Die erste Pionierabteilung durchquert die Prärie

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Die Kinder dazu bewegen, daß sie für die Anstrengungen der ersten Pioniere, das Salzseetal zu erreichen, dankbar sind.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 136:1–18, 28–33 sowie die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Zeichnen Sie auf sechzehn Blatt Papier jeweils einen Planwagen (siehe Muster am Ende der Lektion), oder fertigen Sie 16 Kopien des Planwagens an. Numerieren Sie die Planwagen mit den Zahlen 1 bis 16. Schreiben Sie auf die Rückseite jedes Planwagens die zu der Nummer gehörende Frage oder Aussage aus dem Abschnitt „Geschichtliche Ereignisse“. (Schreiben Sie beispielsweise auf die Rückseite von Planwagen Nr. 1: Wer ging mit der ersten Pionierabteilung mit?) Befestigen Sie die Planwagen in der richtigen Reihenfolge im Klassenzimmer.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Ein Tuch, mit dem man jemand die Augen verbinden kann.

    3. c)

      Die Karte, die den Weg der Heiligen nach Westen zeigt (siehe Ende der 39. Lektion).

    4. d)

      Bild 5-43, „Von Ochsen gezogener Pionierwagen“; Bild 5-44, „Der Wegmesser“; Bild 5-45, „Die Überquerung des Platte“; Bild 5-46, „Nachricht auf der Prärie“.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Bitten Sie um einen Freiwilligen, der sich die Augen verbinden läßt. Verbinden Sie dem Kind die Augen, und drehen Sie es ein paarmal um die eigene Achse. Bitten Sie dann das Kind, den Ausgang des Klassenzimmers zu finden. Die anderen Kinder sollen sich auf dem Weg zum Ausgang als Hindernisse aufstellen. Wenn das Kind gegen einige Hindernisse gestoßen ist, führen Sie es zurück zum Ausgangspunkt. Erklären Sie, daß es eine bessere Möglichkeit gibt, den Weg zur Tür zu finden.

Die anderen Kinder sollen sich nun in zwei Reihen gegenüber aufstellen, so daß sie einen Weg bilden, der zum Ausgang führt. Schicken Sie das Kind mit den verbundenen Augen noch einmal los. Wenn das Kind die Tür erreicht hat, nehmen Sie ihm das Tuch ab, und lassen Sie alle Kinder auf ihren Platz zurückkehren.

• Welche Schwierigkeiten begegnete (Name des Kindes) beim erstenmal, als er (oder sie) versuchte, die Tür zu erreichen?

• Wie konnten wir ihm (oder ihr) helfen, die Tür zu finden?

Erklären Sie den Kindern: Der Herr wußte, daß die Heiligen auf dem Weg nach Westen in die Rocky Mountains auf viele Gefahren und Hindernisse stoßen würden. Keiner der Heiligen war jemals zuvor in diesem Teil des Landes gewesen. Der Herr wies Brigham Young an, eine Gruppe auszuwählen, die als Pioniere für Tausende von Heiligen, die nachkamen, den Weg bereiten sollten. Diese erste Pionierabteilung sollte den Weg nach Westen markieren und dann zurückkehren, um andere in ihre neue Heimat zu führen.

Erklären Sie, daß ein Pionier jemand ist, der anderen den Weg bereitet. Ehe die Eisenbahnstrecke 1869 fertiggestellt wurde, wurden alle Heiligen, die nach Westen zogen, als Pioniere bezeichnet.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand von Lehre und Bündnisse 136:1–18, 28–30, welche Anweisungen Brigham Young vom Herrn in bezug darauf erhielt, wie die Heiligen sich für den Zug nach Westen organisieren sollten.

Erzählen Sie dann anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse von der Reise der ersten Pionierabteilung zum Salzseetal. Zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder und die Karte.

Die Kinder sollen sich vorstellen, sie zögen mit Brigham Young und der ersten Pionierabteilung über die Prärie nach Westen. Erklären Sie ihnen, daß die Reise zum Salzseetal fast sechzehn Wochen dauerte; die sechzehn Planwagen stellen diese sechzehn Wochen dar. Ein Kind darf nun die Frage auf der Rückseite von Planwagen Nr. 1 vorlesen. Beantworten Sie dann die Frage anhand der entsprechenden Angaben in diesem Abschnitt. Sie können auch die Kinder zuerst nach einer Antwort fragen, ehe Sie ihnen die geschichtlichen Ereignisse vermitteln. Fahren Sie in dieser Weise in der vorgegebenen Reihenfolge mit den übrigen Planwagen fort.

