Jesus Christus möchte, daß wir alle liebhaben

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll verstehen: Es zeigt anderen seine Liebe, wenn es ihnen verstehen hilft, daß sie für den Vater im Himmel und Jesus Christus ewigen Wert haben.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Johannes 13:34 und 3 Nephi 17:18–25.

  2. 2.

    Bereiten Sie sich vor, mit den Kindern die Lieder „Liebet einander“ (Der Familienabend – Anregungen und Hilfsmittel, Seite 182, der Text steht hinten im Leitfaden) und „Ich träum’, wenn ich lese die alte Geschicht’“ (Sing mit mir, B-69) zu singen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      die Bibel und das Buch Mormon

    2. b)

      Tafel, Kreide und Schwamm

    3. c)

      Bild 3-57, „Jesus segnet die nephitischen Kinder“

  4. 4.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Jesus Christus möchte, daß wir jeden liebhaben

Aufmerksamkeit wecken

Lassen Sie die Kinder erzählen, wie sie in der vergangenen Woche zu jemand freundlich gewesen sind (siehe Lektion 30, Zur Vertiefung, Aktivität Nr. 5).

• Wie fühlt ihr euch, wenn ihr zu anderen freundlich seid?

• Was haben der Vater im Himmel und Jesus Christus gesagt, wie wir andere behandeln sollen?

Schriftstelle/Besprechen

Halten Sie die Bibel und das Buch Mormon hoch. Sagen Sie, daß in der Schrift steht, wie wir andere behandeln sollen.

Lesen Sie Johannes 13:34 vor.

• Was sagt uns diese Schriftstelle? (Liebt einander.)

Heben Sie hervor: Weil es so wichtig ist, daß wir lernen, andere liebzuhaben, wird dieses Gebot in der Schrift sehr oft wiederholt. Der Vater im Himmel möchte, daß wir jedes von seinen Kindern lieben, genauso, wie er möchte, daß wir alle in unserer Familie liebhaben.

Lied

Singen Sie das Lied „Liebet einander“, oder sagen Sie den Text. Heben Sie hervor: Jesus Christus möchte, daß wir andere liebhaben.

Tafel/Besprechen

Schreiben Sie das Wort Liebe an die Tafel.

• Wie hat Jesus Christus gezeigt, daß er uns liebhat? (Sie können die Antworten der Kinder an die Tafel schreiben.)

• Wie können wir anderen unsere Liebe zeigen, indem wir dem Beispiel Jesu folgen und das tun, was er uns gelehrt hat? (Schreiben Sie die Antworten daneben untereinander.)

Die Schriften zeigen uns, wieviel wir Jesus Christus bedeuten

Bild/Schriftstelle/Besprechen

Erzählen Sie: Als Jesus Christus die Nephiten in Amerika besuchte, waren sie begeistert und fühlten sich geehrt. Sie waren gern bei ihm und hörten seinen Lehren zu.

Zeigen Sie das Bild 3-57, „Jesus segnet die nephitischen Kinder“.

Erklären Sie, daß im dritten Buch Nephi beschrieben ist, wie der Erretter die Nephiten besucht hat. Lesen Sie 3 Nephi 17:21 und fangen Sie an mit „und er nahm“.

Zeigen Sie auf das Bild, und fragen Sie:

• Wie hat sich wohl das kleine Mädchen auf diesem Bild gefühlt?

Die Kinder sollen sich vorstellen, daß sie in so einer Gruppe von Kindern bei Jesus Christus sind.

• Wie wäre das, wenn Jesus euch die Hände auf den Kopf legte?

Lied

Lassen Sie die Kinder das Lied „Ich träum’, wenn ich lese die alte Geschicht’“ singen oder den Text sagen.

Ich träum’, wenn ich lese die alte Geschicht’,
wie Jesus hier ging auf der Erd’
und rief alle Kinder wie Lämmlein zu sich,
ich stünde dort unter der Herd’.
Er legte die Hände so sanft auf mein Haar,
ich hörte sein Herz dicht bei mir;
er spräche mit Augen, so licht und so klar:
„Ihr Kinderlein, kommet zu mir.“

Wir können anderen das Gefühl geben, daß sie für den Vater im Himmel und Jesus Christus wertvoll sind

Erzählen

Die Kinder sollen bei der folgenden Geschichte herausfinden, wie Lutz Markus geholfen hat, so daß er sich geliebt fühlte.

