Der Salt-Lake-Tempel wird gebaut und geweiht

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Den Kindern den Wunsch einflößen, das Gesetz der Keuschheit zu befolgen und würdig zu sein, einmal im Tempel zu heiraten.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Lehre und Bündnisse 46:33; 109:20; 131:1–4; 132:15–21 und Mose 2:27, 28. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Helaman 5:12 sowie Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), Kapitel 38 und 39.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten Sie verwenden wollen, um die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Bereiten Sie neun rechteckige Blätter Papier vor, die wie Fundamentblöcke aussehen, oder bringen Sie Bauklötze mit. Beschriften Sie jeden Block mit einer der folgenden Aussagen:

    • An den himmlischen Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist glauben.

    • Dem Propheten und den übrigen Führern der Kirche folgen.

    • Das Gesetz der Keuschheit befolgen.

    • Ehrlich sein.

    • Die Familie mit Achtung und Liebe behandeln.

    • Die Abendmahlsversammlung und die übrigen Versammlungen der Kirche besuchen.

    • Den Zehnten voll zahlen.

    • Das Wort der Weisheit befolgen.

    • Von Sünden umkehren.

  5. 5.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Die Köstliche Perle und das Buch Mormon.

    3. c)

      Bild 5-7, „Der Engel Moroni auf der Spitze des Salt- Lake-Tempels“; Bild 5-53, „Ein Ochsengespann transportiert Granitsteine für den Tempel“; Bild 5-54, „Granitsteine auf dem Tempelplatz“; Bild 5-55, „Der Salt-Lake-Tempel“ (Bild 502 in Bilder zum Evangelium; 62433 150); Bild 5-56, „Adam und Eva“ (Bild 101 in Bilder zum Evangelium; 62461 150); Bild 5-57, „Ein junges Paar geht zum Tempel“ (62559 150).

Hinweis an den Lehrer/die Lehrerin: Präsident Howard W. Hunter, der vierzehnte Präsi- dent der Kirche, hat gesagt: „Die Kinder müssen heute früher als je zuvor über Sittlichkeit belehrt werden. Das kann dadurch erreicht werden, daß man sie mit klaren Worten, die Kinder leicht verstehen können, das Gebot der Keuschheit lehrt, und dadurch, daß man bestimmte Richtlinien aufstellt, an die sich die Kinder halten können. Die erwachsenen Mitglieder der Kirche bekräftigen diese Unterweisung, indem sie durch ihre Kleidung und ihr Benehmen Tugend und Anstand verkörpern. Wenn die Kinder älter werden und begreifen, wie sehr der Herr sie liebt, wird ihr Verhalten wahrscheinlich die Liebe, die sie für den Herrn empfinden, widerspiegeln, indem sie seinen Rat im Hinblick auf Anstand und Keuschheit befolgen.“ (Memo an die PV-Präsidentschaft der Kirche, 27. August 1994.)

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Zeigen Sie das Bild vom Salt-Lake-Tempel. Sprechen Sie kurz mit den Kindern über die Schönheit und Erhabenheit des Tempels.

• Was trägt dazu bei, daß dieses Gebäude so aufrecht und stark bleibt?

Erklären Sie, daß tief im Boden unter dem Gebäude ein fast drei Meter tiefes starkes Fundament aus Steinblöcken liegt. Die Erbauer des Tempels haben dieses Fundament gelegt, damit die Mauern des Tempels auf einer festen Oberfläche ruhen. So sollte das Gebäude stabil werden, damit es keine Risse bekommt oder einstürzt.

Zeichnen Sie einen einfachen Umriß des Salt-Lake-Tempels an die Tafel (siehe Abbildung).

