Joseph Smith und die erste Vision

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Das Zeugnis jedes Kindes davon, daß der Prophet Joseph Smith den himmlischen Vater und seinen Sohn Jesus Christus gesehen hat, festigen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1–26 sowie die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern den Abschnitt aus der heiligen Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Bringen Sie zwei leere Behälter mit, beispielsweise Schachteln oder Papiertüten. Es soll aber so aussehen, als enthielten sie etwas. Schreiben Sie auf jeden Behälter: Wähle mich!

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die Köstliche Perle für jedes Kind.

    2. b)

      Die Karte von New York/Ohio (am Ende der Lektion zu finden).

    3. c)

      Bild 5-1, „Der Prophet Joseph Smith“ (Bild 401 in Bilder zum Evangelium, 62002 150); Bild 5-3, „Joseph Smiths Familie“; Bild 5-4, „Joseph Smith sucht Weisheit in der Bibel“ (Bild 402 in Bilder zum Evangelium, Bild 5-5, „Der heilige Wald“; Bild 5-6, „Die erste Vision“ (Bild 403 in Bilder zum Evangelium, 62470 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Bitten Sie ein Kind, das Klassenzimmer kurz zu verlassen. Zeigen Sie den anderen Kindern die beiden Behälter, ohne sie hineinschauen zu lassen. Bilden Sie zwei Gruppen, und geben Sie jeder Gruppe einen Behälter. Erklären Sie den Kindern in beiden Gruppen, daß sie versuchen sollen, das Kind, das nun wieder hereinkommen wird, zu überreden, daß es ihren Behälter wählt. Bitten Sie das Kind wieder herein, und sagen Sie ihm, es solle einen Behälter auswählen. Stellen Sie ihm dann folgende oder ähnliche Fragen:

• Warum hast du den Behälter gewählt?

• Wie hast du dich gefühlt, als die anderen versucht haben, dir zu sagen, was du tun sollst?

Erzählen Sie, daß Joseph Smith, als er vierzehn Jahre alt war, wegen einer Entschei- dung, die er treffen wollte, verwirrt war. Er wollte wissen, welcher Kirche er sich anschließen sollte. Andere Leute versuchten, ihm bei dieser Entscheidung zu helfen, aber das verwirrte ihn nur noch mehr. Ihm wurde bewußt, daß er einfach mehr wissen mußte, um eine weise Entscheidung treffen zu können: er wollte wissen, welche Kirche wahr war. Joseph Smith befand sich in einer ähnlichen Lage wie das Kind, das sich zwischen den zwei Behältern entscheiden mußte. Alle wollten, daß er sich ihrer Kirche anschloß, aber er wußte nicht, welche Kirche die richtige war.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand von Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1–26 und der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse von Joseph Smiths Leben und von den Ereignissen, die zur ersten Vision führten, sowie von der ersten Vision selbst. Zeigen Sie dabei auch die Karte und die entsprechenden Bilder.

Joseph Smith wurde 1805 im Staat Vermont in den Vereinigten Staaten geboren. Er war das vierte von neun Kindern. Als Joseph zehn Jahre alt war, zog er mit seiner Familie in den Staat New York, wo sie sich bei Palmyra niederließen (zeigen Sie die Gegend auf der Karte). Die Familie Smith war arm, so daß jeder in der Familie hart arbeiten mußte, damit die Familie mit Nahrung und allem Lebensnotwendigen versorgt war. Sie waren schon oft umgezogen, ehe sie sich bei Palmyra niederließen, wo sie fruchtbaren Ackerboden vorfanden.

Joseph hatte kaum Gelegenheit, zur Schule zu gehen, deshalb lernte er nur Lesen, Schreiben und Rechnen. Josephs Mutter sagte, daß er sich bis zu der Zeit, als er seine erste Vision hatte, kaum von anderen Jungen seines Alters unterschied. Sie sagte, er sei ein stiller, wohlerzogener Junge, der gern lernte und sich Gedanken machte über das, was wichtig war. Er war ein großer, sportlicher, fröhlicher Junge, der selten wütend wurde.

Josephs Familie liebte Gott und wollte seine Gebote halten. Sie lasen in der Bibel und beteten oft gemeinsam. Wie Joseph waren auch sie verwirrt und wußten nicht, welche Kirche die wahre Kirche Jesu Christi war. Nachdem Joseph seine erste Vision gehabt hatte, glaubte ihm seine Familie und unterstützte ihn in dem großen Werk, zu dem er berufen war.

