Ich werde mich an das Gesetz halten

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, wie wichtig es ist, das Gesetz zu achten und sich daran zu halten.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Matthäus 22:15–22 sowie den 12. Glaubensartikel.

  2. 2.

    Bereiten Sie soviel Salzteig vor, daß Sie jedem Kind ein Stück davon geben können. Das Rezept für den Salzteig ist auf Seite 43 zu finden. (Falls Sie keinen Salz- teig vorbereiten können, bringen Sie Papier und Buntstifte für die Kinder mit.)

  3. 3.

    Schreiben Sie auf ein Blatt Papier verschiedene Situationen auf, die etwas mit den Gesetzen und Regeln zu tun haben, mit denen die Kinder vertraut sind. Beschreiben Sie zumindest eine Situation für jedes Kind in der Klasse und nummerieren Sie die Situationen. Sie können die folgenden Beispiele verwenden oder andere Situationen beschreiben, die auf die Kinder in Ihrer Klasse besser zutreffen:

    • Du mußt in die Schule und bist schon sehr spät dran. Wenn du gleich bei eurem Haus über die Straße gehst anstatt über den Zebrastreifen, bist du schneller. Was tust du, wenn du dich an das Gesetz hältst?

    • Du gehst mit deinem Vater einkaufen. Im Laden fragst du ihn, ob du einen Schokoriegel bekommst. Dein Vater sagt nein. Während dein Vater gerade die Einkäufe bezahlt, stellst du fest, daß du dir ganz schnell einen Schokoriegel in die Tasche stecken könntest, ohne daß es jemand bemerken würde. Was tust du, wenn du dich an das Gesetz hältst?

    • Du führst deinen Hund an der Leine spazieren. Du kommst an einem Park vorbei und würdest gern eine Weile auf dem Spielplatz im Park spielen. Am Park- rand steht jedoch ein Schild, daß der Zutritt für Hunde verboten ist. Du kannst nirgends einen Erwachsenen entdecken, und du könntest den Hund ja an einen Baum binden, während du auf dem Spielplatz spielst. Was tust du, wenn du dich an das Gesetz hältst?

    • Du stehst an einer Fußgängerampel. Nirgends kommt ein Auto, und es ist auch sonst niemand zu sehen. Die Fußgängerampel zeigt jedoch rot. Was tust du, wenn du dich an das Gesetz hältst?

    • Du bist in der Bücherei und hast ein Buch gefunden, das du gerne ausleihen möchtest. Du hast aber den Büchereiausweis zu Hause vergessen. Der Bibliothekar am Eingang hat gerade für kurze Zeit seinen Platz verlassen. Du könntest mit dem Buch hinausgehen, ohne daß es jemand bemerken würde. Was tust du, wenn du dich an das Gesetz hältst?

  4. 4.

    Bereiten Sie so viele kleine Zettel vor, wie Sie Situationen haben. Numerieren Sie die Zettel, und legen Sie sie in eine Schüssel oder einen Korb.

  5. 5.

    Fertigen Sie für jedes Kind ein Abzeichen an:

    Wir glauben, daß es recht ist,
    den Gesetzen zu gehorchen.

  6. 6.

    Bereiten Sie folgenden Wortstreifen vor:

    Wir glauben, daß es recht ist, den Gesetzen zu gehorchen.

  7. 7.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      eine Münze (wenn möglich mit dem Abbild eines Politikers darauf)

    3. c)

      Sicherheitsnadeln, Klebeband oder Garn, um das Abzeichen an der Kleidung der Kinder befestigen zu können

    4. d)

      Bild 2-53, „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört“

  8. 8.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Regeln und Gesetze können uns helfen

Aufmerksamkeit wecken

Geben Sie jedem Kind ein Stück Salzteig. Die Kinder sollen ein Tier formen, das auf dem Bauernhof lebt. (Falls Sie keinen Salzteig vorbereiten konnten oder diese Aufgabe für die Kinder in Ihrer Klasse zu schwer ist, geben Sie den Kindern Papier und Stifte, damit sie ein Tier malen können, das auf dem Bauernhof lebt. Passen Sie das Unterrichtsgespräch entsprechend an.)

Stellen Sie alle Tiere auf den Tisch oder Boden. Erklären Sie, daß ein Bauer gut auf seine Tiere achtgeben muß. Sie brauchen Nahrung, Wasser und Schutz. Wenn die Tiere einfach fortlaufen, können sie sich verirren oder verletzen.

• Was können wir tun, damit die Tiere nicht davonlaufen? (Einen Zaun bauen.)

