Die Handkarrenabteilungen erreichen das Salzseetal

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Die Kinder dafür begeistern, wie die Handkarrenpioniere tapfer bis ans Ende auszuharren.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Lehre und Bündnisse 14:7; 24:8; 76:5; 121:7, 8, 29. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Eine Uhr mit Sekundenzeiger.

    3. c)

      Bild 5-51, „Die Martin-Handkarrenabteilung am Bitter Creek, Wyoming, 1856“ (Bild 414 in Bilder zum Evangelium; 62554 150); Bild 5-52, „Drei junge Männer retten die Martin-Handkarrenabteilung“ (Bild 415 in Bilder zum Evangelium; 62606 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Erklären Sie den Kindern, daß Sie mit ihnen zwei Versuche mit der „Zeit“ machen wollen. Bitten Sie ein Kind, nach vorn zu kommen und sich vor die Klasse zu stellen. Das Kind soll Ihnen sagen, ohne auf die Uhr zu sehen, wann seiner Meinung nach eine Minute vergangen ist. Geben Sie dem Kind ein Zeichen, wann es beginnen soll. Reden Sie, während Sie auf der mitgebrachten Uhr die Zeit verfolgen, mit dem Kind und den anderen Kindern in der Klasse, damit es für das Kind schwieriger wird, sich zu konzentrieren. Wenn das Kind sagt, daß eine Minute vergangen ist, sagen Sie der Klasse, wieviel Zeit tatsächlich vergangen ist.

Bitten Sie dann alle Kinder aufzustehen und zu versuchen, eine Minute lang völlig unbeweglich und still dazustehen wie eine Statue. Geben Sie den Kindern ein Zeichen, wann sie beginnen sollen, und sagen Sie „Halt“, wenn eine Minute vergangen ist.

Weisen Sie darauf hin, daß es schwer zu beurteilen ist, wieviel Zeit vergeht. Manchmal scheint die Zeit sehr schnell zu vergehen und ein andermal sehr langsam.

Erklären Sie, daß keiner von uns weiß, wie lange unser Leben auf der Erde dauern wird. Es ist uns aber geboten worden, bis ans Ende auszuharren, unabhängig davon, wie lange wir leben. Bis ans Ende ausharren bedeutet, rechtschaffen zu leben, umzukehren, wenn man etwas Falsches getan hat, und niemals aufzugeben, selbst wenn das Leben schwer ist. Wenn wir wieder beim himmlischen Vater und bei Jesus leben wollen, müssen wir tapfer bis ans Ende ausharren. Erklären Sie, daß ein tapferer Mensch stark, gehorsam und mutig ist und treu nach dem Evangelium Jesu Christi lebt. Erklären Sie den Kindern, daß sie in dieser Lektion etwas über einige frühe Heilige erfahren werden, die tapfer bis ans Ende ihres Lebens ausgeharrt haben.

Geschichtliche Ereignisse

Vermitteln Sie den Kindern, wie wichtig es ist, tapfer nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben und bis ans Ende auszuharren, wenn Sie ihnen anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse von den Handkarrenabteilungen erzählen. Zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder.

Brigham Youngs Plan

Viele Heilige kamen mit Planwagen, die von Ochsen gezogen wurden, ins Salzseetal. Manche hatten ihre Wagen und Vorräte mit Geld gekauft, das die Kirche ihnen geliehen hatte. Nachdem sie im Salzseetal angekommen waren, arbeiteten sie, um das geliehene Geld zurückzuzahlen. Das zurückgezahlte Geld wurde dann anderen Heiligen für ihre Reise über die Prärie geliehen. Dies wurde „Ständiger Auswanderungs-Fonds“ genannt.

Die Einrichtung des Fonds war ein guter Plan, aber manche Menschen waren zu arm, um alles Geld zurückzahlen zu können, das sie geliehen hatten. Und es gab noch viele Mitglieder der Kirche, die ins Salzseetal kommen wollten. Die Führer der Kirche mußten sich eine preiswertere Methode überlegen, die Menschen ins Salzseetal zu bringen. Präsident Brigham Young schrieb 1855: „Wir können es uns nicht leisten, wie bisher Wagen und Gespanne zu kaufen. Deshalb muß ich auf meinen alten Plan zurückkommen – es müssen Handkarren gebaut werden, die Auswanderer müssen zu Fuß gehen. … Dann können sie genauso schnell, wenn nicht noch schneller kommen, und viel billiger.“ („Foreign Correspondence“, Seite 813; siehe auch Die Geschichte der Kirche in der Fülle der Zeiten, Seite 357.) Man schätzte, daß es mit den Handkarren nur ein Drittel bis halb so viel kosten werde wie mit den Planwagen.

