Die Gebote helfen uns, das Rechte zu wählen

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll verstehen, daß der Vater im Himmel uns Gebote gegeben hat, um uns zu helfen, uns richtig zu entscheiden.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Mosia 2:22.

  2. 2.

    Fertigen Sie für jedes Kind eine Kopie des Blattes „Gebote, die den Weg weisen“ an, das Sie am Schluß der Lektion finden. Kleben Sie eine weitere Kopie auf Pappe. Lesen Sie die Schriftstellen auf dem Blatt, und überlegen Sie sich, wie Sie sie den Kindern am besten erklären können.

  3. 3.

    Überlegen Sie sich eine einfache Schatzsuche, und bereiten Sie Hinweise oder Wegweiser vor, die den Kindern den Weg zum Schatz zeigen. Der Schatz besteht aus einem Buch Mormon, einem Bild oder einem WdR-Ring.

  4. 4.

    Singen Sie mit den Kindern das „WdR-Lied“ (siehe hinten im Leitfaden) und auch das Lied „Befolg die Gebote“ (Mehr Lieder für Kinder, Seite 14).

  5. 5.

    Sie brauchen:

    1. a)

      für jedes Kind, das lesen kann, das Buch Mormon; lassen Sie die Kinder, die lesen können, bei dieser Lektion helfen

    2. b)

      Tafel, Kreide und Schwamm

    3. c)

      Bild 3-3, „Das vorirdische Leben“; Bild 3-4, „Junge mit Fußball“

  6. 6.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Die Gebote helfen uns, das Rechte zu wählen

Aufmerksamkeit wecken

Lassen Sie die Kinder mit Hilfe der Wegweiser den Schatz suchen.

Lehrer(in)

Die Kinder sollen sich vorstellen, daß Sie sie zu jemand schicken, um wichtige Papiere abzuholen. Der Betreffende wohnt aber weit weg, und niemand kann mit den Kindern gehen, um ihnen den Weg zu zeigen.

• Wie könntet ihr den Weg finden?

• Könntet ihr den Weg finden, wenn er mit Pfeilen oder anderen Hinweisen gekennzeichnet wäre? Erklären Sie den Kindern, daß der Vater im Himmel uns auch mit einem wichtigen Auftrag auf die Erde gesandt hat. Er möchte, daß wir den Weg zu ihm zurück finden.

Bild

Zeigen Sie Bild 3-3, „Das vorirdische Leben“.

• Wo haben wir gelebt, bevor wir geboren wurden? (Beim Vater im Himmel.)

• Warum haben wir den Vater im Himmel verlassen und sind auf die Erde gekommen?

Erklären Sie, daß wir den Vater im Himmel verlassen haben, um einen Körper zu erhalten, Erfahrungen zu machen und um zu lernen, das Rechte zu wählen.

Lehrer(in)

Als der Vater im Himmel geplant hat, daß wir ihn verlassen und hier auf der Erde leben sollten, wollte er, daß wir später alle wieder zu ihm zurückkehren und bei ihm leben sollten. Er wußte, daß wir richtige Entscheidungen treffen müßten, wenn wir wieder zu ihm zurück wollten, und daß es uns glücklich machen würde, wenn wir das Rechte wählten.

Er hat uns Gebote gegeben, die helfen sollen, uns richtig zu entscheiden.

• Was sind Gebote? (Das, was der Vater im Himmel uns gesagt hat, daß wir tun sollen.)

• Könnt ihr einige Gebote nennen?

Erklären Sie, daß die Gebote wie Wegzeichen sind, die uns helfen, den richtigen Weg zu finden. Sie zeigen uns den Weg, auf dem wir zum Vater im Himmel zurückkehren können.

Lied

Singen oder sagen Sie den Text des Liedes „Befolg die Gebote“:

Befolg die Gebote, befolg die Gebote, denn das bringt dir Frieden und Gottes Schutz. Der Herr wird dich segnen, der Herr wird dich segnen. Wie der Prophet sagt: Befolg die Gebote, das bringt dir Frieden, Gottes Schutz.

