Ich kann den Zehnten zahlen

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, daß wir dem himmlischen Vater und Jesus Christus unsere Liebe zeigen, wenn wir den Zehnten zahlen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Markus 12:41–44. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 32. Kapitel und James E. Talmage, Jesus der Christus, S. 456, 457.

  2. 2.

    Bereiten Sie zwei Kärtchen vor, indem Sie zwei Blatt Papier wie folgt falten:

    two signs
  3. 3.

    Fertigen Sie eine Geldschachtel an, um die Geschichte von Manuel zu veranschaulichen. Sie können dazu eine kleine Schachtel mit Deckel verwenden, die Sie dann unterteilen (siehe die folgende Anleitung zur Anfertigung einer Trennwand).

    Schneiden Sie ein Stück Karton aus, der dieselbe Höhe hat wie die Schachtel, jedoch 3 Zentimeter breiter ist. Knicken Sie nun auf beiden Seiten je 1,5 Zentimeter um. Bestreichen Sie die umgeknickten Ränder mit Klebstoff,und kleben Sie die Trennwand so in die Schachtel, daß sie in zwei unterschiedlich große Fächer unterteilt wird.

    Beschriften Sie (vorn oder auf dem Deckel) das kleinere Fach mit „Zehnter“ und das größere Fach mit „Zum Ausgeben oder Sparen“.

  4. 4.

    Schneiden Sie aus braunem Papier zwei Kreise aus, die die Größe einer kleinen Münze haben (siehe Abbildung):

    two circles
  5. 5.

    Besorgen Sie für jedes Kind den Vordruck „Zehnter und Spenden“ sowie das dazugehörige Kuvert.

  6. 6.

    Bereiten Sie sich vor, das Lied „Den Zehnten zahlen möchte ich“ (Sing mit mir, B-47) zu singen oder den Text vorzutragen.

  7. 7.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      zehn Münzen von gleichem Wert

    3. c)

      Bild 2-55, „Das Opfer der Witwe“

  8. 8.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Der Zehnte ist ein Zehntel dessen, was wir verdienen

Aufmerksamkeit wecken

Nehmen Sie die zehn Münzen in die Hand, und zeigen Sie sie den Kindern.

• Was würdet ihr mit diesen Münzen machen, wenn ihr dieses Geld verdient hättet?

Lassen Sie jedes Kind antworten, und machen Sie zu jeder Antwort eine lobende Bemerkung. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Nachdem alle Kinder geantwortet haben, fahren Sie mit dem Unterrichtsgespräch fort.

Wenn ein Kind auch den Zehnten erwähnt hat, dann sagen Sie, daß jemand etwas sehr Wichtiges gesagt hat, was wir tun sollen, wenn wir Geld verdienen. Wenn niemand den Zehnten erwähnt hat, dann sagen Sie den Kindern, daß sie heute etwas sehr Wichtiges lernen werden, was sie tun sollen, wenn sie einmal Geld verdienen.

Erklären Sie, daß der himmlische Vater uns geboten hat, von dem Geld, das wir verdienen, den Zehnten zu zahlen. Wenn wir den Zehnten zahlen, geben wir etwas von dem Geld, das wir verdient haben, der Kirche. Dieses Geld trägt dann dazu bei, daß Menschen mehr über den himmlischen Vater und Jesus und das Evangelium erfahren, beispielsweise dadurch, daß Tempel oder Gemeindehäuser gebaut werden oder Unterrichtsmaterial und anderes Material hergestellt wird.

Den Zehnten ausrechnen

Zählen Sie gemeinsam mit den Kindern die zehn Münzen, während Sie die Münzen auf dem Tisch oder Boden in eine Reihe legen. Stellen Sie das Kärtchen mit der Aufschrift „Zehnter“ auf den Tisch oder Boden. Lesen Sie vor, was auf dem Kärtchen steht, oder lassen Sie die Kinder es vorlesen. Sagen Sie den Kindern, daß ein Zehntel des Geldes, das wir verdienen, der Betrag ist, den wir als Zehnten zahlen. Eine Münze von den zehn Münzen, die auf dem Tisch oder Boden liegen, wäre also ein Zehntel. Bitten Sie ein Kind, eine Münze vor das Kärtchen mit der Aufschrift „Zehnter“ zu legen.