Die Handkarren waren kleine Wagen ohne Plane, die von Menschen gezogen beziehungsweise geschoben wurden anstatt von Ochsen. Zusätzlich zu den Handkarren hatte jede Pionierabteilung für je zehn Personen ein, zwei Kühe und für diejenigen, die nicht zu Fuß gehen konnten, ein paar Planwagen und Ochsengespanne. Die Hand- karren hatten gegenüber den Planwagen wirklich manchen Vorteil: auf einigen Wegstrecken kam man mit dem Planwagen nur sehr schwer vorwärts, mit dem Handkarren dagegen leichter, und da die Handkarren kleiner und leichter waren als die Planwagen, kamen die Pioniere schneller vorwärts. Sie mußten sich auch nicht um so viele Tiere kümmern. Die Handkarren hatten jedoch auch Nachteile: Sie boten wenig Platz für Nahrungsmittel und andere Vorräte und boten keinen Schutz vor Stürmen.

Die ersten Handkarrenabteilungen

Manche Heilige, die aus Europa über das Meer kamen, fuhren mit dem Zug nach Iowa City in Iowa, wo sie für die Reise über die Prärie mit Handkarren ausgestattet wurden. Die erste Handkarrenabateilung verließ Iowa City am 9. Juni 1856.

Die Handkarrenabteilungen mußten viele Prüfungen erdulden. An einem Tag fühlte sich der sechsjährige Arthur Parker, der zur ersten Handkarrenabteilung gehörte, krank und setzte sich hin, um auszuruhen. Niemand in der Abteilung bemerkte, daß er angehalten hatte, bis sie später am Tag ihr Lager aufschlugen. Als sie feststellten, daß Arthur fehlte, suchten sie nach ihm, aber nach zwei Tagen mußten sie weiterziehen. Arthurs Vater blieb zurück, um Arthur zu suchen. Arthurs Mutter gab ihrem Mann einen leuchtend roten Schal, in den er seinen Sohn wickeln sollte, falls er tot war. Wenn er Arthur lebend fand, sollte er mit dem Schal winken – als Zeichen dafür, daß er lebte.

Drei Tage lang betete die ganze Abteilung für Arthur und hielt Ausschau, während Arthurs Vater nach ihm suchte. Am dritten Tag schaute Ann Parker, Arthurs Mutter, den Weg zurück, den sie gerade gegangen waren und sah, daß ihr Mann mit dem roten Schal winkte. Arthurs Mutter war sehr froh, Arthur wiederzusehen. In dieser Nacht schlief sie zum erstenmal, seit sie entdeckt hatten, daß Arthur fehlte, wieder ruhig.

Die Schwierigkeiten der Willie- und der Martin-Handkarrenabteilung

Die ersten drei Handkarrenabteilungen hatten einige Schwierigkeiten, aber sie kamen sicher über die Prärie. Die beiden folgenden Abteilungen hatten nicht so viel Glück (siehe 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“). Die Leute, die zur Willie- und zur Martin-Handkarrenabteilung gehörten, waren im Sommer aus England angekommen. Als sie in Iowa City eintrafen, gab es keine Handkarren mehr, deshalb mußten sie warten, bis welche gebaut wurden. Die Abteilungen verließen Iowa City Ende Juli 1856. Ihre Handkarren waren aus frischem, nicht abgelagertem Holz gebaut, so daß die Handkarren brachen, als das Holz austrocknete, was weitere Verzögerungen zur Folge hatte. Ein großer Teil ihres Viehs war von feindlich gesinnten Indianern gestohlen worden. Der späte Aufbruch und die vielen Verzögerungen verursachten der Willie- und der Martin- Handkarrenabteilung viele Probleme, denn die kalten Winterstürme setzten in jenem Jahr viel früher ein als sonst. In dem Versuch, die Ladung leichter zu machen, damit sie schneller vorwärtskamen, hatten die Heiligen ihre zusätzliche Kleidung und die überzähligen Decken weggeworfen. Deshalb hatten sie nur wenig Schutz, als die Stürme aufkamen. Die Stürme und die eisige Kälte forderten viele Todesopfer. Diejenigen, die starben, mußten in flachen Gräbern entlang des Weges beerdigt werden.