Erklären Sie den Kindern, daß Sie sich in diesem Jahr mit dem Buch Lehre und Bündnisse und der Kirchengeschichte befassen werden. Das Buch Lehre und Bündnisse ist eine Sammlung von göttlichen Offenbarungen, die zum größten Teil von Jesus Christus durch den Propheten Joseph Smith gegeben wurden. Viele der geschichtlichen Ereignisse, die sich in der Anfangszeit der Kirche zutrugen, hat Joseph Smith selbst niedergeschrieben. Sie sind in Joseph Smith – Lebensgeschichte in der Köstlichen Perle zu finden. Lassen Sie die Kinder diesen Abschnitt in ihrem Buch aufschlagen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Wann und wo wurde Joseph Smith geboren? (JSLg 1:3.) Wie hieß Josephs Mutter, wie sein Vater? (JSLg 1:4.) Wie viele Kinder hatten sie? (JSLg 1:4.) Wie trugen Josephs Eltern dazu bei, ihn auf das Werk vorzubereiten, das er tun sollte?

• Wohin zog Joseph Smiths Familie, als sie Vermont verließ? (JSLg 1:3.) Machen Sie den Kindern bewußt, daß die Familie zwar von Vermont nach New York zog, um dort besseres Ackerland zu finden, daß der wichtigere Grund für den Umzug – ein Grund, von dem sie nichts wußten – jedoch der war, daß Joseph Smith in der Nähe des Ortes wohnte, wo die goldenen Platten vergraben waren. Wie kann der himmlische Vater unser Leben lenken, ohne daß wir es wissen?

• Warum war Joseph Smith verwirrt und wußte nicht, welcher Kirche er sich anschlie- ßen sollte? (JSLg 1:5–10.) Wie half ihm die Bibel, herauszufinden, was er tun sollte? (JSLg 1:11–13.) Wie haben euch die heiligen Schriften schon bei Entscheidungen geholfen? (Vielleicht möchten Sie ein persönliches Erlebnis dazu erzählen.)

• Wohin ging Joseph Smith, um zu beten? (JSLg 1:14.) Warum suchte er wohl einen Ort auf, an dem er allein sein konnte? Erklären Sie den Kindern, daß der Ort, an dem Joseph Smith betete, heute „der heilige Wald“ genannt wird. (Siehe den 6. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Was geschah, als Joseph Smith zu beten begann? (JSLg 1:15.) Woher kam die Finsternis? (JSLg 1:16.) Wie wurde Joseph Smith von der Finsternis befreit, die ihn umgab? (JSLg 1:17.) Was lernte Joseph Smith aus dieser Erfahrung über den Satan und dessen Macht? Was lernte er über die Macht des himmlischen Vaters? (Sie ist größer als die Macht des Satans.) Warum ist es wichtig, daß wir nie vergessen, daß der himmlische Vater größere Macht hat als der Satan?

• Warum wollte der Satan wohl Joseph Smith vom Beten abhalten? Wie versucht der Satan uns vom Beten und davon abzuhalten, daß wir das Rechte tun? Was können wir tun, wenn der Satan uns versucht?

• Wer erschien Joseph Smith im heiligen Wald? (JSLg 1:17.) Wie sahen diese Gestalten aus? Was sagte der himmlische Vater zu Joseph Smith? Was erfuhr Joseph Smith durch diese Vision über den himmlischen Vater und Jesus Christus? (Siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Was sagte Jesus zu Joseph Smith in bezug darauf, welcher Kirche er sich anschlie- ßen sollte? (JSLg 1:18,19.) Warum? Zeigen Sie noch einmal die Behälter vom Beginn des Unterrichts. Zeigen Sie den Kindern, daß beide Behälter leer sind, und erklären Sie, daß keiner der Behälter die „richtige“ Wahl war. Erklären Sie, daß zur Zeit Joseph Smiths keine der Kirchen auf der Erde die richtige war. Alle hatten einige gute Lehren, aber keine hatte die vollständige Wahrheit des Evangeliums.

• Wie reagierten die „Glaubensbekenner“ auf Joseph Smiths Vision? (JSLg 1:21,22.) Warum war Joseph Smith von ihrer Reaktion überrascht? (JSLg 1:22,23.) Erklären Sie, daß verfolgen hier bedeutet, daß man jemand wegen seines Glaubens Leid zufügt. Seid ihr schon einmal wegen eures Glaubens verfolgt worden? Wie habt ihr darauf reagiert?

• Welche Auswirkungen hatte die Verfolgung, die Joseph Smith erlitt, auf sein Zeugnis von seiner ersten Vision? (JSLg 1:25.) Warum ist es wichtig, daß jeder selbst ein Zeugnis von Joseph Smiths erster Vision erlangt? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Kopieren Sie das Rätsel am Ende der Lektion für jedes Kind. Helfen Sie den Kindern, das Rätsel zu lösen, und besprechen Sie dann die Antworten mit ihnen. Lesen Sie den Kindern die Hinweise vor, wenn Sie sie nicht kopieren können, und geben Sie ihnen Zeit zu antworten. Lassen Sie die Kinder abwechselnd ein Lösungswort sagen. (Lösungen: 1-HIMMLISCHEN VATERS, 2-GRÖSSER, 3-JESUS CHRISTUS, 4-EIGENSTÄNDIGE, 5-ERHÖRT, 6-VERNICHTEN, 7-KIRCHEN.)

