Den Eltern zeigen, daß wir sie liebhaben

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Jedes Kind soll den Eltern seine Liebe zeigen, indem es gehorsam und hilfsbereit ist.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Exodus 20:12 und Mormon 8:1.

  2. 2.

    Bereiten Sie sich vor, mit den Kindern das Lied „Eine glückliche Familie“ (Sing mit mir, D-1) zu singen oder den Text zu sagen. Der Text steht hinten im Leitfaden.

  3. 3.

    Nehmen Sie Rücksicht auf die Kinder, die nicht bei beiden Eltern leben.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      das Buch Mormon

    2. b)

      einen kleinen Ball oder einen Bohnensack

    3. c)

      für jedes Kind eine Kopie des Familienbaums (Muster am Ende dieser Lektion)

    4. d)

      Bild 3-34, „Mormon kürzt den Bericht ab“ (62520; Bild 306 in Bilder zum Evangelium; Bild 3-35, „Moroni verbirgt die Platten im Hügel Cumorah“ (62462; Bild 320 in Bilder zum Evangelium), und Bild 3-5, „Adam und Eva belehren ihre Kinder“

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Der himmlische Vater übertrug unseren Eltern Verantwortung für uns

Aufmerksamkeit wecken

Zeigen Sie das Bild 3-5, „Adam und Eva belehren ihre Kinder“.

• Wen seht ihr auf diesem Bild? (Adam, Eva und ihre Kinder.)

• Was hat der Vater im Himmel gesagt, was sollten Adam und Eva ihre Kinder lehren? (Das Evangelium. Erinnern Sie die Kinder daran, daß das kürzlich besprochen wurde; siehe Lektion 35.)

Erklären Sie: Der Vater im Himmel hat unseren Eltern Kinder gegeben, die sie versorgen und liebhaben sollen, bis sie eines Tages zu ihm zurückkehren. Er möchte, daß wir alle lernen, so zu leben, daß wir nach diesem Leben wieder bei ihm sein dürfen. Der Vater im Himmel erwartet von den Eltern, daß sie ihre Kinder die Gebote lehren und ihnen alles geben, was sie brauchen. Das ist eine große Verantwortung für unsere Eltern.

Geben Sie jedem Kind einen Familienbaum. Lassen Sie die Kinder die Namen ihrer Eltern auf den Stamm schreiben oder ihre Gesichter darauf malen. Auf die Zweige kommen die Vornamen oder die Gesichter der Kinder und ihrer Geschwister.

Besprechen

• Warum hat der Vater im Himmel uns Eltern gegeben? (Damit sie uns liebhaben und für uns sorgen und uns die Gebote lehren.)

Der Vater im Himmel weiß, daß die Kinder ihren Eltern zeigen können, daß sie sie liebhaben. Er hat uns gesagt, daß wir das tun sollen (siehe Exodus 20:12). Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unseren Eltern zeigen können, daß wir sie liebhaben.

Wir zeigen unseren Eltern unsere Liebe, wenn wir helfen

Erzählen

Sagen Sie: Wir können unseren Eltern unsere Liebe zeigen, wenn wir ihnen helfen. Erzählen Sie folgende Geschichte in eigenen Worten:

Emma sah, daß es ihrer Mutter nicht gutging. Die Mutter sah müde aus und setzte sich oft hin, um auszuruhen. Sogar ihre Stimme klang müde, wenn sie mit David und Jürgen, Emmas jüngeren Brüdern, sprach. Emma überlegte, wie viel ihre Mutter für sie tat, und wünschte, daß sie ihr besser helfen könnte.

• Was könnte Emma alles tun, um ihrer Mutter zu helfen?

Emma setzte sich zu ihren kleinen Brüdern und spielte mit ihnen. Da waren sie froh und machten keinen Lärm. Dann brachte sie sie ins Bett, so daß die Mutter auch ein wenig schlafen konnte. Später half Emma ihnen, das Spielzeug aufzuräumen.

Als das Essen fertig war, half Emma ihren Brüdern, sich die Hände zu waschen und dann die Hände zum Beten zu falten. Die Mutter lächelte und zog Emma an sich.

„Vielen Dank, daß du mir heute so viel geholfen hast“, flüsterte sie Emma ins Ohr.

Besprechen

• Wie hat Emma gezeigt, daß sie ihre Mutter liebhat?

• Wie hat Emma sich wohl gefühlt, als sie ihrer Mutter geholfen hatte?

• Wie war der Mutter wohl zumute?