Erklären Sie: So wie der Salt-Lake-Tempel auf eine feste Grundlage gebaut ist, so möchte auch der himmlische Vater, daß wir unser Leben auf eine feste Grundlage bauen, damit wir rechtschaffen und stark bleiben und würdig sind, in den Tempel zu gehen. Wir können eine feste Grundlage schaffen, indem wir das tun, was dazu beiträgt, daß wir würdig sind, in den Tempel zu gehen. Wiederholen Sie mit Hilfe der „Blöcke“, die Sie vorbereitet haben, mit den Kindern kurz die Bedingungen für die Tempelwürdigkeit (vielleicht möchten Sie darauf hinweisen, daß die Kinder später in der Lektion mehr über das Gesetz der Keuschheit erfahren werden). Befestigen Sie, wenn Sie eine der Bedingungen besprechen, den entsprechenden „Block“ an der Tafel unterhalb des Tempelumrisses, so daß die „Blöcke“ ein Fundament bilden. (Wenn Sie richtige Bauklötze verwenden, stapeln Sie sie auf dem Tisch oder Boden in der Nähe der Zeichnung.)

• Was würde geschehen, wenn einer oder mehrere der Fundamentblöcke unter dem Salt-Lake-Tempel fortgenommen werden oder zerbrechen würden? (Das Fundament wäre geschwächt, und der Tempel könnte Risse bekommen oder einstürzen.)

Zeigen Sie auf die Fundamentblöcke, die Sie an der Tafel befestigt oder aufgestapelt haben.

• Was würde geschehen, wenn eine oder mehrere dieser Grundlagen in unserem Leben fehlen würde? (Die Grundlage unserer Rechtschaffenheit wäre geschwächt, und wir wären nicht würdig, in den Tempel zu gehen.)

Erklären Sie den Kindern, daß sie in dieser Lektion lernen werden, wie der Salt-Lake- Tempel gebaut wurde und wie sie ihr Leben auf eine rechtschaffene Grundlage stellen können.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erzählen Sie den Kindern anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse vom Bau und von der Weihung des Salt-Lake-Tempels. Erklären Sie den Kindern dann anhand des Abschnitts „Das Gesetz der Keuschheit“ und der unter „Vorzubereiten“ aufgeführten Schriftstellen, wie wichtig es ist, das Gesetz der Keuschheit zu halten, damit sie würdig sind, im Tempel zu heiraten und die dort verheißenen ewigen Segnungen zu erlangen. Zeigen Sie zum passenden Zeitpunkt auch das Bild.

Das Fundament des Tempels wird gelegt

Im Februar 1853, fünfeinhalb Jahre nachdem die ersten Heiligen im Salzseetal angekommen waren, versammelten sich Brigham Young und andere Brüder, um feierlich den ersten Spatenstich für den Bau des Salt-Lake-Tempels durchzuführen. Zwei Monate später fand eine weitere Feier statt, und zwar als die Ecksteine für den Tempel gelegt wurden. An jenem Tag sagte Präsident Young den Mitgliedern der Kirche, daß er jedesmal, wenn er den Platz anschaute, wo der Tempel gebaut werden sollte, eine Vision des Tempels sah.

Präsident Young zeichnete eine Skizze des Tempels, wie er ihn in seiner Vision gesehen hatte, und Architekt Truman O. Angell entwarf detaillierte Pläne dazu, wie der Tempel gebaut werden sollte. Präsident Young sandte Bruder Angell nach England, damit er dort die prächtigen Gebäuden studieren konnte, um zu lernen, wie er den Tempel zu einem wunderschönen und stabilen Gebäude machen konnte. Präsident Young sagte, der Tempel solle so stabil gebaut werden, daß er „selbst das Millennium überdauerte“ (zitiert in: Richard Neitzel Holzapfel, Every Stone a Sermon, Seite 21).

Die Arbeiter begannen, das Fundament für den Tempel zu legen, und zwar aus mehreren Schichten großer Sandsteinblöcke. Das Fundament war fast drei Meter tief, und die Männer arbeiteten fünf Jahre daran. Im Mai 1858 wurde der Tempelbau eine Zeitlang unterbrochen, weil es Probleme mit der US-Regierung gab. Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte Gerüchte gehört, die Mitglieder der Kirche hielten sich nicht an das Gesetz, und sandte deshalb eine Armee, um die Ordnung wiederherzustellen. Brigham Young fürchtete, die Armee würde den Tempelplatz verwüsten, deshalb ließ er das Fundament mit Erde bedecken, damit es aussah wie ein gewöhnliches Feld.

