Einander vergeben

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll den Wunsch haben, die Gebote zu befolgen, indem es anderen vergibt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt LuB 64:9.

  2. 2.

    Schreiben Sie böse und freundlich auf die Rückseite der entsprechenden Ausschneidegesichter (Figur 3-6).

  3. 3.

    Sie sollen den Kindern helfen, die Geschichte von Alma dem Jüngeren zu wiederholen (siehe Mosia 27; Lektion 22).

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      ,Lehre und Bündnisse‘

    2. b)

      Ausschneidefiguren: Alma der Jüngere (3-3), die vier Söhne Mosias (3-4) und die beiden Gesichter (3-6)

    3. c)

      etwas Dunkelrotes (Stück Stoff oder Papier) und etwas Weißes; der weiße Gegenstand soll so sauber wie möglich sein

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Wir können Jesus Christus nachfolgen

Aufmerksamkeit wecken

Sagen Sie den Kindern, daß sie Ihnen alles genau nachmachen sollen. Stehen Sie auf, strecken Sie sich, lächeln Sie, setzen Sie sich, und verschränken Sie die Arme.

Erklären Sie, daß die Kinder Ihnen nachgefolgt sind, weil sie alles getan haben, was Sie getan haben. Wenn man jemandem nachfolgt, tut man dasselbe wie er.

Heute sollen die Kinder eine sehr wichtige Art und Weise lernen, wie sie Jesus nachfolgen können.

Jesus hat mich lieb und vergibt mir

Wiederholung

Lassen Sie die Kinder die Begebenheit von Almas Bekehrung so gut wie möglich erzählen. Vielleicht möchten sie die Ausschneidefiguren benutzen.

Helfen Sie, folgende Punkte herauszuarbeiten:

  1. 1.

    Zuerst glaubte Alma nicht, daß Jesus Christus der Erretter war. Er redete den Leuten zu, Schlechtes zu tun. Er sagte, die Gebote und die Kirche Jesu Christi seien gar nicht wahr.

    • Wie haben sich Almas Vater und die Mitglieder der Kirche da wohl gefühlt?

  2. 2.

    Alma war zwar schlecht und tat vieles, was falsch war, aber Jesus hatte ihn trotzdem lieb.

    • Wie hat Jesus gezeigt, daß er Alma den Jüngeren liebhatte? (Er gebot ihm, umzukehren; siehe Mosia 27:11–16. Jesus zeigte seine Liebe auch dadurch, daß er sich für alle Sünden geopfert hat. Dadurch konnte Alma umkehren und Vergebung erhalten.)

    • Wie zeigten Almas Vater und die Mitglieder der Kirche, daß sie Alma liebhatten? (Sie fasteten und beteten dafür, daß er wieder gesund würde; siehe Mosia 27:21–24.)

  3. 3.

    Alma der Jüngere war traurig über das, was er getan hatte, und kehrte um.

    • Was tat Jesus Christus, nachdem Alma umgekehrt war? (Er vergab Alma; siehe Mosia 27:28.)

    • Was tat Alma der Jüngere nach seiner Umkehr? (Er zog durch das ganze Land und berichtete allen Leuten, was ihm geschehen war. Er lehrte die Wahrheit über Jesus und seine Kirche; siehe Mosia 27:32.)

Erklären Sie: Genauso wie Jesus Christus Alma den Jüngeren liebhatte und ihm vergab, hat er auch uns immer lieb und vergibt uns, wenn wir umkehren, nachdem wir etwas falsch gemacht haben.

Wir sollen anderen vergeben

Besprechen

• Wie fühlt ihr euch, wenn jemand euch stößt oder euch wehtut?

• Wie fühlt ihr euch, wenn jemand euch auslacht oder euch häßliche Wörter nachruft?

• Wie fühlt ich euch, wenn andere Kinder euch nicht mitspielen lassen?