1. Wer ging mit der ersten Pionierabteilung mit?

Die erste Pionierabteilung, die Winter Quarters im April 1847 verließ, wurde von Brigham Young angeführt. Zu dieser Gruppe gehörten 143 Männer, 3 Frauen und 2 Kinder. Sie hatten zusammen 73 Wagen und 93 Pferde, 66 Ochsen, 52 Maultiere, 19 Kühe, 17 Hunde und ein paar Hühner. Die Ochsen zogen die Planwagen über die Prärie. Ochsen sind große, starke Rinder, aber sie sind sehr langsam. Die Pioniere nahmen auch ein Boot und eine Kanone mit.

2. Wie lauteten die Lagerregeln?

Brigham Young stellte für die Pioniere zu Beginn der Reise die folgenden Regeln auf:

  1. a)

    Um fünf Uhr morgens wird das Signalhorn geblasen. Alle stehen auf, beten und frühstücken; sie füttern und tränken die Tiere und sind um sieben Uhr zum Abmarsch bereit.

  2. b)

    Die Wagen bleiben unterwegs zusammen.

  3. c)

    Jeder Mann bleibt bei seinem Wagen und hat seine Pistole bei sich.

  4. d)

    Abends werden die Wagen im Kreis aufgestellt. Das Signalhorn wird um halb neun Uhr abends geblasen. Dann beten alle und sind um neun Uhr im Bett.

3. Was taten die Pioniere jeden Tag?

Die ersten Pioniere sollten für die vielen Heiligen, die später nachfolgten, den Weg bereiten. Auf ihrer Reise legten sie Wege an, bauten Brücken und schufen weitere Möglichkeiten, Flüsse zu überqueren. Sie zeichneten auch eine Karte des Weges und schrieben Hinweise auf, die für die nächsten Pionierabteilungen hilfreich waren, beispielsweise wo man gut lagern oder die Tiere füttern konnte. Die Pioniere waren außerdem ständig damit beschäftigt, zu jagen, ihre Wagen und ihre Ausrüstung zu reparieren und ihre Tiere zu versorgen.

4. Was taten die Pioniere abends?

Am Abend stellten die Pioniere die Wagen im Kreis auf, wobei die Wagenöffnung nach außen zeigte. Die Pferde und Ochsen wurden innerhalb des Kreises angebunden. Manche Leute hatten Musikinstrumente mitgebracht, und die Pioniere sangen und tanzten gern. William Clayton hatte das Lied „Kommt, Heilge, kommt!“ (Gesangbuch, Nr. 19) während der schwierigen Reise nach Winter Quarters geschrieben, und die Pioniere sangen dieses Lied oft, um sich Mut zu machen, damit sie sich allen Schwierigkeiten stellen konnten. Die Pioniere spielten auch gern Spiele wie Dame und erzählten sich gern lustige Geschichten.

Stellen Sie den Kindern Rätselfragen, die vielleicht auch den Pionieren Spaß gemacht hätten:

  • Was sah Brigham Young an seiner rechten Hand, als er Winter Quarters verließ? (Vier Finger und einen Daumen!)

  • Welche Tiere können höher springen als ein Haus? (Alle Tiere – Häuser können nicht springen!)

  • Wozu sind Eierschalen gut? (Um das Ei zusammenzuhalten!)

5. Welchen Weg nahmen die Pioniere?

Einen guten Weg durch die Rocky Mountains gab es bereits, als die Pioniere nach Westen zogen. Dieser Weg war als Oregon Trail bekannt und wurde von Hunderten von Leuten wie Händlern, Pelzhändlern und Forschern benutzt. Der Oregon Trail führte am südlichen Ufer des Platte entlang. Da Brigham Young und die Pioniere Schwierigkeiten mit anderen Leuten, die nach Westen zogen, vermeiden wollten, bahnten sie am Nordufer des Platte entlang einen neuen Weg. Der neue Weg war müheloser zu bewältigen als der Oregon Trail, da er weniger steil war. Dieser Weg wurde Mormon Trail genannt.

6. Als die Pioniere Winter Quarters verließen, ging William Clayton neben seinem Wagen her und zählte den ganzen Tag. An einem Tag zählte er 4070. Was zählte er?