„Lutz war mit dem Essen fast fertig, … als Rolf und Jochen hereingerannt kamen.

,Komm schnell!‘ drängte Rolf.

,Aber‘, sagte Lutz erstaunt, als er die Fußballschuhe seiner Freunde sah, ,ich dachte, daß wir heute Nachmittag zu Markus gehen wollten.‘

,Das war, bevor wir diese Fußballmannschaft aufgestellt hatten. Das Wetter ist zu schön, um bei einem Kranken im Zimmer zu sein.‘

Lutz stellte zögernd seinen Teller in das Spülbecken.

Ihr Freund Markus Wilson war gerade aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen. Er war vor mehreren Monaten sehr krank geworden. Die Ärzte waren sicher, daß er eines Tages wieder rennen und spielen könnte, aber das würde noch eine Weile dauern. Bevor Markus krank wurde, hatte er auch in ihrer Mannschaft mitgespielt.“

Erklären Sie, daß Markus eine Entscheidung zu treffen hatte. Fahren Sie dann mit der Geschichte fort. ,Los, Lutz, mach schnell‘, drängte Rolf, aber Lutz schüttelte den Kopf.

,Ich habe Markus’ Mutter versprochen, daß ich heute vorbeikomme‘, sagte er. ,Ihr könnt ja spielen gehen.‘

,Aber Lutz, du bist unser bester Spieler!‘ protestierten sie.

,Es tut mir leid‘, sagte Lutz fest.

,Ich hätte nie gedacht, daß du unsere Mannschaft im Stich läßt!‘ sagte Rolf vorwurfsvoll.

Als die Jungen gegangen waren, ging Lutz langsam zu dem Haus, in dem Markus wohnte. … Lutz hätte wirklich gern mitgespielt, … und es war ihm auch nicht recht, daß er die Mannschaft im Stich ließ, aber ihm tat Markus leid. Die langen Wochen im Krankenhaus waren bestimmt kein Spaß gewesen.

,Wo sind Rolf und Jochen?‘ fragte Markus’ Mutter, als sie die Tür öffnete.

,Sie konnten nicht kommen‘, antwortete Lutz.

Die Mutter seufzte, und Lutz sah, wie müde sie war. Es hatte sie sehr angestrengt, daß Markus so krank war. Dann lächelte sie und sagte: ,Ich bin froh, daß du da bist, Lutz. Markus wartet schon.‘

Lutz sah, daß Markus blaß und ein bißchen traurig aussah. Er hatte ein Bein in einer Schiene, aber als er sich sehr anstrengte, konnte er Lutz doch ein Stück entgegengehen.

Frau Wilson ließ die Jungen allein, und die setzten sich ins Wohnzimmer und unterhielten sich. Aber nach wenigen Minuten schwieg Markus, und Lutz merkte, daß er aus dem Fenster in den Frühlingsnachmittag schaute.

,Vati sagt, daß ich eines Tages wieder Fußball spielen kann‘, sagte er. ,Ich hoffe nur, daß das recht bald ist.‘

Plötzlich hatte Lutz eine Idee.

,Bin gleich wieder da‘, versicherte er Markus und lief in die Küche zu Frau Wilson.

Er erklärte ihr seinen Plan und sagte dann: ,Ein Spiel anzuschauen ist fast genauso gut wie selbst spielen.‘

,Das müßte gehen‘, sagte sie. ,Es würde Markus bestimmt guttun.‘

Lutz merkte, daß sie sich freute. Die Strecke bis zum Fußballplatz konnte Markus nicht gehen, darum holte Lutz einen Leiterwagen aus der Garage.

Ein paar Minuten später zog Lutz Markus in dem Wagen zum Fußballplatz. Die Jungen waren überrascht, kamen aber bald herbei, um Markus zu begrüßen.

,Spielst du mit?‘ fragte einer Lutz.

,Na klar!‘ rief Markus.

Rolf kam ein bißchen zögernd herbei. Jochen war gleich hinter ihm.

,Ich bleibe ein bißchen bei Markus‘, sagte Jochen. ,Du kannst für mich spielen, Lutz.‘

Die Jungen saßen abwechselnd bei Markus, und Lutz merkte, daß Rolf und Jochen ihr Benehmen leidtat.

Es war ein spannendes Spiel, und als es vorbei war, zogen Rolf und Jochen abwechselnd Markus nach Hause, während Lutz neben dem Wagen ging.“ (Eva Gregory de Pimienta, „Bad-Weather Friends“, Friend, April 1973, Seite 8–10.)

