Die Pioniere stellen ihren Glauben an Jesus Christus unter Beweis

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Der Glaube der Kinder an Jesus Christus wird dadurch gestärkt, daß sie vom Glauben der Pioniere erfahren.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Moroni 7:33; Lehre und Bündnisse 8:10; 20:29 und den 4. Glaubensartikel. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), Kapitel 18.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Bereiten Sie sich vor, eine Geschichte von einem Ihrer Vorfahren, der zu den Pionieren gehörte, zu erzählen, oder von einem neuzeitlichen Pionier zu erzählen (jemand, der in einem Land oder in seiner Familie zu den ersten Mitgliedern der Kirche gehört hat).

  5. 5.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Das Buch Mormon.

    3. c)

      Bild 5-48, „Jesus der Christus“ (Bild 240 in Bilder zum Evangelium; 62572 150); Bild 5-49, „Mary Fielding und Joseph F. Smith überqueren die Prärie“ (Bild 412 in Bilder zum Evangelium; 62608 150); Bild 5-50, „Rast am Sweetwater“.

Hinweis an den Lehrer/die Lehrerin: Bei dieser Lektion wird es kaum möglich sein, alle geschichtlichen Ereignisse in einer Unterrichtsstunde zu behandeln. Wählen Sie deshalb diejenigen aus, die für die Kinder in Ihrer Klasse von Bedeutung sind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Spielen Sie mit den Kindern das folgende Pionierspiel:

Bitten Sie ein Kind, das Zimmer zu verlassen (oder die Augen zu schließen), während Sie irgendwo im Zimmer einen Fingerhut, einen Stein oder einen anderen kleinen Gegenstand verstecken. Dann soll das Kind hereinkommen (oder die Augen öffnen) und nach dem Gegenstand suchen. Die anderen Kinder helfen, indem sie „heiß“ sagen, wenn das Kind sich dem Gegenstand nähert, und „kalt“, wenn es sich von dem Gegenstand entfernt.

Erklären Sie, wenn das Kind den Gegenstand gefunden hat, daß die Kinder in dieser Lektion etwas über den Glauben der Pioniere erfahren werden. Schreiben Sie Glaube an die Tafel.

• Was bedeutet es, Glauben zu haben?

Erklären Sie, daß Glaube bedeutet, daran zu glauben und darauf zu vertrauen, daß etwas real und wahr ist, obwohl wir es nicht mit eigenen Augen gesehen haben. Weisen Sie darauf hin, daß das Kind, das nach dem versteckten Gegenstand gesucht hat, daran geglaubt hat, daß dieser Gegenstand im Zimmer war, obwohl es ihn nicht sehen konnte.

• An wen müssen wir glauben?

Zeigen Sie das Bild von Jesus Christus. Wiederholen Sie mit den Kindern den vierten Glaubensartikel. Weisen Sie darauf hin, daß dieser Glaubensartikel besagt, daß der Glaube an Jesus Christus der erste Grundsatz des Evangeliums ist.

• Warum ist es wichtig, an Jesus Christus zu glauben?

Erklären Sie, daß wir daran glauben müssen, daß Jesus Christus unser Erlöser ist, damit wir auch glauben, daß wir von unseren Sünden umkehren und wieder beim himmlischen Vater und Jesus Christus leben können.

Weisen Sie darauf hin, daß wir Glauben an Jesus Christus zeigen, wenn wir bereit sind, die Gebote zu halten, selbst wenn es uns schwerfällt. Wenn wir die Gebote halten, wird auch unser Glaube gestärkt. Machen Sie den Kindern bewußt: Wenn sie die Kirchenversammlungen besuchen und andere richtige Entscheidungen treffen, zeigen sie, daß sie Glauben an Jesus Christus entwickeln.

Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse vom Glauben der Pioniere. Erzählen Sie so viele Ereignisse, wie die Zeit es zuläßt, und stellen Sie die entsprechenden Fragen aus dem Abschnitt „Besprechen/ Fragen“. Machen Sie den Kindern klar, wie sich der Glaube an Jesus Christus auf die Entscheidungen ausgewirkt hat, die die Personen in den Geschichten getroffen haben. Zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder.