Die Pioniere wollten Bericht darüber führen, wie weit sie jeden Tag gereist waren, deshalb band William Clayton an eines seiner Wagenräder eine rote Fahne und zählte mit Hilfe der Fahne, wie oft sich das Wagenrad drehte. Anhand des Umfangs des Wagenrads und der Zahl der Umdrehungen konnte er ausrechnen, welche Strecke der Wagen zurückgelegt hatte. Das war jedoch sehr ermüdend, deshalb erfand Bruder Clayton ein Gerät, das das Zählen für ihn übernahm. Andere Männer halfen ihm dabei, das Gerät zu bauen. Dieser Wegmesser wurde mit einem Wagenrad verbunden. Wenn sich das Wagenrad drehte, drehten sich auch kleinere Räder in diesem Gerät und maßen somit den Weg, den die Pioniere jeden Tag zurücklegten (siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“).

7. Welche Tiere sahen die Pioniere auf der Prärie?

Als die Pioniere über die Prärie reisten, sahen sie viele wilde Tiere wie Antilopen, Hirsche und Wölfe. Sie sahen auch Tausende von Büffeln. Die Büffelherden fraßen das Präriegras, so daß oft für die Tiere der Pioniere nichts mehr zu fressen übrigblieb. Wenn die Pioniere nicht genügend Futter für ihre Ochsen und Pferde hatten, konnten sie an diesem Tag nicht so weit reisen. Die Pioniere töteten und aßen einige Büffel, aber sie waren angewiesen, nur so viele Tiere zu töten, wie sie brauchten. 8. Wie kamen die Pioniere mit den Indianern aus, denen sie begegneten?

Die Pioniere waren immer wachsam, um sich vor Indianerüberfällen zu schützen. Manchmal versuchten Indianer, sich nachts ins Lager zu schleichen und Tiere zu stehlen. Andere Indianer verlangten Geschenke für das Recht, ihr Land zu durchqueren. Die meisten Indianer waren jedoch freundlich und hilfsbereit, und die Heiligen behandelten sie als Freunde.

9. Wie hielten die Pioniere den Sabbat heilig?

Sonntags wies Brigham Young die Heiligen, die die Prärie durchquerten, an, ihren Tieren und sich selbst Ruhe zu gönnen. Am Sonntag durfte man weder fischen, noch jagen, noch irgendwelche Arbeiten verrichten. Die Pioniere hielten eine Abendmahlsversammlung ab, sie beteten und studierten die heiligen Schriften. Manchmal schrieben sie auch Briefe an Familienangehörige, die zurückgeblieben waren.

10. Was kennzeichnete die Hälfte der Wegstrecke der Pioniere?

Chimney Rock, ein Felsengebilde, das an der heutigen Grenze zwischen Nebraska und Wyoming liegt, markierte die Hälfte der Wegstrecke von Winter Quarters zum Salz- seetal. Dieses große Felsengebilde, das an einen Kamin erinnert, konnte man schon viele Kilometer, bevor die Heiligen am 26. Mai 1847 dort ankamen, sehen. Die Heiligen machten in der nahegelegenen Siedlung Fort Laramie Rast, um ihre Wagen und ihre Ausrüstung zu reparieren.

11. Wie überquerten die Pioniere den Platte?

Nachdem die Pioniere Fort Laramie verlassen hatten, mußten sie den Platte überqueren. Mit dem Lederboot, das sie mitgebracht hatten, brachten sie ihre Habe und ihre Vorräte über den Fluß, und sie bauten leichte Flöße, um die Wagen über den Fluß zu bringen. Auch andere Leute wollten den Platte überqueren und bezahlten die Heiligen dafür, daß sie ihren Proviant über den Fluß brachten. Sie bezahlten mit Weizenmehl, Maismehl und Speck. Die Heiligen hatten kaum noch Vorräte, so daß ihnen diese Nahrungsmittel sehr willkommen waren. Wilford Woodruff sagte: „Für mich war es ein Wunder zu sehen, wie unsere Weizenmehl- und Maismehlsäcke wieder aufgefüllt wurden. … Der Herr ist auf unserer Reise wirklich mit uns und segnet und bewahrt uns auf wunderbare Weise.“ (Zitiert in: Joseph Fielding Smith, Essentials in Church History, Seite 365.)

