Der Kirtland-Tempel wird gebaut

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Den Kindern den Wunsch einflößen, für den Aufbau des Gottesreichs Opfer zu bringen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 88:119,120; 95:1–3,8,11–17 sowie die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Papier und Bunt- oder Bleistifte für jedes Kind.

    3. c)

      Bild 5-25, „Der Kirtland-Tempel“ (Bild 500 in Bilder zum Evangelium; 62431 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Geben Sie jedem Kind ein Blatt Papier und einen Bunt- oder Bleistift. Bitten Sie die Kinder, ein einfaches Bild von einem Tempel zu malen, und geben Sie ihnen dafür ein paar Minuten Zeit. Dann dürfen sie ihr Bild der Klasse zeigen.

Erklären Sie, daß es für sie wahrscheinlich nicht allzu schwer war, einen Tempel zu zeichnen, weil sie wissen, wie ein Tempel aussieht. Sie haben schon Tempel oder Bilder davon gesehen. Als Joseph Smith jedoch das Gebot erhielt, einen Tempel zu bauen, hatte er nie einen Tempel oder ein Bild davon gesehen. Der Herr offenbarte dem Propheten Joseph Smith die Pläne für den Kirtland-Tempel in einer Vision.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand der unter „Vorzubereiten“ aufgeführten Schriftstellen und der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse vom Bau des Kirtland-Tempels (siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“). Zeigen Sie zum passenden Zeitpunkt auch das Bild vom Kirtland-Tempel.

Im Dezember 1832 gebot der Herr den Mitgliedern der Kirche, in Kirtland einen Tempel zu bauen. Sie sollten ein Haus errichten, „nämlich ein Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus des Lernens, ein Haus der Herrlichkeit, ein Haus der Ordnung, ein Haus Gottes“ (LuB 88:119).

Die Heiligen waren sehr arm und wußten, daß der Tempel viel Geld kosten würde, deshalb begannen sie nicht sofort mit dem Bau. Sechs Monate später hatten sie immer noch nicht begonnen, den Tempel zu bauen. Im Juni 1833 offenbarte der Herr Joseph Smith, daß er über die Heiligen ungehalten sei, weil sie nicht begonnen hatten, sein Haus zu bauen. Der Herr sagte, die Heiligen hätten „eine sehr schmerzliche Sünde“ begangen, da sie dieses Gebot nicht beachtet hätten (LuB 95:3). Die Mitglieder der Kirche kehrten von ihrer Nachlässigkeit um, und vier Tage später wurde damit begonnen, für den Bau des Tempels Steine herbeizuschaffen und Gräben zu ziehen.

Joseph Smith fragte einige Führer der Kirche, wie der Tempel ihrer Meinung nach gebaut werden sollte. Manche meinten, er solle aus Stämmen gebaut werden, während andere meinten, er solle aus Brettern gebaut werden. Joseph Smith sagte: „Brüder“, sollen wir denn unserem Gott ein Haus aus Holzbrettern bauen? Nein, ich habe da einen besseren Plan. Ich habe einen Plan vom Haus des Herrn, den er selbst gegeben hat; und daran werdet ihr bald feststellen, wie sich unsere Überlegungen von seinen Vorstellungen unterscheiden.“ (Zitiert in: Lucy Mack Smith, History of Joseph Smith, Seite 230.) Die Pläne für den Kirtland- Tempel wurden der Ersten Präsidentschaft – Joseph Smith, Sidney Rigdon und Frederick G. Williams – in einer Vision gezeigt. Frederick G. Williams berichtete, daß der Herr Joseph Smith geboten habe, mit seinen Ratgebern zusammenzukommen, damit er ihnen zeigen könne, wie sie den Tempel bauen sollten (siehe LuB 95:14).