  2. 2.

    Bitten Sie zwei Kinder, jeweils eins der folgenden Zitate vorzulesen:

    Joseph F. Smith, der sechste Präsident der Kirche, hat gesagt: „Das größte Ereignis, das sich seit der Auferstehung und der Himmelfahrt des Sohnes Gottes auf der Erde zugetragen hat, war, daß der Vater und der Sohn dem jungen Joseph Smith erschienen sind. … Da ich diese Wahrheit angenommen habe, fällt es mir leicht, jede weitere Wahrheit anzunehmen, die [Joseph Smith] verkündet hat.“ (Gospel Doctrine, Salt Lake City, 1939, Seite 495f.)

    Ezra Taft Benson, der dreizehnte Präsident der Kirche, hat gelehrt: „Wir müssen immer von der ersten Vision Zeugnis geben. Joseph Smith hat den Vater und den Sohn wirklich gesehen. Sie haben mit ihm gesprochen, wie er es gesagt hat.“ (The Teachings of Ezra Taft Benson, Salt Lake City, 1988, Seite 101.)

    • Warum ist es wichtig, ein Zeugnis von der ersten Vision zu haben?

    Machen Sie den Kindern bewußt, daß die erste Vision die Grundlage eines Zeugnisses von der wahren Kirche Jesu Christi ist. Wenn wir daran glauben, daß der himmlische Vater und Jesus Christus Joseph Smith tatsächlich erschienen sind und zu ihm gesprochen haben, können wir auch sicher sein, daß alles andere, was der Prophet Joseph Smith gelehrt und wiederhergestellt hat, ebenfalls wahr ist.

  3. 3.

    Lernen Sie mit den Kindern den ersten Glaubensartikel auswendig, oder wiederholen Sie ihn. Erklären Sie, daß er eine Wahrheit bezeugt, die durch Joseph Smiths erste Vision offenbar wurde: Gott der ewige Vater und sein Sohn Jesus Christus sind zwei eigenständige Wesen.

  4. 4.

    Lernen Sie mit den Kindern Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:25 (beginnend mit Denn ich hatte eine Vision gesehen) oder Jakobus 1:5 auswendig. Zeigen Sie den Kindern, wo der Brief des Jakobus im Neuen Testament zu finden ist. Besprechen Sie, was „er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf“ bedeutet.

  5. 5.

    Erklären Sie den Kindern, daß Joseph Smith bereits vor seiner Geburt auserwählt wurde, das Evangelium Jesu Christi wiederherzustellen. Lassen Sie die Kinder 2 Nephi 3:14,15 aufschlagen und lesen. Erklären Sie, daß Joseph in Ägypten prophezeit hat, einer seiner Nachkommen werde das Evangelium auf der Erde wiederherstellen. Auch er werde Joseph genannt werden, und er werde nach dem Namen seines Vaters genannt werden. Der Prophet Joseph Smith wurde nach seinem Vater genannt. Er hieß Joseph Smith jun., sein Vater hieß Joseph Smith sen.

  6. 6.

    Erzählen Sie folgendes, damit die Kinder wissen, daß der heilige Wald heute noch so aussieht wie zur Zeit Joseph Smiths:

    „1860 kaufte ein Jugendfreund von Joseph Smith die ehemalige Farm der Familie Smith. Später erzählte er seinem Sohn, daß er in dem Waldstück westlich der Farm an keinen Baum die Axt angelegt hatte, weil Joseph Smith diese Gegend als den Ort bezeichnet hatte, wo er seine Vision hatte. … Hundertfünfzig Jahre nach der ersten Vision hat das zehn Morgen umfassende Waldstück viel von seiner natürlichen Schönheit bewahrt. Bäume, die schon zu Lebzeiten von Joseph Smith ausgewachsen waren, zieren diesen alten Wald immer noch. Viele sind über 200 Jahre alt.“ (Donald Enders, „The Sacred Grove“, Ensign, April 1990, Seite 16.)

    Vielleicht möchten Sie noch anmerken, daß wir zwar die Gegend kennen, wo Joseph Smith seine erste Vision empfing und die heute als heiliger Wald bezeichnet wird, daß wir aber nicht den genauen Ort innerhalb des Waldes kennen, wo es sich ereignete.

  7. 7.

    Zeigen Sie den Kindern „Die erste Vision“ (15 Minuten) von der Videokassette Multivideo 1 (56104 150).

  8. 8.

    Singen Sie mit den Kindern „O wie lieblich war der Morgen“ (Gesangbuch, Nr. 16) oder die dritte Strophe von „Frühling war es wieder“ (Kinderstern, März 1995), oder sagen Sie den Text gemeinsam auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis von der ersten Vision und von dem Propheten Joseph Smith. Ermuntern Sie jedes Kind, dafür zu beten, daß sein Zeugnis von der ersten Vision gefestigt wird.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1–20 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.