Die Rettung der Willie- und der Martin-Handkarrenabteilung

Als Brigham Young Vorbereitungen für die Generalkonferenz im Oktober 1856 traf, erfuhr er, daß die Willie- und die Martin- Handkarrenabteilung in großen Schwierigkeiten waren. Während der Konferenz wurden Rettungstrupps zusammengestellt.

Ephraim K. Hanks war gerade von einem Angelausflug nach Salt Lake City zurückgekehrt. Die Nacht vor seiner Rückkehr hatte er im Haus eines Freundes verbracht. Ehe er an diesem Abend einschlief, hörte er eine Stimme seinen Namen rufen. Die Stimme sagte: „Die Handkarren-Leute sind in Schwierigkeiten, und du wirst gebraucht; wirst du gehen und ihnen helfen?“ Bruder Hanks antwortete: „Ja, ich gehe, wenn ich aufgefordert werde.“ Dieses Gespräch wurde dreimal wiederholt.

Als Brigham Young um Freiwillige bat, die der Willie- und der Martin-Handkarrenabtei- lung helfen sollten, Salt Lake City zu erreichen, sagten einige Männer, sie seien in ein paar Tagen bereit, aber Ephraim Hanks sagte: „Ich kann sofort gehen!“ Er war einer der ersten, die die Handkarrenabteilungen erreichten. Auf der Suche nach ihnen geriet er in den schlimmsten Sturm, den er je erlebt hatte. Der Schnee war so tief, daß er unmöglich mit dem Planwagen hindurchkam. Er ließ den Wagen stehen und machte sich mit zwei Pferden auf den Weg, auf einem ritt er und auf das andere lud er das Gepäck. Am Abend, als er sich einen Platz zum Schlafen bereitete, dachte er, wie schön es jetzt sei, in einem Büffelfell zu schlafen und etwas Fleisch zum Abendessen zu haben. Er betete und bat den himmlischen Vater, ihm einen Büffel zu senden.

Als Bruder Hanks sein Gebet beendet hatte, sah er auf und sah einen Büffel in der Nähe seines Lagers. Er tötete den Büffel mit einem Schuß. Am Morgen schoß er einen zweiten Büffel, lud das Fleisch auf die Pferde und zog weiter nach Osten.

Ephraim Hanks stieß auf die Martin-Handkarrenabteilung, als sie gerade ihr Lager für die Nacht aufschlugen. Sie waren außer sich vor Freude, als sie ihn und das frische Büffelfleisch sahen, das er mitgebracht hatte. Ein Mann aus der Abteilung hatte schon früher prophezeit, wenn die Vorräte für die Abteilung ausgingen, würden sie sich an Büffelfleisch laben können. Ephraim Hanks trug dazu bei, diese Prophezeiung zu erfüllen, und tat es auch weiterhin, indem er weiter für die Abteilung Büffel schoß, als sie ihre Reise fortsetzten.

Als die Martin-Handkarrenabteilung am Sweetwater ankam, waren die Leute schon sehr schwach. Sie wußten nicht, wie sie den Fluß überqueren sollten, der tief und breit und eiskalt war. Sie konnten nur beten. Da kamen ihnen drei achtzehnjährige Jungen aus dem Rettungstrupp zu Hilfe. George W. Grant, David P. Kimball und C. Allen Huntington stürzten sich in das eisige Wasser und begannen die Leute über den Fluß zu tragen. Sie gingen oft hin und her und trugen fast die ganze Handkarrenabteilung hinüber. Das kalte Wasser führte bei allen drei Jungen zu gesundheitlichen Problemen, an denen sie Jahre später starben. Als Präsident Brigham Young hörte, was diese drei Jungen getan hatten, weinte er. Später sagte er, daß allein diese Tat den drei jungen Männern einen Platz im celestialen Reich sichere.

Viele Leute aus der Willie- und der Martin-Handkarrenabteilung starben an den Folgen der eisigen Stürme, und andere hatten Erfrierungen an den Füßen und Beinen. Mary Goble gehörte zur Martin-Handkarrenabteilung. Einmal, als die Abteilung mehrere Tage lang nur geschmolzenen Schnee als Wasser hatte, bat Marys kranke Mutter Mary, ihr Wasser aus einer frischen Quelle zu holen, die einige Kilometer entfernt war. Eine andere Frau begleitete Mary, und auf dem Weg zu der Quelle fanden sie einen alten Mann im Schnee liegen. Er war fast erfroren, und sie wußten, er mußte bald sterben, wenn sie ihm nicht halfen. Sie beschlossen, daß Mary weiter zur Quelle gehen sollte, während die andere Frau ins Lager zurückging, um Hilfe zu holen.

