Im Nauvoo-Tempel werden heilige Handlungen vollzogen

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Den Kindern vermitteln, wie wichtig der Tempel ist und wie wichtig es ist, würdig zu sein, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 124:26–47,55 (das Gebot, den Nauvoo-Tempel zu bauen); Lehre und Bündnisse 97:15–17; 105:12,18; 109:20 (wie wichtig es ist, tempelwürdig zu sein); Lehre und Bündnisse 109:22,23 (die Macht der Begabung) sowie die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Zwei weiße oder helle Handtücher oder sonstige Tücher, und zwar ein sauberes und ein verschmutztes.

    3. c)

      Einen Tempelschein (falls verfügbar).

    4. d)

      Bild 5-36, „Taufbecken im Tempel“ (Bild 504 in Bilder zum Evangelium; 62031 150); Bild 5-37, „Der Nauvoo-Tempel“ (Bild 501 in Bilder zum Evangelium; 62432 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Zeigen Sie den Kindern das saubere Handtuch.

• Wie sieht dieses Handtuch aus, wenn ich es benutze, nachdem ich mir die Hände mit Wasser und Seife gewaschen habe?

• Wie sieht dieses Handtuch aus, wenn ich es mit schmutzigen Händen benutze?

Halten Sie das saubere und das schmutzige Handtuch hoch.

• Welches Handtuch würdet ihr lieber benutzen? Warum?

Erklären Sie den Kindern, daß man unser Leben mit diesen Handtüchern vergleichen kann. Wenn wir die Gebote befolgen und so leben, wie wir sollen, ist unser Leben wie das saubere Handtuch. Wir sind geistig rein. Wenn wir etwas Falsches tun, ist unser Leben wie das schmutzige Handtuch. Wir werden geistig unrein.

• Was können wir tun, damit das schmutzige Handtuch wieder sauber wird?

Erklären Sie den Kindern: Wenn wir unser Leben mit den Handtüchern vergleichen, dann bedeutet die Umkehr, daß wir das schmutzige Handtuch waschen, damit es wieder sauber wird. Erinnern Sie die Kinder, daß es besser ist, nicht zu sündigen, aber wenn wir sündigen, hat der Herr einen Weg bereitet, wie wir durch die Umkehr wieder geistig rein werden können.

Erklären Sie, daß der Herr betont hat, wie wichtig es ist, geistig rein zu sein, indem er geboten hat, daß nichts Unreines und niemand, der unrein ist, seinen Tempel betreten soll (siehe LuB 109:20). Er möchte, daß der Tempel ein heiliger Ort bleibt. Um in den Tempel zu kommen, brauchen wir einen Tempelschein, den wir erhalten, wenn wir in einem Interview mit dem Bischof und mit einem Mitglied der Pfahlpräsidentschaft für würdig befunden werden. Zeigen Sie, wenn möglich, einen Tempelschein.

Erklären Sie den Kindern, daß sie sich bemühen sollen, rechtschaffen zu leben, damit sie einen Tempelschein erhalten können, wenn sie älter sind. In dieser Lektion werden sie lernen, wie sie leben müssen, um würdig zu sein, in den Tempel zu gehen und an den heiligen Handlungen des Tempels teilzunehmen.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse und der unter „Vorzubereiten“ aufgeführten Schriftstellen vom Bau des Nauvoo-Tempels, und erklären Sie ihnen, wie wichtig es ist, würdig zu sein, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen. Zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder.

Den Heiligen wird geboten, den Nauvoo-Tempel zu bauen

Im Januar 1841 empfing Joseph Smith eine Offenbarung, in der den Heiligen geboten wurde, in Nauvoo einen Tempel zu bauen (siehe LuB 124:26–44). Der Prophet Smith wählte einen Platz an einem Hügel oberhalb der Stadt aus, und der Herr stimmte zu (siehe LuB 124:43).

Die Pläne für den Nauvoo-Tempel wurden Joseph Smith in einer Vision offenbart, wie es bei den Plänen für den Kirtland- Tempel der Fall gewesen war. Joseph Smith sagte dem Architekten (dem Mann, der die Pläne für den Tempel zeichnete), wie der Tempel aussehen sollte. Als der Architekt dem Propheten sagte, daß es für die von ihm gewünschten ovalen Fenster nicht genug Platz gäbe, antwortete Joseph: „Bitte führen Sie meine Pläne aus. Ich habe in einer Vision gesehen, wie herrlich das Gebäude aussehen wird, … und es muß so gebaut werden, wie es mir gezeigt worden ist.“ (Zitiert in: E. Cecil McGavin, The Nauvoo Temple, Seite 6.)

