Der Vater im Himmel hilft uns, wenn wir beten

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, daß es Hilfe vom Vater im Himmel erhalten kann, wenn es betet.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt 1 Nephi 18:5–23 und 3 Nephi 18:20

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Tafel, Kreide und Schwamm

    2. b)

      Bild 3-45, „Lehi und seine Familie erreichen das verheißene Land (62045; Bild 304 in Bilder zum Evangelium); Bild 3-46, „Jesus betet in Getsemani“ (62175; Bild 227 in Bilder zum Evangelium)

  3. 3.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Nephi betet und erhält Hilfe

Aktivität

Zeichnen Sie beim Sprechen folgende Abbildung an die Tafel:

mountain

Sagen Sie den Kindern, daß ein Vater und sein verheirateter Sohn auf den entgegengesetzten Seiten eines sehr großen Berges wohnten.

• Wie konnten die beiden sich miteinander in Verbindung setzen, ohne ganz um den Berg herumzugehen?

Zeichnen Sie die Vorschläge der Kinder auf:

communication devices

• Warum ist es für den Vater und den Sohn wichtig, daß sie miteinander in Verbindung sind? (Damit sie sich nicht einsam fühlen, um einander ihre Liebe zu zeigen, um einander zu helfen, um Gedanken auszutauschen.)

• Was würde geschehen, wenn sie sich nicht miteinander in Verbindung setzen könnten? (Sie würden sich nicht mehr nahe fühlen, sie würden einander vielleicht weniger liebhaben, sie könnten einander nicht helfen.)

Erklären Sie: So wie wir uns auf der Erde über weite Entfernungen hinweg miteinander in Verbindung setzen können, so können wir uns auch mit dem Vater im Himmel in Verbindung setzen.

• Wie setzen wir uns mit dem Vater im Himmel in Verbindung? (Wir beten.)

• Warum ist es wichtig, daß wir mit dem Vater im Himmel in Verbindung sind? (Um ihm für unsere Segnungen zu danken; um zu zeigen, daß wir an ihn glauben; um ihn um Hilfe und um Segnungen zu bitten und um beides von ihm zu empfangen; damit unsere Liebe zu ihm wächst.)

Bild/Geschichte aus der Schrift/ Besprechen

Erinnern Sie die Kinder an den Sonntag, an dem sie gelernt haben, wie Nephi ein Schiff gebaut hat. Jetzt sollen sie hören, wie das Beten Nephi geholfen hat.

Als das Schiff fertig war, erhielt Nephis Vater, Lehi, das Gebot, mit seiner Familie Samen, Nahrung und anderes auf das Schiff zu laden. Dann bestiegen sie alle das Schiff und segelten in das verheißene Land.

Zeigen Sie das Bild 3-45, „Lehi und seine Familie erreichen das verheißene Land“, und zeigen Sie auf den Liahona in Lehis Hand.

Erklären Sie, daß der Liahona eine Art Kompaß war. Er zeigt ihnen in der Wildnis, in welche Richtung sie gehen sollten, und auf dem Meer, wohin sie das Schiff steuern sollten. Er funktionierte nur, wenn sie das Rechte taten.

Als die Familie schon viele Tage auf See war, benahmen sich einige von Nephis Brüdern schlecht. Sie waren frech zu ihren Eltern und den anderen Leuten auf dem Schiff. Sie hatten vergessen, wieviel der Vater im Himmel ihnen geholfen und sie gesegnet hatte. Nephi befürchtete, daß sie den Herrn durch ihre Schlechtigkeit erzürnen würden. Darum sprach er mit ihnen über ihr Verhalten. Da wurden Laman und Lemuel wütend. Sie wollten sich von ihrem jüngeren Bruder nichts sagen lassen. Sie banden Nephi mit Stricken und machten weiter.

Sobald Nephi gebunden war, funktionierte der Liahona nicht mehr. Laman und Lemuel wußten nicht, in welche Richtung sie das Schiff steuern mußten. Dann erhob sich ein großer Sturm. Drei Tage lang wurde das Schiff von den Wellen so wild hin- und hergeworfen, daß alle, die darauf waren, Angst hatten, daß sie ertrinken müßten. Aber Laman und Lemuel wollten Nephi immer noch nicht losbinden.

