Ich kann Jesus nachfolgen, indem ich anderen diene

Primarvereinigung Leitfaden 2: Wähl das Rechte A, 1996


Zweck

Den Wunsch jedes Kindes vertiefen, Jesus Christus nachzufolgen, indem es anderen dient.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Johannes 13:1–17 sowie den 13. Glaubensartikel. Siehe auch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), 28. Kapitel.

  2. 2.

    Bereiten Sie sich vor, alle drei Verse von „Gib, singt das Bächlein froh“ (Sing mit mir, G-24) und den vierten Vers von „Ich spür’, daß er mich liebt“ (Kinderstern, März 1994) zu singen oder den Text vorzutragen. Die Texte stehen hinten im Leitfaden.

  3. 3.

    Bereiten Sie sich vor, zu erzählen, wie Sie einmal gesegnet worden sind, weil Sie jemand geholfen haben.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel

    2. b)

      Papier und Blei- oder Buntstifte für jedes Kind

    3. c)

      Bild 2-60, „Jesus wäscht den Aposteln die Füße“ (Bilder zum Evangelium 226; 62550)

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Jesus Christus möchte, daß wir anderen dienen

Aufmerksamkeit wecken

Lassen Sie zu Beginn des Unterrichts „aus Versehen“ Buntstifte, Papier oder anderes Unterrichtsmaterial auf den Boden fallen. Warten Sie einen Moment, ehe Sie alles wieder aufsammeln, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, Ihnen zu helfen. (Wenn die Kinder es nicht von sich aus tun, bitten Sie sie um ihre Hilfe.)

Danken Sie den Kindern, daß sie Ihnen geholfen haben, und loben Sie sie dafür, daß sie die Gelegenheit genutzt haben, jemand zu dienen. Erklären Sie: Wenn wir anderen helfen, ohne dafür etwas zu erwarten, nennen wir das Dienen. Lassen Sie die Kinder das Wort Dienen ein paarmal wiederholen.

Lied

Singen Sie mit den Kindern alle drei Verse von „Gib, singt das Bächlein froh“, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Weisen Sie darauf hin, daß es im letzten Vers heißt, daß wir so geben sollen, wie Jesus gibt. Sagen Sie den Kindern, daß Jesus, als er auf der Erde gelebt hat, oft anderen Menschen gedient hat.

Geschichte aus der Schrift

Zeigen Sie Bild 2-60, „Jesus wäscht den Aposteln die Füße“. Erzählen Sie die Begebenheit aus Johannes 13:1–17. Erinnern Sie die Kinder daran, daß Jesus die Apostel, die auf dem Bild zu sehen sind, dazu berufen hat, seine Kirche zu führen.

Erinnern Sie die Kinder an das, was sie in der letzten Lektion über das Abschiedsmahl gelernt haben. Sagen Sie: Nachdem Christus seine Apostel in bezug auf das Abendmahl unterwiesen hatte, lehrte er sie, wie wichtig es ist, anderen zu dienen.

Erklären Sie, daß es nicht ungewöhnlich war, daß jemand einem die Füße wusch, da die meisten Menschen Sandalen trugen und die Füße sehr staubig und schmutzig wurden. Doch gewöhnlich wurde diese Arbeit von einem Diener verrichtet. Erklären Sie, daß Petrus nicht zulassen wollte, daß Jesus ihm die Füße wusch, weil er es nicht für richtig hielt, daß Jesus die Arbeit eines Dieners tat.

Sagen Sie den Kindern, was Jesus seinen Aposteln erklärt hat: Auch wenn er der Erretter war, so diente er ihnen doch. Er wollte, daß sie verstanden, daß auch sie einander dienen sollten. Lesen Sie Johannes 13:15 vor. Sagen Sie, daß Jesus möchte, daß wir seinem Beispiel folgen und anderen dienen.

Besprechen

• Warum hat Jesus den Aposteln die Füße gewaschen?

• Was wollte Jesus, daß die Apostel taten?

• Was möchte Jesus, daß wir tun?

Erklären Sie, daß Jesus Christus möchte, daß wir dienen, sobald sich eine Gelegenheit ergibt, auch wenn wir nicht darum gebeten worden sind oder keinen Lohn für unsere Hilfe erwarten können. Heben Sie hervor, daß wir Jesus nachfolgen, wenn wir anderen dienen.

Wir können anderen auf vielerlei Weise dienen

Geschichte

Bitten Sie die Kinder, gut zuzuhören, wenn Sie jetzt die folgende Geschichte mit Ihren eigenen Worten erzählen, die von einem Jungen handelt, der sich überlegt hat, wie er seiner Familie dienen kann:

„Es war so dunkel, daß der verschlafene siebenjährige Junge kaum den Weg zum Stall fand. Schon seit Tagen hatte er sich überlegt, wie er ganz leise aufstehen, sich anziehen und die Treppe hinunterschleichen, den Melkeimer vom Regel nehmen und das Haus verlassen konnte, ohne jemand zu wecken.

