Der Herr hilft den Missionaren

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, daß Jesus Christus den Missionaren hilft, wenn sie andere über die Kirche belehren.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Alma 17–19.

  2. 2.

    Überlegen Sie, welchem Missionar aus Ihrer Gemeinde oder den Sie sonst kennen, die Klasse einen Brief schicken kann. Sie sollen den Kindern Vorschläge machen können, was sie schreiben oder malen sollen.

  3. 3.

    Bereiten Sie sich vor, das Lied „Der siebte Glaubensartikel“ (Mehr Lieder für Kinder, Seite 39; der Text entspricht dem Glaubensartikel) zu singen oder den Text zu sagen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      das Buch Mormon

    2. b)

      für jedes Kind einen Zettel und Buntstifte

    3. c)

      ein Namensschild von einem Missionar

    4. d)

      Bild 3-50, „Ammon verteidigt die Herden König Lamonis“ (62535; Bild 310 in Bilder zum Evangelium)

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Jesus Christus hilft Ammon, ein guter Missionar zu sein

Aufmerksamkeit wecken

Bitten Sie um einen Freiwilligen, der Ihnen helfen soll. Er soll vor der Klasse stehen und die anderen Kinder anschauen.

• Was braucht _________________ (Name des Kindes), damit er (oder sie) wie ein Missionar aussieht?

Geben Sie dem Kind das Namensschild. Sagen Sie den Kindern, daß man die Diener Jesu Christi an diesen Namensschildern erkennt. Sagen Sie, das Elder und Schwester auch geistliche Titel sind. Sogar die Generalautoritäten werden Elder genannt.

Besprechen

Fragen Sie die Kinder, ob sie Geschwister oder Großeltern oder andere Verwandte haben, die Vollzeitmissionar sind oder gewesen sind. Lassen Sie die Kinder davon erzählen. Sie wollen vielleicht auch erzählen, daß ihre Eltern auf Mission gewesen sind. Fragen Sie, wo die Betreffenden auf Mission gewesen sind und was sie gemacht haben.

Lehrer(in)

Sagen Sie den Kindern, daß Jesus Christus alle Menschen auf der Erde liebt. Er möchte, daß jeder seine wahre Kirche kennenlernt. Er ist froh, wenn die Missionare überall die Wahrheit predigen.

Bild und Geschichte

Zeigen Sie das Bild 3–50, „Ammon verteidigt die Herden König Lamonis“. Erzählen Sie in eigenen Worten die Begebenheit von Ammon, der ein guter Missionar wurde (siehe Alma 17–19).

Ammon war ein nephitischer Prinz. Er war einer der Söhne des rechtschaffenen Königs Mosia. Ammon wollte nicht König werden, sondern lieber die Lamaniten über das Evangelium Jesu Christi belehren.

Ammon liebte Jesus Christus und wollte ihm gut dienen. Er betete und fastete, damit der Geist bei ihm sein und ihm helfen würde.

Als Ammon zu den Lamaniten kam, hielten sie ihn für einen Feind. Sie fesselten ihn und brachten ihn vor Lamoni, ihren König. Ammon sagte, daß er ein Knecht des Königs sein wolle. Dem König gefiel Ammom, darum ließ er ihn am Leben.

Eines Tages brachten Ammon und andere Knechte die Schafe des Königs zur Tränke. Da kamen Feinde des Königs und verjagten die Schafe. Die Knechte des Königs hatten Angst. Sie wußten, daß der König sie töten lassen würde, wenn seine Schafe verloren gingen.

Als Ammon das hörte, sagte er den Knechten, daß er ihnen helfen würde. Sie sollten die Schafe wieder zusammentreiben, und er wollte sich um die Räuber kümmern.

Er wußte, daß der Geist ihm helfen würde.