Die drei Männer knieten nieder, um zu beten, und sie sahen den Tempel in einer Vision. Zuerst sahen sie den Tempel von außen, und dann schien sich das Gebäude über sie zu erheben, und sie sahen das Innere. Frederick G. Williams sagte, daß der Kirtland- Tempel nach seiner Fertigstellung genauso aussah wie in der Vision. Während des Tempelbaus wollte jemand Joseph Smith dazu bringen, daß er den Entwurf teilweise änderte, aber Joseph bestand darauf, daß der Tempel genauso gebaut wurde, wie er es in der Vision gesehen hatte.

Der Kirtland-Tempel sah nicht genauso aus wie die Tempel heute, wo Familien für Zeit und alle Ewigkeit aneinander gesiegelt werden und die Arbeit für die Verstorbenen getan wird. Es war eher ein besonderes Versammlungsgebäude, wo die Heiligen ihre Kirchenversammlungen abhielten. Der Herr sagte den Heiligen genau, wie groß der Tempel werden sollte (LuB 95:15). Er maß einhundertzehn Fuß vom Boden bis zur Kuppel. Der Tempel war aus Stein, und die Außenwände waren vergipst. Im Erdgeschoß befanden sich auf beiden Seiten, nämlich der östlichen und der westlichen Seite, jeweils drei Kanzeln hintereinander, nach hinten ansteigend. Die Reihen am einen Ende des Erdgeschosses waren die Kanzeln des Melchisedekischen Priestertums, und die Reihen am anderen Ende waren die Kanzeln des Aaronischen Priestertums. Die Sitze im Raum konnte man umdrehen, so daß die Zuhörer entweder in die eine oder in die andere Richtung schauen konnten.

Da die Mitglieder der Kirche sehr arm waren, mußten sie viel opfern, um den Kirtland-Tempel zu bauen. Fast alle Männer, die arbeiten konnten und nicht auf Mission waren, halfen mit, den Tempel zu bauen. Joseph Smith war der Vorarbeiter im Steinbruch, wo die Steine für die Wände gehauen wurden. Samstags transportierten die Männer, die Pferd und Wagen besaßen, die Steine vom Steinbruch zum Tempel, damit die Steinmetze für die kommende Woche genügend Steine zum Bearbeiten hatten.

Emma Smith stand den Frauen in Kirtland vor, die für die Männer, die den Tempel bauten, Kleidung nähten. Die Frauen fertigten auch Teppiche und Vorhänge aus weißem Leinen an. Die Vorhänge reichten von der Decke des Tempels bis zum Boden und wurden dazu verwendet, die großen Räume im ersten und zweiten Stock in kleinere Räume zu unterteilen. Auch über die Kanzeln wurden Vorhänge gehängt, damit man sich bei Bedarf zurückziehen konnte.

Viele Menschen arbeiteten jeden Tag am Tempel. Da sie alles verfügbare Geld für den Bau des Tempels gaben, hatten sie manchmal nicht viel zu essen und auch keine schöne Kleidung. Daniel Tyler erinnerte sich:

„Wie oft sah ich in der Zeit, als die Wände aufgerichtet wurden, diese demütigen, treuen Diener des Herrn müde und erschöpft, doch mit fröhlichem Gesicht nach Hause zurückkehren, nachdem sie sich den ganzen Tag lang im Steinbruch abgemüht oder am Gebäude gearbeitet hatten, und sie nahmen nichts mit als ein paar Pfund Maismehl, das von jemandem gespendet worden war. Für diejenigen, die keine Kuh besaßen, die ein bißchen Milch gab, war das Maismehl manchmal für mehrere Tage das einzige, was sie und ihre Familie zum Überleben hatten. Wenn es einmal ein wenig Mehl, Butter oder Fleisch gab, war das ein Luxus. Manchmal wurde ein wenig … Sirup … gespendet, aber öfter war es so, daß sie sich noch nach einer anderen Arbeit umsehen mußten, um ein paar Liter Sirup zu verdienen, und dann wieder am Bau des Tempels arbeiteten.“ (Zitiert in: Karl Ricks Anderson, Joseph Smith’s Kirtland: Eyewitness Accounts, Seite 161.)