• Wie fühlt ihr euch, wenn jemand etwas kaputtmacht, was euch gehört?

Lassen Sie die Kinder jede Frage beantworten. Erklären Sie, daß wir wütend oder traurig sind, wenn jemand unfreundlich zu uns ist oder uns wehtut.

Zeigen Sie das böse Gesicht. (Bei älteren Klassen können Sie das Wort auf der Rückseite zeigen.)

Besprechen

Sie mit den Kindern, wie sie sich fühlen, wenn sie ärgerlich und böse sind.

• Was möchtet ihr dann tun? (Betonen Sie, daß der Ärger uns nicht dazu bringt, daß wir so handeln möchten, wie der Vater im Himmel und Jesus Christus es wünschen.)

Sagen Sie, daß Jesus uns geboten hat, anderen genauso zu vergeben, wie er uns vergibt. Er weiß, daß es nicht immer leicht ist, anderen zu vergeben, wenn sie uns wehgetan haben, aber er möchte, daß wir seinem Beispiel folgen.

• Was bedeutet es zu vergeben? (Wenn der Erretter uns vergibt, dann hebt er die Strafe auf, die wir sonst für unsere Sünden erleiden müßten, vorausgesetzt, daß wir umkehren. Er hilft uns dann, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Wenn wir anderen vergeben, dann haben wir sie lieb und sind nicht mehr böse auf sie, weil sie uns etwas getan haben.)

Zeigen Sie den Kindern das rote Tuch oder Papier. Lesen Sie dann aus Jesaja 1:18 vor: „Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee.“

• Was bedeutet diese Schriftstelle wohl? (Sagen Sie den Kindern, daß die weiße Farbe Reinheit bedeutet.)

Wechseln Sie jetzt den roten Gegenstand gegen den weißen aus. Erklären Sie: So wie Sie jetzt einen roten Gegenstand durch einen weißen ersetzt haben, der Reinheit darstellt, so macht der Erretter die Menschen rein, wenn sie umkehren.

Lassen Sie ein größeres Kind folgendes aus LuB 64:9 vorlesen: „Darum sage ich euch, ihr sollt einander vergeben.“

• Wenn uns nun jemand wehtut oder unfreundlich zu uns ist, was müssen wir dann tun, wenn wir das Gebot Jesu Christi befolgen, daß wir vergeben sollen? (Ihm vergeben und ihn liebhaben.)

Erklären Sie: Wenn wir liebevoll sein und vergeben wollen, müssen wir:

  1. 1.

    Das Gefühl der Wut und den Wunsch, uns an dem anderen zu rächen, überwinden.

  2. 2.

    Vergessen, was er uns angetan hat.

  3. 3.

    Denjenigen freundlich behandeln.

Wenn wir wirklich vergeben wollen, dann sind wir bereit, das zu vergessen, was jemand uns getan hat, und unsere bösen Gefühle durch freundliche und liebevolle zu ersetzen. Wenn man anderen vergibt, gehört auch dazu, daß man freundlich zu ihnen ist, wenn man ihnen vergeben hat.

Stellen Sie das freundliche Gesicht über das böse (oder nehmen Sie die Seite mit der Aufschrift).

Erzählen/Besprechen

Erzählen Sie die folgende Geschichte von Hubert. Die Kinder sollen sich vorstellen, wie ihnen an der Stelle von Hubert zumute wäre und was sie tun würden.

„Hubert war kleiner als andere Jungen in seinem Alter. Manche Jungen in der Schule hänselten ihn, weil er so klein war. Ein großer Junge – Paul – machte sich immer über ihn lustig und stieß ihn herum.“

• Wie hat Hubert sich wohl gefühlt?

„Eines Tages marschierte Hubert auf den Berg, um ein paar ungewöhnlich schöne Steine zu suchen. Sie hatten in der Klasse den Auftrag erhalten, einige Steine mitzubringen. Die schönsten Steine sollten Preise erhalten. Hubert hatte schon einige schöne Steine zu Hause. Nun suchte er nach weiteren, weil auch er einen Preis gewinnen wollte.