Als die Räuber Ammon kommen sahen, hatten sie keine Angst, denn sie waren ja viele, und er war ganz allein. Sie wußten ja nicht, daß der Geist Ammon half. Ammon begann, mit seiner Schleuder Steine nach ihnen zu werfen. Sie waren überrascht, weil er so große Kraft hatte. Dann merkten sie, daß Ammon sie mit seinen Steinen traf, aber sie konnten ihn nicht treffen. Der Geist beschützte ihn ja.

Die Räuber griffen Ammon mit ihren Keulen an. Aber der Herr gab Ammon so große Kraft, daß er jedem Räuber, der die Keule gegen ihn erhob, den Arm abschlug. Da bekamen die Räuber Angst und liefen davon. Ammon konnte die Schafe des Königs beschützen, weil der Herr ihm half.

Besprechen

• Wie hat der Geist Ammon geholfen? (Er hat Ammon vor den Räubern beschützt und hat ihm die Stärke gegeben, die er brauchte, um sie zu besiegen.)

Weisen Sie darauf hin, daß die Missionare heute nicht kämpfen oder eine Schlacht schlagen müssen, bevor sie andere über die Kirche des Erretters belehren können. Ammon hat nur gekämpft, weil er die Schafe des Königs beschützen mußte.

Erklären Sie: Als König Lamoni erfuhr, was Ammon getan hatte, wollte er hören, was Ammon zu sagen hatte, denn er wußte nun, daß Ammon ein treuer Knecht war. Er wußte, er konnte darauf vertrauen, daß Ammon die Wahrheit sagte. Ammon belehrte den König und sein Volk über das Evangelium.

Schriftstelle

Lesen Sie den ersten Satz aus Alma 18:33. Das sagte König Lamoni, nachdem er Ammon gehört hatte.

Sagen Sie den Kindern: Lamonis Glaube war so stark, daß er nie wieder etwas Falsches tun wollte. Er glaubte an den Vater im Himmel und an Jesus Christus und wollte nach ihren Lehren leben. Der König war so froh, daß er das Evangelium kennengelernt hatte, daß er seinem Volk all das sagte, was Ammon ihn gelehrt hatte.

Lesen Sie Alma 19:35 vor. Die Kinder sollen herausfinden, was geschah, weil der Geist Ammon geholfen hatte, ein guter Missionar zu sein.

Der Geist hilft den Missionaren auch heute

Erklären Sie: Genauso wie Ammon damals ein guter Missionar für die Kirche war, belehren heute überall auf der Welt Missionare die Menschen über die wahre Kirche. Der Geist hilft ihnen, wie er Ammon geholfen hat.

Lied

Singen Sie mit den Kindern das Lied We’ll Bring the World His Truth [Wir bringen der Welt seine Wahrheit] (Children’s Songbook), oder sagen Sie den Text.

Erzählen

Erzählen Sie, wie der Geist einem Missionar geholfen hat:

Ein junger Mann wurde nach Bolivien auf Mission berufen. Er wurde in ein Gebiet geschickt, wo es nicht viele Leute gab, die vom Evangelium hören wollten. Er und sein Mitarbeiter strengten sich sehr an, aber sie hatten nicht viel Erfolg. Eines Nachts begann es heftig zu regnen. Das Wasser in dem kleinen Fluß dicht am Dorf stieg so hoch wie nie zuvor. Die einzige Brücke, die zur Hauptstraße führte, wurde fortgespült. Es gab ein großes Durcheinander.

Der junge Missionar sah Menschen, die in Not waren. Er betete zum Vater im Himmel um Hilfe und sprang ins Wasser, um ihnen zu helfen. Der Vater im Himmel half ihm, so daß er vielen Menschen das Leben retten konnte. Er half auch anderen, die verletzt waren, und wieder anderen, die nichts zu essen hatten.

Weil er ihnen so sehr geholfen hatte, hörten die Leute, die vorher keine Zeit für ihn und seinen Mitarbeiter gehabt hatten, ihm jetzt zu. Sie hatten ihn gern und kamen sogar von selbst zu ihm. Sie nahmen sein Zeugnis von Jesus Christus und dem Evangelium, das der Prophet Joseph Smith wiederhergestellt hat, an. In wenigen Monaten schlossen sich viele Menschen der Kirche an. (Siehe F. Melvin Hammond, „You Can Make a Difference“ [New Era, März 1991], Seite 44–47.)