Der Sturm wurde immer schlimmer. Endlich erkannten Laman und Lemuel, daß sie wegen ihrer Schlechtigkeit in Gefahr schwebten. Sie wußten, daß sie in dem Sturm sterben würden, wenn sie nicht umkehrten, darum banden sie Nephi los.

Dort, wo Nephi gebunden gewesen war, waren seine Knöchel und Handgelenke geschwollen und wund, aber er beklagte sich nicht beim Vater im Himmel.

Sowie Nephi losgebunden war, funktionierte der Liahona wieder. Nun konnte Nephi das Schiff in die richtige Richtung steuern.

Nephi betete zum Vater im Himmel. Da hörte der Wind auf, und das Meer wurde ruhig. Nun konnte Nephi das Schiff sicher ins verheißene Land steuern.

• Warum hat der Liahona nicht funktioniert, solange Nephi gebunden war?

• Warum hat Nephi sich wohl nicht beim Vater im Himmel beklagt, als er gebunden war?

• Was können wir von Nephis Vorbild lernen?

• Was hat Nephi getan, um das Schiff in dem Sturm vorm Untergehen zu retten?

• Wie hat der Vater im Himmel Nephi geholfen?

Der Vater im Himmel hilft uns, wenn wir beten

Bild und Geschichte aus der Schrift

Zeigen Sie das Bild 3-46, „Jesus betet in Getsemani“.

• Was tut Jesus auf diesem Bild?

• Warum hat Jesus gebetet?

Erklären Sie: Als Jesus auf der Erde war, hat er oft zum Vater im Himmel gebetet. Wir können auch zum Vater im Himmel beten, wenn wir Hilfe brauchen.

Geschichte

Erzählen Sie die folgende wahre Geschichte von einem Mädchen, das für einen anderen gebetet hat:

Marie lag im Bett und schlief, als sie von einem Geräusch erwachte. Sie horchte und merkte, daß ihr vierjähriger Bruder weinte, weil er Bauchschmerzen hatte. Sie hörte, wie ihre Mutter ihn tröstete und versuchte, ihm zu helfen, aber ihr Bruder weinte weiter. Sie lag da und bedauerte ihn. Sie wußte, daß ihre Mutter sich alle Mühe gab, ihm zu helfen, aber sie war bekümmert, daß ihr Bruder so krank war. Schließlich überlegte sie, daß sie auch etwas tun konnte.

• Was denkt ihr, was sie tat?

Sie stieg leise aus dem Bett und kniete nieder, um zu beten. Sie bat den Vater im Himmel, ihren Bruder bitte wieder gesund werden zu lassen, damit er wieder schlafen konnte. Nach kurzer Zeit schlief ihr Bruder wieder ein. Am nächsten Morgen fragte sie die Mutter, wie es ginge. „Gut“, antwortete die Mutter. „Er ist gestern Abend wieder eingeschlafen und hat jetzt anscheinend keine Schmerzen mehr.“

Lassen Sie die Kinder Begebenheiten erzählen, wo sie oder ihre Familie um Hilfe gebetet haben. Sie sollen besonders darauf hinweisen, wie der Vater im Himmel ihr Gebet beantwortet hat.

Geschichte

Erzählen Sie die folgende oder eine eigene Geschichte:

In einem Sommer bekam Jakob ein kleines Lamm geschenkt. Er nannte es Bobbi und versorgte es mit viel Liebe. Jakob spielte oft mit Bobbi auf der Weide, wo Jakobs Vater sein Pferd hatte. An einem Abend spielte Jakob gerade mit Bobbi, als seine Mutter ihn zum Essen rief. Jakob rannte zum Gatter und schlug es hinter sich zu.

Nach dem Essen lief Jakob wieder auf die Weide, um mit Bobbi zu spielen. Aber als er zum Gatter kam, stand das sperrangelweit offen. Die Weide war leer. Jakob hatte das Gatter so schnell zugeschlagen, daß es nicht eingerastet war.

Jakob hatte keine Ahnung, wo er die Tiere suchen sollte. Da fiel ihm ein, was sein Vater ihm einmal erzählt hatte: Als kleiner Junge hatte er sich den Bergen verlaufen. Da hatte er sich hingekniet und den Vater im Himmel gebeten, ihm zu helfen. Kurze Zeit später hatte ein Schäfer ihn gefunden und ihm den Weg nach Hause gezeigt.