Aktivität

Zeigen Sie das Blatt „Gebote, die den Weg weisen“, das Sie vorbereitet haben. Sprechen Sie kurz über jede Schriftstelle oder Abbildung auf den Wegzeichen. Erklären Sie den Kindern, daß Sie ihnen einige Situationen beschreiben werden. Die Kinder sollen dann sagen, welches Wegzeichen ihnen in dem Fall helfen kann, das Rechte zu wählen. Erklären Sie Wörter, die die Kinder vielleicht nicht verstehen. Lassen Sie die Kinder abwechselnd auf die Gebote zeigen, die den rechten Weg weisen.

Vorgeschlagene Situationen:

  1. 1.

    Du bist auf dem Heimweg. Da triffst du einen Freund, der dich einlädt, mit ihm nach Hause zu gehen und zu spielen. Deine Mutter hat aber gesagt, daß du ohne Umweg nach Hause gehen sollst, und du hast es auch versprochen. Dein Freund meint, es sei doch nicht so schlimm, wenn du ein paar Minuten später kommst. Welches Gebot würde dir helfen, das Rechte zu wählen?

  2. 2.

    Du hast schon einige Zeit gespart und dir Geld verdient, um einen Ball zu kaufen. Der Ball ist jetzt gerade im Angebot, aber du hast noch nicht genug Geld, außer wenn du etwas von deinem Zehntengeld nimmst. Welches Gebot würde dir helfen, das Rechte zu wählen?

  3. 3.

    Du bist gerade mit deiner Familie heimgekommen. Es ist schon spät, du bist müde und möchtest ganz schnell ins Bett gehen. Da fällt dir ein, daß ihr noch nicht das Familiengebet gesprochen habt. Welches Gebot hilft dir, das Rechte zu wählen?

  4. 4.

    Dein bester Freund lädt dich ein, am Sonntag mit ihm ins Kino zu gehen. Du hast dir schon lange gewünscht, diesen Film zu sehen. Welches Gebot würde dir helfen, das Rechte zu wählen?

  5. 5.

    Du spielst mit deinen Freunden. Da kommt ein Junge, der dir gestern häßliche Wörter nachgerufen hat, und möchte mitspielen. Welches Gebot würde dir helfen, das Rechte zu wählen?

  6. 6.

    Du bist mit deinen Freunden zusammen, und einer hat ein Getränk mit Alkohol von zu Hause mitgebracht. Sie trinken davon und wollen, daß du auch trinkst. Deine Eltern haben dich aber gelehrt, daß es falsch ist, Alkohol zu trinken. Welches Gebot würde dir helfen, das Rechte zu wählen?

Loben Sie die Kinder, weil sie so gut geantwortet haben.

Wir haben ein gutes Gefühl, wenn wir das Rechte wählen

Besprechen

Sagen Sie den Kindern, daß sie sich innerlich gut fühlen können, wenn sie das Rechte wählen.

Gehen Sie noch einmal die obigen Situationen durch, und stellen Sie mehr Fragen. Sie könnten beispielsweise zu den ersten beiden Situationen folgende Fragen stellen und folgendes besprechen:

1. Wie wäre euch zumute, wenn ihr nach Hause gingt, wie eure Mutter es gesagt hat, anstatt mit dem Freund zu spielen?

Es würde sicherlich Spaß machen, mit dem Freund zu spielen. Aber trotzdem würdet ihr euch schlecht fühlen, weil ihr euer Versprechen nicht haltet. Manchmal ist es schwer, das Rechte zu wählen und das zu tun, was Jesus Christus gesagt hat, aber wenn wir es trotzdem tun, fühlen wir uns innerlich wohl. Ihr werdet froh sein, weil ihr die richtige Entscheidung getroffen habt.

2. Wie würdet ihr euch wohl fühlen, wenn ihr vom Zehntengeld nehmen würdet, um einen Ball für euch zu kaufen? Würdet ihr glücklich sein, wenn ihr mit dem Ball spielt?