• Wie hat der Vater im Himmel diesem Missionar geholfen?

Sagen Sie den Kindern, daß der Vater im Himmel und Jesus Christus die Missionare lieben und ihnen helfen, andere über die Kirche zu belehren. Die Missionare beten und fasten auch ab und zu, damit sie dem Vater im Himmel und Jesus Christus näher sein können und damit der Geist immer bei ihnen ist.

Glaubensartikel

Erklären Sie, daß Mitglieder der Kirche und besonders die Missionare oft besondere geistige Gaben bekommen. Der siebte Glaubensartikel zählt einige von diesen Gaben auf.

Helfen Sie den Kindern, den siebten Glaubensartikel mehrmals aufzusagen. Heben Sie dann folgende Worte hervor:

„Wir glauben an die Gabe der Zungen … [und an die] Auslegung der Zungen.“

Erzählen

Erzählen Sie der Klasse die folgende Geschichte als Beispiel dafür, wie ein Missionar die Gabe der Zungen erhielt. Erklären Sie, daß Elder Kikuchi, der jetzt eine Generalautorität ist, als Missionar nur japanisch und ganz wenig englisch sprach.

„Nachdem Elder Kikuchi sich der Kirche angeschlossen hatte, … wurde er auf Mission berufen. … Dort hatte er ein für ihn wichtiges geistiges Erlebnis.

Ich hatte ungefähr die Hälfte meiner Mission hinter mir und war gerade in Fukuoka in Japan, als Elder Gordon B. Hinckley, der gerade [als Generalautorität] berufen worden war, die Mission besuchte. Wir hatten mit ihm eine Missionarsversammlung.

Damals konnte ich auf Englisch „Guten Morgen“, „Hallo“, „Wie geht’s“ und „Danke“ sagen, das war ungefähr alles. Ich wünschte mir sehnlichst, ich könnte verstehen, was auf dieser Versammlung gesagt wurde. Ich merkte, daß es eine sehr inspirierende Versammlung war – ich spürte den Geist, aber die Worte konnte ich nicht verstehen.’

Elder Hinckley gab sein Zeugnis, und alle anderen Missionare gaben auch der Reihe nach Zeugnis – alle außer Elder Kukuchi, der so inbrünstig darum gebetet hatte, etwas zu verstehen. Schließlich stand Elder Hinckley auf und sagte, daß nun alle Missionare außer einem ihr Zeugnis gegeben hatten. Dann bat er Elder Kikuchi, etwas zu sagen.

’Ich weiß nicht, was er sagte’, erzählt Elder Kikuchi. ’Mein Mitarbeiter stieß mich an und sagte mir, was Elder Hinckley wollte. Ich stand da und hatte so ein gutes Gefühl. Doch die ganze Zeit sagte ich mir innerlich: „Ich möchte Englisch verstehen, denn ich möchte helfen, daß die Kirche hier wächst.“

Ich begann, ein oder zwei Sätze auf Japanisch zu sagen. Dann geschah etwas Seltsames. Ich sprach auf einmal englisch. Alle sagten nachher, es sei sehr gutes Englisch gewesen, aber ich konnte nicht verstehen, was ich sagte. Ich glaube, daß ich ein gutes Zeugnis gegeben habe.’

Nach diesem Zeugnis verhieß Elder Hinckley dem jungen Missionar, daß er gesegnet sein würde. ,Er sagte mir, daß der Herr mich auf etwas Großes vorbereite, daß ich mithelfen solle, Zion in diesem Teil des Weinbergs aufzubauen.‘“ (Gerry Avant, „War’s tragedies lead to gospel“, Church News, 29. Oktober 1979.)

• Wie hat Jesus Christus Elder Kikuchi auf seiner Mission geholfen?