Nachdem die Probleme mit der Regierung beseitigt waren, gab Präsident Young die Anweisung, das Fundament wieder auszugraben. Die Arbeiter stellten fest, daß ein Teil des Mörtels und der kleinen Steine, die zwischen den großen Fundamentblöcken verwendet worden waren, Risse bekommen und sich verschoben hatten. Dadurch hatten auch einige der großen Blöcke Risse bekommen und waren instabil geworden. Darauf konnte man den Tempel nicht bauen. Die Arbeiter entfernten die kleinen Steine und den Mörtel und sämtliche Sandsteinblöcke bis hinunter zur ersten Schicht und ersetzten sie durch harten Granitstein. Diese Granitsteine wurden so geschnitten, daß sie genau aneinanderpaßten, so daß kein Schotter oder Mörtel notwendig war, um die Blöcke eben zu machen. Vierzehn Jahre nach Beginn des Tempelbaus war die Erneuerung des Fundaments fertig, und die Arbeiter begannen, die Mauern des Tempels zu bauen.

Steinblöcke werden gefertigt

Die riesigen Granitblöcke für den Tempel wurden in einem Steinbruch gehauen, der über dreißig Kilometer vom Tempelplatz entfernt in einem Cañon lag. Die Blöcke wogen jeweils mehrere Tonnen und mußten in einem von Ochsen gezogenen Wagen transportiert werden. Manchmal dauerte es vier Tage, einen Block vom Cañon zum Tempelplatz zu schaffen. Oft zerbrachen die Wagen, oder die schweren Blöcke fielen vom Wagen und zersprangen oder zerbrachen. Als die Eisenbahn 1869 nach Utah kam, wurden von dem Steinbruch bis zum Tempelplatz Gleise gelegt, und die Dampfloks konnten an einem Tag viele Blöcke transportieren. So ging der Tempelbau viel schneller voran.

Wenn die Steinblöcke am Tempelplatz angekommen waren, wurden sie von geschickten Steinmetzen geformt. In manche Blöcke wurden Symbole wie die Sonne, der Mond und die Sterne eingraviert, um an wichtige Evangeliumsgrundsätze zu erinnern, die in den heiligen Handlungen im Tempel offenbart werden. Das Formen und Gravieren jedes Steinblocks dauerte Tage und manchmal Wochen. Die Kinder, die in der Nähe des Tempelplatzes wohnten, spielten zwischen den riesigen Steinblöcken, die noch nicht eingebaut worden waren, gern Verstecken.

John Moyle war ein Steinmetz, der am Tempelbau arbeitete. Jeden Montag morgen ging er von seinem Haus zum Tempelplatz dreißig Kilometer zu Fuß. Die ganze Woche arbeitete er am Tempel, und am Freitag ging er die dreißig Kilometer nach Hause, um seine Farm zu bestellen. Bruder Moyle wurde bei einem Unfall verletzt, und ein Bein mußte amputiert werden, aber er schnitzte sich ein Holzbein. Er übte so lange, auf dem Bein zu gehen, bis er den Schmerz, der dadurch verursacht wurde, ertragen konnte. Dann marschierte er auf seinem Holzbein nach Salt Lake City, um weiter am Tempel zu arbeiten. Er gravierte die Worte Heilig dem Herrn auf die Ostseite des Tempels.

Der Tempel wird fertiggestellt und geweiht

Neununddreißig Jahre nach Beginn des Tempelbaus wurde der Schlußstein (die Kugel auf der Spitze des höchsten Turms) aufgesetzt. Fünfzigtausend Menschen drängten sich auf dem Tempelplatz, und weitere Tausende sahen von den Straßen und anliegenden Gebäuden zu, wie Präsident Wilford Woodruff, der vierte Präsident der Kirche, auf einen elektrischen Schalter drückte, der die Vorrichtung auslöste, die den Schlußstein an seinen Platz setzte. Später an jenem Tag wurde auf dem Schlußstein die Statue des Engels Moroni befestigt.