Als Mary allein war, bekam sie Angst davor, feindlichen Indianern zu begegnen. Sie bemühte sich, vor ihnen auf der Hut zu sein, aber dabei verlief sie sich und irrte stun- denlang im tiefen Schnee umher. Als ein Suchtrupp sie fand, war es fast Mitternacht. Der Suchtrupp brachte Mary zurück ins Lager und versuchte, ihre erfrorenen Beine und Füße aufzuwärmen, indem sie sie mit Schnee einrieben und sie in einen Wassereimer stellten. Das war sehr schmerzhaft. Marys Beine und Füße erholten sich, aber ihre Zehen nicht.

Marys Mutter starb an dem Tag, an dem sie in Salt Lake City ankamen. Am nächsten Tag besuchten Brigham Young und ein Arzt Mary. Sie schrieb: „Als Bruder Young hereinkam, gab er uns allen die Hand. Als er unseren Zustand sah – unsere erfrorenen Füße und unsere tote Mutter –, liefen ihm Tränen die Wangen hinab.“ Der Arzt mußte Marys Zehen amputieren, aber Brigham Young verhieß Mary, ihre Füße würden wieder heilen. Dann verschlimmerte sich der Zustand ihrer Füße aber, und der Arzt wollte beide Füße am Knöchel amputieren. Mary weigerte sich jedoch, weil sie nicht verges- sen hatte, was der Prophet ihr verheißen hatte. Jeden Tag kam eine Frau, um die Verbände an Marys Füßen zu erneuern. Mehrere Monate später sah Mary den Arzt wieder. Er sagte: „Na, Mary, … deine Beine sind sicher schon bis hoch zum Knie verfault.“

Als Mary ihm sagte, daß ihre Füße geheilt waren, glaubte er ihr nicht. Sie zog die Strümpfe aus und zeigte ihm ihre Füße. Der Arzt sagte, es sei ein Wunder, daß ihre Füße geheilt waren.“ (Siehe „Mary Goble Pay“, Seite 144f.)

Es ist ein Vorzug, den Preis zahlen zu dürfen

Wegen der unerwarteten Verzögerungen und anderer unglücklicher Umstände starben über zweihundert Mitglieder der Willie- und der Martin-Handkarrenabteilung, ehe sie das Salzseetal erreichten. Keine andere Handkarrenabteilung, die davor oder danach ins Salzseetal kam, mußte so viele Schwierigkeiten durchmachen.

Einige Jahre nachdem die Martin-Handkarrenabteilung die Reise nach Salt Lake City gemacht hatte, sagte ein Lehrer in der Kirche zu seiner Klasse, es sei töricht gewesen, daß die Martin-Handkarrenabteilung damals die Prärie durchquerte. Der Lehrer kritisierte die Führer der Kirche, weil sie es zugelassen hatten, daß sich diese Abteilung ohne mehr Vorräte und Schutz auf die Reise begeben hatte.

Ein alter Mann, der mit im Klassenzimmer saß, hörte eine Zeitlang zu und meldete sich dann zu Wort und bat den Lehrer, mit seiner Kritik aufzuhören. Er sagte: „War es ein Fehler, die Handkarrenabteilung so spät im Jahr loszuschicken? Ja. Aber ich war in der Abteilung und meine Frau auch. … Wir haben mehr durchgemacht, als Sie sich jemals vorstellen können, und viele kamen durch Kälte und Hunger um, aber haben Sie jemals gehört, daß ein Überlebender dieser Abteilung Kritik geübt hat? Nicht ein einziger aus dieser Abteilung ist jemals vom Glauben abgefallen oder hat die Kirche verlassen, denn jeder von uns ist mit der absoluten Gewißheit angekommen, daß Gott lebt, wir haben ihn nämlich in unserer größten Not kennengelernt.

Ich habe meinen Handkarren gezogen, während ich vor Hunger und Krankheit so schwach war, daß ich kaum einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Ich habe nach vorn geblickt und eine sandige Stelle oder einen Hügel gesehen und mir gesagt: Bis dahin komme ich noch und nicht weiter, ich kann die Last nicht mehr ziehen. … Ich bin bis zu der sandigen Stelle gekommen, und als ich dort war, begann der Karren, mich zu schieben. Ich habe mich oft umgeschaut, um zu sehen, wer meinen Karren schob, aber ich habe niemanden gesehen. Da wußte ich, daß Gottes Engel da waren.