Rollen Sie ein Stück Teig zwischen den Handflächen und dem Tisch, um einen langen Strang zu formen. Legen Sie nun den Strang als Zaun um die Tiere herum. Erklären Sie, daß ein Zaun etwas Gutes ist, weil er die Tiere schützt. (Lassen Sie die Tiere während des ganzen Unterrichts stehen. Nach dem Unterricht dürfen die Kinder dann ihr Tier mit nach Hause nehmen.)

Erklären Sie, daß auch wir etwas haben, was uns beschützt, nämlich Gesetze und Regeln. Gesetze und Regeln sind wie ein Zaun, denn sie halten uns davon ab, etwas zu tun, was uns in Gefahr bringt oder was uns oder andere unglücklich macht. Wenn wir uns an die Gesetze und Regeln halten, beschützen sie uns und tragen dazu bei, daß wir glücklich sein können.

Besprechen

Wählen Sie ein einfaches Spiel aus, das alle Kinder in der Klasse kennen, beispielsweise „Memory“. Bitten Sie die Kinder, die Spielregeln zu erklären. Sprechen Sie darüber, was geschehen würde, wenn sie das Spiel spielen wollten, ohne sich an die Regeln zu halten. Machen Sie den Kindern begreiflich, daß ein Spiel nur dann Spaß macht, wenn man sich an die Spielregeln hält.

• Was für Regeln gibt es noch außer Spielregeln?

• Was für Regeln gibt es in eurer Familie?

Lassen Sie jedes Kind eine Regel nennen, die in seiner Familie gilt, beispielsweise „Wenn man mit dem Spielen fertig ist, werden die Spielsachen aufgeräumt“. Fragen Sie dabei jedes Kind:

• Wie hilft dir diese Regel?

Wenn alle Kinder eine Familienregel genannt haben, weisen Sie darauf hin, daß es auch außerhalb der Familie Regeln gibt.

• Was für Regeln gibt es in der Schule? In der PV?

• Wie helfen euch diese Regeln?

In unserem Land gibt es Gesetze

Geschichte/Besprechen

Erklären Sie: Ebenso wie es in unserer Familie, in der Schule oder der PV Regeln gibt, ebenso gibt es auch in unserer Stadt und unserem Land Regeln. Diese Regeln werden Gesetze oder Verordnungen genannt. Die Gesetze helfen und beschützen uns ebenso wie die Regeln in der Familie, in der Schule oder in der PV. Erzählen Sie eine Geschichte von einem Kind, das gelernt hat, wie die Gesetze uns helfen und uns beschützen, wenn wir uns daran halten. Verwenden Sie die folgende Geschichte, oder denken Sie sich selbst eine Geschichte aus:

Oliver wollte schon immer einen Hund haben. Er war überglücklich, als er zum Geburtstag ein goldiges Hundebaby bekam. Oliver nannte seinen Hund Rex. Oliver und Rex verstanden sich prächtig.

In Olivers Stadt galt eine Verordnung, die besagte, daß man in der Stadt den Hund nur an der Leine führen durfte. Einmal wollte Oliver seinen Hund Rex mit zu seinem Freund nehmen. Er konnte die Hundeleine nicht finden, und da sein Freund nur am anderen Ende der Straße wohnte, nahm Oliver seinen Hund einfach ohne Leine mit.

Als sie die Straße entlanggingen, sah Rex eine Katze auf der anderen Straßenseite. Ehe Oliver überhaupt merkte, was geschah, rannte Rex schon auf die Straße und wurde von einem Auto angefahren.

Mit Tränen in den Augen hob Oliver seinen Hund auf und trug ihn nach Hause. Olivers Mutter brachte Rex zum Tierarzt, der sich um das gebrochene Bein kümmerte.

Als sie wieder zu Hause waren, sagte die Mutter zu Oliver, daß Rex auch tot sein könnte. Wenn Oliver sich an das Gesetz gehalten und seinen Hund an der Leine geführt hätte, dann wäre Rex nicht verletzt worden. Oliver erkannte, daß Gesetze dazu waren, ihn und auch seinen Hund zu schützen. Er nahm sich fest vor, sich immer an das Gesetz zu halten.

• Warum gab es in Olivers Stadt wohl die Verordnung, daß man Hunde in der Stadt an der Leine führen mußte?

• Wie hätte der Unfall verhindert werden können?

• Warum haben wir Gesetze und Regeln, die wir befolgen müssen?

