versuchen, eine falsche Entscheidung wiedergutzumachen?