Joseph hatte seiner Schwester Mary schon oft beim Melken zugesehen. Doch er stellte fest, daß es gar nicht so leicht war, wie er gedacht hatte. Schon bald taten ihm die Finger und die Handgelenke weh. Er mußte oft innehalten, um auszuruhen.

Der Junge war mit dem Melken so beschäftigt, daß er gar nicht merkte, wieviel Zeit vergangen war. Als er schließlich den Stall verließ und zum Haus hinüberging, stellte er überrascht fest, daß es schon hell geworden war. Als er die Küche betrat, schaute seine Mutter, die gerade das Frühstück zubereitete, vom Herd auf und sagte: ’Ja, Joseph, was machst du denn schon so früh am Morgen?’

Als Antwort hielt er den gefüllten Melkeimer in die Höhe. Am Lächeln seiner Mutter konnte er erkennen, wie sehr sie sich freute. ’Also dann’, sagte sie, ’da du anscheinend schon alt genug bist, kannst du von jetzt ab jeden Morgen die Kuh melken.’ Sie hielt inne und fragte dann: ’Warum warst du so begierig darauf, die Kuh zu melken?’

Joseph schaute seine Mutter mit ernsten Augen an und sagte: ’Ich wollte einfach mithelfen, während Vater auf Mission ist. Mary hat doch so viele andere Aufgaben. Ich dachte, wenn ich morgens für sie die Kuh melke, muß sie sich wenigstens darum nicht kümmern.’

Seine Mutter nahm ihn ganz fest in die Arme und sagte: ’Wie sich dein Vater freuen wird, wenn ich ihm schreibe, was für einen großartigen Sohn er hat, der jeden Morgen die Kuh melken will, solange sein Vater nicht da ist!’“ (Lucile C. Reading, „The Morning Chore“, Children’s Friend, Apr. 1970, S. 23.)

Sagen Sie den Kindern, daß dieser Junge Joseph Fielding Smith war, der später der zehnte Präsident der Kirche wurde.

• Wie hat Joseph Fielding Smith gedient?

• Wem hat er gedient?

Glaubensartikel

Sagen Sie den Kindern, daß der dreizehnte Glaubensartikel der Kirche besagt, daß wir glauben, daß es recht ist, anderen zu dienen. Lassen Sie die Kinder aufstehen und sagen: „Wir glauben, daß es recht ist, allen Menschen Gutes zu tun.“

Die Kinder beteiligen

Bitten Sie jedes Kind, das ein Jünger Jesu Christi sein will, aufzustehen und stehenzubleiben. Erinnern Sie die Kinder, daß Jesus möchte, daß seine Jünger anderen dienen.

• Wie können wir anderen dienen?

Jedes Kind, das eine Möglichkeit nennt, wie es anderen dienen kann, darf sich wieder setzen.

Wenn es einem Kind schwerfällt, eine Möglichkeit zu nennen, können Sie ihm eine der folgenden Anregungen geben oder sich selbst etwas überlegen, was für die Kinder in Ihrer Klasse geeignet ist:

  • einem jüngeren Kind eine Geschichte erzählen oder vorlesen

  • für die Eltern oder Großeltern ein Bild malen

  • das Spielzeug des kleinen Bruders aufräumen

  • den Tisch decken, ohne darum gebeten worden zu sein

Wir sind glücklich, wenn wir dienen

Besprechen

• Wer ist glücklich, wenn wir dienen? (Mögliche Antworten sind: die Menschen, denen wir dienen; wir selbst; der himmlische Vater und Jesus Christus.)

Betonen Sie: Wenn wir anderen dienen, machen wir nicht nur die Menschen glücklich, denen wir helfen, sondern sind auch selbst glücklich.

• Warum macht es uns glücklich, anderen zu dienen?

Lied

Singen Sie mit den Kindern den vierten Vers von „Ich spür’, daß er mich liebt“, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. (Wenn die Kinder den vierten Vers nicht kennen, können Sie den vierten Vers vorsingen und die Kinder beim Refrain mitsingen lassen.)

Zusammenfassung

Malen

Helfen Sie den Kindern, sich einen einfachen Dienst zu überlegen, den sie heute noch in der Kirche oder zu Hause jemand erweisen können. Geben Sie den Kindern Papier und Blei- oder Buntstifte. Jedes Kind soll ein Bild von etwas malen, was es heute noch für jemand tun kann. Die Kinder sollen sich dann gegenseitig die Bilder zeigen und erklären.

