Moroni und seine Schriften

Primarvereinigung Leitfaden 4: Das Buch Mormon, 1999


Zweck

Die Kinder haben den Wunsch, sich für das Gute statt für das Böse zu entscheiden, damit sie mit Nächstenliebe gesegnet werden können, nämlich der reinen Christusliebe.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Mormon 8:2–6 und Moroni 1; 7; 8. Arbeiten Sie anschlie- ßend die Lektion durch, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern diesen Abschnitt aus der heiligen Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Aus der heiligen Schrift lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel auch erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Ein Buch Mormon für jedes Kind.

    2. b)

      Bild 4-51, „Mormon nimmt Abschied von einer ehemals großen Nation“ (Bild 319 in „Bilder zum Evangelium“ [62043 150]).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind, das Anfangsgebet zu sprechen Interesse wecken Zeigen Sie das Bild von Mormon, wie er Abschied von einem einstmals großen Volk nimmt, und fragen Sie die Kinder, wer alles auf diesem Bild zu sehen ist.

Erklären Sie dann, daß Mormon einen Teil der heiligen Aufzeichnungen an seinen Sohn Moroni weitergab, um sie vor den Lamaniten in Sicherheit zu bringen. Außerdem sollte Moroni die Aufzeichnungen beenden. Lassen Sie die Kinder nachlesen, was Moroni in Mormon 8:2–5 sagt.

Lassen Sie die Kinder ausrechnen, wie lange Moroni alleine übrigblieb, indem sie die Jahresangabe unten auf der Seite am Ende von Moroni 10 von der Jahresangabe unten auf der Seite zu Beginn von Moroni 6 abziehen, als die letzten Schlacht der Nephiten stattfand. (421–385 = 36 Jahre.)

Fragen Sie die Kinder, wie lange sie bisher höchstens allein waren. Sie sollen sich jetzt vorstellen, wie es wohl ist, 36 Jahre lang allein zu sein.

Sagen Sie, daß Moroni viele Schwierigkeiten bewältigte, um die goldenen Platten abzuschließen, damit diese später einmal hervorkommen und zukünftigen Generationen als Buch Mormon helfen konnten, wie Jesus Christus zu werden.

Sie können an dieser Stelle den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“ durchführen.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie den Kindern, wie Moroni alleine in der Wildnis gelebt hat und die Worte seines Vaters auf die goldenen Platten gravierte (siehe Mormon 8:2–6 und Moroni 1; 7; 8.) (Siehe auch „Aus der heiligen Schrift lehren“, Seite VII.)

Anwenden: Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die heilige Schrift am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen, werden die Kinder mit der heiligen Schrift vertraut.

• Moroni beendete aber nicht nur die Aufzeichnungen der Nephiten, sondern verfaßte auch noch einen kurzen Abriß der Geschichte einer anderen Zivilisation. Welcher? (Moroni 1:1.)

• Wie stand Moroni zu Jesus Christus? (Moroni 1:2,3.) (Sie können an dieser Stelle Zeugnis von Jesus Christus geben.) Inwiefern hilft uns das Zeugnis von Jesus Christus, richtige Entscheidungen zu treffen?

• Was hat Moroni zum Thema „Gutes tun“ gesagt? (Moroni 7:6–8.) Warum ist es wichtig, daß man mit der richtigen Einstellung Gutes tut? Was sollen wir als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage tun? (Dienen, lieben, gehorsam sein, den Zehnten und das Fastopfer zahlen.)

• Was hat Moroni über das Beten geschrieben? Wie sollen wir beten? (Moroni 7:9.) Was können wir tun, damit unsere Gebete aufrichtiger werden?

• Was hat jeder Mensch bekommen, damit er Gut von Böse unterscheiden kann? (Moroni 7:15–18; erklären Sie, daß das Licht Christi auch als unser Gewissen bezeichnet wird.) Was schenkt der himmlische Vater uns noch, wenn wir uns taufen lassen? (Die Gabe des Heiligen Geistes.) Inwiefern hilft uns diese Erkenntnis, richtige Entscheidungen zu treffen? (Siehe 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Was hat Moroni über die Nächstenliebe geschrieben? (Moroni 7:45,47; siehe auch 3. und 4. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Warum ist es wichtig, daß wir Nächstenliebe besitzen? (Moroni 10:21.)