Nachdem die erste Pionierabteilung im Salzseetal angekommen war, begann Brigham Young Vorbereitungen dafür zu treffen, den übrigen Heiligen bei der Reise durch die Prärie zu helfen. Innerhalb weniger Monate traften weitere Abteilungen von Heiligen ein. Viele Jahre lang (von 1847 bis 1869) zogen Abteilungen von Heiligen mit Planwagen und Handkarren über die Prärie ins Salzseetal. Manche waren aus anderen Ländern über das Meer gekommen, ehe sie über die Prärie zogen. Es war für alle Pioniere eine mühsame Reise. Viele Menschen starben unterwegs; andere erlitten große Mühsal. Die Pioniere ließen ihre Häuser zurück und zogen nach Westen, weil sie an Jesus Christus und an sein wiederhergestelltes Evangelium glaubten. Dieser Glaube half ihnen auch in den schwierigen Zeiten.

Mary Fielding Smiths Vieh wird gestohlen

Nachdem Joseph Smith und sein Bruder Hyrum getötet worden waren, verließ Hyrums Frau Mary Fielding Smith Nauvoo und zog mit ihren Kindern und einigen anderen Leuten, die sie und Hyrum bei sich aufgenommen hatten, nach Winter Quarters.

Während sie sich in Winter Quarters aufhielten, reiste Mary mit einem Teil ihrer Familie nach Süden, um in Missouri Vorräte für die Reise nach Westen zu kaufen. Das schlechte Wetter erschwerte die Reise, und die Ochsen hatten große Mühe, die vollen, schweren Planwagen zu ziehen. Die Fahrt nach Missouri dauerte eine Woche, aber die Fahrt zurück nach Winter Quarters dauerte viel länger.

Auf dem Rückweg lagerten Mary und ihre Familie in der Nähe des Missouri. Nicht weit entfernt lagerten einige Männer, die eine Viehherde zum Markt trieben. Marys Sohn Joseph F. und sein Onkel spannten die Ochsen gewöhnlich abends aus, damit die Ochsen besser fressen und sich ausruhen konnten, aber weil sie nicht weit von der Viehherde entfernt waren, ließen sie den Ochsen das Joch um. So konnten sie die Ochsen leicht wiederfinden, wenn sie sich unter die anderen Tiere mischten.

Am nächsten Morgen fehlten ein paar Ochsen. Joseph F. und sein Onkel suchten den ganzen Morgen nach ihnen, konnten sie aber nicht finden. Als Joseph F. müde und entmutigt zum Lager zurückkam, sah er seine Mutter auf den Knien beten. Er hörte, wie sie den Herrn bat, ihnen bei der Suche nach den verlorenen Ochsen zu helfen, damit sie ihre Reise in Sicherheit fortsetzen konnten.

Als Mary ihr Gebet beendet hatte, lächelte sie. Ihr Bruder meinte zwar, das Vieh sei sicher für immer verloren, aber Mary sagte, sie wolle eine Weile nach den Ochsen suchen. Ihr Bruder versuchte sie zu überzeugen, daß er und Joseph F. schon überall gesucht hatten und es daher sinnlos sei, daß sie noch einmal suchte, aber sie ging trotzdem.

Als Mary sich vom Lager entfernte, rief ihr einer der Viehtreiber zu: „Madam, heute morgen bei Tagesanbruch habe ich Ihre Ochsen in dieser Richtung gesehen.“ Obwohl der Mann in die entgegengesetzte Richtung wies, ging Mary weiterhin auf den Fluß zu. Joseph F. beobachtete sie und rannte schnell zu ihr, als sie ihn herbeiwinkte. Als er fast bei ihr war, sah er, daß ihre Ochsen an einer Baumgruppe angebunden waren. Jemand hatte sie versteckt, wahrscheinlich mit der Absicht, sie zu stehlen. Da sie nun die Ochsen gefunden hatten, konnten Mary Fielding Smith und ihre Familie ihre Reise fortsetzen. (Siehe Don Cecil Corbett, Mary Fielding Smith: Daughter of Britain, Seite 209–213.)