Besprechen

Erklären Sie, daß Gesetze dazu da sind, uns zu helfen und zu schützen. Bitten Sie die Kinder, einige einfache Gesetze zu nennen, die in Ihrem Land gelten. Sprechen Sie über jedes Gesetz und darüber, warum es erlassen wurde. Machen Sie den Kindern begreiflich, welchen Nutzen das Gesetz für sie hat.

Vielleicht möchten Sie die folgenden Vorschläge verwenden, falls sie auf Ihr Land zutreffen:

Verkehrsregeln

• An jedem Stoppschild anhalten. So werden Unfälle vermieden.

• Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten. Die Höchstgeschwindigkeit wird festgesetzt, um zu gewährleisten, daß man sicher fahren und im Notfall schnell genug anhalten kann.

Tierschutzgesetz

• Nicht grausam zu Tieren sein. Es gibt ein Tierschutzgesetz, das verhindern soll, daß Tiere mißhandelt werden.

Eigentumsgesetze

• Nicht stehlen. Wenn jeder etwas nimmt, was einem anderen gehört, ist keiner glücklich.

• Müll nicht einfach wegwerfen. Wenn jeder seinen Müll einfach irgendwo hinwirft, sieht die Stadt schnell häßlich und dreckig aus. Dann müssen unsere Eltern vielleicht mehr Steuern bezahlen, damit alles wieder saubergemacht werden kann.

Jesus Christus möchte, daß wir uns an das Gesetz halten

Besprechen

• Was sind Steuern?

Erklären Sie: Steuern sind Gelder, die wir dem Staat oder dem Land zahlen. Mit diesem Geld werden dann Personen oder Dinge bezahlt, die der Allgemeinheit nützen, beispielsweise Polizeibeamte, Löschfahrzeuge, Straßen oder Schulen. Sprechen Sie ganz kurz darüber, wie es wäre, wenn es all das nicht gäbe. Erklären Sie, daß es Steuergesetze gibt, die dafür sorgen, daß jeder sich an diesen Kosten beteiligt.

Geschichte aus der Schrift

Erklären Sie, daß es zur Zeit Jesu ebenfalls Steuergesetze gab. Zeigen Sie Bild 2-53, „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört“. Erzählen Sie die Begebenheit aus Matthäus 22:15–22.

Sagen Sie, daß die Leute Jesus fragten, ob sie ihrem Land Steuern zahlen sollten.

Zeigen Sie die Münze, die Sie mitgebracht haben. Erklären Sie, daß Jesus die Leute bat, ihm eine Münze zu zeigen. Er wies darauf hin, daß der Kaiser, der Regierende des Landes, darauf abgebildet war. (Falls auf der Münze, die Sie gebracht haben, ein Politiker abgebildet ist, dann zeigen Sie darauf.) Lesen Sie aus Matthäus 22:21 vor, was Jesus geantwortet hat (ab Darauf sagte er). Erklären Sie, daß Jesus den Menschen gesagt hat, daß sie sich an die Gesetze des Landes und an die Gesetze des Vaters im Himmel halten sollen. Jesus hat gelehrt, daß es wichtig ist, sich an das Gesetz zu halten.

Wir glauben, daß es recht ist, den Gesetzen zu gehorchen

Wortstreifen

Lesen Sie den Satz auf dem Wortstreifen vor. Erklären Sie, daß dies ein Teil des zwölften Glaubensartikels der Kirche ist.

Lassen Sie die Kinder den Satz ein paarmal wiederholen.

Spiel

Legen Sie die Liste mit der Beschreibung verschiedener Situationen auf den Tisch oder Boden, und stellen Sie die Schüssel oder den Korb mit den numerierten Zetteln daneben. Sagen Sie den Kindern, daß sie nun das Spiel „Gehorcht dem Gesetz“ spielen können. Lehnen Sie sich zurück, und warten Sie einen Augenblick. Wenn niemand antwortet, fragen Sie:

• Warum fängt keiner an zu spielen? (Niemand kennt die Regeln.)

Wenn die Kinder versucht haben, etwas Sinnvolles zu tun, beispielsweise die numerierten Zettel zu ordnen, dann loben Sie sie für ihren Versuch. Fragen Sie:

• Spielt ihr das Spiel „Gehorcht dem Gesetz“?

• Warum nicht?

Erläutern Sie, daß Regeln und Gesetze dazu da sind, uns zu führen und anzuleiten. Erklären Sie die Spielregeln:

  1. 1.

    Ziehe eine Nummer aus der Schüssel (oder dem Korb).

