Ich habe Talente

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Jedem Kind bewußtmachen, daß der himmlische Vater jedem von uns Talente gegeben hat.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Matthäus 25:14–29. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 34. Kapitel.

  2. 2.

    Rufen Sie während der Woche die Eltern jedes Kindes an, und fragen Sie, was für Talente sie an ihrem Kind entdeckt haben. Falls nötig, können Sie auch nach weniger offensichtlichen Talenten fragen (wie die Veranlagung, freundlich, fröhlich, gehorsam oder hilfsbereit zu sein oder schnell zu vergeben oder gern zu beten). Schreiben Sie für jedes Kind eine Liste mit seinen Talenten. Fügen Sie jeder Liste die Talente hinzu, die Sie an dem Kind beobachtet haben.

  3. 3.

    Bereiten Sie anhand der Liste für jedes Kind wie folgt ein Blatt vor. Schreiben Sie oben auf das Blatt den Namen des Kindes. Falten Sie das Blatt in der Mitte. Schreiben Sie auf die eine Hälfte des Blattes eine Liste der Talente des Kindes, über die Sie im Unterricht sprechen möchten. Lassen Sie die andere Hälfte des Blattes leer.

    Achten Sie darauf, daß auf jedem Blatt die gleiche Anzahl von Talenten aufgeführt ist, und daß bei jedem Kind zumindest ein Talent aufgeführt ist, das man auch zeigen kann, wie beispielsweise singen, hüpfen oder lesen.

  4. 4.

    Bereiten Sie sich vor, eines Ihrer Talente zu zeigen, oder bringen Sie einen Gegen- stand mit, der eines Ihrer Talente repräsentiert.

  5. 5.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      Blei- oder Buntstifte

    3. c)

      Bild 2-57, „Heber J. Grant“

  6. 6.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Talente sind Gaben von unserem himmlischen Vater

Aufmerksamkeit wecken

Führen Sie eines Ihrer Talente vor, oder zeigen Sie den Gegenstand, den Sie mitgebracht haben, und erklären Sie, daß er eines Ihrer Talente darstellt.

• Was ist ein Talent?

Wenn Sie einen Gegenstand mitgebracht haben, erzählen Sie etwas darüber, und erklären Sie, warum Ihnen dieses Talent viel bedeutet. Wenn Sie ein Talent vorgeführt haben, erklären Sie, warum Ihnen dieses Talent Freude bereitet.

Erklären Sie, daß der himmlische Vater jedem seiner Kinder Talente gegeben hat. Erwähnen Sie einige Mitglieder Ihrer Gemeinde, die Talente haben, die den Kindern vertraut sind, wie singen, ein Instrument spielen oder andere aufheitern.

Erinnern Sie die Kinder daran, daß jeder von uns ein Kind des himmlischen Vaters ist und deshalb auch Talente erhalten hat. Erklären Sie auch, daß jeder andere Talente hat.

Jeder von uns hat viele verschiedene Talente

Geschichte/Besprechen

Erzählen Sie mit Ihren eigenen Worten die folgende Geschichte von einem Kind, das entdeckt hat, daß es auch Talente hat:

Linda sah ihrer Schwester Sarah zu, die gerade ein wunderschönes Bild von der Wiese hinter dem Haus malte. Linda war traurig, weil sie nicht so schön malen konnte wie Sarah. Sarah konnte außerdem Klavier spielen und war gut in der Schule.

Linda dachte über all das nach, was Sarah gut konnte. Sie fragte sich, warum sie es nicht so gut konnte.

• Wie hat sich Linda wohl gefühlt, als sie über die vielen Talente ihrer Schwester nachgedacht hat?

Einmal wurde Linda von ihrer PV-Lehrerin gebeten, in der PV eine Ansprache zu geben. Linda gab sich große Mühe und hielt eine gute Ansprache. Der Bischof hörte Lindas Ansprache und sagte ihr, wie gut sie ihm gefallen hatte. Er sagte Linda, daß sie sehr talentiert sei.

Linda wurde ganz warm ums Herz. Die Worte des Bischofs hatten ihr geholfen, etwas Wichtiges an sich selbst zu entdecken.