Plötzlich hörte er eine vertraute Stimme. Es war Paul. Auch er suchte nach Steinen. Paul sagte zu Hubert, er sollte verschwinden, weil er selbst zuerst dort gewesen sei. Er rannte Hubert nach und jagte ihn den Berg hinunter. … Bald darauf hörte Hubert laute Schreie vom Berg herunter. Er rannte zurück und sah, daß Paul mit dem Fuß in eine Tierfalle geraten war.“

• Wie hat Hubert sich wohl gefühlt, als Paul ihn wegjagte?

• Und was hat Hubert vielleicht gedacht, als er sah, daß Paul in der Falle feststak?

Die Kinder sollen nun weiter zuhören, was Hubert getan hat.

„Hubert versuchte, Paul aus der Falle zu befreien, aber er war nicht stark genug, um die Falle zu öffnen. Er erleichterte Paul die Lage, so gut er konnte, dann lief er fort, um Hilfe zu holen.

Hubert holte seinen Vater, und gemeinsam konnten sie Paul befreien und den Berg hinuntertragen. Sie brachten ihn in ihr eigenes Haus, und Huberts Mutter verband Paul den Fuß. Hubert bot Paul sogar an, ihm Steine abzugeben, weil Paul seine verloren hatte.

Paul entschuldigte sich bei Hubert, weil er so gemein zu ihm gewesen war. Hubert lächelte, und sie wurden Freunde.“ (Siehe Wandelt auf seinen Wegen, Teil A, Seite 175.)

• Wie hat Hubert das Gebot befolgt, daß wir vergeben sollen? (Er hat vergeben und war freundlich zu jemand, der vorher gemein zu ihm gewesen war.)

• Wie hat Hubert gezeigt, daß er vergeben hat? (Er hat sich bemüht, Paul zu helfen. Er hat seinen Vater geholt, um Paul zu helfen. Er wurde Pauls Freund.)

• Denkt ihr, daß es Hubert leichtgefallen ist, zu vergessen, wie Paul ihn vorher behandelt hatte, und ihm zu helfen?

Sagen Sie, daß das bestimmt schwer gewesen ist für Hubert. Er hat aber trotzdem das Gebot Jesu Christi befolgt und Paul vergeben.

Rollenspiel

Die Kinder sollen eine oder mehrere der folgenden Situationen darstellen. Alle Kinder sollen sich beteiligen können. Sie sollen sagen, wie ihnen in der entsprechenden Situation wohl zumute wäre, und erklären, was sie tun müßten, um das Gebot Jesu zu befolgen und zu vergeben. Bemühen Sie sich, die Kinder zu der Erkenntnis zu bringen, daß sie ihren Zorn und Ärger durch freundliche und liebevolle Gefühle ersetzen müssen und daß sie freundlich handeln müssen. Stellen Sie die angegebenen oder ähnliche Fragen.

  1. 1.

    Julia und Tamara spielen Ball. Da kommt Susi angerannt und stößt Julia um. Julia schürft sich das Knie auf. Am gleichen Tag kommt Susi zu Julia und fragt, ob sie mit ihr und Tamara Ball spielen kann.

    • Wie hat Julia sich wohl gefühlt, als Susi sie umstieß?

    • Was soll Julia tun, um zu zeigen, daß sie Susi vergeben hat, als diese später kommmt und mit ihr und Tamara spielen will? (Prägen Sie den Kindern ein, daß wir jedem vergeben sollen, selbst wenn er uns nicht um Verzeihung bittet oder nicht einmal bereut, was er getan hat.)

  2. 2.

    Andreas und David spielen ein Spiel. Andreas ist am Gewinnen. Da wird David wütend, wirft das Spiel um und läuft weg. Am nächsten Tag kommt David und möchte das Spiel wieder spielen.