• Wie hat Lutz Markus geholfen, so daß dieser das Gefühl bekam, daß die anderen ihn liebten und mit ihm zusammen sein wollten?

• Wie haben die anderen Jungen Markus behandelt, als er auf den Fußballplatz kam?

Erzählen

Erzählen Sie folgende Geschichte:

Ellen und ihre Familie waren gerade aus einem anderen Land zugezogen. Als sie in die PV kam, lachten die Kinder in ihrer Klasse sie aus, weil sie anders sprach und anders gekleidet war. Sie saß ganz allein und hatte das Gefühl, daß niemand sie mochte.

Bruder Hansens Lektion handelte davon, daß Jesus Christus zu allen gütig war und jedem das Gefühl gab, daß er geliebt wurde und wertvoll war. Karen, die auch in der Klasse war, tat es leid, daß Ellen so schlecht behandelt wurde.

• Was konnte Karen tun, damit Ellen das Gefühl hatte, daß sie geliebt wurde?

Karen beschloß, herauszufinden, was Ellen gern tat und was sie gut konnte. Sie sprach mit ihr und erfuhr, daß Ellen gut rechnen konnte. Weil Karen im Rechnen schlechte Noten hatte, fragte sie Ellen, ob sie zusammen Hausaufgaben machen könnten. Sie wollte Ellen helfen, die Sprache zu lernen, und Ellen konnte ihr beim Rechnen helfen. Mit der Zeit merkten sie, daß sie beide das gleiche gern taten. Sie wurden gute Freunde.

Besprechen

• Wie hat Karen Ellen das Gefühl gegeben, daß sie gebraucht wurde?

Heben Sie hervor, daß es oft nicht viel Mühe kostet, um anderen zu helfen, daß sie sich selbst gern haben. Wir können das tun, wenn wir uns für sie interessieren und ihnen zeigen, daß sie für andere Wert haben.

Beispiele

Erzählen Sie die folgenden Beispiele, und besprechen Sie sie mit den Kindern. Sie können sie von den Kindern darstellen lassen. Anschließend sollen die Kinder sagen, wie sie sich gefühlt haben.

  1. 1.

    Du baust auf dem Hof mit deinen Freunden ein Vogelhäuschen. Dein kleiner Bruder kommt und fragt, ob er helfen darf.

    • Was kannst du tun, damit dein Bruder ein gutes Selbstwertgefühl hat? (Ihn Nägel zureichen oder Bretter festhalten lassen.)

    • Wie würdest du dich fühlen, wenn du ein kleiner Junge wärst, und dein großer Bruder ließe dich helfen, ein Vogelhäuschen zu bauen?

  2. 2.

    Deine PV-Klasse plant ein Dienstprojekt. Alle außer Heidi machen Vorschläge. Sie ist sehr schüchtern und sagt nicht viel. Plötzlich fängt sie an, etwas zu sagen, aber ein anderer redet dazwischen, so daß sie ihren Satz nicht beenden kann.

    • Wie könntest du zeigen, daß du Interesse an Heidi hast und möchtest, daß sie sich wichtig fühlt?

    • Wie würdest du dich fühlen, wenn du Heidi wärst und jemand anders zeigte dir, daß er gern hören möchte, was du sagst?

  3. 3.

    Du spielst in der Pause auf dem Schulhof und siehst, daß ein paar andere Kinder ein Kind bei ihrem Spiel nicht mitspielen lassen wollen. Sie sind unfreundlich zu dem Kind.

    • Was würdest du tun, um dem Kind zu zeigen, daß es wichtig ist?

    • Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand mit dir spielen wollte, nachdem die anderen Kinder dich nicht mitspielen ließen?

  4. 4.

    In deiner PV-Klasse ist ein neues Mädchen, und ein paar Kinder lachen sie aus, weil sie anders angezogen ist als die übrigen.

    • Was würdest du tun, damit das neue Mädchen sich erwünscht und akzeptiert fühlt?

    • Wie würdest du dich fühlen, wenn du zum erstenmal in die Kirche kämst, und jemand würde mit dir sprechen und freundlich zu dir sein?

Sagen Sie den Kindern, daß wir alle jeden Tag viele Gelegenheiten haben, um anderen zu zeigen, wie wichtig sie für uns sind.