Den Ball zu haben wäre sicher schön, aber ihr könntet euch trotzdem nicht so richtig darüber freuen, weil ihr euch nicht dafür entschieden habt, den Zehnten zu zahlen, wie der Vater im Himmel geboten hat.

Gehen Sie die anderen Situationen genauso durch. Betonen Sie, daß die Kinder sich wohlfühlen, wenn sie ein Gebot des Herrn befolgen – besonders, wenn es ihnen schwergefallen ist. Dieses innerliche gute Gefühl ist der Heilige Geist, der ihnen sagt, daß der Vater im Himmel sich über sie freut.

Erinnern Sie die Kinder an das Gefühl, das sie haben, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Sie fühlen sich dann meistens leer und schlecht. Das könnte auch der Heilige Geist sein, der uns sagt, daß wir umkehren und die richtige Entscheidung treffen sollen.

Bild/Erzählen

Zeigen Sie Bild 3-4, „Junge mit Fußball“.

Die Kinder sollen zuhören und herausfinden, wie Julio sich fühlte, nachdem er das Rechte gewählt hatte.

Als Tante Maria Julio den Fußball gab, konnte er es kaum glauben. Er wußte, daß Tante Maria nicht viel Geld hatte. Aber er wußte auch, daß sie traurig wäre, wenn er den Fußball nicht annähme.

„Danke“, sagte er, „aber warum schenkst du ihn mir?“

„Weil du mir so oft hilfst“, antwortete Tante Maria. „Du machst Besorgungen für mich und fegst mir den Hof. Ich möchte nur, daß du immer daran denkst, warum ich ihn dir geschenkt habe. Jetzt lauf und spiele!“

Als Julio den Ball auf dem Gehweg vor sich herstieß, fragte er sich, was Tante Maria wohl gemeint hatte, als sie sagte: „Denke immer daran, warum ich ihn dir geschenkt habe.“

Julio spielte gern und gut Fußball. Eines Tages wollte er in der Brasilianischen Nationalmannschaft spielen. Tante Maria weiß das, dachte er. Vielleicht hat sie mir deshalb den Ball geschenkt.

Bald kam Antonio herunter, um mit Julio zu spielen. Dann kamen noch mehr Jungen dazu, und bald waren sie genug für ein richtiges Fußballspiel.

Julio sah einen kleineren Jungen abseits stehen und ihnen zuschauen. „O weh, da kommt Paulo“, flüsterte Antonio ihm zu. „Laß ihn nicht mitspielen. Er bringt immer alles durcheinander. Wir verlieren bestimmt, wenn er mitspielt!“

Es stimmte, daß Paulo nicht gut spielte. Aber Julio wußte auch, wie gern Paulo mitspielen wollte.

„Darf ich mitspielen?“ fragte Paulo voller Hoffnung.

• Was hättet ihr geantwortet?

Julio antwortete nicht gleich. Er schaute einen Augenblick nach Tante Marias Fenster und sah, daß sie zu ihm hinüberblickte. Sie sah besorgt aus und wartete auf seine Antwort.

„Denke immer daran, warum ich ihn dir geschenkt habe“, ihre Worte kamen Julio wieder in den Sinn. Er schaute noch einmal zu ihr hinauf. Als er ihr geholfen hatte, da hatte er ihr von seiner Zeit und von seiner Kraft abgegeben. Vielleicht wollte sie ihm jetzt sagen, daß er weiterhin abgeben sollte.

Julio wandte den Blick von Tante Maria und schaute Paulo an. Er sagte: „Klar kannst du mitspielen.“ Dann fügte er noch hinzu: „Antonio ist ein prima Fußballspieler. Er kann es dir beibringen.“

Antonio schaute Julio an und lächelte: „Das mache ich gern! Wir werden dir alle zeigen, wie man richtig Fußball spielt. Du wirst bestimmt noch ein großartiger Spieler.“

Die Jungen spielten weiter. Julio schaute zu Tante Marias Fenster hinauf. Tante Maria lächelte. Da wußte Julio, warum sie ihm den neuen Fußball geschenkt hatte. (Sherrie Johnson, „The Soccer Ball“, Friend, Juni 1973.)