12. Wie hinterließen die Pioniere am Weg entlang Botschaften?

Die Pioniere schrieben auf, wie viele Meilen sie jeden Tag zurückgelegt hatten, und hinterließen diese Mitteilung oft auch für Pioniere, die später den Weg entlangkamen. Manchmal ritzten sie diese Angaben in einen Baum oder in einen Holzpfahl, den sie in den Boden rammten. Ein andermal ritzten sie die Angaben in einen Büffelschädel, der am Wegrand lag. So hinterließen sie auf der Prärie Nachrichten. Brigham Young schrieb einmal auf einen Schädel:

Hier lagerten

Pioniere

3. Juni 1847

Heute 15 Meilen zurückgelegt

Alle wohlauf

Brigham Young

(Hinweis an den Lehrer/die Lehrerin: B.H. Roberts hielt dieses Datum für falsch und sagte, es müsse der 23. Juni sein. Siehe A Comprehensive History of the Church, 3:177f.) 13. Wer war Jim Bridger, und was erzählte er den Heiligen über das Salzseetal?

Als die Pioniere am Sweetwater entlang in Richtung Salzseetal zogen, begegneten sie mehreren Trappern. Eines Tages trafen sie den berühmtesten Trapper des Westens, Jim Bridger. Jim Bridger sagte Brigham Young, er glaube nicht, daß man im Salzseetal Getreide anbauen könne, und er bot ihm 1000 Dollar für den ersten Scheffel Mais, den die Pioniere dort ernten würden.

Brigham Young hatte gehört, daß Kalifornien und Oregon wunderschöne Orte mit reich- haltigem Boden waren, wo das Getreide gut wuchs. Aber er wußte auch, daß Tausende von Menschen, einschließlich einiger Feinde der Kirche, bereits dorthin zogen. Die Heiligen mußten sich an einem Ort niederlassen, wo sie nicht wieder verfolgt wurden. Brigham Young wußte, daß der himmlische Vater den Heiligen helfen würde, das Salzseetal zu einem wunderschönen Ort zu machen.

14. Welcher Teil der Reise war am schwierigsten?

Die Pferde und Ochsen kamen kaum noch vorwärts, als die Pioniere die Rocky Mountains erreichten. Die Bergabhänge waren sehr steil, und es gab viele große und kleine Flüsse, die überquert werden mußten. Nachts war es sehr kalt und tagsüber sehr heiß. Auch für die Leute war dieser Teil der Reise beschwerlich. Viele bekamen Bergfieber. Die Abteilung teilte sich in drei Gruppen auf: eine kleine Gruppe ging voraus, um einen Weg für die Wagen zu bereiten, die Hauptgruppe folgte, und die Gruppe derer, die krank waren, reiste hinterher.

15. Wer waren die ersten Pioniere, die das Salzseetal erreichten?

Am 20. Juli 1847 erreichte die Kundschafter-Gruppe den East Canyon oberhalb des Salzseetals. Am darauffolgenden Tag ritten Orson Pratt und Erastus Snow den Wagen voraus und waren die ersten Pioniere, die in das Tal kamen. Die ersten Wagen kamen zwei Tage später im Tal an. Die Pioniere sammelten sich und weihten das Land dem Herrn; dann machten sie sich an die Arbeit, um Getreide anzupflanzen. Sie bauten einen Damm in einem nahegelegenen Fluß und überfluteten das Land, um dann dort säen und pflanzen zu können.

16. DIES IST DER RICHTIGE ORT!

Brigham Young und die übrigen Pioniere erreichten das Salzseetal am 24. Juli 1847. Brigham Young war sehr krank und lag in Wilford Woodruffs Kutsche. Bruder Woodruff drehte die Kutsche so, daß Präsident Young das Tal sehen konnte. Der Herr hatte Präsident Young in einer Vision den Ort gezeigt, wo sich die Heiligen niederlassen sollten, und nachdem Brigham Young sich das Tal lange angesehen hatte, sagte er: „Es ist genug. Dies ist der richtige Ort. Fahrt weiter!“ (Zitiert in: B.H. Roberts, A Comprehensive History of the Church, 3:224.)

Die Pioniere waren dankbar, daß der Herr sie während ihrer Reise in dieses neue Land gesegnet hatte. Nicht einer war auf der schwierigen Reise gestorben. Die große Anstrengung und der Mut der Pioniere hatten dazu beigetragen, daß für Tausende Heilige der Weg ins Salzseetal bereitet wurde. Die Pioniere wußten, sie würden die Prophezeiung Joseph Smiths erfüllen, nämlich daß sie „inmitten der Rocky Mountains zu einem mächtigen Volk“ werden würden (History of the Church, 5:85).

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Wie sollten die Pioniere sich für die Reise nach Westen organisieren? (LuB 136:2,3.) Warum wurden sie wohl in dieser Weise organisiert? Was sollte jede Abteilung mitnehmen? (LuB 136:5,7.) Welchen Zweck erfüllte die erste Abteilung?