Hat es mir leidgetan, daß ich mit dem Handkarren gekommen bin? Nein. Weder damals noch zu irgendeinem Augenblick danach. Es war ein Vorzug, den Preis zahlen zu dürfen, den wir bezahlt haben, um Gott kennenzulernen, und ich bin dankbar, daß ich mit der Martin-Handkarrenabteilung hierherkommen konnte.“ (Zitiert in: David O. McKay, „Pioneer Women“, Seite 8; Hervorhebungen im Original.)

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Welche Vorteile hatte es, mit dem Handkarren die Prärie zu durchqueren? Was würde euch an dieser Art zu reisen schwerfallen? Warum waren die Heiligen bereit, den ganzen Weg über die Prärie zu Fuß zu gehen?

• Wie können wir dem Beispiel von Ephraim Hanks folgen, wenn wir gebeten werden, etwas Schweres zu tun? Wie können wir unserer Familie und unseren Freunden dienen? Was tut Gott für diejenigen, die ihm bis ans Ende in Rechtschaffenheit dienen? (LuB 76:5.)

• Welche tapfere Tat haben die achtzehnjährigen Jungen vollbracht, um der Martin- Handkarrenabteilung zu helfen? Warum taten sie das wohl? Was hat Brigham Young über ihren Lohn für diese selbstlose Tat gesagt?

• Wie zeigte Mary Goble, daß sie Glauben hatte? Wie tröstet der Herr diejenigen, die Unglück durchmachen? (LuB 121:7, 8.) Welches Unglück könnte euch zustoßen? Wie könnt ihr euch darauf vorbereiten? Erklären Sie, daß der Glaube an Jesus Christus und das Leben nach dem Evangelium dazu beitragen, daß wir auf alles vorbereitet sind, was im Leben vor uns liegt.

• Warum war der ältere Herr der Meinung, es sei ein Vorzug gewesen, zur Martin- Handkarrenabteilung zu gehören? Wer half ihm, den Karren zu schieben? Wer hilft uns in unserem Leid, wenn wir treu und geduldig sind? (LuB 24:8.)

• Was wäre für euch am schwersten zu ertragen gewesen, wenn ihr zur Willie- oder Martin-Handkarrenabteilung gehört hättet? Was hat der Herr all denen verheißen, die tapfer bis ans Ende ausharren? (LuB 14:7; 121:29.)

• Kennt ihr Leute, die tapfer ausharren? Welche Eigenschaften helfen ihnen, ein so tapferes Leben zu führen? Welche Eigenschaften wollt ihr entwickeln, um tapfer zu sein? Was könnt ihr tun, um diese Eigenschaften zu erlangen und zu bewahren? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Kopieren Sie die „Handkarren-Reise“ am Ende der Lektion. Bringen Sie einen kleinen Gegenstand oder ein Stück buntes Papier als Markierungspunkt mit.

    Zeigen Sie den Kindern die Karte. Erklären Sie, daß darauf einige der Mühen und Leiden der Willie- und Martin-Handkarrenabteilung aufgezeichnet sind. Stellen Sie den Kindern die folgenden Fragen. (Sie können alle Fragen am Ende der Lektion als Wiederholung stellen, oder jedem Kind eine Frage geben, die beantwortet werden soll, wenn die Geschichte im Lauf des Unterrichts erzählt wird.) Legen Sie den Markierungspunkt auf die Karte, und bewegen Sie ihn jedesmal, wenn die Kinder eine Frage richtig beantworten, einen Schritt weiter. Wiederholen Sie gegebenenfalls manche Fragen, damit die Kinder auf der Karte das Salzseetal erreichen können.

    • Warum zogen diese Pioniere mit Handkarren los anstatt mit Planwagen und Ochsengespannen? (Die Handkarren waren nicht so teuer, und man konnte damit schneller vorwärtskommen als mit Planwagen.)

    • Welche Nachteile hatten die Handkarren? (Die Leute mußten sie ziehen, sie konnten nicht so viele Vorräte mitnehmen, sie boten keinen Schutz vor den Stürmen.)

    • Wie sollte Bruder Parker signalisieren, daß er seinen Sohn lebend gefunden hatte? (Er sollte mit einem roten Schal winken.)

    • Wodurch wurden die Willie- und die Martin-Handkarrenabteilung aufgehalten? (Sie kamen spät aus England an, sie mußten warten, bis ihre Handkarren gebaut waren, feindliche Indianer stahlen ihre Tiere, die Handkarren gingen kaputt, die Winterstürme setzten früh ein.)

