In der Kirche Gott verehren

Primarvereinigung Leitfaden 3: Wähl das Rechte B, 1995


Zweck

Den Wunsch jedes Kindes zu stärken, in der Kirche Gott zu verehren.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Exodus 20:8 und LuB 25:12.

  2. 2.

    Bereiten Sie einen Stern mit vier Zacken vor (siehe Abbildung). Stecken Sie ihn in eine Papiertüte.

  3. 3.

    Bereiten Sie sich vor, mit den Kindern das Lied „Wenn zur Kirch’ ich geh’“ (Sing mit mir, B-52) zu singen oder den Text zu sagen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      ’Lehre und Bündnisse’

    2. b)

      eine Papiertüte

    3. c)

      Bild 3-25, „Zur Kirche gehen“; Bild 3-59, „Austeilen des Abendmahls“ (62021); Bild 3-64, „In der Kirche beten“; Bild 3-65, „In der Kirche singen“; Bild 3-66, „In der Kirche zuhören“, und Bild 3-67, „Präsident Spencer W. Kimball“

    4. d)

      Tafel, Kreide und Schwamm

  5. 5.

    Bereiten Sie weitere Aktivitäten aus dem Abschnitt „Zur Vertiefung“ vor, die Sie verwenden wollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Falls Sie den Kindern letzten Sonntag einen Auftrag gegeben haben, so fragen Sie jetzt nach.

Sonntag ist ein besonderer Tag

Aufmerksamkeit wecken

Singen Sie mit den Kindern das Lied „Wenn zur Kirch’ ich geh’“, oder sagen Sie den Text:

Mein Herz frohlockt, wie bin ich glücklich,
wenn zur Kirch’ ich geh’!
Wenn lieblich die Musik erklingt,
geh’ leis zu meinem Platz ich hin.
Ein Gruß dem Freund, der Lehrerin,
wenn zur Kirch’ ich geh.’
Wie froh erhebt sich meine Stimme,
wenn zur Kirch’ ich geh’!
Ich neig’ das Haupt und denke still,
was das Gebet wohl sagen will.
Ich höre zu und sprech’ nicht viel,
wenn zur Kirch’ ich geh’.
Ich lerne viel von Gott, dem Vater,
wenn zur Kirch’ ich geh’!
Für Sommers bunte Farbenpracht,
fürs Heim, das glücklich mich gemacht,
sei dir, o Vater, Dank gebracht,
wenn zur Kirch’ ich geh’.

Erklären Sie: Der Vater im Himmel wußte, daß wir jede Woche eine Zeit brauchen, wo wir mehr über ihn und Jesus Christus lernen können. Er hat den Sonntag für uns zu einem besonderen Tag gemacht. Es ist ein Tag, wo wir zur Abendmahlsversammlung und zur PV gehen. Er möchte, daß der Sonntag ein froher Tag ist, auf den wir uns freuen. Wenn wir uns entscheiden, zur Kirche zu gehen, wählen wir das Rechte.

Die Kirche ist ein besonderer Ort

Erzählen/Besprechen

Erzählen Sie den Kindern von dem Jungen, der vor einem so großen Problem stand, daß er beinahe nicht mehr zur Kirche gegangen wäre. Er heißt Vaughn Featherstone und ist später Generalautorität geworden. Erklären Sie zu Beginn der Erzählung, daß seine Eltern ganz arm waren und nicht viel kaufen konnten.

„Ich hatte ein Paar Schuhe, die ich immer zur Kirche anzog. Es waren nicht gerade die besten Schuhe, und sie hatten Löcher in den Sohlen. Deshalb schnitt ich mir Pappstücke zurecht und legte sie als Einlegesohlen in meine Schuhe. Wenn ich in der Kirche war, stellte ich beide Füße fest auf den Boden. Niemand sollte merken, daß die Schuhsohlen mit einem Haferflockenkarton ausgebessert waren! So ging ich also jedesmal zur Kirche, und alles war in Ordnung, bis diese Schuhe eines Tages unbrauchbar wurden. Damals wußte ich wirklich nicht, was ich tun sollte. Ich kann mich noch erinnern, es war an einem Samstag, und ich dachte bei mir: ’Ich muß zur Kirche gehen. Dort bin ich jemand. Die mögen mich.’ Ich erinnere mich, daß ich so gedacht habe, und dann wühlte ich in einer Schachtel mit Schuhen, die wir von unseren Nachbarn bekommen hatten. Ich fand aber nur ein einziges Paar, das mir paßte. … Es waren Damenschuhe, wie die Krankenschwestern im Krankenhaus sie tragen. Ich dachte: ,Die kann ich unmöglich anziehen. Die lachen sich ja tot in der Kirche.‘ Und so beschloß ich, daß ich sie nicht anziehen würde und daß ich am Sonntag zu Hause bleiben würde.“

• Wie wäre euch an Bruder Featherstones Stelle zumute gewesen?