Das Innere des Tempels wurde im Lauf des folgenden Jahres von Zimmerleuten, Stukkateuren, Malern und anderen ausgebildeten Handwerkern fertiggestellt. Die Decken und die Balken wurden mit herrlichen Schnitzereien verziert. Künstler, die in Europa ausgebildet worden waren, malten wunderschöne Wandgemälde an die Wände der Räume für die heiligen Handlungen. Erstaunlicherweise wurde das Innere des Tempels innerhalb eines Jahres vollendet.

Der Tempel wurde im April 1893 geweiht. Die erste Weihungssession fand am 6. April statt, genau dreiundsechzig Jahre nach der Gründung der Kirche und etwas mehr als vierzig Jahre nach dem Beginn des Tempelbaus. Es war ein kalter, stürmischer Tag mit starkem Wind und heftigen Regen- und Schneeschauern, aber im Tempel war es friedlich und ruhig. Präsident Woodruff kniete nieder und sprach das Weihungsgebet. Nach dem Gebet sagten die Anwesenden wie bei früheren Tempelweihungen den Hosanna-Ruf und sangen „Der Geist aus den Höhen“ (siehe Lektion 26 und 35).

Viele Leute, die den Weihungsgottesdiensten beiwohnten, sahen Engel und hörten himmlischen Gesang. Präsident Woodruff sagte später: „Die himmlischen Heerscharen waren beim ersten Weihungsgottesdienst anwesend. Wenn den Anwesenden die Augen geöffnet hätten werden können, hätten sie Joseph und Hyrum Smith, Brigham Young, John Taylor und all die guten Männer mit uns versammelt sehen können, die in dieser Evangeliumszeit mit uns gelebt haben, ebenso Jesaja … und alle heiligen Propheten und Apostel, die von dem Werk der Letzten Tage prophezeit haben.“ (Zitiert in: LaRene Gaunt, „’The Power of God Was with Us’“, Seite 29; siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

Die heiligen Ereignisse, die sich während der Weihung des Salt-Lake-Tempels zutrugen, halfen den Menschen, die Gegenwart Gottes zu spüren und große Ehrfurcht vor dem Tempel und seinen heiligen Handlungen zu empfinden. Wenn wir heute einen Tempel sehen, erinnert er uns daran, daß der himmlische Vater und Jesus Christus uns lieben und daß sie möchten, daß wir einmal wieder bei ihnen leben.

Das Gesetz der Keuschheit

Erinnern Sie die Kinder daran, daß wir im Tempel heiraten und die Versprechen, die wir dort ablegen, einhalten müssen, damit wir mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus und unserer Familie im höchsten Grad des celestialen Reiches leben können (siehe LuB 131:1–4).

Weisen Sie auf die Fundamentblöcke hin, die Sie zu Beginn des Unterrichts aufgestellt oder aufgehängt haben, und zeigen Sie auf den Block, auf dem steht: „Das Gesetz der Keuschheit befolgen.“ Erklären Sie, daß wir unter anderem nach dem Gesetz der Keuschheit leben müssen, wenn wir würdig sein wollen, in den Tempel zu gehen. Im folgenden Teil der Lektion wird erklärt, was das Gesetz der Keuschheit ist und warum es wichtig ist, daß wir danach leben.

Zeigen Sie das Bild von Adam und Eva. Lassen Sie die Kinder erklären, um wen es sich handelt, und lesen Sie dann Mose 2:27, 28 bis füllet die Erde, oder lassen Sie ein Kind die Schriftstelle vorlesen.