Stellen Sie das Kärtchen mit der Aufschrift „Zum Ausgeben oder Sparen“ neben das andere Kärtchen. Lesen Sie vor, was auf dem Kärtchen steht, oder lassen Sie die Kinder es vorlesen.

• Wenn ihr dieses Geld verdient habt, wieviel Münzen habt ihr dann noch zum Ausgeben oder Sparen übrig, nachdem ihr den Zehnten gezahlt habt?

Lassen Sie ein Kind neun Münzen vor das Kärtchen mit der Aufschrift „Zum Ausgeben oder Sparen“ legen, eine nach der anderen, während die anderen mitzählen.

Zeigen Sie auf die Münzen vor dem Kärtchen „Zum Ausgeben oder Sparen“, und weisen Sie darauf hin, daß das Geld, das wir als Zehnten zahlen, nur ein kleiner Teil des Geldes ist, das wir verdient haben.

Erklären Sie, daß wir von allem Geld, das wir verdienen, den Zehnten zahlen sollen. Vielleicht möchten Sie zusätzliche Münzen verwenden, um den Kindern noch deutlicher zu machen, was ein Zehntel des verdienten Geldes bedeutet.

Wenn wir den Zehnten zahlen, wählen wir das Rechte

Geschichte

Legen Sie neun Münzen in das größere Fach der Geldschachtel („Zum Ausgeben oder Sparen“), und erzählen Sie mit Ihren eigenen Worten die Geschichte von Manuel, der sich entschieden hat, den Zehnten zu zahlen. (Sie können die Mark in der Geschichte auch durch die Bezeichnung der Münzen ersetzen, die Sie mitgebracht haben.)

Als Manuel das letztemal beim Einkaufen dabeigewesen war, hatte er ein Spielzeug gesehen, das er unbedingt kaufen wollte. Manuel hatte immer wieder kleinere Arbeiten für andere verrichtet, damit er Geld verdienen und sparen konnte. Nun hatte er neun Mark. Er brauchte nur noch eine Mark, um das Spielzeug kaufen zu können. Seine Mutter sagte, er könne sich noch eine Mark verdienen, wenn er eine Arbeit für sie erledigte.

Am Samstag stand Manuel früh auf, um zu frühstücken und dann die Arbeit zu tun, die seine Mutter ihm aufgetragen hatte. Als er damit fertig war, war seine Mutter sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Sie gab Manuel eine Mark. Manuel freute sich sehr, daß er nun genug Geld hatte und das Spielzeug kaufen konnte.

Schnell rannte Manuel zu seiner Geldschachtel und steckte die Mark hinein. (Legen Sie eine weitere Münze in das größere Fach der Schachtel „Zum Ausgeben oder Sparen“.) Dann ging er mit seiner Mutter einkaufen.

Als sie im Laden ankamen, entdeckte Manuel gleich das Spielzeug. Er war froh, daß es noch nicht verkauft worden war. Er betrachtete es von allen Seiten. Er konnte es kaum erwarten, damit zu spielen.

Als Manuel das Spielzeug bezahlen wollte, lächelte der Verkäufer und sagte, es koste zehn Mark. Manuel nahm den Deckel von seiner Geldschachtel und zählte die Münzen. (Nehmen Sie den Deckel von der Geldschachtel, und zählen Sie die Münzen aus dem Fach „Zum Ausgeben oder Sparen“.) Als Manuel bei der zehnten Münze angelangt war, fiel ihm ein: eine von zehn Münzen war ja der Zehnte.

Manuel wußte nicht, was er tun sollte. Er wünschte sich das Spielzeug so sehr. Er konnte es kaufen, aber nur, wenn er dem Verkäufer auch die Münze gab, die eigentlich der Zehnte war. Manuel sah den Verkäufer an, dann das Spielzeug und das Markstück, das der Zehnte war.