• Was hättet ihr gemacht?

Lassen Sie mehrere Kinder antworten, und erzählen Sie dann weiter:

„Doch im Lauf der Nacht und des nächsten Morgens wußte ich eins ganz sicher: Ich mußte einfach zur Kirche gehen! … Ich überlegte, wie ich es am besten anstellen sollte. Ich würde ganz zeitig hingehen und mich vorn hinsetzen, bevor noch irgend jemand in der Kirche war. Ich dachte mir: ,Ich werde die Füße unter die Bank stellen, daß sie niemand sieht, und dann bleibe ich da, bis alle gegangen sind. Wenn alle weg sind, laufe ich ganz schnell nach Hause.‘ Das war mein Plan. Ich lief eine halbe Stunde zu früh zur Kirche, und es klappte. Niemand war dort. Ich versteckte meine Füße unter der Bank. Bald kamen die anderen alle, und plötzlich gab jemand bekannt: ,Wir gehen jetzt in unsere Klassen.‘ Ich hatte ganz vergessen, daß ich ja in meine Klasse gehen mußte! … Ich war entsetzt. Der Türdienst kam immer näher, alle in meiner Reihe standen auf und gingen in ihre Klassen. Nur ich saß da. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte es nicht, weil ich Angst hatte, daß jemand meine Schuhe sähe. Aber der Druck von außen war zu groß. Die ganze Versammlung schien stillzustehen und darauf zu warten, daß ich endlich aufstünde. So mußte ich aufstehen.

Ich folgte den anderen in meine Klasse.

An dem Tag habe ich wohl die größte Lektion meines Lebens gelernt. Ich ging in meine Klasse, und die Lehrerin sagte, alle sollten sich in einem Halbkreis hinsetzen. Meine Schuhe kamen mir vor, als ob sie einen halben Meter groß wären. Ich kann gar nicht beschreiben, wie peinlich das war. Ich paßte genau auf, um zu sehen, ob jemand mich anschaute. … Natürlich sahen sie diese Krankenschwesternschuhe, die ich zur Kirche anziehen mußte. Aber sie hatten ein feines Gespür dafür, daß sie mich nicht auslachen durften.“ (Vaughn J. Featherstone, „Acres of Diamonds“, in Speeches of the Year, 1974, Provo, 1974.)

• Warum hat Bruder Featherstone als Junge Damenschuhe in der Kirche angezogen? (Weil er unbedingt zur Kirche gehen wollte.)

Erklären Sie: Er hat gewußt, daß es wichtig ist, zur Kirche zu gehen. Er ging gern jeden Sonntag zur Kirche, auch wenn seine Familie ihm keine Sonntagsschuhe kaufen konnte. Für ihn war es wichtiger, zur Kirche zu gehen, als schöne Schuhe zu haben.

Wir gehen zur Kirche, um den Vater im Himmel und Jesus Christus zu verehren

Tafel/Bilder

Erklären Sie, daß auf der ganzen Welt Kinder mit ihren Eltern jeden Sonntag zur Kirche gehen. Wenn wir zur Kirche gehen und dort zuhören und lernen, verehren wir den Vater im Himmel und Jesus Christus. Zeigen Sie das Bild 3-25, „Zur Kirche gehen“. Erklären Sie, daß die Leute darauf zur Kirche gehen, um Gott zu verehren.

Schreiben Sie verehren an die Tafel.

Sagen Sie, daß wir in der Kirche verschiedene Möglichkeiten haben, den Vater im Himmel und Jesus Christus zu verehren. Zeigen Sie das Bild 3-59, „Austeilen des Abendmahls“.

Sagen Sie: Ihr wißt noch, wenn wir das Abendmahl nehmen, denken wir an Jesus Christus. Wenn wir getauft sind, erneuern wir das Versprechen, daß wir immer an ihn denken und seine Gebote befolgen wollen. Das Abendmahl ist eine der wichtigsten Formen der Gottesverehrung.

Stellen Sie das Bild 3-56, „In der Kirche singen“, neben das Bild vom Abendmahl.