• Wie wäre euch an Elder Kikuchis Stelle bei diesem Erlebnis zumute gewesen?

Lied

Singen oder sagen Sie mit den Kindern den siebten Glaubensartikel.

Zusammenfassung

Brief schreiben

Sagen Sie den Kindern, daß sie jetzt einen Brief an einen Missionar schreiben werden, um ihm zu helfen. Erzählen Sie von dem Missionar, den Sie ausgewählt haben, oder suchen Sie zusammen mit den Kindern einen aus. Erklären Sie, daß ein Missionar sich freut, wenn er einen Brief bekommt, und daß er sich auch freut, wenn er hört, daß Jesus Christus den Missionaren hilft. Lassen Sie die Kinder überlegen, was sie schreiben möchten, und schreiben Sie gemeinsam einen entsprechenden Brief.

Sie können die Kinder auch ein Bild von sich selbst als Missionar malen lassen, das sie mit nach Hause nehmen oder in den Brief legen können.

Lehrer(in)

Geben Sie Zeugnis, daß der Geist den Missionaren hilft, andere über das Evangelium zu belehren. Sie können ein Erlebnis erzählen, wo der Geist Ihnen oder jemand, den Sie kennen, geholfen hat, einem anderen das Evangelium zu bringen.

Fordern Sie die Kinder auf, in der Woche Missionar zu sein, indem sie jemand vom Evangelium erzählen oder ihm ein Buch Mormon geben. (Sprechen Sie mit dem Bischof oder Zweigpräsidenten darüber, ob die Gemeinde dieses Projekt finanzieren kann.)

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Es soll dem Vater im Himmel dafür danken, daß er den Missionaren hilft.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Laden Sie einen zurückgekehrten Missionar ein, die Klasse zu besuchen und von einem Erlebnis zu berichten, wo der Geist ihm auf Mission geholfen hat. (Wenn der Missionar nicht aus Ihrer Gemeinde ist, müssen Sie die Genehmigung des Bischofs einholen.)

  2. 2.

    Singen Sie mit den Kindern das Lied „Ich möchte einmal auf Mission gehn“ (Sing mit mir, B-75), oder sagen Sie den Text. Der Text steht hinten im Leitfaden. (Wenn die Kinder dieses Lied gern singen, können Sie es in dieser Stunde mehrmals singen lassen.)

  3. 3.

    Sprechen Sie mit den Kindern darüber, wie sie sich darauf vorbereiten können, ein guter Missionar zu werden. Wenn sie das Rechte tun und freundlich zu anderen sind, bereiten sie sich schon vor. Geben Sie Zeugnis, daß der Vater im Himmel uns hilft und uns segnet, wenn wir uns bemühen, das Rechte zu tun.

  4. 4.

    Singen Sie die erste Strophe des Liedes „Geschichten aus dem Buch Mormon“ (Sing mit mir, B-87) mit den Kinder und dann die folgende nach derselben Melodie:

    Viele Völker lebten einst im Land Amerika,
    und wir lesen heut im Buch Mormon, was da geschah.
    Ihre Väter kamen einst auf Schiffen übers Meer,
    und der Herr segnete sie so sehr.
    Ammon war ein Missionar, der Lamaniten lehrt,
    hütete im treuen Dienst des Königs eigne Herd.
    Gegen Räuber stellt er sich mit großer Tapferkeit,
    denn er lebt immer voll Rechtschaffenheit.
  5. 5.

    Spielen Sie mit kleinen Kindern den Vers „Jesus liebt alle Kinder“. Erklären Sie dazu, daß Jesus Christus jeden liebt und möchte, daß jeder von seiner wahren Kirche erfährt.

    Jesus liebt alle Kinder, (breiten Sie die Arme aus) die, die ganz klein sind, (halten Sie die Hand in Kniehöhe) das Baby in der Wiege (spielen Sie „Kind wiegen“) und, die ganz groß sind. (heben Sie die Hände über den Kopf)