Alma spricht zu seinem Sohn Korianton

Primarvereinigung Leitfaden 4: Das Buch Mormon, 1999


Zweck

Den Kindern wird bewußt, daß unsere Entscheidungen entweder positive oder negative Folgen nach sich ziehen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Alma 39. Arbeiten Sie anschließend die Lektion durch, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern diesen Abschnitt aus der heiligen Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Aus der heiligen Schrift lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel auch erreichen.

  3. 3.

    Fertigen Sie eine Übersicht der im Abschnitt „Interesse wecken“ genannten Punkte an, oder schreiben Sie sie an die Tafel.

  4. 4.

    Sie brauchen: Ein Buch Mormon für jedes Kind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind, das Anfangsgebet zu sprechen.

Interesse wecken

Die Kinder sollen sich vorstellen, sie befänden sich allein in einem Schlauchboot mitten auf dem Ozean. Plötzlich merken sie, daß sie Ballast abwerfen müssen, weil das Boot zu tief im Wasser liegt. Bis auf zwei Gegenstände müssen sie alles abwerfen. Lassen Sie die Kinder überlegen, welche zwei Gegenstände der folgenden Liste sie behalten würden:

  • Schwimmweste

  • Erste-Hilfe-Kasten

  • Eine Kiste voller Gold

  • Angel, Haken und Köder

  • Ein Kasten (12 Flaschen) mit frischem Wasser

  • Ein Funkgerät

  • Leuchtraketen

  • Ein Gewehr

Schreiben Sie die genannten Gegenstände an die Tafel, und lassen Sie die Kinder erklären, was sie behalten würden und aus welchem Grund. Die Entschei- dung wird den Kindern schwerfallen, und zwar deshalb, weil sie nicht wissen, was geschieht: sie sinken vielleicht und brauchen dann die Schwimmweste; sie bekommen vielleicht Durst und brauchen dann die Wasserflaschen; sie bekommen vielleicht Hunger und brauchen dann die Angel; sie werden vielleicht von Haien angegriffen und brauchen dann das Gewehr; sie brauchen vielleicht das Funkgerät, um Hilfe zu rufen; sie verletzen sich vielleicht und brauchen dann den Erste-Hilfe-Kasten; sie brauchen vielleicht die Leuchtraketen, um sich in der Dunkelheit bemerkbar zu machen. Vielleicht werden sie aber auch im Laufe der nächsten Stunden gerettet und wünschen sich dann, sie hätten das Gold behalten.

Erklären Sie, daß wir hier auf der Erde viele schwierige Entscheidungen zu treffen haben und daß der himmlische Vater uns Gebote gegeben hat, um uns diese Entscheidungen zu erleichtern. In dieser Lektion geht es darum, wie man Entscheidungen trifft.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie den Kindern, was Alma laut Alma 39 seinem Sohn Korianton gesagt hat. (Siehe auch „Aus der heiligen Schrift lehren“, Seite VII.) Hinweis: Gehen Sie nicht ausführlich auf Alma 39:3–6 ein, sondern sagen Sie vielmehr zusammenfassend, daß Korianton eine sehr schwerwiegende Sünde begangen hatte, wäh- rend er bei den Zoramiten auf Mission war. Wenn die Kinder fragen, was für eine Sünde das war, sagen Sie ihnen, daß sie über diese Frage mit ihren Eltern spre- chen sollen.

Anwenden: Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die heilige Schrift am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen, werden die Kinder mit der heiligen Schrift vertraut.

• Was für ein Beispiel hatte Koriantons Bruder gegeben? (Alma 39:1.) Wen nehmt ihr euch zum Vorbild? Welche richtigen Entscheidungen hat der Betreffende getroffen?

• Warum war Alma traurig wegen Korianton? (Alma 39:2.) Was hatte Korianton nicht getan? (Er hatte nicht auf seinen Vater gehört.) Warum muß man seinen Eltern gehorchen? Was versteht man unter „prahlen“? (Sich für besser halten als andere.) Warum ist es falsch, wenn man prahlt?

• Warum hielt Alma seinem Sohn vor Augen, was für eine schwerwiegende Sünde er begangen hatte? (Alma 39:7–9.) Erklären Sie, was mit „sich selbst widerstehen“ (Vers 9) gemeint ist, nämlich daß man sich von allem abwendet, was schlecht ist. Wer kennt alle unsere Sünden? (Alma 39:8.) Inwiefern bewegen Schuldgefühle einen dazu, Umkehr zu üben?

• Auf wen sollte Korianton hören? (Alma 39:10.) Wie helfen eure Eltern und Geschwister euch, richtige Entscheidungen zu treffen? Wer kann euch noch Rat erteilen?

• Wie wirkte sich Koriantons Verhalten auf die Zoramiten aus? (Alma 39:11.) Inwie- fern können sich unsere Entscheidungen auf andere Menschen auswirken?

• Was für Entscheidungen müßt ihr treffen? Wie kann der Heilige Geist euch zeigen, ob ihr etwas Falsches tut? Wie kann der Heilige Geist euch zeigen, ob ihr die richtige Entscheidung getroffen habt? Lassen Sie die Kinder erzählen, wie der Heilige Geist ihnen schon geholfen hat, eine Entscheidung zu treffen.