• Was hat Linda aufgrund der Worte des Bischofs an sich entdeckt? (Sie hat ein Talent dafür, gute Ansprachen zu geben.)

Linda entdeckte bald noch weitere Talente. Sie gewann schnell neue Freunde, und andere Kinder waren gern mit ihr zusammen. Sie las und schrieb gern. In der Kirche war sie andächtig und hörte der Lehrerin zu. Linda hätte nie gedacht, daß dies auch Talente waren, weil es etwas ganz anderes war als Sarahs Talente. Nun hatte Linda erkannt, daß sie ebenfalls Talente hatte, jedoch andere Talente als ihre Schwester.

• Was für Talente hatte Linda?

Betonen Sie, daß jeder unterschiedliche Talente hat, daß aber alle Talente von Bedeutung sind.

Talente raten

Sagen Sie den Kindern, daß sie etwas über die vielen verschiedenen Talente der Kinder in ihrer PV-Klasse erfahren werden. Bitten Sie die Kinder, gut zuzuhören, wenn Sie nun die Listen mit Talenten vorlesen. Bitten Sie die Kinder, die Hand zu heben, aber nichts zu sagen, wenn sie wissen, wen Sie gerade beschreiben.

Sagen Sie zunächst „Ich denke an jemand, der diese Talente hat“ und lesen Sie dann eine der Listen mit den Talenten der Kinder vor.

Wenn Sie eine Liste vorgelesen haben, dürfen die Kinder raten, wen Sie gerade beschrieben haben. Wenn die Kinder es nicht erraten, geben Sie ihnen offensichtliche Hinweise, indem Sie beispielsweise die Kleidung des Kindes beschreiben oder sagen, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt.

Talente zeigen

Erinnern Sie die Kinder daran, daß der himmlische Vater ihnen diese Talente gegeben hat. Bitten Sie jedes Kind, eines der Talente von seiner Liste zu zeigen. (Entscheiden Sie schon im voraus, welches Talent auf jeder Liste leicht vor der Klasse gezeigt werden kann, z. B. singen, lesen, seilhüpfen usw.)

Jesus Christus hat uns gelehrt, daß wir unsere Talente einsetzen sollen

Geschichte aus der Schrift

Sagen Sie den Kindern: Jesus Christus hat gelehrt, daß wir unsere Talente auch einsetzen sollen. Erzählen Sie ganz kurz die Geschichte, die in Matthäus 25:14–29 zu finden ist. Erklären Sie, daß Jesus diese Geschichte seinen Jüngern erzählte, um ihnen begreiflich zu machen, was sie tun mußten, um nach dem Erdenleben wieder bei ihm und dem himmlischen Vater leben zu können.

Heben Sie beim Erzählen der Geschichte folgendes hervor:

  1. 1.

    Talente waren zur Zeit Jesu bestimmte Geldstücke.

  2. 2.

    Der Diener, der fünf Talente erhielt, gebrauchte sie weise und gewann schon bald fünf weitere Talente dazu.

  3. 3.

    Der Diener, der zwei Talente erhielt, gebrauchte sie weise und gewann schon bald zwei weitere Talente dazu.

  4. 4.

    Der Diener, der ein Talent erhielt, versteckte es und gebrauchte es überhaupt nicht.

  5. 5.

    Der Herr der Diener kehrte zurück und fragte die Diener, was sie mit ihren Talenten gemacht hatten.

Lesen Sie aus Matthäus 25:21 vor, was der Herr zu dem Diener sagte, der fünf Talente erhalten und fünf dazugewonnen hatte.

Erklären Sie, daß der Herr genau dasselbe zu dem Diener sagte, der zwei Talente erhalten und zwei dazugewonnen hatte. Der Herr freute sich sehr, daß diese Diener ihre Talente klug genutzt hatten.

Erklären Sie, daß der Herr zum dritten Diener sagte, daß ihm sein Talent genommen würde und er es nicht zurückerhalten sollte, weil er keinen Gebrauch davon gemacht hatte (siehe Matthäus 25:26–29).