• Was können wir tun, um uns die reine Christusliebe anzueignen, nämlich Nächstenliebe? (Moroni 7:48.) Welche Segnungen hat der Herr uns verheißen, wenn wir die reine Christusliebe besitzen?

• Was hat Moroni über die Taufe von kleinen Kindern geschrieben? (Moroni 8:8–10.) Was heißt „zurechnungsfähig“? (Fähig sein, Gut und Böse zu unterscheiden, und selbst für seine Entscheidungen verantwortlich sein.) Ab welchem Alter sind wir für unser Handeln selbst verantwortlich? (Ab acht Jahren; siehe LuB 68:25,27.)

• Wie wäre die Geschichte der Nephiten und der Jarediten wohl ausgegangen, wenn sie sich den Grundsatz der Nächstenliebe zu eigen gemacht hätten?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts verwenden, und zwar als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag.

  1. 1.

    Für diese Aktivität brauchen sie ein Stück Metall (beispielsweise einen Dosendeckel, dessen möglicherweise scharfe Kanten Sie vorher abkleben) und einen Nagel. Die Kinder sollen jetzt abwechselnd mit dem Nagel folgendes in das Metall ritzen: „Ich, Moroni, . …“. Sagen Sie, daß Sie für die Männer dankbar sind, die die Aufzeichnungen geführt und das Wort Gottes auf Metallplatten graviert haben.

  2. 2.

    Stellen Sie den Kindern die folgenden Situationsbeschreibungen vor, und lassen Sie sie sagen, wie sie laut Moroni 7:16 Gut und Böse unterscheiden können.

    Du spielst mit deinen Freunden Ball. Da kommt ein Kind, das nicht gut spielen kann, und möchte gerne mitspielen. Dein Freund meint, wenn dieses Kind mitspielt, dann würde eure Mannschaft auf jeden Fall verlieren.

    Deshalb überlegst du, ob du das Kind wegschickst. Frag dich einmal: „Lädt diese Entscheidung mich ein, Gutes zu tun und an Jesus Christus zu glauben?“

    Du schaust dir einen Film an, in dem eine unmoralische Szene vorkommt, die nur wenige Sekunden dauert. Es ist dir aber peinlich, das Kino zu verlassen. Frag dich einmal: „Lädt es mich ein, Gutes zu tun und an Jesus Christus zu glauben, wenn ich diesen Film anschaue?“

    Du kaufst ein. Die Kassiererin macht einen Fehler und tippt einen niedrigeren Preis in die Kasse. Du weißt, daß der Preis höher ist, aber schließlich ist es ja die Schuld der Kassiererin. Frag dich einmal: „Lädt es mich ein, Gutes zu tun und an Jesus Christus zu glauben, wenn ich zu wenig bezahle?“

    Dein Bischof fordert dich auf, jeden Tag im Buch Mormon zu lesen. Manchmal fällt es dir aber schwer, die Ausdrucksweise der heiligen Schrift zu verstehen. Frag dich einmal: „Lädt es mich ein, Gutes zu tun und an Jesus Christus zu glauben, wenn ich jeden Tag in der heiligen Schrift lese?“

  3. 3.

    Erklären Sie die Eigenschaften, durch die sich Nächstenliebe auszeichnet und die in Moroni 7:45 aufgeführt sind, so daß die Kinder sie verstehen. Sie können sie auch fragen, welche Eigenschaft auf Ihre Beschreibung zutrifft.

