Die Heiligen arbeiten am Aufbau von Nauvoo, der Schönen

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Die Kinder ermutigen, sich so anzustrengen wie die Heiligen, die sich in Nauvoo angesiedelt haben.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Lehre und Bündnisse 42:40–42; 56:17; 58:27–29; 75:3 und 88:124. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Lehre und Bündnisse 124:22–24.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Schreiben Sie auf mehrere Zettel olympische Sportarten, die die Kinder pantomimisch darstellen können, wie etwa Gewichtheben, Eiskunstlauf, Schwimmen, Diskuswerfen, Fußball oder Basketball. (Sie können auch Vorschläge dazuschreiben, wie man die Sportart pantomimisch darstellen kann.) Bereiten Sie für jedes Kind mindestens einen Zettel vor. Legen Sie die Zettel in einen Behälter.

  5. 5.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Die Karte von Missouri und Umgebung (siehe Ende der 30. Lektion).

    3. c)

      Bild 5-33, „Die Stadt Nauvoo“; Bild 5-34, „Joseph Smith hilft kleinen Kindern“; Bild 5-35, „Emma Smith, die Auserwählte“.

Hinweis an den Lehrer/die Lehrerin: Der 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“ ist eine weitere Möglichkeit, das Interesse der Kinder zu wecken.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Lassen Sie jedes Kind einen Zettel aus dem Behälter ziehen und die entsprechende Sportart pantomimisch darstellen. Die anderen Kinder sollen raten, welche Sportart das Kind darstellt. Fragen Sie, wenn jedes Kind an der Reihe war:

• Wie muß sich jemand vorbereiten, um in einer dieser Sportarten an der Olympiade (oder einem anderen Wettkampf) teilzunehmen?

Betonen Sie, daß der Wunsch zu siegen nicht ausreicht; man muß sich anstrengen, um den Sport zu erlernen und zu trainieren. Erklären Sie, daß der Wunsch allein nicht genügt, damit man etwas Lohnendes erreicht, sondern daß auch harte Arbeit und feste Entschlossenheit erforderlich sind.

• Was habt ihr schon erreicht, indem ihr euch sehr angestrengt habt? (Geben Sie jedem Kind die Möglichkeit zu antworten.)

Erklären Sie den Kindern, daß der himmlische Vater und Jesus Christus uns geboten haben zu arbeiten. Lesen Sie Lehre und Bündnisse 75:3 und 88:124 vor, oder lassen Sie ein Kind die Verse vorlesen. Erklären Sie, daß müßig sein bedeutet, daß man faul ist und nicht arbeiten will oder daß man Zeit vergeudet, indem man gar nichts oder nur wenig tut.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erklären Sie den Kindern anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse den Wert der Arbeit, indem Sie ihnen vom Aufbau Nauvoos erzählen. Erklären Sie ihnen auch anhand der unter „Vorzubereiten“ aufgeführten Schriftstellen, was der Herr uns in bezug auf die Arbeit geboten hat. Zeigen Sie dabei auch die Karte und die entsprechenden Bilder.

Die Heiligen arbeiten am Aufbau Nauvoos

Nachdem die Heiligen aus Missouri vertrieben worden waren, sammelten sie sich in Illinois und ließen sich am Ufer des Mississippi in einer kleinen Stadt namens Commerce nieder. Der Prophet Joseph Smith gab der Stadt den Namen Nauvoo, was auf Hebräisch „schön“ bedeutet. Nauvoo wurde auf sumpfigem Land erbaut, das zuerst trockengelegt und gerodet werden mußte, ehe Häuser und andere Gebäude gebaut werden konnten. Während die Heiligen damit beschäftigt waren, lebten sie größtenteils in Planwagen oder Zelten. Joseph Smith und seine Familie wohnten in einem der wenigen Blockhäuser, die bereits gebaut waren, und einige Familien wohnten in leer-stehenden Militärbaracken auf der anderen Seite des Flusses.