Mary Fielding Smith durchquert mit ihrer Familie die Prärie

Als die Zeit kam, daß Mary Fielding Smith und ihre Gruppe nach Westen aufbrechen sollten, waren viele ihrer Tiere wegen der bitteren Kälte eingegangen. Mary bereitete sich so gut sie konnte auf die Reise vor, mußte jedoch zwei Planwagen aneinanderhängen, weil sie nicht genügend Ochsen und Wagenlenker hatte. Und anstelle von starken Ochsengespannen mußte sie die Planwagen von wilden Stieren, Kühen und jungen Rindern ziehen lassen. Diese Tiere hatten nicht gelernt, zusammenzuarbeiten, und waren nur schwer zu lenken.

Der Hauptmann der Abteilung sagte Mary, es sei töricht von ihr, nach Westen ziehen zu wollen, da sie nicht ausreichend vorbereitet sei. Er sagte, sie würde es niemals bis ins Salzseetal schaffen und sei nur eine Last für die übrige Abteilung. Er wies sie an, nach Winter Quarters zurückzukehren und mit der Reise ins Salzseetal zu warten, bis sie mehr Hilfe bekam. Mary sagte dem Hauptmann ganz ruhig, daß sie seine Hilfe nicht brauchte. Außerdem, sagte sie, würde sie das Tal noch vor ihm erreichen!

Freunde schenkten Mary noch ein paar Ochsen, was für sie und ihre Familie ein großer Segen war, und während sie die Prärie durchquerten, wurden auch die ungeschulten Ochsen ein gutes Gespann. Alle Kinder halfen mit. Martha, die jüngste, sammelte Holz und Reisig für das Feuer und half mit, das Vieh zu treiben, das nicht eingespannt war. Joseph F., der neun Jahre alt war, lenkte ein Ochsengespann, ebenso sein älterer Bruder John. Jerusha und Sarah halfen bei den täglichen Arbeiten und kümmerten sich um das nicht eingespannte Vieh. Alle Kinder gingen den größten Teil des Weges barfuß.

Als die Abteilung Wyoming durchquerte, legte sich einer von Marys Ochsen plötzlich hin, als sei er vergiftet. Es sah so aus, als würde er eingehen, und Mary hatte keinen Ochsen mehr übrig, der ihn ersetzen konnte. Als der Ochse zu sterben drohte, rief der Hauptmann der Abteilung aus: „Er ist tot, daran läßt sich nichts ändern. Wir werden überlegen müssen, wie wir die Witwe (Mary) mitnehmen können. Ich habe ihr ja gleich gesagt, daß sie für die Abteilung eine Last sein würde.“

Mary sagte nichts, aber sie holte eine Flasche geweihtes Öl aus ihrem Wagen und bat ihren Bruder, Joseph Fielding, und einen anderen Mann, dem Ochsen einen Krankensegen zu geben. „Es war ein feierlicher Augenblick dort unter freiem Himmel. Keiner sprach ein Wort. Die Männer nahmen den Hut ab. Alle neigten den Kopf, als Joseph Fielding … dem sterbenden Ochsen die Hände auflegte und für ihn betete. Das große Tier lag ausgestreckt da und rührte sich nicht. Seine glasigen Augen starrten ins Leere.

Einen Augenblick nach dem Segen bewegte sich das Tier. Es zog die großen Hinterbeine unter den Körper. Dann erhob es sich langsam und stand auf den Beinen. Ohne daß ihn jemand antrieb, zog er los, als ob nichts geschehen sei.“ Bald darauf erkrankte ein anderer Ochse, der ebenfalls einen Segen erhielt und wieder gesund wurde.