• Was würdet ihr tun, wenn ihr Manuel wärt?

Manuel legte die letzte Mark in das Fach „Zehnter“. (Legen Sie eine Münze in das Fach „Zehnter“.) Neun Mark legte er zurück in das Fach „Zum Ausgeben oder Sparen“. Dann ging er den Gang zurück, um das Spielzeug wieder an seinen Platz zu legen.

Manuels Mutter sagte gar nichts, sie legte nur den Arm um Manuel und drückte ihn ganz fest. Manuel wußte, daß er das Richtige getan hatte.

Am nächsten Tag in der Kirche gab Manuel seinen Umschlag mit dem Zehnten dem Bischof. Der Bischof gab Manuel die Hand und sagte ihm, daß der himmlische Vater sehr glücklich darüber war, daß Manuel den Zehnten zahlte. Auch Manuel war glücklich. Er wußte, daß er das Rechte gewählt hatte. (Nach Marshall T. Burton, „The Little Red Car“, Instructor, Apr. 1966, S. 158,159.)

Besprechen

• Was für eine Entscheidung mußte Manuel treffen?

• Warum war das für ihn eine schwere Entscheidung?

• Wie fühlte sich Manuel, nachdem er die Entscheidung getroffen hatte? Warum?

• Wer war sonst noch glücklich über Manuels Entscheidung?

Wenn wir den Zehnten zahlen, zeigen wir unsere Liebe für den himmlischen Vater und Jesus Christus

Besprechen

Erklären Sie, daß wir unsere Liebe für den himmlischen Vater und für Jesus Christus zeigen, wenn wir den Zehnten zahlen.

• Was für Segnungen habt ihr vom himmlischen Vater und von Jesus Christus erhalten?

Heben Sie hervor: Von zehn Münzen eine zu geben ist nicht viel, um dem himmlischen Vater und Jesus Christus für die vielen Segnungen zu danken, die sie uns gegeben haben.

Geschichte aus der Schrift

Zeigen Sie den Kindern die braunen Kreise aus Papier, und weisen Sie darauf hin, wie klein die Kreise sind. Erklären Sie, daß diese Kreise genauso groß sind wie die kleinen Münzen, die verwendet wurden, als Jesus Christus auf der Erde lebte. Diese kleinen Münzen waren nicht sehr viel wert.

Zeigen Sie Bild 2-55, „Das Opfer der Witwe“. Erklären Sie, daß eine Frau mit kleinen Münzen, die nicht sehr viel wert waren, ihre Liebe zum himmlischen Vater gezeigt hat. Erzählen Sie die Begebenheit aus Markus 12:41–44.

Erklären Sie, daß zur Zeit Jesu der Zehnte und die Spenden vor dem Tempel in größere Behälter geworfen wurden. (Zeigen Sie auf den Behälter im Bild.) Einmal sah Jesus zu, wie die Menschen ihr Geld in den Behälter warfen. Als Jesus sah, wie die Witwe ihr Geld hineinwarf, rief er seine Jünger zu sich. Er sagte den Jüngern, daß die Witwe etwas Großartiges getan hatte, weil sie den himmlischen Vater so sehr liebte, daß sie viel gab, obwohl sie selbst kaum etwas besaß.

Lehrer(in)

Lesen Sie aus Markus 12:43 vor, was Jesus zu seinen Jüngern sagte. Erklären Sie, daß die Witwe im Vergleich zu dem, was manche reichen Leute gegeben hatten, nur einen ganz kleinen Betrag gegeben hatte. Aber Jesus wußte, daß sie alles gab, was sie hatte, weil sie den himmlischen Vater liebte. Auch wir können unsere Liebe zum himmlischen Vater und zu Jesus Christus dadurch zeigen, daß wir den Zehnten zahlen, selbst wenn es nur ein geringer Betrag ist.

Erinnern Sie die Kinder daran, wie Manuel seine Liebe für den himmlischen Vater und Jesus gezeigt hat, indem er sich entschieden hat, den Zehnten zu zahlen, anstatt das Spielzeug zu kaufen. Das fiel ihm nicht leicht, aber er war glücklich, als er die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Lied

Singen Sie mit den Kindern „Den Zehnten zahlen möchte ich“, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Wiederholen Sie das Lied ein paarmal, damit die Kinder den Text lernen.