Die Heiligen arbeiteten hart, um Nauvoo zu einer blühenden Stadt zu machen. Die Männer betrieben Ackerbau und bauten Häuser und Geschäfte, und die Frauen versorgten die Kinder, pflegten die Kranken und kümmerten sich um die Häuser. Sie kochten über dem Feuer, nähten Kleidung für ihre Familie, versorgten die Tiere, legten Gärten an, stellten Seife, Kerzen und Stoffe her, trockneten Fleisch und Obst und stellten Butter, Käse, Marmelade, Gelee und Ahornsirup her. Manchmal wurden die Männer auf Mission berufen, und die Familie mußte ihre Arbeit übernehmen. Louisa Barnes Pratts Ehemann wurde auf Mission berufen. Während er fort war, überwachte Louisa den Bau eines Hauses für die Familie und arbeitete sogar selbst mit. Sie arbeitete außerdem als Näherin, um ihre Familie mit Essen und anderen Notwendigkeiten zu versorgen. Sie war eine begabte Näherin und nähte auch für Joseph und Hyrum Smith Anzüge. Im darauffolgenden Jahr verdiente sie Geld, indem sie zu Hause Schulunterricht gab.

Auch die Kinder halfen mit, Nauvoo aufzubauen. Wenn sie alt genug waren, halfen sie mit, die Tiere zu versorgen und sich um die Farm zu kümmern, sie sammelten Holz und Beeren und halfen mit, Apfelsaft, Seife und Kerzen herzustellen. Sie gingen auch zur Schule. Eine Gruppe von Jungen half auf einzigartige Weise. Viele Kriminelle kamen nach Nauvoo, und die Heiligen wollten diese Leute nicht in ihrer Stadt haben, wollten aber auch keine Gewalt anwenden, um sie loszuwerden. Eine Gruppe von Jungen bildete die „Pfeif-Brigade“. Wenn die Jungen auf der Straße einen verdächtigen Fremden sahen, umringten sie ihn und begleiteten ihn. Sie sprachen kein Wort, sondern pfiffen nur, während sie dem Fremden überallhin folgten. Dem Fremden wurde es schnell lästig, aber er konnte sich nicht mit allen Jungen gleichzeitig anlegen, also verließ er bald die Stadt (siehe 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“).

Durch die Arbeit der Heiligen wurde Nauvoo schnell zu einer großen und schönen Stadt. Es gab viele Blockhäuser, und es wurden sogar zweistöckige Backsteinhäuser gebaut. Die Häuser und die Gärten waren ordentlich und sauber. Ein Haus, das Mansion House genannt wurde, wurde für den Propheten gebaut, damit er Besucher bei sich aufnehmen konnte. Später wies der Herr die Heiligen an, das Nauvoo House zu bauen, ein Hotel, das mehr Zimmer hatte, damit die vielen Besucher, die nach Nauvoo kamen, beherbergt werden konnten (siehe LuB 124:22–24).

Die Heiligen arbeiteten hart, aber sie nahmen sich auch Zeit für Spiel und Unterhaltung. Sie besuchten das Theater; es gab Tänze, Veranstaltungen, Konzerte und Paraden.

Sie spielten Ball, führten Ringkämpfe und Wettbewerbe im Stockziehen durch (dabei konnten zwei Leute ihre Kräfte messen, indem sie einander gegenübersaßen, jeweils das Ende eines Stocks anpackten und versuchten, den anderen so zu sich herzuziehen, daß er aufstehen mußte). Oft verbanden sie die Arbeit mit dem Vergnügen, indem sie gemeinsam Steppdecken nähten, Scheunen und Häuser bauten und Sägewettbewerbe veranstalteten.

Besucher, die nach Nauvoo kamen, waren von der Stadt beeindruckt. Ein Mann schrieb einem Freund:

„Du wärst überrascht, wenn du hier wärst, welche gewaltigen Verbesserungen in so kurzer Zeit erreicht worden sind. … Hier findest du keinen Müßiggänger, sondern hörst nur das Summen fleißiger Arbeit und fröhliche Stimmen. … Wenn bei den Heiligen etwas vorfällt, was auch nur ein wenig schlecht ist, ist der Kontrast zwischen dem Geist Christi und dem der Finsternis so groß, daß es einen großen Aufruhr und viel Aufregung verursacht; … während in anderen Gemeinwesen das gleiche Verbrechen kaum beachtet werden würde.“ (Zitiert in: E. Cecil McGavin, Nauvoo, the Beautiful, Seite 73.)