Besprechen

• Wie war Julio zumute, als er sich entschieden hatte, Paulo mitspielen zu lassen? (Er war froh.)

• Was wäre vielleicht geschehen, wenn er Paulo nicht hätte mitspielen lassen? (Er hätte ein schlechtes Gewissen gehabt, und Paulo wäre traurig gewesen.)

• Hat Julio getan, was der Vater im Himmel und Jesus Christus von ihm wollten?

Erklären Sie, daß wir unser ganzes Leben immer wieder Entscheidungen treffen müssen. Nach jeder Entscheidung fühlen wir uns entweder gut oder schlecht. Wenn wir uns dafür entscheiden, die Gebote zu befolgen, fühlen wir uns immer gut.

Zusammenfassung

WdR-Schild und -Ring

Zeigen Sie den Kindern den WdR-Schild. Weisen Sie sie darauf hin, daß ihr WdR-Ring sie auch daran erinnern kann, das Rechte zu wählen.

Handzettel/

Besprechen

Geben Sie jedem Kind eine Kopie des Blattes „Gebote, die den Weg weisen“. Lesen Sie gemeinsam die Gebote auf den Wegzeichen.

Sagen Sie den Kindern, daß es nicht immer leicht ist, die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal gehen wir vielleicht den falschen Weg. Die Gebote des Vaters im Himmel können uns helfen, den richtigen Weg zu finden, und geben uns ein gutes Gefühl, so daß wir wissen, daß wir die richtige Entscheidung treffen. Sie helfen uns, zum Vater im Himmel zurückzukehren. Wenn wir das Rechte wählen, freuen wir uns über unsere Entscheidungen.

Schlagen Sie vor, daß die Kinder ihre Zettel mit nach Hause nehmen und mit ihrer Familie die Schriftstellen aus dem Buch Mormon lesen. Vielleicht möchten sie sich das Blatt aufheben, damit es sie an die Gebote erinnert.

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, wie wichtig es ist, im Buch Mormon zu lesen. Es wird den Kindern helfen, immer das Rechte zu wählen.

Lied

Singen Sie gemeinsam das „WdR-Lied“.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet. Es soll dem Vater im Himmel dafür danken, daß er uns die Gebote gegeben hat, die uns helfen, das Rechte zu wählen.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Spannen Sie zwischen zwei Gegenständen im Klassenzimmer (z. B. die Tür und ein Stuhl auf der anderen Raumseite) eine Schnur. Lassen Sie die Kinder abwechselnd mit geschlossenen Augen an der Schnur entlang ihren Weg suchen. Wenn sie am anderen Ende der Schnur angekommen sind, können sie eine Belohnung bekommen. Erklären Sie: Genau wie diese Schnur uns durch das Zimmer führt, so führen die Gebote uns zum Vater im Himmel zurück.

  2. 2.

    Erzählen Sie kurz die Geschichte von Lehis Traum aus 1 Nephi 8–11 (siehe besonders 1 Nephi 8:9–30; 11:1–25). Erklären Sie, daß die eiserne Stange das Wort Gottes darstellt. Der Baum des Lebens stellt die Liebe Gottes dar. Besprechen Sie, wie Gottes Gebote zeigen, daß er uns liebhat.

  3. 3.

    Nehmen Sie einen Bogen Papier, der groß genug ist, um das Bild 3–5, „Adam und Eva belehren ihre Kinder“, zu bedecken. Schneiden Sie den Bogen in neun gleiche Teile, und kleben Sie diese mit Klebeband auf das Bild. Sagen Sie dann, daß hinter dem Papier eine wichtige Botschaft versteckt ist. Jedesmal, wenn die Kinder ein Gebot nennen, das sie befolgen können, weil sie es von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen gelernt haben, dürfen sie ein Stück Papier wegnehmen und versuchen, die Botschaft zu erraten. Wenn alle Papierstücke entfernt sind, sprechen Sie mit den Kindern darüber, wie Eltern, Lehrer und andere Führer den Kindern helfen können, so daß sie lernen, die Gebote zu befolgen.