Einen Tag bevor die Abteilung das Salzseetal erreichen sollte, fehlten wieder einige von Marys Ochsen. Sie kniete im Gebet nieder und bat den himmlischen Vater, ihr bei der Suche zu helfen. Sie war sicher, daß der himmlische Vater ihr helfen würde.

Der Hauptmann und die übrige Abteilung machten sich bereits auf den Weg, während Mary und ihre Familie immer noch nach den Ochsen suchten. Plötzlich erschien eine Sturmwolke am Himmel, Donner erschallte, Blitze zuckten und es goß in Strömen. Alle mußten warten. Der sechzehnjährige John fand die verlorenen Tiere während des Sturms und hatte sie bereits eingespannt, als sich das Wetter aufklärte. Marys Familie zog bereits los, während die anderen noch ihre Tiere einspannten. Sie erreichten das Tal Stunden vor dem Hauptmann und der übrigen Abteilung. (Siehe Corbett, Seite 223–249.)

Margaret McNeil hilft ihrer Familie, die Prärie zu durchqueren

Margaret McNeil und ihre Familie hatten sich in Schottland der Kirche angeschlossen. Sie wanderten nach Utah aus, als Margaret zehn Jahre alt war. Margaret ging den ganzen Weg über die Prärie zu Fuß und trug dabei oft noch ihren vierjährigen Bruder James auf dem Rücken. Margarets Mutter war während der Reise krank, so daß Margaret ihr half, so gut sie konnte.

Margaret machte ihrer Familie jeden Tag das Frühstück und Abendessen und kümmerte sich auch um die Kuh, die die Familie besaß. Die Kuh mußte gut gefüttert werden, damit sie genügend Milch gab. Jeden Morgen führte Margaret die Kuh der Abtei- lung voraus und ließ sie grasen, bis alle Wagen vorbeigefahren waren. Dann rannte Margaret mit ihrer Kuh hinterher, um die Abteilung wieder einzuholen. Als sie einmal an einen Fluß kamen, schlang sich Margaret den langen Schwanz der Kuh um die Hand und schwamm mit der Kuh ans andere Ufer.

Der Proviant, den die McNeils mitgenommen hatten, ging zur Neige, so daß sie sich unterwegs von Milch und wilden Hagebutten ernährten. Sie kamen schließlich in Utah an und waren dem himmlischen Vater sehr dankbar, daß er ihnen geholfen hatte, sicher anzukommen. (Siehe Margaret McNeil Ballard,„I Walked Every Step of the Way“, Seite 10f.)

Jedediah M. Grant wird getröstet

Jedediah M. Grant war Mitglied des Ersten Siebzigerkollegiums und Hauptmann einer Pionierabteilung. Er war außerdem der Vater von Heber J. Grant, der der siebte Präsi- dent der Kirche wurde. Während die Familie Grant die Prärie überquerte, erkrankten Jedediahs Frau und seine kleine Tochter an Cholera, einer Krankheit, von der viele Menschen auf dem Weg ins Salzseetal befallen wurden. Als Jedediahs Frau im Sterben lag, bat sie darum, daß sie und ihr Baby im Salzseetal beerdigt würden. Das Baby starb jedoch zuerst und mußte in Wyoming in einem flachen Grab beerdigt werden. Jedediahs Frau starb gegen Ende der Reise und wurde im Salzseetal beerdigt. Als Jedediah später einmal nach Wyoming reiste, besuchte er das Grab des Babys, mußte aber feststellen, daß Wölfe das Grab ausgegraben hatten.

Es muß für Bruder Grant sehr schwer gewesen sein, seine Frau und sein Kind zu verlieren, aber er folgte weiterhin den Führern der Kirche. Einige Jahre später durfte er in einer Vision die Geisterwelt sehen. Er sah seine Frau mit ihrer kleinen Tochter im Arm. Sie zeigte Bruder Grant das Kind und sagte: „Hier ist die kleine Margaret.“ Bruder Grant sah, daß seine Tochter, obwohl sie auf der Prärie gestorben war und ihr Grab von Wölfen aufgewühlt worden war, sicher mit ihrer Mutter in der Geisterwelt war. (Siehe Die Geschichte der Kirche in der Fülle der Zeiten, Seite 337f.)