Die Heiligen helfen einander

Die Heiligen in Nauvoo bauten nicht nur an ihren eigenen Häusern und Geschäften, sondern halfen sich auch gegenseitig. Dursilla Hendricks’ Ehemann James war beim Kampf am Crooked River ins Genick geschossen worden (siehe Lektion 31), und er konnte nicht mehr arbeiten. Deshalb sorgte Drusilla für die Familie. Unzählige Male wurde die Familie Hendricks vor dem Verhungern bewahrt, weil Nachbarn den Eingebungen des Heiligen Geistes folgten und ihnen Essen brachten. Ein Mann sagte zu Drusilla, er sei sehr beschäftigt gewesen, habe aber seine Arbeit unterbrochen, um der Familie Essen zu bringen, weil der Heilige Geist ihm eingegeben habe, daß „Bruder Hendricks’ Familie (Not) leidet.“ (Zitiert in: Die Geschichte der Kirche in der Fülle der Zeiten, Seite 215.)

In Nauvoo sorgte Drusilla für ihren Mann und ihre fünf Kinder, indem sie Gäste bei sich aufnahm, einen Garten anlegte, Kühe melkte und Vieh fütterte. Sie stellte Lebkuchen und Getränke her und verkaufte sie bei Feierlichkeiten, die in der Stadt stattfanden, und sie stellte auch Finger- und Fausthandschuhe her, die sie verkaufte. Einmal im Winter konnte Drusilla jedoch nur eine kleine Menge Maismehl zum Essen kaufen. Ihr Mann bat sie, um Hilfe zu beten. Nachdem Drusilla gebetet hatte, wußte sie, daß sie etwas zu essen bekommen würde. Schon bald verkaufte ein Mann der Familie frisches Schweinefleisch und sagte ihnen, sie müßten es in den nächsten zwölf Monaten nicht bezahlen.

Der Prophet Joseph Smith ging mit gutem Beispiel voran, indem er hart arbeitete und anderen half. Er war nicht nur Prophet und Führer der Kirche, sondern auch General- leutnant der Nauvoo-Legion (einer Miliz von etwa dreitausend Mann) und Mitglied des Stadtrats von Nauvoo. Er war zwar sehr beschäftigt, aber er nahm sich doch immer die Zeit, anderen zu helfen (siehe den 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“).

Joseph Smith liebte kleine Kinder, spielte gern mit ihnen und half ihnen gern. Eines Tages waren Margarette und Wallace, zwei Nachbarskinder, zur Schule unterwegs. Da es am Tag zuvor geregnet hatte, war der Boden aufgeweicht, und die beiden Kinder blieben im Schlamm stecken. Sie begannen zu weinen. Joseph Smith kam vorbei und half ihnen aus dem Schlamm, putzte ihnen die Schuhe, trocknete ihre Tränen, heiterte sie auf und schickte sie dann weiter zur Schule.

Joseph Smith half auch zu Hause. Seine Frau Emma war sehr beschäftigt, denn sie mußte oft für die vielen Gäste, die zum Abendessen kamen oder sogar übernachteten, kochen und putzen. Manche Gäste blieben einige Wochen lang. Joseph half Emma, wenn er konnte, indem er Feuer machte, den Kamin reinigte, Holz und Wasser holte und sich um die Kinder kümmerte.

Ein Mann meinte, das sei Frauenarbeit und der Prophet solle so etwas nicht tun. Der Mann wollte Joseph vorschreiben, wie er seinen Haushalt führen sollte, und sagte zu ihm: „Bruder Joseph, meine Frau arbeitet noch viel schwerer als Ihre Frau.“ Joseph Smith erwiderte sanft, der Mann solle seine Frau lieben und schätzen „und seiner Pflicht ihr gegenüber nachkommen, indem er sich richtig um sie kümmerte“ und ihr half. Der Prophet fügte hinzu, daß wenn der Mann seine Frau nicht gut behandelte, er im Leben nach dem Tod nicht bei ihr sein würde. Nachdem der Mann mit dem Propheten gesprochen hatte, bemühte er sich, seiner Frau mehr zu helfen. (Siehe Richard Neitzel Holzapfel und Jeni Broberg Holzapfel, Women of Nauvoo, Seite 28.)