Wie für den Kirtland-Tempel brachten die Mitglieder der Kirche auch für den Bau des Nauvoo-Tempels viele Opfer. Mit Zehntengeldern wurde das Baumaterial bezahlt, und die Mitglieder zahlten, was ihnen sonst noch möglich war, um weiteres Material zu kaufen. Alle Frauen der FHV zahlten jede Woche einen Penny, damit Glas und Nägel gekauft werden konnten. Am Ende hatten sie fünfzigtausend Pennys (fünfhundert Dollar) gesammelt. Diese Münzen wogen über 150 kg! Ein Mann gab Brigham Young zweitausendfünfhundert Dollar in Gold, was damals eine gewaltige Summe war. Die Männer gaben ihre Arbeitskraft, indem sie entweder am Tempelplatz oder im Steinbruch arbeiteten, wo die Steine für die Außenwände gefertigt wurden. Oft arbeiteten sie jeden zehnten Tag am Tempel, gaben somit also den Zehnten ihrer Arbeitskraft. Die Frauen nähten Kleidung und kochten für die Männer, die den Tempel bauten.

Die Heiligen strengten sich an, den Tempel so schön wie möglich zu gestalten. Beispielsweise wurden die geschnitzten Rinder unter dem Taufbecken den schönsten lebenden Rindern nachgebildeten, die die Heiligen finden konnten. Die schönsten Möbel, die sie erhalten konnten, wurden in den Tempel gestellt, damit der Tempel ein Haus wurde, das dem Herrn angemessen war.

Der Tempel wurde aus hellgrauem Kalkstein gebaut und maß 165 Fuß vom Boden bis zur Spitze, war also 55 Fuß höher als der Kirtland-Tempel. Auf der Außenseite befanden sich geschnitzte Abbildungen der Sonne, des Mondes und der Sterne, die die drei Grade der Herrlichkeit darstellten. Über den Türen war in goldenen Buchstaben geschrieben: Das Haus des Herrn, erbaut von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Baubeginn: 6. April 1841. Heilig dem Herrn. Als der Tempel fertig war, war er eins der schönsten Gebäude in der ganzen Gegend.

Im Nauvoo-Tempel werden Taufen für Verstorbene vollzogen

Ehe der Nauvoo-Tempel gebaut wurde, wurden manche heilige Handlungen des Tempels außerhalb des Tempels vollzogen, da es keinen Tempel gab. Taufen für Verstorbene wurden im Fluß vollzogen. Als der Herr den Heiligen gebot, den Nauvoo-Tempel zu bauen, sagte er ihnen jedoch, daß die Taufen für Verstorbene, die außerhalb des Tempels vollzogen wurden, nach einer gewissen Zeit für ihn nicht mehr annehmbar sein würden (siehe LuB 124:29–32). Deshalb wurden die Räume im Tempel, sobald sie fertiggestellt waren, geweiht und benutzt. Da sich das Taufbecken im Untergeschoß des Tempels befand, konnte es schon benutzt werden, ehe der Tempel fertig war.

Ab November 1841 wurden im Tempel Taufen für Verstorbene durchgeführt, als die Außenwände des Tempels noch nicht einmal bis zu den Fenstersimsen des ersten Stocks reichten.

Während die Heiligen den Tempel bauten, gedieh auch die Stadt Nauvoo weiter. Einige Nichtmitglieder, die in der Umgebung von Nauvoo lebten, sahen, wie die Stadt wuchs, und befürchteten, die Kirche könne zu mächtig werden. Deshalb begannen sie die Mitglieder der Kirche zu verfolgen. Joseph Smith wurde getötet, noch ehe der Tempel fertig war. Es sollte auch nicht mehr lange dauern, bis die Heiligen nach Westen in die Rocky Mountains ziehen mußten, um in Frieden und Sicherheit zu leben, aber sie wollten im Tempel so viele heilige Handlungen wie möglich vollziehen, ehe sie Nauvoo verließen. Die Heiligen beeilten sich, den Tempel fertigzustellen.