• Was versprachen die Heiligen, auf ihrer Reise zu tun? (LuB 136:2,4.) Warum war es wichtig, daß sie alle Gebote hielten? Warum ist es wichtig, daß wir alle Gebote halten?

• Was sollten die Pioniere tun, wenn sie lustig waren? (LuB 136:28.) Warum ist es wichtig, den Herrn zu preisen und dankbar zu sein? Was sollten die Pioniere tun, wenn sie Kummer hatten? (LuB 136:29.) Was können wir tun, wenn wir traurig sind?

• Was war das Ziel der Reise der Pioniere? Welchen Hindernissen oder Problemen begegneten sie auf ihrer Reise nach Westen? Wie überwanden sie diese Probleme? Wie half ihnen der Herr? Was lernten die Pioniere daraus, daß sie sich ihren Problemen stellten? (LuB 136:31,32.)

• Was ist unser wichtigstes Ziel? (Wieder beim himmlischen Vater und bei Jesus Christus zu leben, und zwar im celestialen Reich.) Welchen Hindernissen begegnen wir in unserem Bemühen, dieses Ziel zu erreichen? Schreiben Sie die Gedanken der Kinder an die Tafel. Wie können wir diese Hindernisse überwinden? Wie hilft der Herr uns?

• Welche weiteren Ziele habt ihr? Was müßt ihr tun, um eure Ziele zu erreichen?

• Was taten die ersten Pioniere, um den anderen, die ihnen folgten, den Weg zu bereiten? Wie könnt ihr anderen helfen, ihre Ziele zu erreichen? Wie könnt ihr für kleinere Kinder „Pioniere“ sein?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Schneiden Sie aus festem Papier oder Karton ein großes Rad aus, und stecken Sie durch die Mitte des Rads einen Bleistift oder einen Stock. Die Kinder sollen sich vorstellen, sie seien William Clayton und dies sei der Wagen, neben dem sie hergehen.

    Die Kinder sollen auf dem Rad eine Markierung anbringen, damit sie die Umdrehungen zählen können. Dann sollen sie den Umfang des Rads mit einem Maßband messen. Schreiben Sie diese Angabe an die Tafel. Ein, zwei Kinder halten nun den Bleistift und rollen das Rad an der Wand entlang im Zimmer herum. Die anderen Kinder laufen neben dem Rad mit und zählen die Umdrehungen. (Wenn Ihre Klasse groß ist, können Sie die Aktivität zweimal durchführen, wobei jedesmal die Hälfte der Kinder mitmacht.)

    Multiplizieren Sie die Maßangabe an der Tafel mit der Zahl der Umdrehungen, um den Weg zu bestimmen, den das Rad im Zimmer zurückgelegt hat. Bitten Sie die Kinder, sich vorzustellen, sie müßten den ganzen Tag lang die Umdrehungen des Rades zählen, so wie William Clayton.

  2. 2.

    Schneiden Sie aus festem Papier oder Karton einen großen Kreis aus (dies kann derselbe Kreis sein, der im 1. Vorschlag verwendet wird). Zeichnen Sie Linien durch den Kreis, so daß er in „Kuchenstücke“ unterteilt wird. Schreiben Sie auf jeden Kreisabschnitt ein Ziel, das die Kinder vielleicht haben, beispielsweise folgendes:

    • Mein Zimmer sauber halten.

    • Das Wort der Weisheit befolgen.

    • Ein guter Schüler/eine gute Schülerin sein.

    • Ein Musikinstrument lernen.

    • Zu meiner Familie freundlich sein.

    • Ehrlich sein.

    • Eine Sportart lernen.

    • Täglich in den heiligen Schriften lesen.

    • Die Glaubensartikel auswendig lernen.

    Stecken Sie einen Bleistift durch die Mitte des Kreises, so daß er sich drehen läßt. Ein Kind soll das Rad drehen und das Ziel vorlesen, das auf dem Abschnitt steht, der ganz oben ist, wenn das Rad aufhört, sich zu drehen. Die Kinder sollen vorschlagen, welchen Hindernissen sie begegnen können, während sie sich bemühen, dieses Ziel zu erreichen, und was sie tun können, um diese Hindernisse zu überwinden. Jedes Kind soll das Rad mindestens einmal drehen können.