Die Heiligen tun das Werk des Herrn

Die Heiligen taten das Werk des Herrn, indem sie anderen halfen, und dafür half auch der Herr den Menschen in Nauvoo. Als die Heiligen nach Nauvoo kamen, war das Land sehr sumpfig. Die Heiligen wußten nicht, daß die Moskitos, die in Sumpfgebieten gedeihen, eine gefährliche Krankheit namens Malaria verbreiten. Viele Heiligen erkrankten an Malaria, einer Krankheit, die hohes Fieber und Schüttelfrost verursacht. Emma Smith pflegte viele Menschen, und ihr sechsjähriger Sohn half ihr, indem er Wasser für die Kranken holte, bis er selbst an Malaria erkrankte. Selbst der Prophet war krank. Der Herr segnete die Menschen jedoch, indem er dem Propheten die Fähigkeit gab, sie zu heilen. Wilford Woodruff berichtete, was geschah, als eine Gruppe von Priestertumsträgern, angeführt von Joseph Smith, einen kranken Mann zu Hause aufsuchte:

„Als nächstes gingen sie zum Haus von Elijah Fordham, der kurz davor stand, seinen letzten Atemzug zu tun. Als die Gruppe das Zimmer betrat, ging der Prophet Gottes auf den sterbenden Mann zu, nahm seine rechte Hand und sprach zu ihm; aber Bruder Fordham konnte nicht sprechen, seine Augen saßen wie Glasaugen in seinem Kopf, und er schien von seiner Umgebung nichts mehr wahrzunehmen. Joseph hielt seine Hand und sah ihm eine Zeitlang schweigend in die Augen. Schon bald konnten alle Anwesenden eine Veränderung im Gesicht von Bruder Fordham wahrnehmen. Sein Blick wurde klar, und als Joseph ihn fragte, ob er ihn erkenne, sagte er flüsternd: ,Ja.‘ Joseph fragte ihn, ob er Glauben habe, geheilt zu werden. Er antwortete: ,Ich fürchte, es ist zu spät; wenn ihr früher gekommen wärt, hätte ich sicher geheilt werden können.‘ Der Prophet sagte: ,Glaubst du an Jesus Christus?‘ Er antwortete mit schwacher Stimme: ,Jawohl.‘ Joseph stand aufrecht, hielt noch einige Augenblicke lang schweigend seine Hand und sagte dann laut: ,Bruder Fordham, ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, erhebe dich von deinem Bett, und sei gesund.‘ Seine Stimme war wie die Stimme Gottes und nicht die eines Menschen. Das Haus schien bis in die Grundmauern zu erbeben. Bruder Fordham erhob sich von seinem Bett und war sogleich gesund. Den Verband an seinen Füßen schüttelte er ab. Er zog seine Kleider an und aß eine Schüssel Brot mit Milch. Dann ging er mit dem Propheten hinaus.“ (Zitiert in: Joseph Fielding Smith, Essentials in Church History, Seite 223f.)

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Wie hielten die Heiligen in Nauvoo das Gebot in Lehre und Bündnisse 58:27? Wie bemüht ihr euch, Gutes zu tun? Was für ein Gefühl habt ihr, wenn ihr etwas Neues lernt oder eine Aufgabe erfüllt?

• Inwiefern hielt sich Louisa Pratt an den Rat, der in Lehre und Bündnisse 42:40–42 gegeben wird? Warum sollen wir lernen, hart zu arbeiten und vieles aus freien Stücken tun?

• Wie arbeiteten die Kinder in Nauvoo? Was tut ihr, um eurer Familie zu helfen? Wie half die „Pfeif-Brigade“, die Stadt von verdächtigen Fremden zu befreien? Was sagt der Herr in Lehre und Bündnisse 56:17 über diejenigen, die Geld und Güter durch Stehlen beschaffen wollen anstatt durch Arbeit? (Erklären Sie, daß Weh Leid und Elend bedeutet.)