Den Zehnten zahlen möchte ich,
denn so zeig’ ich dem Herrn,
daß ich ihn liebe, wie er mich,
ich weiß, das hat er gern.
Mit meinem Zehnten zeige ich,
daß ich ihm dankbar bin
für das, was er mir täglich schenkt,
und seinen güt’gen Sinn.

Sagen Sie den Kindern noch einmal: Wenn wir den Zehnten zahlen, dann zeigen wir, wie sehr wir den himmlischen Vater und Jesus Christus lieben.

Wie wir den Zehnten zahlen

Formular

Erinnern Sie die Kinder daran, daß die Menschen zur Zeit Jesu den Zehnten und die Spenden in die dafür vorgesehenen Behälter vor dem Tempel warfen. Erklären Sie, daß wir heute den Zehnten dem Bischof (oder Zweigpräsidenten) oder einem seiner Ratgeber zahlen.

Geben Sie jedem Kind den Vordruck „Zehnter und Spenden“ und den dazugehörigen Umschlag. Erklären Sie, daß wir dieses Formular verwenden, wenn wir den Zehnten zahlen. Zeigen Sie den Kindern, wie man das Formular ausfüllt. Wenn die Kinder daran interessiert sind, können Sie ihnen auch kurz erklären, was die anderen Spenden bedeuten, die auf dem Formular aufgeführt sind. Erklären Sie, daß wir das Formular und das Geld in den Umschlag stecken und den Umschlag dann dem Bischof (oder Zweigpräsidenten) oder einem seiner Ratgeber geben.

Zusammenfassung

Wiederholung

Zeigen Sie noch einmal die zehn Münzen.

• Wenn ihr diese zehn Münzen verdient hättet, wieviel würdet ihr dann als Zehnten in den Umschlag stecken?

Lassen Sie ein Kind den entsprechenden Betrag nehmen und zusammen mit dem Formular in den Umschlag stecken.

• Was machen wir jetzt mit diesem Umschlag?

Zeugnis

Bezeugen Sie, daß wir dem himmlischen Vater und Jesus Christus unsere Liebe zeigen, indem wir den Zehnten zahlen.

Ermutigen Sie die Kinder, von allem Geld, das sie verdienen, den Zehnten zu zahlen, wie klein der Betrag auch sein mag.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Besprechen Sie mit den Kindern, wofür Zehntengelder verwendet werden, beispielsweise für den Bau von Tempeln oder Gemeindehäusern, für die Missions- arbeit oder Unterrichtsmaterial. Sprechen Sie darüber, wie wir und andere davon profitieren.

    Teilen Sie den Kindern Papier und Bunt- oder Bleistifte aus, damit sie ein Bild von einem der Punkte malen können, die Sie besprochen haben.

  2. 2.

    Singen Sie das Lied „Ich zahle den Zehnten“ (Sing mit mir, B-44), oder tragen Sie den Text vor.

    Der Vater in dem Himmel gibt alles Schöne mir:
    Den Sonnenschein, den Regenguß und bunte Blumen hier.
    Drum zahl’ ich gern den Zehnten, wie’s in der Bibel steht,
    damit die Kirche Gottes auf der Erde vorwärtsgeht.
    Sprechen Sie darüber, daß es wichtig ist, das Gesetz des Zehnten mit der
    richtigen Einstellung zu befolgen, wie es auch bei allen anderen Geboten ist, die
    der himmlische Vater uns gegeben hat.
  3. 3.

    Jedes Kind darf eine „Kasse“ (eine Schachtel, eine Dose oder einen Briefumschlag) verzieren, in der es den Zehnten aufbewahren kann. Bringen Sie selbst das Material dafür mit, oder rufen Sie die Kinder in der Woche vor dem Unterricht an, und bitten Sie sie, selbst eine Schachtel etc. mitzubringen.