Schriftstelle

Sagen Sie: Wenn wir ein Kirchenlied mit dankbarem Herzen singen, drücken wir dem Vater im Himmel und Jesus Christus unsere Liebe aus. Wenn wir nicht mitsingen, verpassen wir eine Gelegenheit, sie zu verehren.

Lesen Sie LuB 25:12 vor. Heben Sie hervor, daß der Vater im Himmel sich freut, wenn wir ihm Kirchenlieder und andere heilige Lieder singen.

Aktivität mit Bildern

Stellen Sie das Bild 3-64, „In der Kirche beten, neben die anderen beiden“.

Sagen Sie, daß wir in der Kirche viele Gebete hören. Erinnern Sie die Kinder daran, daß sie die Augen schließen, den Kopf senken und gut zuhören sollen, wenn gebetet wird.

• Was sagen wir am Ende des Gebets? (Amen.)

• Warum sagen wir „amen“? (Um zu zeigen, daß wir einverstanden sind und das unterstützen, was gesagt worden ist.)

Weisen Sie darauf hin, daß wir beim Abendmahl still für uns beten können. Während wir an Jesus Christus denken, können wir den Vater im Himmel bitten, daß er uns hilft, das Rechte zu wählen und die Gebote zu befolgen.

Stellen Sie das Bild 3-66, „In der Kirche zuhören“, neben die anderen.

Aktivität und Besprechen

• Wie können wir zeigen, daß wir in der Kirche zuhören? (Wenn wir ruhig sitzen, nicht miteinander sprechen und den Sprecher oder Lehrer anschauen.)

Lassen Sie die Kinder einige Leute nennen, denen wir in der Kirche zuhören sollen. Sie sollen für jede Antwort einen Finger hochhalten. Zu den Antworten könnten gehören: ein Sprecher in der PV oder der Abendmahlsversammlung; der Bruder, der das Abendmahlsgebet spricht; jemand, der in der Klasse oder in der Versamm- lung betet; der Lehrer.

Erzählen

Zeigen Sie das Bild 3-67, „Präsident Spencer W. Kimball“. Sagen Sie, daß er ein Prophet und der zwölfte Präsident der Kirche war. Erzählen Sie folgendes über ihn:

Präsident Spencer W. Kimball war noch ein Junge, als ein Führer der Kirche aus Salt Lake City einmal alle Anwesenden aufforderte, die Schriften zu lesen. Ihm fiel ein, daß er noch nie die Bibel gelesen hatte, darum setzte er sich das Ziel, sie zu lesen.

Spencer W. Kimball ging nach Hause und stieg in sein kleines Dachzimmer hinauf. Er zündete seine Petroleumlampe an und las noch am gleichen Abend die ersten Kapitel in Genesis. Es fiel ihm zwar schwer, doch er wußte, wenn andere es konnten, dann konnte er es auch.

Ein Jahr später hatte er die Bibel ganz durchgelesen. Er war stolz darüber, daß er das Ziel, das er sich gesetzt hatte, auch erreicht hatte. (Siehe Spencer W. Kimball, „Pläne für ein erfülltes Leben“, Der Stern, September 1974.)

• Warum hat Spencer W. Kimball sich entschlossen, die Bibel zu lesen? (Weil ein Sprecher in der Kirche gesagt hatte, daß jeder die Schriften lesen soll.)

• Was habt ihr von Sprechern in der Kirche gehört, das euch interessiert hat oder euch geholfen hat, ein Gebot zu befolgen oder mehr über das Evangelium zu lernen?

Zusammenfassung

Spiel

Zeigen Sie den Stern, den Sie gemacht haben. Zeigen Sie, daß darauf die vier Möglichkeiten der Gottesverehrung stehen, die wir heute besprochen haben. Sagen Sie, daß Sie den Stern jetzt in eine Tüte tun und jedes Kind ihn einmal herausziehen darf. Es soll dann eine Frage über das Wort beantworten, das auf der Zacke steht, an der es den Stern herausgezogen hat.

Es folgen Vorschläge für Fragen. Stellen Sie jedesmal, wenn dasselbe Wort gezogen wird, dieselbe Frage. Weil es auf jede Frage verschiedene Antworten gibt, können Sie so lange spielen, bis jedes Kind mehrmals an der Reihe war.

  • Zuhören: Nenne jemand, dem wir in der Kirche zuhören sollen! (Der Bischofschaft; den Brüdern, die das Abendmahlsgebet sprechen; den Sprechern in der Abendmahlsversammlung; dem/der PV-Lehrer(in).)

  • Singen: Nenne ein Lied, das du in der Kirche gern singst. (Die Klasse kann das Lied singen, das das Kind nennt.)