• Was tat Drusilla Hendrick, als ihr Mann behindert war? Nachdem Drusilla alles getan hatte, was sie konnte, um für ihre Familie zu sorgen – wie sorgte Gott dann für sie? Erklären Sie den Kindern, daß Gott uns das, was wir brauchen, oft durch andere Menschen zukommen läßt. Was für ein Gefühl haben die Menschen, die der Familie Hendrick geholfen haben, wohl gehabt? Was sollen wir tun, wenn wir uns gedrängt fühlen, jemand zu helfen?

• Was für ein Beispiel gab der Prophet Joseph Smith in bezug auf das Arbeiten? Wie könnt ihr anderen in der Familie bei ihrer Arbeit helfen? Warum sollt ihr eurer Familie bei der Arbeit helfen? Wie kann uns Arbeit glücklicher machen?

• Weisen Sie darauf hin, daß wir nicht nur unsere Arbeit verrichten sollen, sondern auch im Werk des Herrn mithelfen sollen. Was ist das Werk des Herrn? Wie taten die Heiligen in Nauvoo das Werk des Herrn? Wie taten Emma Smith und ihr Sohn das Werk des Herrn? Wie segnete der Herr die Heiligen in Nauvoo, weil sie sein Werk taten und einander halfen? Was können wir tun, um im Werk des Herrn mitzuhelfen?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Zeigen Sie Werkzeug, das für verschiedene Arbeiten verwendet wird, beispielsweise einen Füller, ein Buch, einen Schraubenzieher, eine Schere, einen Meßbecher, ein Thermometer, einen Hammer oder ein Maßband.

    • Was haben diese Gegenstände gemeinsam? (Man braucht sie zum Arbeiten.)

    Halten Sie jeden Gegenstand hoch, und lassen Sie die Kinder eine Arbeit nennen, die mit dem Gegenstand ausgeführt werden kann.

    • Was gefällt euch an der Arbeit? Was gefällt euch nicht daran?

    • Was können wir tun, um uns die Arbeit angenehmer zu machen? (Sie können die Kinder daran erinnern, daß die Menschen in Nauvoo die Arbeit oft mit dem Vergnügen verbanden, indem sie gemeinsam arbeiteten, beispielsweise gemeinsam Steppdecken nähten oder Sägewettbewerbe veranstalteten.)

  2. 2.

    Erinnern Sie die Kinder an die Geschichte von der „Pfeif- Brigade“. Weisen Sie darauf hin, daß eine „Pfeif-Brigade“ in der heutigen Gesellschaft wohl kaum von Nutzen ist, daß es aber vieles gibt, was wir tun können, um unserer Familie und dem Gemeinwesen zu helfen.

    • Was für eine Arbeit könnt ihr tun, um eurer Familie oder dem Gemeinwesen zu helfen?

    Schreiben Sie die Antworten der Kinder an die Tafel, und bitten Sie jedes Kind, etwas davon auszuwählen, was es während der kommenden Woche tun wird, um der Familie oder dem Gemeinwesen zu helfen.

  3. 3.

    Bringen Sie folgendes zum Unterricht mit: zwei gleich große Marmelade- oder Einmachgläser, einen kleinen Ball oder Stein (etwa so groß wie ein Golfball), der in eins der Gläser paßt, und genügend getrocknete Bohnenkerne oder Sand, um das Glas damit aufzufüllen.

    Zeigen Sie die leeren Gläser. Die Kinder sollen aufzählen, was sie alles im Lauf eines Tages tun. Füllen Sie, während die Kinder erzählen, langsam eins der Gläser mit getrockneten Bohnen oder Sand (schütteln Sie das Glas nicht). Erklären Sie den Kindern, daß man manchmal an einem Tag so viel tun möchte, daß man meint, man hätte nicht genügend Zeit für das, was wichtig ist, beispielsweise in den heiligen Schriften zu lesen, zu beten oder anderen zu helfen.