Lydia Knight hilft anderen, die Prärie zu durchqueren

Nach dem Märtyrertod von Joseph und Hyrum Smith wollte auch die Familie von Newel und Lydia Knight mit den übrigen Heiligen nach Westen ziehen. In einer Winternacht wurde Newel Knight jedoch sehr krank und starb. Lydia blieb mit sieben Kindern zurück und erwartete ein weiteres Kind. Sie hatte niemand, der ihr half oder sie beschützte. Sie zog zurück nach Winter Quarters, wo Präsident Brigham Young ihr riet, nicht mit dem neugeborenen Kind die mühsame Reise ins Salzseetal anzutreten. Er fragte sie jedoch, ob sie ihre Ochsen und Wagen ausleihen würde, damit jemand anders die Reise machen konnte. Ohne zu zögern gab Lydia sie her. Zwei Jahre später konnte Lydia eine weitere Ausrüstung beschaffen und mit ihren Kindern die Reise ins Salzseetal antreten. (Siehe Susa Young Gates, Lydia Knight’s History, Seite 64–76, 84–89.)

Louisa Wells lenkt ein Ochengespann über die Prärie

Als die zweiundzwanzigjährige Louisa Wells mit ihrer Familie die Prärie durchquerte, hatte sie die Aufgabe, eines der Ochsengespanne ihres Vaters zu lenken und sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern.

Nachdem alle Habe auf den Wagen geladen worden war, machte sich Louisa mutig auf den Weg. Sie hatte einen großen Sonnenhut auf und einen Sonnenschirm in der Hand. In der anderen Hand hielt sie eine Peitsche, damit sie die Tiere in Schach halten konnte. Eine kurze Zeitlang ging alles gut, wenn man bedachte, daß Louisa noch nie ein Ochsengespann gelenkt hatte, aber schon bald fing es an zu regnen. Bald waren Sonnenschirm und Sonnenhut völlig durchnäßt und nutzlos, und noch bevor es Abend wurde, war Louisa völlig durchnäßt und schmutzig.

Trotz dieses entmutigenden Anfangs gab Louisa nicht auf. Als die Abteilung am Sweet- water ankam, ging Louisas bestes Ochsengespann ein, weil es verdorbenes Wasser getrunken hatte, also mußte sie statt dessen zwei Kühe einspannen. Da die Kühe nicht daran gewöhnt waren, einen Wagen zu ziehen, mußte Louisa sie die ganze Stecke lang ziehen und antreiben. Eine Frau in der Abteilung wurde krank, und Louisa wurde beauftragt, mitzuhelfen, sie zu pflegen. Drei Wochen lang ging sie den ganzen Tag lang neben ihrem Wagen her und pflegte während der Nacht die kranke Frau. Glücklicherweise blieb Louisa gesund und führte ihr Gespann und ihren Wagen mit der übrigen Abteilung sicher ins Salzseetal.

Nachdem Louisa auf der Reise mehr als drei Paar Schuhe durchgelaufen hatte, nähte sie sich Lumpen um die Füße, um sie zu schützen, aber die Lumpen waren bereits nach wenigen Stunden durchgelaufen. Oft hinterließen Louisas wundgelaufene Füße Blutspuren auf dem Weg. (Siehe Edward W. Tullidge, The Women of Mormondom, Seite 336f.)