Im Nauvoo-Tempel werden Begabungen und Siegelungen vollzogen

Eine der heiligen Handlungen im Tempel ist die Begabung. Sie hilft uns, dem himmlischen Vater ähnlicher zu werden, und bereitet uns darauf vor, einmal im höchsten Grad des celestialen Reichs zu leben. Zur Begabung gehört, daß wir mit dem himmlischen Vater Bündnisse schließen, ihm also Versprechen geben. Die meisten Mitglieder der Kirche empfangen die Begabung, kurz bevor sie auf Mission gehen oder heiraten. Mitglieder der Kirche, die die Begabung empfangen haben, können im Tempel für Zeit und Ewigkeit getraut werden. Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel geheiratet haben, sind die Kinder, die danach geboren werden, automatisch an sie gesiegelt. Das nennt man „im Bund geboren“. Kinder, die geboren wurden, bevor ihre Eltern aneinander gesiegelt wurden, können im Tempel an ihre Eltern gesiegelt werden. Im Tempel können wir auch die Begabung und die Siegelung stellvertretend für Personen durchführen, die diese heiligen Handlungen nicht empfangen konnten, während sie auf der Erde gelebt haben (siehe Lektion 34).

Mehrere Räume im Obergeschoß des Nauvoo-Tempels wurden Ende November 1845 fertiggestellt und geweiht, und die ersten Begabungen wurden eineinhalb Wochen später vollzogen. Inzwischen war die Verfolgung bereits sehr heftig geworden, und die Heiligen wußten, daß sie Nauvoo bald verlassen mußten. Sie waren sehr darum bemüht, die Begabung zu empfangen und an ihre Familie gesiegelt zu werden, ehe sie gingen. Brigham Young war einer der Männer, die die heiligen Handlungen im Tempel vollzogen. Im Januar 1846 sagte er, daß so viele Heilige unbedingt die heiligen Hand- lungen empfangen wollten, daß er „sich Tag und Nacht ausschließlich dem Werk des Herrn im Tempel widmete und jeden Tag durchschnittlich nicht mehr als vier Stunden schlief und nur noch einmal in der Woche nach Hause ging“ (History of the Church, 7:567). Bewaffnete Männer bewachten den Tempel, da die Heiligen befürchteten, ihre Feinde würden versuchen, den Tempel niederzubrennen.

Während dieser Zeit versuchten die Feinde der Kirche wiederholt, Brigham Young und andere der zwölf Apostel aufgrund falscher Beschuldigungen zu verhaften. Ende Dezember 1845 erfuhr Brigham Young, daß ein Vollzugsbeamter in der Stadt war, um ihn zu verhaften. Präsident Young, der gerade im Tempel war, kniete nieder und betete um Weisung und Schutz. Dann bat er seinen Kutscher, seine Kutsche zur vorderen Tür des Tempels zu bringen.

Präsident Young bat Bruder William Miller, der etwa seine Größe hatte, um Hilfe. Bruder Miller setzte Präsident Youngs Hut auf und zog einen Mantel an, der wie Präsident Youngs Mantel aussah, und ging hinaus zur Kutsche. Als Bruder Miller in die Kutsche steigen wollte, nahm der Vollzugsbeamte ihn fest, ohne zu fragen, wer er war. Bruder Miller sagte dem Vollzugsbeamten, er begehe einen Fehler, aber der Mann bestand darauf, daß Bruder Miller in Carthage vor Gericht gestellt wurde.

William Miller fuhr nach Carthage, während Brigham Young in Nauvoo blieb, die heiligen Handlungen im Tempel vollzog und Pläne für den Auszug nach Westen schmiedete. Als Bruder Miller und der Vollzugsbeamte in Carthage ankamen, sagten die Leute dort, daß der Mann, den der Beamte verhaftet hatte, nicht Brigham Young war. Schließlich fragte der Vollzugsbeamte Bruder Miller, wie er hieß. Der Mann war wütend, und es war ihm peinlich, als er erfuhr, daß er nicht Brigham Young verhaftet hatte. Er ließ Bruder Miller frei.

Brigham Young hatte vor, Anfang Februar mit der Arbeit im Tempel aufzuhören, damit er die Stadt sicher verlassen konnte, um nach Westen zu ziehen, ehe seine Feinde ihn fingen. Da aber so viele Heilige darauf warteten, die Begabung zu empfangen, blieb er noch zwei Wochen länger. Fast sechsstausend Mitglieder der Kirche empfingen im Nauvoo-Tempel die Begabung.