Die Führer und die Mitglieder der Kirche beteten um Hilfe, damit sie den Tempel fertigstellen konnten. Unter anderem erhörte der Herr ihre Gebete, indem er einige wohlhabende Mitglieder nach Kirtland sandte. Diese Mitglieder hatten genügend Geld, um das Geld zurückzuzahlen, das Mitglieder der Kirche der Bank schuldeten, so daß die Bank nicht Eigentümer des Tempels wurde.

Die Mitglieder der Kirche mußten den Tempel auch vor dem Mob beschützen, der ihn zerstören wollte. Manche Männer kamen kaum zum Schlafen, weil sie tagsüber am Tempel arbeiteten und nachts wach blieben, um den Tempel mit ihren Waffen zu bewachen. Der Mob bedrohte auch das Leben von Joseph Smith und anderen Führern der Kirche. Oliver Huntington, Joseph Smiths Leibwächter, berichtete über einen Vorfall:

„Als Joseph Smith von seinen Brüdern Tag und Nacht bewacht wurde, damit er vor dem Angriff des Mobs geschützt war, … verbrachte er die Nacht einmal in einer Block- hütte. Einige Brüder waren bei ihm und vereinbarten gerade, wer die Nacht über Wache halten sollte.

Joseph hörte, wie ein kleiner Junge im Zimmer nebenan betete. Der Junge betete, der Prophet möge in dieser Nacht beschützt und vor seinen Feinden, dem Mob, sicher sein.

Als der Junge sein Gebet beendet hatte, wandte sich Joseph an seine Brüder und sagte ihnen, sie sollten alle schlafen gehen und sich in dieser Nacht ausruhen, denn Gott habe das Gebet dieses Jungen gehört und werde es auch erhören. Sie gingen alle schlafen und schliefen sicher und ungestört bis zum Morgen.“ (Zitiert in: Anderson, Seite 165.)

Die Mitglieder der Kirche sammelten zerbrochenes Geschirr und Glas, das dem Putz beigemischt wurde, damit der Tempel noch schöner aussah. Als der Tempel fertig war, glitzerte der Putz, wenn die Sonne daraufschien.

Der Herr gebot den Heiligen, den Kirtland-Tempel zu bauen, weil er einen Ort brauchte, an dem er und andere himmlische Boten wesentliche Schlüssel des Priestertums wiederherstellen konnten. Die Heiligen brauchten außerdem einen Ort, wo sie zusammenkommen und von ihren Führern geschult werden konnten. Der Bau des Kirtland- Tempels war eine große Aufgabe, aber die Mitglieder arbeiteten hart und glaubten daran, daß der Herr ihnen half, zu tun, was er von ihnen verlangt hatte. Im März 1836 war der Tempel für die Weihung bereit.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Was für ein Gebäude sollten die Heiligen gemäß dem Gebot des Herrn bauen? Die Kinder sollen in ihren heiligen Schriften mitlesen, während ein Kind Lehre und Bündnisse 88:119 vorliest. Warum ist es wichtig, daß das Haus des Herrn das alles ist? Was können wir tun, um unser Zuhause zu einem solchen Haus zu machen? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Warum war der Herr im Juni 1833 ungehalten über die Heiligen? (LuB 95:3.) Warum fingen die Heiligen nicht gleich mit dem Bau des Tempels an? Habt ihr schon einmal etwas aufgeschoben, von dem ihr wußtet, daß ihr es tun solltet, weil ihr Angst davor hattet oder nicht wußtet, wie ihr es schaffen solltet? Lassen Sie die Kinder von solchen Erfahrungen berichten. Was verhieß der Herr den Heiligen für den Fall, daß sie seine Gebote hielten? (LuB 95:11.) Was sollte laut seinem Wort geschehen, wenn sie seine Gebote nicht hielten? (LuB 95:12.) Was verheißt der Herr uns für den Fall, daß wir seine Gebote halten? Was geschieht, wenn wir seine Gebote nicht halten?

• Von wem stammten die Pläne für den Tempel? (LuB 95:13,14.) Wie fanden die Mitglieder der Kirche heraus, wie diese Pläne aussahen? Wer sah die Pläne in einer Vision?