  • Beten: Wann beten wir in der Kirche? (Am Anfang einer Versammlung; zum Abendmahl; am Schluß einer Versammlung; für sich selbst, wenn man den Wunsch dazu verspürt.)

  • Abendmahl: Nenne etwas, was du beim Abendmahl tun kannst. (An Jesus denken, beten, ruhig sitzen, den Gebeten zuhören oder an das Taufbündnis denken.)

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß wir Frieden und mehr Verständnis vom Evangelium erlangen können und dem Vater im Himmel und Jesus Christus näherkommen können, wenn wir Gott auf die richtige Art verehren. Fordern Sie die Kinder auf, in der nächsten Versammlung genauer zuzuhören.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Zur Vertiefung

Wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen diejenigen aus, die sich am besten für die Kinder in Ihrer Klasse eignen. Sie können sie im Unterricht selbst oder als Wiederholung oder Zusammenfassung verwenden. Weitere Anregungen dazu siehe „Der Unterricht“ in „Für den/die Lehrer(in)“.

  1. 1.

    Machen Sie einen Knoten in ein Taschentuch. Sagen Sie den Kindern, daß Sie das Taschentuch fallenlassen werden. Die Kinder sollen die Hand heben, wenn sie es fallen hören. Loben Sie die, die die Hand heben, weil sie so gut zugehört haben. Machen Sie den Knoten auf, und lassen Sie das Taschentuch wieder fallen. Die Kinder sollen wieder die Hand heben, wenn sie es fallen hören.

    Sagen Sie den Kindern, daß sie immer so gut zuhören sollen wie gerade eben. Immer wenn jemand zu ihnen spricht – der Bischof oder die PV- Leiterin oder ein Kind, das eine Ansprache hält – sollen sie zuhören. Wenn der/die Lehrer(in) in der Klasse vor ihnen steht, sollen sie zuhören, was er/sie sagt. Sie sollen immer gut zuhören, damit sie nichts Wichtiges verpassen.

  2. 2.

    Erzählen Sie folgende Geschichte:

    Karen ging gern zur PV. An einem Sonntag fragte ihr Vater: „Karen, was hast du denn heute in der PV gelernt?“ Karen überlegte ein bißchen und sagte dann: „Ich weiß nicht mehr, Vati.“ Als sie darüber nachdachte, merkte sie, daß sie die ganze Zeit nur an Susis Geburtstagsfeier am nächsten Tag gedacht hatte. Sie hatte in der PV überhaupt nicht zugehört!

    Ihr Vater sagte: „Karen, Mutti und ich sind froh, daß du zur PV gehst, aber wir möchten auch, daß du dort andächtig bist.“

    „Aber, Vati, ich bin ganz still gewesen!“

    „Es ist schön, daß du still warst, Karen. Aber zum Andächtigsein gehört noch mehr. Du mußt auch zuhören und mitmachen. Wenn jemand betet, sollst du genauso mitdenken, als wenn du selbst beten würdest, und hinterher sollst du ’Amen’ sagen. Wenn du singst, sollst du an die Worte des Liedes denken. Du sollst deiner Lehrerin genau zuhören. Wenn du dich an allem beteiligst, fühlst du dich dem Vater im Himmel nahe. Das bedeutet andächtig sein.“

  3. 3.

    Wenn ein Kind in der Klasse fehlt oder wenn eins weniger aktiv ist, sollen Sie mit der Klasse einen Brief an dieses Kind schreiben. Die Kinder sollen helfen, indem sie sagen, was dem Kind in der Kirche entgangen ist, weil es nicht dabei war. Schreiben Sie in den Brief, daß Sie und die Klasse das Kind vermissen. Lassen Sie alle Kinder unterschreiben.

  4. 4.

    Singen Sie mit den Kindern das Lied „Die Tür der Kirche“ (Sing mit mir, B-56), oder sagen Sie den Text.

    Die Tür der Kirche, die sagt zu mir:
    pscht, sei still! Du bist ja im Hause des Herren hier,
    pscht, sei still! Da draußen lasse das laute Spiel,
    dort darfst du tollen und lärmen viel,
    doch trittst du ein durch die Kirchentür:
    Pscht, sei still!
    Die Orgel spielt uns ein leises Lied,
    pscht, sei still! Wir spüren, wie Jesus ins Herz uns sieht,
    pscht, sei still! Wir sammeln uns ganz andächtig hier,
    von Jesus lernen und singen wir,
    drum, gehen wir durch die Kirchentür:
    Pscht, sei still!