Der Nauvoo-Tempel wird zerstört

Nachdem Brigham Young Nauvoo verlassen hatte, wurden im Nauvoo-Tempel keine heiligen Handlungen mehr vollzogen, aber die Heiligen arbeiteten weiter daran, das Gebäude fertigzustellen. Sie wollten es als Denkmal für ihren Glauben und ihre harte Arbeit zurücklassen. Der Tempel war im April 1846 fertig und wurde am 1. Mai 1846 von Elder Orson Hyde, einem Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, geweiht. Eine Woche später hielt Wilford Woodruff vor etwa dreitausend Heiligen, die noch in Nauvoo waren, die letzte Predigt im Tempel. Dann wurde der Tempel abgeschlossen, und ein Hausverwalter wurde angestellt, der den Tempel bewachen sollte.

Im September 1846 nahmen fünfzehnhundert Feinde der Kirche den Tempel ein und zerstörten ihn. Sie machten Glücksspiele, tranken Alkohol und rauchten im Tempel. Sie zerstörten die Einrichtung und die Wände und machten sich über die heiligen Handlungen des Tempels lustig. Bald nachdem der Mob den Tempel besetzt hatte, schlug ein Blitz in der Spitze des Tempels ein und zerbrach den Schaft, woran eine Engelsfigur auf der Spitze des Tempels befestigt war. Später bezahlten Feinde der Kirche einen Mann dafür, den Tempel in Brand zu setzen. Bis auf die Außenmauern, die aus Stein waren, brannte alles nieder. Zwei Jahre später zerstörte ein Tornado drei der Außenwände, die vierte wurde später abgerissen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Warum gebot der Herr den Heiligen, den Nauvoo-Tempel zu bauen? (LuB 124:27,29,40.) Welche heiligen Handlungen wurden im Nauvoo-Tempel vollzogen? (Taufen für Verstorbene, Begabungen und Siegelungen für Lebende und Verstorbene.) Wo werden diese heiligen Handlungen heute vollzogen? Warum sind diese heilige Handlungen wichtig? (LuB 124:55.)

• Warum ist der Tempel für das Werk des himmlischen Vaters wichtig? Warum ist der Tempel für uns wichtig?

• Wer gab Joseph Smith die Pläne für den Tempel? (LuB 124:42.) Welches Material sollte gemäß dem Wunsch des Herrn für den Tempelbau verwendet werden? (LuB 124:26,27.) Warum baut die Kirche Tempel wohl aus dem edelsten verfügbaren Material? Warum wird der Tempel das Haus des Herrn genannt?

• Warum war es einmal gestattet, manche heiligen Handlungen des Tempels auch außerhalb des Tempels zu vollziehen? (LuB 124:29, 30.) Warum wurden im Nauvoo- Tempel heilige Handlungen vollzogen, noch ehe das ganze Gebäude fertig war? (LuB 124:33,36; erklären Sie, daß mit „Zufluchtsorte“ Tempel gemeint sind. Erinnern Sie die Kinder auch daran, daß die Heiligen sich beeilen mußten, die Begabung zu empfangen, ehe sie gezwungen wurden, Nauvoo zu verlassen.)

• Warum konnten die Heiligen es wohl kaum erwarten, im Tempel die Begabung zu empfangen? Erklären Sie, daß die Begabung den Heiligen geistige Erkenntnis und Kraft vermittelte (siehe LuB 109:22,23), die ihnen half, die Schwierigkeiten zu überstehen, die sie während des Zugs nach Westen und der Besiedlung des heutigen Utahs erlebten.

• Was geschah schließlich mit dem Nauvoo-Tempel? Woher wissen wir, daß der Geist des Herrn den Tempel verließ, als der Mob das Gebäude besetzte? (LuB 97:17.)