• Was hat Alma über die Umkehr gesagt? (Alma 39:13.) Was bedeutet es wohl, sich „mit ganzem Sinn, aller Macht und aller Kraft zum Herrn zu wenden“? Warum müssen wir alle Menschen um Verzeihung bitten, denen wir durch eine falsche Entscheidung Unrecht zugefügt haben?

• Was hat Alma über Reichtum gesagt? (Alma 39:14.) Was geschieht, wenn jemandem Geld wichtiger wird als alles andere?

• Was hat Alma über die Mission Jesu Christi gesagt? (Alma 39:15.) Was sollte Korianton verkünden? (Alma 39:16.) Wie können wir unsere Mitmenschen am Evangelium teilhaben lassen?

Sie können den Kindern anhand des 2. und 3. Vorschlags im Abschnitt „Zur Vertiefung“ deutlich machen, welche Folgen bestimmte Entscheidungen nach sich ziehen.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts verwenden, und zwar als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag.

  1. 1.

    Sagen Sie den 2. Glaubensartikel auf, besprechen Sie ihn mit den Kindern, und lernen Sie ihn gemeinsam auswendig. Machen Sie deutlich, daß jeder selbst für das verantwortlich ist, was er tut.

  2. 2.

    Besprechen Sie mit den Kindern, welche Entscheidungen sie schon treffen können; gehen Sie dabei auf Punkte ein, mit denen die Kinder möglicherweise Schwierigkeiten haben. Fragen Sie, welche Entscheidungen sie treffen sollen, wenn es nach Jesus geht, und denken Sie gemeinsam über die Folgen verschiedener Entscheidungen nach.

    • Die Ausdrucksweise, die sie verwenden

    • Den Sabbat heilighalten

    • Die Kleidung, die sie tragen

    • Den Eltern gehorchen

    • Die Musik, die sie hören

    • Stehlen

    • Die Filme, Videos und Fernsehsendungen, die sie anschauen

    • Die Wahrheit sagen

    • Die Bücher und Zeitschriften, die sie lesen

  3. 3.

    Lassen Sie die Kinder im Rollenspiel Entscheidungen und deren Folgen darstellen, beispielsweise folgendermaßen:

    • Ein Freund erzählt eine Lüge über jemanden.

    • Eine Freundin möchte, daß du mit ihr einen unanständigen Film anschaust.

    • Ein Freund erzählt dir eine unanständige Geschichte.

    • Eine Freundin möchte dich verleiten, in der Schule zu mogeln.

    • Ein Freund möchte dich verleiten, das Wort der Weisheit zu übertreten.

    • Jemand bietet dir Drogen an.

  4. 4.

    Besprechen Sie mit den Kindern die Auswirkungen der folgenden Entscheidung, die Präsident Spencer W. Kimball getroffen hat:

    „Ich habe mich schon als Junge fest entschlossen, niemals das Wort der Weisheit zu brechen. … Der Herr hat nämlich gesagt, er habe Wohlgefallen daran, wenn sich der Mensch dieser schädlichen Stoffe enthalte, und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als daß der himmlische Vater an mir Wohlgefallen hatte. Deshalb war ich fest entschlossen, diese schädlichen Substanzen niemals anzurühren. Und weil ich mich so fest und unwiderruflich dazu entschlossen hatte, fiel es mir auch nicht schwer, das Versprechen zu halten, das ich dem himmlischen Vater und mir selbst gegeben hatte.“ (Generalkonferenz, April 1974.)

  5. 5.

    Fertigen Sie für jedes Kind einen Handzettel mit dem folgenden Wortlaut an: „Ich will rechtschaffene Entscheidungen treffen.“ Legen Sie die Handzettel mit der Schrift nach unten auf den Tisch. Dann soll ein Kind nach dem anderen nach vorn kommen und sich einen Handzettel nehmen. Dabei soll es die folgenden Fragen beantworten:

    • Was willst du diese Woche tun, um richtige Entscheidungen zu treffen?

    • Was kann geschehen, wenn du eine falsche Entscheidung triffst?

    • Was kann geschehen, wenn du eine richtige Entscheidung triffst?

    Sagen Sie zum Abschluß, wie wichtig es ist, daß man über die Folgen nachdenkt, ehe man eine Entscheidung trifft.

  6. 6.

    Besprechen Sie den 11. Glaubensartikel, und arbeiten Sie heraus, inwiefern jeder selbst für das verantwortlich ist, was er tut.

    • Warum dürfen wir niemanden dazu zwingen wollen, an das Evangelium zu glauben?

    • Warum dürfen wir erwarten, daß wir Gott so verehren können, wie wir es für richtig halten?

    Lernen Sie gemeinsam den 11. Glaubensartikel auswendig.

  7. 7.

    Singen Sie mit den Kindern „Wähl das Rechte“ (Mehr Lieder für Kinder, Seite 72; Kinderstern, Juni 1995) oder „Sei immer treu“ (Sing mit mir, B-81), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß wir richtige Entscheidungen treffen, wenn wir uns entschließen, Jesus nachzufolgen, und daß es keine andere Möglichkeit gibt, wahres Glück zu finden.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Fordern Sie die Kinder auf, zu Hause als Wiederholung Alma 39:12–19 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind, das Schlußgebet zu sprechen.