    Langmütig: geduldig wohlwollend: nicht gemein, sondern liebevoll neidet nicht: ist nicht neidisch ist nicht aufgeblasen: demütig, nicht stolz sucht nicht das Ihre: ist selbstlos läßt sich nicht erbittern: ärgert sich nicht gleich und ist vergebungsbereit freut sich nicht am Übeltun: vertrauensvoll, hält nach Gutem Ausschau freut sich an der Wahrheit: ist ehrlich erträgt alles: ist gehorsam glaubt alles: ist glaubenstreu hofft alles: ist optimistisch und voller Vertrauen erduldet alles: ist geduldig und beharrlich

  4. 4.

    Moroni besaß die reine Christusliebe. Lassen Sie die Kinder Beispiele dafür suchen, oder nennen Sie die folgenden Beispiele, während Sie von Moroni erzählen:

    • Langmütig: Moroni war 36 Jahre allein, während er geduldig die Aufzeichnungen zu Ende führte. (Mormon 8:5.)

    • Wohlwollend: Moroni betete für uns, und er liebte seine Brüder. (Ether 12:36,38.)

    • Neidet nicht: Moroni sah unsere Zeit vorher und legte uns ans Herz, nicht neidisch und nicht stolz zu sein. (Moroni 8:35–37.)

    • Nicht aufgeblasen: Moroni war demütig wegen seiner Schwäche im Schreiben. (Ether 12:23–25.)

    • Sucht nicht das Ihre: Moroni arbeitete und betete selbstlos für uns, damit wir Kenntnis von Jesus Christus haben könnten. (Mormon 9:36; Ether 12:41.)

    • Läßt sich nicht erbittern: Moroni vergab seinen Feinden und arbeitete angestrengt, um alles aufzuschreiben, was eines Tages für sie von Wert sein konnte. (Moroni 1:4.)

    • Denkt nichts Böses: Moroni ermahnte uns alle, am Guten festzuhalten und nichts Böses anzurühren. (Moroni 10:30.)

    • Freut sich an der Wahrheit: Moroni war ehrlich. (Moroni 10:27.)

    • Erträgt alles: Moroni wollte Jesus Christus nicht verleugnen und mußte daher allein in der Wildnis umherwandern, um seines Lebens sicher zu sein. (Moroni 1:2,3.)

    • Glaubt alles: Moroni forderte uns auf, an Jesus Christus zu glauben. (Mormon 9:21.) Sein Glaube war sogar so groß, daß er Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht sah. (Ether 12:39.)

    • Hofft alles: Moroni wußte, wie wichtig die Hoffnung ist. (Ether 12:32.)

    • Erduldet alles: Moroni blieb bis ans Ende dem Glauben treu. (Moroni 10:34.)

  5. 5.

    Moroni erhielt einen Brief von seinem Vater, nachdem er zu seiner Aufgabe berufen worden war. Mormon schrieb ihm, wie sehr er ihn liebe, wie dankbar er für ihn sei und wie sehr er sich um ihn sorge (siehe Moroni 8:2,3). Bitten Sie vor dem Unterricht die Mutter bzw. den Vater oder einen erwachsenen Verwandten oder Freund eines jeden Kindes, einen Brief zu schreiben, der von Liebe und Dankbarkeit für das Kind spricht. Teilen Sie diese Briefe dann an die Kinder aus, und sagen Sie, daß Mormon seinen Sohn Moroni sehr geliebt hat. Erklären Sie, daß Moroni diesen Brief in Ehren hielt und mitnahm, als er vor seinen Feinden fliehen mußte. Regen Sie an, daß die Kinder diesen Brief aufbewahren, damit sie niemals vergessen, Gutes zu tun, weil sich ihre Eltern und der Herr darüber freuen.

  6. 6.

    Besprechen Sie den 13. Glaubensartikel.

  7. 7.

    Singen Sie mit den Kindern „Ich möchte so sein wie Jesus“ (Kinderstern, April 1990), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Sagen Sie, daß Sie für Moroni dankbar sind, und geben Sie Zeugnis, daß das, was er niedergeschrieben hat, wahr ist. Bezeugen Sie auch, daß wir Christus Schritt für Schritt ähnlicher werden können.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Fordern Sie die Kinder auf, zu Hause als Wiederholung Moroni 1,7:5–19,43–48 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind, das Schlußgebet zu sprechen.