    Zeigen Sie den Ball oder Stein. Erklären Sie den Kindern, daß der Ball oder Stein das Wichtige darstellt, das der himmlische Vater uns geboten hat, während die Bohnen oder der Sand alles andere darstellen, was wir im Lauf des Tages tun wollen.

    Legen Sie den Ball oben auf die Bohnen und versuchen Sie, den Ball in das Glas zu drücken. Dabei werden einige Bohnen herausfallen. Erklären Sie den Kindern: Wenn wir warten, bis wir alles getan haben, was wir im Lauf des Tages tun wollen, gelingt es uns vielleicht nicht, die wichtigen Gebote auch noch unterzubringen. Legen Sie nun den Ball unten in das leere Glas und schütten Sie langsam die Bohnen aus dem ersten Glas über den Ball, bis das Glas etwa halb voll ist. Schütteln Sie das Glas vorsichtig, damit die Bohnen etwas zusammenrutschen, und schütten Sie die übrigen Bohnen hinein. Weisen Sie darauf hin, daß nun der Ball und alle Bohnen (oder die meisten Bohnen) in das Glas passen. Erklären Sie den Kindern: Wenn wir das, worum der Herr uns bittet, zuerst tun, finden wir auch die Zeit, alles andere zu tun, was wir tun müssen oder wollen.

    Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie dieses Experiment beim Familienabend vorzuführen.

  4. 4.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte mit eigenen Worten:

    Joseph Smith besaß fünf Kilometer außerhalb von Nauvoo eine Farm. Die Farm wurde von Cornelius Lott bestellt, der dort mit seiner Frau Permelia und seinen Kindern wohnte. Der Prophet kam so oft wie möglich zur Farm und arbeitete gemeinsam mit Cornelius. Einmal, als Joseph vom Mob verfolgt wurde, ging er zu der Farm und bat Permelia Lott, ihn zu verstecken. Permelia war gerade dabei, die Betten zu machen. Sie schob das Stroh in ihrer Strohmatratze zur Seite und sagte dem Propheten, er solle in die Matratze klettern. Dann machte sie das Bett wie üblich.

    Der Mob kam und durchsuchte das ganze Haus. Permelia fragte die Männer, ob sie auch im Bett suchen wollten, aber sie schauten verlegen drein und sagten nein. Sie durchsuchten alle anderen Zimmer, fanden den Propheten jedoch nicht und verließen die Farm schließlich wieder. (Siehe Descendants of Cornelius Peter Lott, 1798–1972, Hg. Rhea Lott Vance, Seite 7–10.)

    • Wie half Schwester Lott dem Propheten?

    • Wie können wir heute dem Propheten helfen?

  5. 5.

    Helfen Sie den Kindern, einige Personen an die Tafel zu schreiben, die ihnen durch ihre Arbeit helfen, beispielsweise Eltern und Lehrer. Jedes Kind soll dann eine Person von der Liste auswählen und einen kurzen Brief schreiben, um der Person für ihre Arbeit zu danken.

  6. 6.

    Schreiben Sie den Wortlaut von Lehre und Bündnisse 88:124 auf ein Blatt Papier, und zerschneiden Sie den Vers in mehrere Teile, indem Sie ihn an jedem Komma oder Semikolon abtrennen. Geben Sie den Kindern die Teile, und lassen Sie sie die einzelnen Teile in der richtigen Reihenfolge aneinanderfügen. Sie sollen es zunächst ohne ihre heiligen Schriften versuchen. Bei Bedarf dürfen sie die Schriftstelle aber aufschlagen, um die einzelnen Teile richtig zu ordnen. Sprechen Sie mit den Kindern über die Bedeutung der Schriftstelle.

  7. 7.

    Singen Sie mit den Kindern „Die Welt braucht Menschen voller Fleiß“ (Gesangbuch, Nr. 165), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie den Kindern: Wenn wir unsere Arbeit nach besten Kräften verrichten, haben wir das Gefühl, etwas erreicht zu haben, erhalten selbst Segnungen und sind auch ein Segen für andere, denen wir dienen. Fordern Sie die Kinder auf, die Woche über ihre Arbeiten gern, sofort und sorgfältig auszuführen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 58:27,28 und 88:124 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.