Lehrer(in)

Erklären Sie den Kindern, daß wir wie die ersten beiden Diener in dem Gleichnis sein sollen. Auch wenn wir heute mit dem Wort Talente kein Geld meinen, sondern etwas, was wir tun können, sollen wir doch weise damit umgehen.

Sagen Sie den Kindern: Als Geistkinder unseres himmlischen Vaters haben wir besondere Talente oder Gaben erhalten, die wir hier auf der Erde entwickeln und einsetzen können. Wenn wir unsere Talente einsetzen, machen wir uns und andere glücklich. Wie der Herr in dem Gleichnis, so möchte auch der himmlische Vater nicht nicht, daß wir unsere Talente verstecken und vielleicht sogar verlieren. Er möchte, daß wir unsere Talente einsetzen, so daß sie wachsen. Dann sind wir bereit, einmal wieder mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus zu leben.

Wir entwickeln unsere Talente, indem wir üben

Geschichte/Besprechen

Zeigen Sie Bild 2-57, „Heber J. Grant“. Sagen Sie den Kindern, daß Sie davon erzählen werden, wie Heber J. Grant, der später Prophet und Präsident der Kirche wurde, seine Talente entwickelt hat:

Als Heber J. Grant noch ein Junge war, wollte er gern Ball spielen. Aber er konnte den Ball nicht weit werfen. Die anderen Jungen machten sich über ihn lustig, wenn er zu werfen versuchte.

Heber war fest entschlossen, im Werfen so gut zu werden, daß man ihn für die Spitzenmannschaft auswählte. Tag für Tag übte er, indem er den Ball gegen den Schuppen warf. Manchmal tat sein Arm so weh, daß er nachts kaum schlafen konnte. Aber er übte unermüdlich weiter. Nach einigen Jahren spielte Heber tatsächlich in einer Mannschaft, die eine Meisterschaft gewann.

• Was für ein Talent wollte Heber besitzen?

• Was tat Heber, um dieses Talent zu entwickeln?

• Was geschah, nachdem Heber das Ballspielen geübt hatte?

Später wollte Heber gern als Buchhalter in einer Bank arbeiten. Ein Buchhalter mußte jedoch eine saubere und leicht zu lesende Handschrift haben. Ein Freund hatte einmal zu Heber gesagt: „Deine Handschrift sieht aus, als sei ein Huhn übers Papier gelaufen.“ Ein anderer Freund hatte gesagt: „Es sieht aus, als wäre ein Tintenfaß vom Blitz getroffen worden.“

Heber verbrachte viele Stunden damit, schönschreiben zu üben, um seine Hand- schrift zu verbessern. Viele Jahre später erhielt er eine Auszeichnung für die schönste Schrift im ganzen Bundesstaat. Außerdem lehrte er Handschrift und Buchhaltung an einer Universität.

• Was für ein Talent wollte Heber besitzen?

• Was tat Heber, um dieses Talent zu entwickeln?

• Was geschah, nachdem Heber das Schönschreiben geübt hatte?

Als Heber noch klein war, wollte seine Mutter, daß er singen lernte. Mit zehn Jahren nahm er Gesangsstunden. Der Musiklehrer bemühte sich, Heber das Singen beizubringen, gab jedoch schließlich auf und sagte Heber, er würde es nie lernen. Viele Jahre später unterhielt sich Heber mit einem Freund, der Gesangsunterricht gab. Heber erwähnte, daß er sich sehr freuen würde, wenn er nur ein paar Kirchenlieder lernen könnte. Sein Freund sagte ihm, es würde ihn einige Zeit und Mühe kosten, aber er könne es schaffen. Heber war bereit, viel zu üben, und er lernte, die Kirchenlieder zu singen. (Siehe Bryant S. Hinckley, Heber J. Grant: Highlights in the Life of a Great Leader, Salt Lake City, 1951, S. 37–42, 45–49.)

• Was für ein Talent wollte Heber besitzen?

• Was hat Heber getan, damit er Ballspielen, Schönschreiben und Singen lernen konnte?