Zusammenfassung

Eigenes Erlebnis und Zeugnis Vielleicht möchten Sie erzählen, wie jemand Ihnen zugehört oder Aufmerksamkeit geschenkt hat, so daß Sie sich wohlfühlten. Beispiel: Ein Kind aus Ihrer Klasse hat Ihnen auf der Straße zugewinkt.

Geben Sie Zeugnis, daß der Vater im Himmel und Jesus Christus jeden von uns liebhaben. Wir sind wertvoll für sie. Alles, was sie für uns tun, soll uns helfen. Sie möchten, daß wir alle zu ihnen zurückkehren und für immer bei ihnen leben. Wir können ihnen helfen, wenn wir andere liebhaben und den Leuten um uns herum zeigen, daß sie für uns und den Vater im Himmel und Jesus Christus Wert haben.

Lassen Sie die Kinder Erlebnisse erzählen, wo jemand ihnen ein gutes Selbstwertgefühl gegeben hat oder sie jemand anders das Gefühl gegeben haben, daß er geliebt wird und Wert hat.

Glaubensartikel

Sagen Sie den Kindern, daß wir als Mitglied der Kirche daran glauben, allen Menschen Gutes zu tun. Erklären Sie, daß das ein Teil des dreizehnten Glaubensartikels ist.

Die Kinder sollen mit Ihnen sagen: „Wir glauben, daß es recht ist, … allen Menschen Gutes zu tun.“

Die Kinder sollen sich während der Woche bemühen, jemand zu helfen, daß er sich geliebt fühlt.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Ein Kind soll mitten im Raum auf einem Stuhl sitzen und einen Prinzen oder eine Prinzessin darstellen. Dieses Kind darf nicht sprechen, während die anderen Kinder alles Positive über es sagen, was ihnen einfällt. Sie sagen vielleicht: „Sie lächelt nett“ oder „Ihr Haar gefällt mir“ oder „Sie ist immer andächtig“ oder „Er hat mich mit seinen Stiften malen lassen“. Lassen Sie alle Kinder nacheinander Prinz oder Prinzessin sein.

  2. 2.

    Erklären Sie: Wenn wir anderen zuhören, merken sie, daß sie Wert für uns haben. Wenn andere sprechen, sollen wir gut zuhören und nicht dazwischenreden. Die Kinder sollen bei der folgenden Geschichte gut zuhören und die Hand heben, wenn Sie etwas sagen, was wahrscheinlich nicht stimmt.

    Als Michaela aufwachte, war es schon so spät, daß sie in fünf Minuten zur Kirche gehen mußte. Wenn sie sich nicht gewaltig beeilte, mußte sie ungewaschen und ungekämmt zur Kirche gehen. Sie rannte ins Badezimmer und wusch sich das Gesicht mit Kakao. Als sie in ihr Zimmer zurücklief, stolperte sie über ihr Krokodil. „Michaela, wir gehen in zwei Minuten los“, rief ihre Puppe laut. Schnell kämmte Michaela ihr Kleid, zog ihre beste Haarbürste an und lief zur Tür hinaus.

    Danken Sie den Kindern dafür, daß sie gut zugehört und Sie nicht unterbrochen haben. Lesen Sie die Geschichte nun noch einmal vor, und lassen Sie die Kinder die richtigen Wörter einsetzen.

  3. 3.

    Schneiden Sie für jedes Kind eine Reihe von Papierpuppen aus (siehe Abbildung). Die Kinder sollen sie anmalen, so daß sie wie ihre Familie oder wie Kinder aus ihrer Klasse aussehen. Sprechen Sie darüber, wie die Kinder einander zeigen können, daß sie sich gernhaben. (Sie können einander etwas Nettes sagen; beim Spielen alle mitspielen lassen; gut zuhören und einander helfen.)

    paper dolls
  4. 4.

    Schreiben Sie auf die eine Hälfte der Tafel eine Liste unter der Überschrift: „Wie Jesus Christus zeigt, daß er uns liebhat.“ Dann schreiben Sie auf die andere Hälfte eine Liste unter der Überschrift: „Wie wir anderen zeigen können, daß wir sie liebhaben.“ Die beiden Listen sollen die Antworten der Kinder auf die Fragen am Anfang der Lektion enthalten. Sie können auch den Kindern nacheinander einen Bohnensack zuwerfen und die Kinder dann eine Antwort für eine der beiden Listen geben lassen, bevor sie den Bohnensack zurückwerfen.