  2. 2.

    Die Nummern legen fest, wer an die Reihe kommt. Wer die Nummer 1 gezogen hat, fängt an.

  3. 3.

    Stehe auf, wenn du an der Reihe bist.

  4. 4.

    Wenn du an der Reihe bist, gibst du dem/der Lehrer(in) deine Nummer ab und beantwortest die Frage, die dir gestellt wird, ohne daß die anderen Kinder helfen.

  5. 5.

    Wenn du gerade nicht an der Reihe bist, setzt du dich still auf deinen Stuhl.

Beginnen Sie mit dem Spiel, indem Sie jedes Kind eine Nummer aus der Schüssel (dem Korb) ziehen lassen.

Lesen Sie jedem Kind die Situation vor, die zu seiner Nummer gehört.

Wenn alle Kinder die Fragen beantwortet haben, geben Sie den Kindern die Abzei- chen. Loben Sie die Kinder für ihre guten Ideen und Antworten.

Zusammenfassung

Die Kinder beteiligen

Fragen Sie die Kinder, was sie sagen werden, wenn sie von ihrer Familie gefragt werden, was das Abzeichen bedeutet. Betonen Sie, nachdem die Kinder geantwortet haben, wie wichtig es ist, daß sich jeder an die Gesetze hält, damit wir alle glücklich zusammen leben können.

Zeugnis

Bezeugen Sie, daß Gesetze zu unserem Nutzen verfaßt worden sind. Vielleicht möchten Sie von einem persönlichen Erlebnis erzählen – wie Sie einmal dankbar waren, daß Sie sich an das Gesetz gehalten haben. Fordern Sie die Kinder auf, sich an die Gesetze des himmlischen Vaters und an die Gesetze des Landes zu halten.

Regen Sie an, daß sich jedes Kind ein Gesetz aussucht, dem es in der kommenden Woche besondere Beachtung schenken will.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Schlagen Sie vor, daß das Kind den himmlischen Vater bittet, den Kindern zu helfen, daß sie sich an die Gesetze erinnern und sich daran halten.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Helfen Sie den Kindern, den zwölften Glaubensartikel auswendig zu lernen: „Wir glauben, daß es recht ist, einem König oder Präsidenten oder Herrscher, einer Obrigkeit untertan zu sein und den Gesetzen zu gehorchen, sie zu achten und für sie einzutreten.“ Erklären Sie den Kindern alle Wörter, die sie nicht kennen.

    Jüngere Kinder können den Teil des Glaubensartikels auswendig lernen, der auf ihrem Abzeichen steht: „Wir glauben, daß es recht ist, den Gesetzen zu gehorchen.“

    Vielleicht möchten Sie mit den Kindern das Lied zum 12. Glaubensartikel (Mehr Lieder für Kinder, S. 45) singen, damit die Kinder den Glaubensartikel leichter auswendig lernen können.

  2. 2.

    Bitten Sie die Kinder, sich fünf Regeln zu überlegen, die eine Familie aufstellen könnte, damit die einzelnen Familienmitglieder sicher und glücklich leben können. Wenn eine Regel genannt wird, soll jedes Kind einen Finger hochstrecken. Nachdem fünf Regeln genannt worden sind und jedes Kind fünf Finger hochstreckt, zeichnen Sie den Umriß einer Hand jedes Kindes an die Tafel. Schreiben Sie unter jeden Umriß den Namen des Kindes. Danken Sie den Kindern für ihre helfende Hand, und ermutigen Sie sie, sich immer an die Regeln ihrer Familie zu erinnern und sich daran zu halten.

  3. 3.

    Machen Sie mit den Kindern das folgende Fingerspiel:

    Ich bleibe steh’n (die Handflächen nach vorn halten, als ob man etwas aufhalten wolle),
    ich schaue (die Hand über die Augen halten, wie wenn man nach etwas Ausschau hält),
    ich höre genau hin (Hand ans Ohr), dann weiß ich, daß ich sicher (auf sich deuten)
    auf allen Wegen bin (Arme ausbreiten).
    Ich geh’ über den Zebrastreifen (Arme kreuzen),
    nicht einfach irgendwo (den Kopf schütteln)!
    Ich schau’ voraus (die Hand über die Augen halten, wie wenn man nach etwas Ausschau hält),
    ich denk’ voraus (an die Schläfe tippen), und dann erst geh’ ich los (auf der Stelle gehen).

    Erinnern Sie die Kinder daran, wie wichtig es ist, die Verkehrsregeln einzuhalten.