Erklären Sie den Kindern, daß wir unsere Talente entwickeln, indem wir üben, wie Heber es getan hat. Je öfter wir etwas tun, desto besser werden wir darin. Heber hat immer und immer wieder geübt und wurde deshalb besser. Der himmlische Vater freut sich, wenn wir die Talente, die er uns gegeben hat, entwickeln, indem wir üben.

Zusammenfassung

Malen

Gehen Sie noch einmal die besonderen Talente jedes Kindes durch, die schon zu Beginn besprochen wurden. Geben Sie jedem Kind die Liste mit seinen Talenten sowie einen Bleistift oder Buntstifte. Die Kinder sollen auf der freien Seite des Blattes ein Bild von einem Talent malen, das sie besitzen oder gern besitzen würden.

Lassen Sie dann die Kinder einander erzählen, was sie gemalt haben, und darüber sprechen, wie sie dieses Talent entwickeln können.

Zeugnis

Bezeugen Sie, daß der himmlische Vater jedem von uns unterschiedliche Talente gegeben hat. Erinnern Sie die Kinder daran, daß Jesus Christus und der himmlische Vater möchten, daß wir unsere Talente einsetzen. Wenn wir unsere Talente einsetzen, können wir uns und andere glücklich machen und entwickeln unsere Talente weiter.

Lesen Sie vor (oder lassen Sie die Kinder vorlesen), was oben auf ihrer Liste von Talenten steht: „Frage mich nach meinen Talenten.“ Ermutigen Sie die Kinder, die Liste ihrer Familie zu zeigen und ihrer Familie zu erzählen, was sie über Talente gelernt haben.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Schlagen Sie vor, daß das Kind dem himmlischen Vater für die Talente jedes Kindes in der Klasse dankt und den himmlischen Vater bittet, den Kindern dabei zu helfen, daß sie ihre Talente sinnvoll einsetzen.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Lassen Sie die Kinder im Kreis sitzen. Summen oder singen Sie ein Lied, oder spielen Sie Musik vom Band ab, während die Kinder ein Bohnensäckchen oder einen anderen weichen Gegenstand von einem Kind zum nächsten reichen. Wenn die Musik aufhört, stellt sich das Kind, das gerade das Bohnensäckchen hat, in die Mitte und führt ein Talent vor. Solch ein Talent könnte sein: ein Gedicht aufsagen, ein Lied singen, eine Schriftstelle vorlesen, auf einem Bein hüpfen oder ein einfaches Bild an die Tafel zeichnen. Die Kinder können auch Talente, die nicht im Klassenzimmer vorgeführt werden können, pantomimisch darstellen, beispielsweise eine freundliche Tat oder ein guter Schuß. Bitten Sie die Kinder, nach jeder Vorführung leise zu klatschen.

    Fahren Sie fort, bis jedes Kind zumindest einmal ein Talent vorgeführt hat.

  2. 2.

    Geben Sie jedem Kind Buntstifte und ein Blatt Papier, auf das Sie einen Stern gemalt haben (das Muster für den Stern ist am Ende der Lektion zu finden). Bitten Sie die Kinder, ihren Stern auf ungewöhnliche Weise anzumalen. Wenn alle Kinder fertig sind, dürfen alle ihren Stern zeigen. Sagen Sie mit den Kindern den ersten Vers von „Jeder Stern ist anders“ (Children’s Songbook, S.142) auf.

    Jeder Stern ist anders,
    und auch jedes Kind;
    eins ist froh und heiter,
    ein andres sanft und still.
    Doch wir brauchen jeden
    genauso wie er ist;
    denn du bist der einz’ge,
    der so ist, wie du bist.
    (© 1980 by K. Newell Dayley. Used by permission.)

    Machen Sie den Kindern begreiflich, daß sie, ebenso wie die Sterne, die sie gemalt haben, alle verschieden sind, weil sie unterschiedliche Talente und Fähigkeiten haben. Erinnern Sie die Kinder daran, daß Talente Segnungen vom himmlischen Vater sind.

  3. 3.

    Bringen Sie den Kindern eine einfache Fertigkeit bei, die sie zu einem Talent weiterentwickeln können (beispielsweise den Gesang leiten oder etwas basteln).