• Zu welchem Zweck wurde der Kirtland-Tempel gebaut? (LuB 95:16,17.) Zu welchem Zweck werden heute Tempel gebaut?

• Welche Opfer brachten die Heiligen, um den Kirtland-Tempel zu bauen? Welche Opfer habt ihr schon für die Kirche gebracht? Welche Opfer werden vielleicht in der Zukunft von euch gefordert, die zum Aufbau des Reiches Gottes beitragen? (Siehe den 3. und 4. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Was für ein Gefühl hatten die Heiligen wohl, als sie den fertigen Kirtland-Tempel sahen? Was für ein Gefühl habt ihr, wenn ihr Opfer bringt, um etwas zu tun, worum ihr gebeten worden seid?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Bringen Sie Gegenstände zur Veranschaulichung der geschichtlichen Ereignisse mit, beispielsweise einen Stein, ein weißes Stück Stoff (das die Vorhänge darstellt), Porzellan oder Glas, eine Nadel, Maismehl, Spielgeld (oder kleine Münzen) und eine Uhr oder einen Wecker (um die Dauer des Tempelbaus darzustellen).

    Lassen Sie zu Beginn des Unterrichts jedes Kind einen Gegenstand auswählen. Wenn dann der Gegenstand bei der Schilderung der geschichtlichen Ereignisse erwähnt wird, darf das Kind ihn auf den Tisch oder Boden legen. Besprechen Sie, nachdem Sie die geschichtlichen Ereignisse erzählt haben, wie jeder dieser Gegenstände etwas darstellt, was die Heiligen geopfert haben, um den Tempel zu bauen.

  2. 2.

    Schreiben Sie die Beschreibungen aus Lehre und Bündnisse 88:119 („ein Haus des Betens“, „ein Haus des Fastens“ usw.) jeweils auf einen Zettel, und legen Sie die Zettel in einen Behälter.

    Lassen Sie jedes Kind (oder jeweils zwei Kinder, wenn Ihre Klasse groß ist) mindestens einen Zettel ziehen. Lesen Sie Lehre und Bündnisse 88:119 vor, oder lassen Sie ein Kind den Vers vorlesen. Während die Schriftstelle vorgelesen wird, zeigen die Kinder die Beschreibungen in der richtigen Reihenfolge. Dann soll jedes Kind, das einen Zettel gezogen hat, eine Möglichkeit vorschlagen, wie die Kinder dazu beitragen können, daß ihr Zuhause die beschriebene Eigenschaft erfüllt. (Beispielsweise: „Ich kann unser Zuhause zu einem Haus des Betens machen, indem ich beim persönlichen Gebet und beim Familiengebet andächtig bin.“ Oder: „Ich kann unser Zuhause zu einem Haus der Ordnung machen, indem ich meine Kleider und meine Spielsachen aufräume.“) Dann dürfen die anderen Kinder noch weitere Vorschläge machen.

    Ermutigen Sie die Kinder, sich ein, zwei Vorschläge dazu auszusuchen, die sie in der kommenden Woche in die Tat umsetzen wollen, um ihr Zuhause mehr zu einem Haus des Herrn zu machen.

  3. 3.

    Schreiben Sie die Buchstaben des Wortes Opfer jeweils auf einen Zettel. Mischen Sie die Buchstaben, und lassen Sie die Kinder das Wort zusammensetzen.

    • Welche brachten die Heiligen in Kirtland, um den Tempel zu bauen?

    • Welche Opfer haben Mitglieder der Kirche, die ihr kennt, schon gebracht, um den Tempel zu besuchen?