• Was gebot der himmlische Vater Adam und Eva, nachdem sie geheiratet hatten? (Vielleicht müssen Sie den Kindern erklären, daß „sich mehren“ und „die Erde füllen“ bedeutet, Kinder zu bekommen.)

• Warum war es wichtig, daß Adam und Eva Kinder bekamen?

Erinnern Sie die Kinder daran, daß ein Grund, warum wir auf die Erde gekommen sind, der ist, daß wir einen Körper aus Fleisch und Gebein erhalten sollten. Erklären Sie, daß zum Plan des Glücklichseins, den der himmlische Vater für uns vorgesehen hat, gehört, daß wir Kinder bekommen und somit anderen Geistern einen Körper bereiten können, wenn sie zur Erde kommen. Zu diesem Plan des Glücklichseins gehört auch, daß Jungen und Mädchen heranwachsen und im Tempel heiraten und Eltern werden.

Erklären Sie, daß die Kraft, Kinder zu bekommen, etwas so Heiliges ist, daß der himmlische Vater uns bestimmte Anweisungen gegeben hat, was den Gebrauch dieser Kraft angeht. Diese Anweisungen werden das Gesetz der Keuschheit genannt. Das Gesetz der Keuschheit ist das Gebot, sexuell rein zu bleiben. Es bedeutet, daß man nur mit seinem Ehepartner eine sexuelle Beziehung hat. Das Gesetz der Keuschheit schließt auch ein, daß wir in Worten, Gedanken und Taten rein sind. Wir sollen nichts sagen, denken oder tun, was gegenüber dieser großen Kraft, die der himmlische Vater uns gegeben hat, respektlos ist.

Erklären Sie den Kindern, daß der Heilige Geist ihnen helfen kann, zu erkennen, ob eine Handlung richtig oder falsch ist. Erklären Sie ihnen, daß sie sich an ihre Eltern oder einen anderen Erwachsenen, dem sie vertrauen, wenden sollen, wenn sie konkretere Fragen zum Gesetz der Keuschheit haben.

Machen Sie den Kindern bewußt, daß das Gesetz der Keuschheit für unser Glück so wichtig ist, daß der Satan versucht, uns davon abzubringen. Wenn die Kinder älter werden, werden sie versucht, das Gesetz der Keuschheit zu mißachten. Wenn sie eine sichere Grundlage der Rechtschaffenheit aufbauen und sich jetzt dafür entscheiden, nach dem Gesetz der Keuschheit zu leben, können sie Versuchungen besser wider- stehen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Welche Schwierigkeiten stellten sich den Heiligen, als sie den Salt-Lake-Tempel bauten? Was für ein Gefühl hatten die Menschen wohl, als der Tempel schließlich fertig war? Warum sind Tempel so wichtig?

• Was mußten die Erbauer des Tempels tun, damit der Tempel selbst das Millennium überdauern kann, wie Brigham Young es sich gewünscht hat? Warum war es notwendig, den Tempel auf ein festes Fundament, eine feste Grundlage, zu bauen? Warum ist es notwendig, daß wir unser Leben auf eine rechtschaffene Grundlage bauen? (Helaman 5:12.) Wie können wir eine solche Grundlage schaffen? (Siehe den 2. und 3. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Warum ist es so wichtig, im Tempel zu heiraten? Welche Segnungen hat der himmlischer Vater denen verheißen, die im Tempel heiraten und ihre Bündnisse einhalten? (LuB 131:1–4; 132:19–21.) Erinnern Sie die Kinder daran, daß diejenigen, die im Tempel heiraten und ihre Bündnisse einhalten, mit dem himmlischen Vater, Jesus Christus und den rechtschaffenen Mitgliedern ihrer Familie im höchsten Grad des celestialen Reichs leben werden.

• Wie lange sind Menschen verheiratet, die im Tempel gesiegelt sind und ihre Bündnisse einhalten? (LuB 132:19; siehe den 4. und 5. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Erklären Sie, daß sie für Zeit und alle Ewigkeit verheiratet sind, was bedeutet, daß sie für immer verheiratet sind.