Aktivität

Werfen Sie nacheinander jedem Kind den Bohnensack zu, und stellen Sie ihm eine der folgenden Fragen. Wenn das Kind geantwortet hat, wirft es den Bohnensack zurück. Jedes Kind soll beide Fragen beantworten dürfen.

• Was tun deine Eltern, um dir zu zeigen, daß sie dich lieben?

• Wie kannst du zeigen, daß du deine Eltern liebhast?

Wir zeigen unseren Eltern unsere Liebe, wenn wir gehorchen

Besprechen

Erklären Sie: Eine andere wichtige Art, wie wir unseren Eltern zeigen können, daß wir sie liebhaben, ist, daß wir gehorchen.

Erzählen

Erzählen Sie in eigenen Worten von Annand und seinem Vater.

Endlich war es soweit: Annand durfte die Ziegen hüten! Er war endlich alt genug, um bei den Ziegen zu bleiben, wenn sie in den Bergen grasten. Annand war acht Jahre alt. Sehnsüchtig hatte er schon darauf gewartet, daß ihm die Verantwortung für die Ziegenherde übertragen wurde.

Annand malte sich aus, wie er jeden Morgen mit seinem Hund Numi die Ziegen zusammentreiben würde und wie sie hinter den anderen Hirten her den Bergweg zu den saftigen Wiesen hinaufwandern würden. Abends kam dann sein Vater und half Annand und Numi, die Ziegen nach Hause zu treiben.

Sein Vater hatte ihm eingeschärft: „Geh nie vom Weg ab, Annand. Wenn eine Ziege davonläuft, dann rufe sie, aber geh selber nie vom Weg ab. Der Berg ist zerklüftet und gefährlich. Du mußt unbedingt tun, was ich dir sage, Annand. Verlaß niemals den Weg.“

Mit der Zeit wurde es für Annand immer einfacher, die Ziegen zu hüten, und es gefiel ihm, stundenlang auf dem Berg zu sein.

Eines Nachmittags merkte Annand, daß sein Vater sich verspätete. Er entschloß sich, die Ziegen zusammenzutreiben und mit ihnen dem Vater entgegenzugehen. Mit Numis Hilfe standen die Ziegen bald im Kreis um ihn. Er war beunruhigt, als er merkte, daß drei Ziegen fehlten – die Mutterziege Summa und ihre beiden Jungen. Was sollte er nun tun? Annand nahm an, daß Summa auf dem Weg weiter bergauf gelaufen war, wo er schon öfter mit den Ziegen gewesen war. Er mußte ihr nachgehen.

Er ließ Numi zurück, um auf die anderen Ziegen aufzupassen, und stieg selbst höher hinauf. Bald entdeckte er Summa und ihre Jungen weitab vom Weg auf einem Grasflecken. Büsche und Felsen versperrten ihm die Sicht, und er konnte nicht erkennen, was alles zwischen ihm und Summa lag. Annand wußte, daß er auf dem Weg bleiben mußte, darum rief er die Ziege. Aber Summa entfernte sich immer mehr von ihm.

Langsam wurde es dunkel, und bald würde Annand die drei Ziegen gar nicht mehr sehen können. Er wußte, daß irgend etwas geschehen mußte, und so beschloß er, zu ihnen hinzugehen. Er konnte sie bestimmt auf den Weg zurückführen.

Als er vom Weg abbog, fiel ihm ein, was sein Vater gesagt hatte: „Annand, du darfst nie den Weg verlassen!“

Annand wußte, daß er seinem Vater gehorchen mußte. Darum setzte er sich hin und begann wieder, Summa zu rufen. Auf einmal hörte er es im Gras rascheln. Als er aufblickte, sah er die Ziege und ihre beiden Jungen. Sie waren schließlich doch gekommen.

Annand trieb die Herde den Weg hinab und traf unterwegs seinen Vater. Gemeinsam brachten sie die Herde nach Hause. Numi lief an der Spitze.

Am nächsten Tag zeigte Annand seinem Vater die Stelle, wo er auf Summa gewartet hatte. Der Vater führte ihn um die Büsche herum und zeigte ihm, daß dahinter eine steil abfallende Kante lag. Wenn Annand Summa nachgestiegen wäre, dann wäre er dort vielleicht abgestürzt. Annand war im Herzen dankbar, daß er seinem Vater gehorcht und ihn geehrt hatte.

Besprechen

• Was hat Annand wohl für seinen Vater empfunden? (Er hat ihn geliebt.)

• Wie hat Annand seinem Vater gezeigt, daß er ihn liebt? (Er gehorchte ihm und verließ den Weg nicht.)

• Wie hat es Annand geholfen, daß er seinem Vater gehorcht hat? (Er blieb auf dem Weg, so passierte ihm nichts.)