    Schreiben Sie, wenn alle Kinder an der Reihe waren, an die Tafel: Beim himmlischen Vater und bei Jesus Christus im celestialen Reich leben. Besprechen Sie mit den Kindern, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen können, während sie sich bemühen, dieses Ziel zu erreichen. Bitten Sie sie um Vorschläge dazu, wie sie diese Hindernisse überwinden können.

  3. 3.

    Bitten Sie ein paar Kinder, einige der ersten Pioniere darzustellen, darunter Brigham Young, William Clayton, Orson Pratt und Erastus Snow. Ein anderes Kind soll sie interviewen und sie bitten, von den Schwierigkeiten zu erzählen, denen sie auf ihrer Reise begegnet sind, beispielsweise einen Fluß überqueren, Nahrung suchen müssen, Entfernungen messen und Botschaften für andere Pioniere zurücklassen. Die „Pioniere“ sollen erklären, wie sie diese Hindernisse überwunden haben, um an ihrem Bestimmungsort anzukommen.

    Sie können diese Kinder eine Woche im voraus beauftragen, damit sie einfache Requisiten oder Kostüme mitbringen können.

  4. 4.

    Erzählen Sie, damit die Kinder besser begreifen, mit welchen Schwierigkeiten die Pioniere zu kämpfen hatten, Wilford Woodruffs Bericht darüber, wie die Pioniere am 23. April 1847 versucht haben, den Platte an einer Flußgabelung zu überqueren:

    „Zwölf von uns machten sich zu Pferd auf die Suche nach einer Furt über die gefährliche und beschwerliche Überquerung der Flußgabelung des Platte. …

    Die Männer stellten fest, daß das ganze Flußbett aus Treibsand bestand, in dem Pferd oder Wagen sofort versinken mußten, wenn man stehenblieb. Wir mußten zwei Flußläufe und die dazwischenliegende Sandbank überqueren. An der tiefsten Stelle war das Wasser knapp eineinhalb Meter tief. Es floß sehr schnell, und wir mußten etwa 270 Meter überqueren. An manchen Stellen versanken Mann und Pferd sofort im Treibsand; und je mehr sie sich bemühten, wieder herauszukommen, desto tiefer sanken sie. Natürlich umgingen wir diese Stellen so gut wie möglich. …

    Ich hatte zwei Gespanne und dazu meine Pferde am Wagen mit etwa tausend Pfund Ladung. Sobald ich losfuhr, erkannte ich, daß die Rinder nicht sehr nützlich waren, weil sie langsam waren und im Weg standen. Wir fingen an zu sinken. Ich sprang aus dem Wagen ins Wasser, das mir bis an die Hüfte reichte. Etwa zehn Männer eilten mir zur Hilfe. Sie banden die Ochsen an ein Seil und halfen mir, über den ersten Fluß zu kommen, wenn auch mit großen Schwierigkeiten. Wir hielten auf einer Sandbank im Wasser an, aber meine Pferde und mein Wagen begannen zu sinken.“

    Die Ladung von Elder Woodruffs Wagen wurde dann in ein Boot verladen, und der Wagen wurde von Männern und Pferden über den Fluß gezogen. Die meisten anderen Wagen mußten den Fluß an einer anderen Stelle überqueren. An diesem Abend war Elder Woodruff beauftragt, das Lager während der ersten Hälfte der Nacht zu bewachen. Er sagte: „Obwohl ich den ganzen Nachmittag im Wasser gestanden hatte, hielt ich die halbe Nacht in meinen nassen Kleidern Wache und schlief die zweite Hälfte der Nacht darin.“ (Zitiert in: Matthias F. Cowley, Wilford Woodruff: History of His Life and Labors, Salt Lake City, 1909, Seite 268–270.)

  5. 5.

    Singen Sie mit den Kindern „Kommt, Heilge, kommt!“ (Gesangbuch, Nr. 19), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Besprechen Sie, wie der Text dieses Liedes den Heiligen Mut gemacht hat, als sie die Prärie überquerten. Weisen Sie darauf hin, daß die Reise für die Pioniere zwar mühsam war, daß sie aber dennoch fröhlich waren, weil sie das Evangelium liebten und sich wünschten, in Frieden leben zu können.

Zum Abschluß

Zeugnis

Sprechen Sie darüber, wie dankbar Sie für die Pioniere und deren Anstrengung sind, die Kirche im Salzseetal aufzubauen. Ermutigen Sie die Kinder, wie die Pioniere hart zu arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen und anderen zu helfen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 136:1–5,7,28,29 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.