• Wie lange sind Menschen verheiratet, die nicht im Tempel gesiegelt sind? (Nur bis sie sterben; siehe LuB 132:15.) Was geschieht mit diesen Menschen? (LuB 132:16.) Versichern Sie den Kindern, daß diejenigen, deren Familie noch nicht im Tempel gesiegelt ist, nicht den Mut verlieren dürfen. Sie können beten, ein gutes Beispiel geben und ihren Eltern sagen, was es ihnen bedeutet, daß sie als Familie aneinander gesiegelt werden. Vielleicht werden sie einmal die Möglichkeit haben, an ihre Eltern gesiegelt zu werden.

• Warum ist es so wichtig, daß man sich an das Gesetz der Keuschheit hält? Erklären Sie den Kindern: Wenn wir das Gesetz der Keuschheit nicht befolgen (und nicht umkehren), hat das unter anderem zur Folge, daß wir nicht würdig sind, in den Tempel zu gehen und an den heiligen Handlungen im Tempel teilzuhaben, und das bedeutet, daß wir nicht mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus im celestialen Reich leben können.

• Lassen Sie ein Kind Lehre und Bündnisse 46:33 vorlesen. Was bedeutet es, Tugend und Heiligkeit zu üben? Erklären Sie, daß Tugend üben bedeutet, unseren Sinn und unseren Körper rein zu halten. Wie können wir ständig Tugend üben? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Warum sollen wir keine unanständige Redeweise gebrauchen? Erklären Sie, daß unanständige Wörter den Körper oft auf respektlose Weise bezeichnen. Erinnern Sie die Kinder daran, daß das Gesetz der Keuschheit nicht nur unsere Taten einschließt, sondern auch unsere Gedanken und unsere Ausdrucksweise. Der himmlische Vater erwartet von uns, daß wir mit Ehrfurcht von unserem Körper und seinen Funktionen sprechen.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Erklären Sie, daß mit dem Bau des Salt-Lake-Tempels in Utah eine Prophezeiung in Erfüllung gegangen ist, die Jesaja Hunderte von Jahren vor der Geburt Jesu Christi ausgesprochen hat. Lesen Sie Jesaja 2:2 vor, oder lassen Sie ein Kind den Vers vorlesen. Weisen Sie darauf hin, daß Salt Lake City im Westen der Vereinigten Staaten in der Wasatch-Gebirgskette liegt.

  2. 2.

    Bereiten Sie die folgenden Wortstreifen vor, die alle gleich lang sein sollen:

    Sich anständig kleiden.

    Eine reine Sprache sprechen.

    Nur gute Filme, Fernsehsendungen und Videos ansehen.

    Nur gute Bücher und Zeitschriften ansehen und lesen.

    Erbauende Musik hören.

    Den Körper heilig und rein halten.

    Das Wort der Weisheit befolgen.

    Reine Gedanken haben.

    Nicht zu zweit ausgehen, bevor man sechzehn Jahre alt ist.

    Gute Freunde wählen.

    Zeichnen Sie einen großen, unbehauenen Fundamentblock an die Tafel (so groß, daß alle Wortstreifen darin befestigt werden können) und schreiben Sie darüber Keuschheit (siehe Abbildung). Die Kinder sollen sich vorstellen, sie seien Steinmetze, die den Stein behauen müssen, damit er genau in ein festes Fundament paßt.

    Geben Sie jedem Kind einen Wortstreifen. Die Kinder sollen ihren Wortstreifen vorlesen und ihn dann innerhalb der Umrisse des unbehauenen Fundamentblocks befestigen, so daß ein Rechteck entsteht. Wischen Sie dann die Umrisse des unbehauenen Steins von der Tafel ab, so daß nur der rechteckige Fundamentblock übrigbleibt. Machen Sie den Kindern bewußt, daß sie, wenn sie das tun, was auf den Wortstreifen aufgeführt ist, eine feste Grundlage legen, die ihnen hilft, nach dem Gesetz der Keuschheit zu leben.