Erklären Sie: Manchmal verstehen wir nicht, warum unsere Eltern etwas von uns verlangen. Rechtschaffene Eltern lieben ihre Kinder und wollen das Beste für sie. Kinder sollen ihren Eltern immer gehorchen und das tun, was sie sagen. Wenn wir unseren Eltern gehorchen, zeigen wir, daß wir sie liebhaben.

Lied

Singen Sie das Lied „Eine glückliche Familie“, oder sagen Sie den Text.

Moroni zeigt, daß er seinen Vater liebt

Aus der Schrift/Bilder

Sagen Sie den Kindern, daß im Buch Mormon mehrere Geschichten über Männer stehen, die ihren Eltern ihre Liebe dadurch zeigten, daß sie gehorsam und hilfsbereit waren.

Zeigen Sie das Bild 3-35, „Moroni verbirgt die Platten im Hügel Cumorah“. Fragen Sie die Kinder, was sie über dieses Bild wissen. Erzählen Sie, daß Moroni die goldenen Platten vergraben hat. Viele Jahre später kam er als Engel zu Joseph Smith, um sie ihm zu zeigen. Moronis Vater war der Prophet Mormon. Stellen Sie neben Moronis Bild das Bild 3-34, „Mormon kürzt den Bericht ab“.

Mormon wurde vom Vater im Himmel erwählt, um die Geschichtsberichte zusammenzufassen und auf die Platten zu gravieren. Er hat dem Vater im Himmel immer seine Liebe gezeigt, indem er alles tat, was von ihm verlangt wurde. Sein Sohn Moroni lernte das von ihm. Mormon hatte Moroni lieb und wollte, daß er glücklich sein sollte.

Er wußte, daß Moroni glücklich sein könnte, wenn er den Vater im Himmel liebte und ihm gehorchte.

Selbst als Moroni schon erwachsen war, hat Mormon seinen Sohn weiter unterwiesen, den Vater im Himmel zu lieben. Moroni hatte seinen Vater lieb und wollte seinem Beispiel folgen.

Weil Moroni seinen Vater liebte, nahm er alle seine Lehren an. Er schrieb das auf, was sein Vater ihn gelehrt hatte, damit die ganze Welt die Lehren seines Vaters kennenlernen sollte. Mormon starb, bevor die goldenen Platten fertig waren. Darum nahm Moroni den Bericht und beendete ihn.

Schriftstelle/Besprechen

Lesen Sie Mormon 8:1 vor.

• Warum hat Moroni seinem Vater gehorcht? (Weil er ihn liebte.)

• Wie hat Moroni gezeigt, daß er Mormon liebhatte? (Er gehorchte ihm und half ihm.)

Zusammenfassung

Besprechen

• Warum hat der Vater im Himmel uns Eltern gegeben? (Um uns zu lieben, uns die Gebote zu lehren und für uns zu sorgen.)

• Wie können wir unseren Eltern zeigen, daß wir sie liebhaben? (Indem wir gehorchen und ihnen helfen.)

• Auf welche Weise waren die Geschichten von Annand, Emma und Moroni gleich? (Alle drei zeigten, daß sie ihre Eltern liebten, indem sie ihnen gehorchten und ihnen halfen.)

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, wie wichtig Eltern sind, und daß wir Segnungen erhalten, wenn wir ihnen unsere Liebe zeigen. Die Kinder sollen eine Möglichkeit aussuchen, wie sie ihren Eltern während der Woche zeigen wollen, daß sie sie liebhaben.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Singen Sie mit den Kindern das Lied „Immer und ewig soll’n wir vereint sein“ (Der Familienabend – Anregungen und Hilfsmittel, Seite 5), oder sagen Sie den Text. Der Text steht hinten im Leitfaden.

  2. 2.

    Lassen Sie die Kinder ein Bild davon malen, wie sie ihren Eltern ihre Liebe zeigen können.

  3. 3.

    Spielen Sie mit den Kindern „Darf ich?“ Dazu müssen alle Kinder nebeneinander vor Ihnen stehen. Sie geben einem Kind einen Auftrag wie: „(Name des Kindes), trockne deiner Mutter das Geschirr ab!“ Das Kind muß dann sagen: „Darf ich meiner Mutter das Geschirr abtrocknen?“ Wenn es das tut, antworten Sie: „Geh einen Riesenschritt vorwärts“, und das Kind geht einen Schritt. Wenn das Kind vorwärtsgehen will, ohne vorher zu fragen, muß es einen Schritt zurückgehen. Das erste Kind, das Ihre Hand berührt, hat gewonnen.