    Erzählen Sie von jemandem, den Sie kennen, der Opfer gebracht hat, um den Tempel besuchen zu können, oder erzählen Sie mit eigenen Worten die folgende Geschichte, die Elder Claudio R. M. Costa vom Zweiten Siebzigerkollegium erzählt hat:

    „Ich traf einen Mann, der in einer kleinen Stadt mitten im Amazonasgebiet unter einfachen Umständen wohnte. Nachdem er und seine Familie getauft waren, konnte er kaum das Ende des ersten Jahres seiner Mitgliedschaft erwarten, denn dann konnte er mit Frau und Kindern in den Tempel gehen. Der Sao-Paulo-Tempel ist weit weg vom Amazonas. Meist dauert es bis zum Tempel dreieinhalb Tage mit dem Boot und dreieinhalb Tage mit dem Bus – also etwa eine Woche Fahrtzeit. Die Kosten für Fahrt, Verpflegung, Unterkunft usw. betrugen damals ungefähr 250 Dollar pro Person. Der Mann war von Beruf Tischler. Wie sollte er genug Geld für sich, seine Frau und die Kinder sparen? Obwohl er viele Monate schwer arbeitete, blieb ihm nur sehr wenig Geld übrig.

    Als es Zeit wurde, zum Tempel zu fahren, verkaufte er alle Möbel und sein ganzes Werkzeug, sogar die elektrische Säge und sein einziges Transportmittel, ein Motor- rad – alles, was er besaß, und fuhr mit Frau und Kindern zum Tempel. Sie brauchten acht Tage nach Sao Paulo. Sie verbrachten vier herrliche Tage im Tempel und verrichteten das Werk des Herrn, und dann mußte die Familie nochmal sieben Tage bis nach Hause fahren. Aber sie fuhren glücklich zurück, denn sie meinten, all ihre Schwierigkeiten und Mühen seien nichts im Vergleich zu dem großen Glück und den Segnungen, die sie im Haus des Herrn erlebt hatten.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 23.)

  4. 4.

    Schreiben Sie auf Karten oder Zettel, wofür die Kinder vielleicht Opfer bringen müssen, beispielsweise die Versammlungen der Kirche besuchen, fasten, den Zehnten zahlen, sich an einem Dienstprojekt beteiligen oder als Missionar dienen. Schreiben Sie für jedes Kind in Ihrer Klasse mindestens eine Karte.

    Jedes Kind darf sich eine Karte aussuchen, sie der Klasse vorlesen und dann ein, zwei Möglichkeiten nennen, welche Opfer das auf der Karte Beschriebene erfordert. Lassen Sie dann alle Kinder überlegen, wie sie gesegnet werden können, wenn sie Opfer bringen, um das zu tun, was der Herr erwartet.

  5. 5.

    Bringen Sie zwei identische Sätze Bauklötze (oder aus Papier ausgeschnittene Rechtecke) mit, mit denen man ein kleines Gebäude bauen (oder legen) kann. Teilen Sie die Kinder in zwei Gruppen ein, und setzen Sie sie so, daß keine Gruppe sehen kann, was die andere Gruppe macht. Eine Gruppe „baut“ nun mit den Bauklötzen einen Tempel und gibt dann der zweiten Gruppe Anweisungen, wie sie den gleichen Tempel bauen kann. Die zweite Gruppe soll versuchen, den gleichen Tempel zu bauen, indem sie die Anweisungen befolgt, ohne den Tempel der ersten Gruppe zu sehen. (Für diese Aktivität müssen Sie vielleicht eine zeitliche Begrenzung festlegen.)

    Wenn die zweite Gruppe fertig ist, darf sie den Tempel der ersten Gruppe anschauen und dann an ihrem Tempel notwendige Veränderungen vornehmen, damit er genau gleich ist. Erklären Sie, daß Joseph Smith nicht nur mündliche Anweisungen dazu erhielt, wie er den Kirtland-Tempel bauen sollte, sondern den Tempel auch in einer Vision sah, damit er genau wußte, wie er gebaut werden sollte.

  6. 6.

    Singen Sie mit den Kindern „Ich freu’ mich auf den Tempel“ (Kinderstern, Juni 1992), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie: Wenn wir das tun, worum der Herr uns bittet, dann hilft er uns und segnet uns, auch wenn wir dafür große Opfer bringen müssen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 88:119 und 95:11, 12 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstellen lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurden.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.