    • Wie war Andreas wohl zumute, als David das Spiel umstieß?

    • Was soll Andreas tun, wenn David kommt und das Spiel wieder spielen will? (Betonen Sie wieder, daß wir jedem vergeben sollen, ganz gleich, ob er sich entschuldigt oder nicht.)

  3. 3.

    Auf dem Heimweg von der Schule besucht Anke ihren Cousin Mathias. Sie hat ein Geschenk für ihre Mutter in der Hand, und Mathias nimmt es ihr weg. Dabei fällt es auf den Boden und geht kaputt. Am Abend kommt Mathias und entschuldigt sich bei Anke.

    • Wie fühlt Anke sich wohl?

    • Was soll sie tun, wenn Mathias kommt?

Zusammenfassung

Lehrer(in)

Sagen Sie den Kinder zum Abschluß: Wenn wir jemand nachfolgen, dann tun wir dasselbe wie er. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, müssen wir auch sein Gebot befolgen, anderen zu vergeben. Sie können den Kindern ein Erlebnis erzählen, wo Sie selbst jemand vergeben haben und sich hinterher besser fühlten. (Nennen Sie keinen Namen, falls die Kinder die Personen kennen.) Lassen Sie die Kinder wiederholen, was sie tun müssen, um zu vergeben:

  1. 1.

    Wir müssen uns von den bösen Gefühlen und von dem Wunsch, uns an dem anderen zu rächen, befreien.

  2. 2.

    Wir müssen vergessen, was man uns getan hat.

  3. 3.

    Wir müssen den Betreffenden liebevoll und freundlich behandeln.

Fordern Sie die Kinder auf, in der kommenden Woche daran zu denken, daß sie anderen vergeben wollen, und nächste Woche zu erzählen, wie sie sich gefühlt haben, als sie jemand vergeben haben.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Lassen Sie kleinere Kinder ein langes Wort wie Riesenrhinozeros sagen. Sagen Sie ihnen, daß manche Wörter schwer sind. Es kann auch schwer sein, „Ich verzeih dir“ zu sagen, wenn jemand uns wütend oder traurig gemacht hat. Aber manchmal können diese drei Wörter einen wieder froh machen.

  2. 2.

    Singen Sie das Lied „Vergebung“ (Sing mit mit, B-35), oder sagen Sie den Text. Der Text steht hinten im Leitfaden.

  3. 3.

    Spielen Sie folgendes Fingerspiel (Sie können auch Socken mit aufgemalten Gesichtern über die Hände ziehen):

    Zwei kleine Freunde, hier seht ihr die beiden, (halten Sie beide Fäuste hoch) fingen mal an, miteinander zu streiten. (schwenken Sie die Fäuste gegeneinander) Nun waren die Freunde gar nicht mehr froh, denn sie wußten genau: Man benimmt sich nicht so! Einer senkte den Kopf, er schämte sich sehr! (lassen Sie die rechte Hand hängen und wenden sie ab) Der andere schämte sich noch viel mehr. (linke Hand hängen lassen und abwenden) Der erste Freund sprach: „Ich mach’s wieder gut! (in die Hände klatschen) Ich möchte dir sagen, wie leid es mir tut.“ „Mir tut es auch leid“, fiel der andere ein, „wir wolln wieder spielen und fröhlich sein.“ (Arme verschränken und hinsetzen)

  4. 4.

    Machen Sie mit Kreide an der Tafel oder mit einem weichen Bleistift auf Papier Zeichen, die falsche Entscheidungen und Taten darstellen sollen. Löschen Sie sie dann vollständig aus, so daß man nichts mehr davon sieht. Erklären Sie: Wenn wir umkehren, ist es genauso, als ob Jesus Christus unsere Sünden auslöscht, so daß nichts davon zurückbleibt. (Sie üben das am besten vor dem Unterricht.)