    Erinnern Sie die Kinder daran, daß der Mörtel und die kleinen Steine, die im ersten Fundament des Salt-Lake- Tempels verwendet worden waren, Risse bekamen und verrutschten, so daß die großen Fundamentblöcke rissig wurden. Lassen Sie die Kinder überlegen, was ihre Fundamentblöcke der Keuschheit rissig machen könnte, beispielsweise unanständige Ausdrücke gebrauchen, Pornographie lesen oder anschauen, unanständige Kleidung tragen. Ermutigen Sie die Kinder, solches zu vermeiden.

  3. 3.

    Erklären Sie, daß Präsident Spencer W. Kimball, der zwölfte Präsident der Kirche, gesagt hat, daß junge Leute schon früh im Leben Entscheidungen treffen sollen, die dazu führen, daß sie später einmal eine celestiale Ehe eingehen. Lesen Sie das folgende Zitat vor, oder lassen Sie ein Kind es vorlesen:

    „Von diesen [Entscheidungen] gibt es zwei Arten: „Das will ich tun“ und „Das will ich nicht tun“. … Schon sehr früh [sollen junge Menschen] nach einem Plan leben. … [Sie sollen] schon bald den Weg für ihre Ausbildung festlegen, ihre Mission planen und ebenso, wie sie einen reinen Ehepartner finden, im Tempel heiraten und ihren Dienst in der Kirche leisten werden. Wenn der Weg auf diese Weise festgelegt ist und man sich das Ziel gesteckt hat, kann man den Versuchungen leichter widerstehen und nein sagen – nein zur ersten Zigarette, nein zum ersten Glas Alkohol, … nein zu … unmoralischem [nicht tugendhaften] Verhalten.“ (Das Wunder der Vergebung, Frankfurt am Main, 1987, 1992, Seite 227f.)

    Die Kinder sollen sich Ziele setzen, die sie erreichen wollen und die ihnen helfen, würdig zu sein, im Tempel zu heiraten, wie Präsident Kimball es vorgeschlagen hat. Geben Sie jedem ein Blatt Papier und einen Bleistift. Als Überschrift sollen sie aufschreiben: Ich habe fest vor, im Tempel zu heiraten. Unter diese Überschrift sollen sie schreiben: Das werde ich tun: und Das werde ich nicht tun: und dann jeweils einige Punkte auflisten, beispielsweise „Das werde ich tun: jeden Sonntag zur Kirche gehen, meinen Eltern gehorchen, gute Freunde auswählen, würdig sein, in den Tempel gehen zu können“ oder „Das werde ich nicht tun: Musik anhören, die den Geist vertreibt, unsittliche Fernsehsendungen oder Filme anschauen, fluchen oder unanständige Wörter gebrauchen“.

    Machen Sie den Kindern bewußt, daß die Entscheidungen, die sie treffen, Einfluß darauf haben, was für ein Mensch sie werden. Wenn sie das Ziel haben, im Tempel zu heiraten, hilt ihnen das, gute Entscheidungen zu treffen.

  4. 4.

    Erklären Sie den Kindern, daß der Tag, an dem jemand im Tempel heiratet, einer der wichtigsten Tage seines Lebens ist.

    • Warum wird das für euch ein wichtiger Tag sein? (Es ist ein bedeutender Schritt dahin, daß wir zum himmlischen Vater und Jesus Christus zurückkehren und mit ihnen im höchsten Grad des celestialen Reiches leben können.)

    Wenn Sie im Tempel geheiratet haben oder nach Ihrer Heirat im Tempel gesiegelt worden sind, dann erzählen Sie von Ihren Gefühlen am Tag der Siegelung. Zeigen Sie, wenn möglich, Bilder von dem Tag, an dem Sie im Tempel geheiratet haben. Wenn Sie noch nicht im Tempel gesiegelt worden sind, dann laden Sie, nachdem Sie die Genehmigung der PV-Leiterin eingeholt haben, jemand ein, der gesiegelt worden ist, und bitten sie ihn, den Kindern zu erzählen, was er dabei empfunden hat.