Jane Allgood erhält neuen Mut

Die fünfzehnjährige Jane Allgood und ihre Eltern waren 1864 aus England gekommen. Auch sie durchquerten die Prärie, um ins Salzseetal zu kommen. Jane erzählte später ihrer Enkelin, wie mühsam die Reise war. Die jungen Leute in der Abteilung mußten die ganze Strecke zu Fuß gehen. Sie ernährten sich nur von Mehl, Bohnen und getrockneten Pfirsichen. Einmal waren Jane und ihre Freundin Emma so müde vom Laufen, daß sie sich hinsetzten, um auszuruhen. Sie sahen zu, wie die Wagen ohne sie weiterzogen, aber ihre Füße waren so wund, daß es ihnen egal war, wenn sie zurückgelassen wurden. Sie waren sicher, keinen Schritt weitergehen zu können. Jane sagte: „Als wir erschöpft dasaßen, kam ein junger Mann auf einem Pferd auf uns zu. Wir sahen nicht, woher er gekommen war noch wohin er ging, nachdem er mit uns geredet hatte. Aber er sprach sehr freundlich zu uns und ermutigte uns, weiterzugehen. Er versprach uns, wenn wir es versuchten, würden wir es auch schaffen und uns würde nichts geschehen.“ Jane sagte, daß sie damals so müde waren, daß es ihnen „gleich war, ob sie lebten oder starben“, aber der Mann war sehr freundlich und ermutigte sie, weiterzugehen. Die beiden Mädchen fühlten sich langsam besser und stärker, und sie standen auf und gingen weiter. Es war schon dunkel, als sie den Wagenzug einholten. (Siehe Julie A. Dockstader, „Children Entered Valley with ’Hearts All Aglow’“, Seite 8f.)

Die neuzeitlichen Pioniere bauen die Kirche auf

Erinnern Sie die Kinder daran, daß ein Pionier jemand ist, der anderen den Weg bereitet. Erklären Sie, daß viele Mitglieder der Kirche neuzeitliche Pioniere sind. Erzählen Sie den Kindern eine Begebenheit aus Ihrer Familiengeschichte oder eine Geschichte von einem neuzeitlichen Pionier, der in seiner Familie oder Heimat der erste war, der sich der Kirche angeschlossen hat. Betonen Sie, daß jedes neue Mitglied Glauben an Jesus Christus haben muß, wenn es sich der Kirche anschließt.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Wie half Mary Fielding Smiths Glaube an Jesus Christus ihr dabei, die verlorengegangenen Ochsen zu finden? Erklären Sie, daß der himmlische Vater und Jesus Christus alles wissen und wir uns von ihnen führen lassen können, wenn wir voller Glauben beten (siehe LuB 8:10). Weisen Sie darauf hin, daß Mary um Hilfe betete und dann mit ihrer Familie ihren Teil beitrug, indem sie nach dem Vieh suchte.

• Inwiefern war Mary Fielding Smiths Glaube an die Macht des Priestertums für sie und ihre Familie ein Segen? Erinnern Sie die Kinder daran, daß das Priestertum die Macht und Vollmacht ist, im Namen Gottes zu handeln. Wenn wir Glauben an die Macht des Priestertums ausüben, zeigen wir unseren Glauben an Jesus Christus.

• Wie fand wohl ein zehnjähriges Mädchen die Kraft, das zu tun, was Margaret McNeil tat? (Moroni 7:33.) Was wäre euch schwergefallen, wenn ihr an ihrer Stelle gewesen wärt?

• Wie wurde Jedediah M. Grants Glaube belohnt? Inwiefern zeigen wir unseren Glauben an Jesus Christus, wenn wir dem Propheten und anderen Führern der Kirche gehorchen?

• Warum war es für Lydia Knight vielleicht schwer, ihre Ochsen und ihre Wagen herzugeben? Aber sie tat es doch. Inwiefern stellte sie dadurch ihren Glauben unter Beweis?

• Warum setzte Louisa Wells wohl ihre Reise fort, obwohl es schwierig wurde? Erzählen Sie von einer eigenen Erfahrung damit, wie Sie um des Evangeliums willen Probleme und Unannehmlichkeiten ertragen mußten.