    • Wie kamen die Leute aus der Martin-Handkarrenabteilung über den Sweetwater? (Drei achtzehnjährige Jungen trugen sie hinüber.)

    • Woher wußte Ephraim Hanks, daß die Handkarrenabteilungen in Schwierigkeiten waren? (Eine Stimme sprach dreimal zu ihm.)

    • Wie antwortete Ephraim auf die Stimme, die er hörte? (Er antwortete: „Ja, ich gehe, wenn ich aufgefordert werde.“)

    • Wie verirrte sich Mary Goble? (Als sie Wasser für ihre Mutter holen wollte, dachte sie an die Indianer. Als sie nach ihnen Ausschau hielt, verirrte sie sich im Schnee.)

    • Was verhieß Brigham Young Mary in bezug auf ihre Füße? (Er sagte ihr, ihre Füße würden heilen und müßten nicht ganz amputiert werden.)

    • Was sagte der ältere Mann darüber, wer seinen Handkarren geschoben hatte, wenn er keine Kraft mehr gehabt hatte? (Engel Gottes.)

    • Welche Eigenschaften wollt ihr entwickeln, um tapfer zu sein?

  2. 2.

    Die Kinder sollen sich Wörter überlegen, die jemand beschreiben, der tapfer ist. Schreiben Sie die Antworten der Kinder an die Tafel (mögliche Antworten: mutig, gehorsam, liebevoll, freundlich, treu, stark, aufrichtig, ehrlich, selbstlos, geduldig, rechtschaffen, vergebungsbereit usw.).

    Erklären Sie den Kindern, daß sie bereits auf vielerlei Weise tapfer sind. Nun sollen sie einmal entdecken, wie viele Wörter, die ein tapferes Wesen beschreiben, zu einem Teil ihres Namens werden können. Damit die Kinder verstehen, wie sie dabei vorgehen sollen, führen Sie es mit ihnen mit einem Namen von einem tapferen Mann durch, über den sie heute etwas gelernt haben.

    Schreiben Sie Ephraim Hanks senkrecht an die Tafel. Bitten Sie die Kinder, sich die Eigenschaften eines tapferen Menschen, die an der Tafel geschrieben stehen, anzusehen und zu sehen, welche Wörter einen Buchstaben enthalten, der auch in Ephraim Hanks’ Name vorkommt. Wenn sie ein Wort finden, schreiben Sie das Wort so an die Tafel, daß es zu einem Teil von Ephraim Hanks’ Namen wird, und zwar wie folgt:

    Ephraim Hanks

    Geben Sie jedem Kind ein Blatt Papier und einen Bleistift. Die Kinder sollen ihren Namen senkrecht auf das Blatt schreiben und einige der Wörter von der Tafel ihrem Namen hinzufügen (Sie können auch andere Wörter verwenden, die einen tapferen Menschen beschreiben). Fordern Sie die Kinder auf, diese Eigenschaften nicht nur zu einem Teil ihres Namens zu machen, sondern auch zu einem Teil ihres Lebens.

  3. 3.

    Schreiben Sie die folgenden Namen vor dem Unterricht jeweils auf einen Zettel, und befestigen Sie die Zettel mit Klebeband unter mehreren Stühlen im Klassenzimmer.

    Bruder Parker

    Drei achtzehnjährige Jungen (George, David und C. Allen)

    Ephraim Hanks

    Mary Goble

    Der ältere Mann in der Klasse

    Bitten Sie die Kinder am Ende des Unterrichts, unter ihrem Stuhl nachzusehen, ob dort ein Name klebt. Jedes Kind, das einen Namen findet, darf etwas über den (oder die) Betreffenden erzählen, das zeigt, daß er tapfer ausgeharrt hat.

  4. 4.

    Lernen Sie mit den Kindern Lehre und Bündnisse 14:7 auswendig.

  5. 5.

    Singen Sie mit den Kindern „Ich will tapfer sein“ (Tapfere A oder b), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Bitten Sie jedes Kind, eine Möglichkeit zu nennen, wie es in der kommenden Woche tapfer sein will.

  6. 6.

    Singen Sie mit den Kindern „Pionierkinder“ (Sing mit mir, E-1) oder „Handkarrenlied“ (Sing mit mir, E-7), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie, daß wir Bedrängnisse überwinden und nach diesem Leben in die Gegenwart des himmlischen Vaters und Jesu Christi zurückkehren können, wenn wir jeden Tag tapfer nach dem Evangelium leben.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 14:7 und 24:8 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.