  5. 5.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte von Heber J. Grant, dem siebten Präsidenten der Kirche:

    Ehe der Salt-Lake-Tempel fertig war, mußten die Mitglieder der Kirche, die in Salt Lake City wohnten, zum Tempel in St. George, Utah, reisen, eine Strecke von knapp fünfhundert Kilometern, um an den heiligen Handlungen des Tempels teilnehmen zu können. Präsident Grant hat einmal gesagt:

    „Ich werde bis zu dem Tag, an dem ich sterbe, dankbar sein, daß ich als junger Mann von noch nicht einmal einundzwanzig Jahren nicht auf manche meiner Freunde gehört, sondern die Mühe auf mich genommen habe, vom Kreis Utah nach St. George zu reisen, um im St.-George-Tempel zu heiraten. … Es war damals eine lange und schwierige Reise über nicht befestigte und unsichere Straßen, und man brauchte für einen Weg mehrere Tage.

    Viele rieten mir, die Mühe nicht auf mich zu nehmen – nicht den ganzen Weg bis St. George zu reisen, um zu heiraten. Sie argumentierten, ich könne mich doch vom Pfahlpräsidenten oder vom Bischof trauen lassen und dann, wenn der Salt-Lake-Tempel fertig sei, mit meiner Frau und meinen Kindern dorthin gehen und meine Frau an mich siegeln lassen und unsere Kinder für alle Ewigkeit an uns siegeln lassen.

    Warum habe ich nicht auf sie gehört? Weil ich für Zeit und Ewigkeit heiraten wollte – weil ich mein Leben richtig beginnen wollte. Später hatte ich viel Grund zur Freude wegen meines Entschlusses, damals im Tempel zu heiraten, anstatt auf einen späteren, vielleicht gelegeneren Zeitpunkt zu warten. …

    Als ich einmal in einem der Pfähle eine Konferenz besuchte, sprach eine meiner Töchter … und sagte: ’Ich bin dem Herrn sehr dankbar, daß ich richtig geboren bin, nämlich im Bund geboren bin, von Eltern, die richtig getraut und im Tempel des Herrn gesiegelt worden sind.’

    Tränen traten mir in die Augen, denn ihre Mutter war gestorben, ehe der Salt-Lake- Tempel fertig war, und ich war dankbar, daß ich nicht auf meine Freunde gehört hatte, die micht hatten überreden wollen, nicht zum St.- George-Tempel zu fahren, um dort zu heiraten. Ich war sehr dankbar für die Inspiration und die Entschlossenheit, mein Leben richtig zu beginnen.“ (Gospel Standards, Hg. G. Homer Durham, Salt Lake City, 1941, Seite 359f.)

  6. 6.

    Lernen Sie mit den Kindern den dreizehnten Glaubensartikel auswendig. Bespre- chen Sie, inwiefern er sich auf das Gesetz der Keuschheit bezieht.

  7. 7.

    Singen Sie mit den Kindern eins oder mehrere der folgenden Lieder, oder sagen Sie gemeinsam den Text auf: „Ich wohn’ in einem Tempel“ (Sing mit mir, B-48), „Immer und ewig soll’n wir vereint sein“ (Kinderstern, Oktober 1993), „Ich freu’ mich auf den Tempel“ (Kinderstern, Juni 1992), „Sei immer treu“ (Sing mit mir, B-81).

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie, wie wichtig es ist, das Gesetz der Keuschheit zu befolgen und würdig zu sein, in den Tempel gehen zu können. Erklären Sie den Kindern: Wenn sie würdig bleiben, um in den Tempel gehen zu können, werden sie wahres Glück finden und einmal in Ewigkeit mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus und mit den rechtschaffenen Mitgliedern ihrer Familie im höchsten Grad des celestialen Reichs leben können.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lehre und Bündnisse 131:1–4 und 132:15–21 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.