• Warum ist es wichtig, so zu leben, daß wir würdig sind, in den Tempel zu gehen? (LuB 97:15–17; 105:12,18; 124:46.) Wenn wir würdig sind, in den Tempel zu gehen – warum können wir dann auch im Leben glücklicher sein? (Siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Was müssen wir tun, um würdig zu sein, in den Tempel zu gehen? Wie können wir Sünden vermeiden, die dazu führen, daß wir nicht mehr würdig sind, in den Tempel zu gehen? (Siehe den 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Was können wir tun, wenn wir Fehler machen oder Sünden begehen, durch die wir nicht mehr würdig sind, in den Tempel zu gehen?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Lesen Sie das folgende Zitat von Howard W. Hunter, dem vierzehnten Präsidenten der Kirche, vor, oder lassen Sie ein Kind es vorlesen:

    „Der Herr würde sich sehr freuen, wenn jedes erwachsene Mitglied würdig wäre und einen Tempelschein besäße. All das, was wir tun beziehungsweise unterlassen müssen, um einen Tempelschein erhalten zu können, stellt nämlich sicher, daß wir mit uns selbst zufrieden und mit unserer Familie glücklich sind.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 7.)

    Besprechen Sie mit den Kindern, wie jeder der im folgenden aufgeführten Punkte dazu beiträgt, daß wir glücklich, für den Geist des Herrn empfänglich und gleichzeitig würdig sind, einen Tempelschein zu erhalten (wenn wir beispielsweise in der Familie freundlich zueinander sind, herrscht mehr Liebe in der Familie, wenn wir das Wort der Weisheit befolgen, trägt das dazu bei, daß wir gesund und kräftig sind):

    • An den himmlischen Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist glauben.

    • Ein Zeugnis davon erlangen, daß die Kirche wahr ist.

    • Dem Propheten folgen.

    • Reine Gedanken haben.

    • Die heiligen Schriften lesen.

    • Die PV und die Abendmahlsversammlung besuchen.

    • Die Führer der Kirche unterstützen.

    • Sich anständig kleiden.

    • Ehrlich sein.

    • Das Wort der Weisheit befolgen.

    • Den vollen Zehnten zahlen.

    • Von Sünden umkehren.

    • Beten.

    • Freunde suchen, die sich dafür entscheiden, das Rechte zu tun.

    • Die Eltern ehren und in der Familie freundlich zueinander sein.

    • Anderen dienen.

  2. 2.

    Füllen Sie eine Schachtel mit Gegenständen, Bildern und Wortstreifen, die Hinweise dazu geben, was wir alles tun müssen, um würdig zu sein, in den Tempel zu gehen (siehe die Liste des 1. Vorschlags). Ein Bild vom lebenden Propheten kann beispielsweise ein Hinweis dafür sein, daß wir dem Propheten folgen, eine Münze kann ein Hinweis dafür sein, daß wir den Zehnten voll zahlen. Jedes Kind darf einen Gegen- stand, ein Bild oder einen Wortstreifen aus der Schachtel nehmen und dann den anderen Kindern erklären, was dies mit der Tempelwürdigkeit zu tun hat.

  3. 3.

    Lernen Sie mit den Kindern den dreizehnten Glaubensartikel auswendig, oder wiederholen Sie ihn. Besprechen Sie, inwiefern er mit der Tempelwürdigkeit zusammenhängt. Erklären Sie ihnen, daß „keusch“ und „tugendhaft“ bedeutet, daß wir anständig sind, in sittlicher (sexueller) Hinsicht rein sind und in Gedanken und Verhalten rein sind. Besprechen Sie mit den Kindern, was sie tun können, um tugendhaft und keusch zu sein, wenn sie sich ihre Kleidung, die Art der Unterhaltung, ihre Redeweise und ihre Freunde aussuchen.

  4. 4.

    Laden Sie ein Mitglied der Bischofschaft ein, fünf Minuten mit den Kindern darüber zu sprechen, wie wichtig es ist, daß sie so leben, daß sie würdig sind, in den Tempel zu gehen.

  5. 5.

    Singen Sie mit den Kindern „Ich freu’ mich auf den Tempel“ (Kinderstern, Juni 1992) oder „Ich wohn’ in einem Tempel“ (Sing mit mir, B-48), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Machen Sie den Kindern bewußt, daß der Tempel ein wunderschöner, heiliger Ort ist, wo wichtige heilige Handlungen vollzogen werden, die uns darauf vorbereiten, einmal wieder beim himmlischen Vater und bei Jesus Christus zu leben. Die Heiligkeit des Tempels wird bewahrt, indem nur diejenigen eingelassen werden, die würdig sind. Ermutigen Sie die Kinder, schon jetzt so zu leben, daß sie würdig und bereit sind, in den Tempel zu gehen, wenn sie alt genug sind, um an den heiligen Handlungen des Tempels teilzunehmen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 124:26–29, 40–45 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.