• Wie half der himmlische Vater Jane Allgood und ihrer Freundin Emma, die Kraft zu finden, die sie brauchten, um ihre Reise fortzusetzen? Warum ist es wichtig, daß wir nicht aufgeben, wenn wir müde oder entmutigt sind? Wie kann uns unser Glaube an Jesus Christus in solchen Zeiten helfen? (Siehe den 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Warum brachten all diese Pioniere die notwendigen Opfer, um die Prärie zu durchqueren? (Mögliche Antworten: um mit anderen Mitgliedern der Kirche zusammenzusein, um der Verfolgung zu entgehen, um den Führern der Kirche zu gehorchen usw.) Erklären Sie, daß in der Anfangszeit der Kirche die Mitglieder der Kirche, die über die ganze Welt verstreut waren, kaum oder gar keine Verbindung mit den Führern oder anderen Mitgliedern der Kirche hatten. Sie kamen ins Salzseetal, um mit den anderen Mitgliedern zusammenzusein und von ihren Führern zu lernen. Heute gibt es viel bessere Kommunikationsmöglichkeiten. Es gibt zwar in vielen Teilen der Welt nur wenige Mitglieder der Kirche, aber wir sind doch aufgefordert, in unserem Land zu bleiben und dort mitzuhelfen, die Kirche aufzubauen.

• Wie festigte jeder dieser Pioniere seinen Glauben an Jesus Christus und das wiederhergestellte Evangelium? Was müssen wir tun, um unseren Glauben zu festigen? (Siehe den 4. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Was wäre euch schwergefallen, wenn ihr ein Pionier gewesen wärt? Wie wärt ihr mit diesen Situationen fertig geworden? Welche Schwierigkeiten habt ihr in eurem Leben, die die Pioniere nicht hatten? Wie kann euer Glaube an Jesus Christus euch helfen, mit solchen Situationen fertig zu werden? (Siehe den 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Welche Mühsal wärt ihr bereit, auf euch zu nehmen, um mit anderen Mitgliedern der Kirche zusammensein und den himmlischen Vater und Jesus Christus verehren zu können? Wann wird von euch vielleicht verlangt, für das Evangelium Mühsal zu erleiden? (Mögliche Antworten: wenn man eine Mission erfüllt oder Opfer bringt, damit jemand anders eine Mission erfüllen kann, oder wenn es an der Schule oder im Gemeinwesen nur wenige Mitglieder der Kirche gibt.) Wie kann euer Glaube an Jesus Christus euch in solchen Umständen helfen? (Moroni 7:33.)

• Wann habt ihr euch schon einmal dafür entschieden, das Rechte zu tun, obwohl es schwer war? Warum habt ihr euch entschieden, das Rechte zu tun? Erklären Sie, daß wir unseren Glauben an Jesus Christus zeigen, wenn wir uns dafür entscheiden, die Gebote zu befolgen. Glauben an Jesus Christus zu haben bedeutet, ihm so zu vertrauen, daß wir tun, was immer er auch gebietet.

• Wie kann sich unser Glaube an Jesus Christus auf unser tägliches Leben auswirken?

• Wie kann uns unser Glaube an Jesus Christus helfen, wenn wir traurig sind oder Probleme haben? (Siehe den 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Schreiben Sie die Überschrift Glaube und die unten aufgeführten Schriftstellenangaben an die Tafel oder auf mehrere Wortstreifen. Lassen Sie jedes Kind (oder jeweils zwei Kinder, wenn Ihre Klasse groß ist), eine der Schriftstellen aufschlagen und der Klasse vorlesen. Besprechen Sie gemeinsam, was die Schriftstellen über Glauben aussagen, und schreiben Sie unter jede Schriftstellenangabe an die Tafel, was die Schriftstelle über Glauben aussagt (oder befestigen Sie den entsprechenden Wortstreifen).

    • Alma 32:21 Glaube heißt, an etwas zu glauben, was wahr ist, selbst wenn wir es nicht sehen können.

    • Alma 37:33 Der Glaube an Jesus Christus kann uns helfen, Versuchungen zu widerstehen.