Zeugnis

Erzählen Sie den Kindern, wie Sie einmal gesegnet worden sind, weil Sie jemand gedient haben. Bezeugen Sie, daß wahres Glück dadurch entsteht, daß wir anderen dienen.

Ermutigen Sie die Kinder, in der kommenden Woche nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, wie sie anderen dienen können. Vielleicht möchten Sie die Kinder bitten, im nächsten Unterricht zu berichten, was für Erfahrungen sie mit dem Dienen gemacht haben.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Treffen Sie im voraus alle notwendigen Vorbereitungen, damit sie während des Unterrichts mit den Kindern etwas Gutes tun können (es soll auf jeden Fall etwas sein, was dem Sabbat angemessen ist).

    Beispiele:

    • Sprechen Sie mit der Kindergarten-Lehrerin ab, daß Ihre Klasse den Kinder- gartenkindern ein PV-Lied vorsingen wird.

    • Bringen Sie Material mit, damit die Kinder der Musikleiterin der PV einen Dankeschön-Brief schreiben können.

    • Helfen Sie den Kindern, das Klassenzimmer für die nächste Klasse oder für die nächste Woche vorzubereiten, beispielsweise die Tafel zu wischen, die Stühle wegzuräumen usw.

    Wenn die Kinder den kleinen Dienst verrichtet haben, sprechen Sie mit ihnen darüber, was sie dabei empfunden haben. Erinnern Sie sie daran, daß Dienen uns glücklich machen kann.

  2. 2.

    Bereiten Sie für jedes Kind drei kleine Papierherzen vor. Sagen Sie den Kindern, daß sie einen „Heinzelmännchen“-Club gründen wollen. Regen Sie an, daß die Kinder die Herzen mit nach Hause nehmen und während der Woche jemand in der Familie einen heimlichen Dienst erweisen und dann eines der Herzen zurücklassen. Sie können beispielsweise ihrem Bruder oder ihrer Schwester das Bett machen und dann ein Herz aufs Kopfkissen legen. Bitten Sie die Kinder, in der nächsten Woche zu berichten, was es für ein Gefühl war, heimlich etwas Gutes zu tun.

  3. 3.

    Singen Sie den zweiten Vers von „Ich möchte so sein wie Jesus“ (Kinderstern, April 1990), oder tragen Sie den Text vor. Der Text steht hinten im Leitfaden.

  4. 4.

    Lassen Sie die Kinder im Kreis auf dem Boden sitzen. Werfen Sie einem Kind vorsichtig ein Bohnensäckchen oder einen anderen weichen Gegenstand zu, und bitten Sie es, eine Möglichkeit zu nennen, wie es jemand dienen kann. Wenn das Kind geantwortet hat, kann es einem anderen Kind das Bohnensäckchen zuwerfen. Fahren Sie fort, bis jedes Kind zumindest eine Möglichkeit genannt hat, wie es anderen dienen kann.

  5. 5.

    Lassen Sie die Kinder darüber sprechen oder im Rollenspiel darstellen, was sie in den folgenden Situationen tun werden, wenn sie sich bemühen, anderen zu dienen (passen Sie die Situationen so an, daß sie für die Kinder in Ihrer Klasse geeignet sind):

    • Ihr seid auf dem Weg zu einem Fußballspiel. Ihr müßt euch beeilen. Auf dem Weg zum Fußballplatz seht ihr, wie einer älteren Frau die Einkaufstüte reißt und alles auf den Boden fällt.

    • Ihr wart den ganzen Tag bei eurem Freund zum Spielen. Jetzt seid ihr sehr müde. Als ihr zu Hause ankommt, seht ihr euren Vater im Garten arbeiten.

    • Ihr kommt in die Küche, um euch etwas zu trinken zu holen. Euer Bruder ist in der Küche und spült das Geschirr.

    • Ihr geht mit euren Freunden nach Hause. Ihr seht, daß ein Hund im Hof eures Nachbarn den Mülleimer umgeworfen hat und der ganze Abfall überall verstreut liegt. Ihr wißt, daß der Nachbar verreist ist und erst in ein paar Tagen wiederkommt.

    • Eine neue Schülerin ist heute zum erstenmal in eurer Klasse. Ihr stellt euch vor. Das neue Mädchen fragt euch, ob ihr in der Pause mit ihr spielen wollt. Ihr habt aber vor, in der Pause mit euren Freundinnen zu spielen.

    • Eure Familie bereitet sich darauf vor, in die Kirche zu gehen. Euer Vater ist schon gegangen, weil er vor der Kirche noch zu einer Versammlung mußte. Ihr habt mehrere jüngere Geschwister, die sich noch nicht allein fertigmachen können.