Jakob kniete sich ins Gras, schloß die Augen und betete: „Vater im Himmel, ich brauche deine Hilfe. Ich habe Vatis Pferd und Bobbi verloren, weil ich das Gatter nicht richtig zugemacht habe. Bitte hilf mir, daß ich sie finde.“

Auf dem Weg sah Jakob Spuren von Hufen. Er ging den Spuren nach den Berg hinauf. Als es immer steiler wurde, hielt er sich an den Sträuchern fest. Schließlich hörte er Bobbi blöken. Er kletterte weiter und fand sein kleines Lamm in einem Gestrüpp verfangen. Das Pferd stand nicht weit davon. Jakob befreite Bobbi aus dem Dickicht. Als Bobbi aufstehen wollte, fiel er hin. Jakob sah, daß er sich ein Bein gebrochen hatte.

Wieder betete Jakob zum Vater im Himmel um Hilfe. Er benutzte seine Jacke als Trage für Bobbi und machte sich auf den Heimweg. Das Pferd folgte von allein und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Bobbi war schwer, und Jakob stolperte ein um das andere Mal.

Als die drei sich dem Haus näherten, eilten seine Eltern herbei, um ihnen zu helfen. Der Vater kümmerte sich um das verletzte Lamm und sagte dabei: „Gut, daß du es so schnell gefunden hast, sonst wäre es verblutet.“

Jakobs Mutter fragte: „Wie hast du denn gewußt, wo du die Tiere suchen sollst?“

„Ich habe nur das getan, was Vati getan hätte“, antwortete Jakob.

„Und was war das?“ fragte sein Vater.

„Weiß du noch, wie du dich als Kind verirrt hattest? Du hast zum Vater im Himmel gebetet, und das habe ich auch getan. Ich habe gebetet, und der Vater im Himmel hat mir geholfen.“ (Siehe „The Open Gate“, Friend, April 1977, Seite 28–30.)

Zusammenfassung

Aktivität an der Tafel

Wiederholen Sie die Lektion mit den folgenden Fragen. Wenn ein Kind eine Antwort gegeben hat, lassen Sie es an die Tafel kommen, zeichnen Sie den Umriß von seiner Hand an die Tafel und schreiben seinen Namen hinein.

  • Wohin sind Lehi und seine Familie gegangen? (In das verheißene Land.)

  • Hat der Liahona immer funktioniert? (Nein, nur wenn die Leute das Rechte taten.)

  • Was geschah, als Nephi gefesselt war? (Es kam ein schrecklicher Sturm auf. Der Liahona funktionierte nicht mehr.)

  • Was geschah, als Nephi wieder losgebunden war? (Der Sturm hörte auf. Der Liahona funktionierte wieder.)

  • Warum hat Nephi zum Vater im Himmel um Hilfe gebetet?

  • Was sollen wir tun, wenn wir die Hilfe des Vaters im Himmel brauchen? (Beten und daran glauben, daß er uns hilft.)

Stellen Sie weitere Fragen, bis alle Kinder eine Antwort gegeben haben. Danken Sie den Kindern für ihre helfenden Hände.

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß der Vater im Himmel uns liebhat und uns helfen möchte, wenn wir ihn um Hilfe bitten.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Sagen Sie mit den Kindern einen kleinen Gebetsvers mit entsprechenden Bewegungen.

    Wir falten die Hände, wir senken den Kopf, wir schließen die Augen und beten zu Gott.

    oder

    Wir falten die Hände und sind ganz still, weil das Gebet man sagen will.

  2. 2.

    Geben Sie jedem Kind eine Kopie des folgenden Rätsels. Jedes Kind soll seinen Namen darauf schreiben und dann die Flächen mit Sternen darin bunt anmalen, um herauszufinden, wovon die Lektion handelt. Wenn sie fertig sind, sollen sie das Wort gemeinsam sagen. Sammeln Sie die Farb- oder Bleistifte und die Zettel wieder ein. Geben Sie den Kindern am Ende der Stunde die Zettel zurück.