    • Moroni 7:33 Wenn wir an Jesus Christus glauben, erhalten wir die Kraft, alles zu tun, worum er uns bittet.

    • Moroni 10:4 Wir müssen an Jesus Christus glauben, um ein Zeugnis erhalten zu können.

    • LuB 20:29 Wir müssen an Jesus Christus glauben, um bis ans Ende ausharren und ewiges Leben haben zu können.

    • LuB 29:6 Wenn wir beten, glauben wir auch daran, daß der himmlische Vater unsere Gebete hört und erhört.

    4. Glaubensartikel Der Glaube an Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums.

    2. Kopieren Sie das Arbeitsblatt am Ende der Lektion für jedes Kind. Die Kinder sollen die Probleme in der ersten Spalte durch eine Linie jeweils mit der entsprechenden Lösung in der zweiten Spalte verbinden. (Lösung: 1-b, 2- g, 3-a, 4-e, 5-d, 6-c, 7-f.) Wenn Sie nicht für jedes Kind eine Kopie anfertigen können, können Sie die Aussagen jeweils auf einen Wortstreifen schreiben und die Kinder gemeinsam herausfinden lassen, was zusammengehört. Besprechen Sie mit den Kindern, warum der Glaube an Jesus Christus in diesen Situation helfen kann.

    3. Besprechen Sie mit den Kindern, wie der Glaube an Jesus Christus ihnen in Situationen wie den folgenden helfen kann: schwere Krankheit, Tod eines geliebten Menschen, Umzug in eine andere Gemeinde, Besuch einer neuen Schule, das Gefühl, nicht dazuzugehören, wegen eines Problems entmutigt sein. Erinnern Sie die Kinder daran, daß zum Glauben auch gehört, daß wir alles tun, was wir selbst tun können, beispielsweise beten, fasten, in den heiligen Schriften nach Antworten suchen, die Gebote befolgen; außerdem gehört dazu, daß wir den Herrn um Hilfe bitten und seinen Willen in jeder Situation annehmen.

  2. 4.

    Zeigen Sie den Kindern eine kleine Pflanze oder einen Keimling. Erklären Sie, daß man den Glauben mit einem Samen vergleichen kann, da er auch klein beginnt und wächst, wenn er genährt und gepflegt wird.

    • Was braucht eine Pflanze, damit sie wächst und stark wird?

    • Was „nährt“ unseren Glauben und hält ihn stark? (Das Befolgen der Gebote.)

    Die Kinder sollen sich bestimmte Gebote überlegen, beispielsweise beten und die Kirchenversammlungen besuchen, die dazu beitragen, ihren Glauben an Jesus Christus zu stärken.

  3. 5.

    Lassen Sie die Kinder eine oder mehrere der Geschichten aus der Lektion nachspielen, wobei sie einfache Kostüme und Requisiten verwenden.

  4. 6.

    Lernen Sie mit den Kindern den vierten Glaubensartikel auswendig, oder wiederholen sie ihn. Besprechen Sie, wie wichtig der Glaube an Jesus Christus ist.

  5. 7.

    Singen Sie mit den Kindern „Pionierkinder“ (Sing mit mir, E–1), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Weisen Sie darauf hin, daß die Pioniere auf ihrer mühsamen Reise singen und fröhlich sein konnten, weil sie an den Erretter glaubten.

    Sie wußten, daß sie entweder in diesem oder im nächsten Leben dafür gesegnet werden würden, daß sie dem Erretter und den Führern seiner Kirche gefolgt waren.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie, wie wichtig es ist, Glauben an Jesus Christus zu haben. Vielleicht möchten Sie erzählen, wie Sie schon einmal dafür gesegnet worden sind, daß Sie an den Erretter glauben und die Gebote befolgen. Ermutigen Sie die Kinder, ihren Glauben zu festigen, indem sie die Gebote befolgen und mehr über das Evangelium lernen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 8:10 und 20:29 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.